Freitag, 25. Oktober 2019

(Fast) Bis ans Ende der Welt - Unterwegs in Nordspanien Teil 4

30.08.2019 Riaño - Santoña

Santoña Beach
Als ich am nächsten Morgen aufwache, ist es sehr neblig und von den Bergen vom Vorabend nichts zu sehen, dafür ist es nicht mehr windig. Als ich am einpacken bin, schleicht der kleine Junge von der Familie gegenüber um mein Zelt und mich herum. In der Hand hat er ein kleines Plastikmotorrad, also ein Nachwuchsbiker. Mit seiner Mutter komme ich rasch in ein Gespräch, sie erzählt mir, dass der Kleine beim Onkel immer das Motorrad anmachen und sich drauf setzen darf. Das erklärt natürlich die Begeisterung. Auch sie lobt mich wieder für mein gutes und klares Spanisch, ja, es geht immer "automatischer". Nochmal vier Wochen hier und ich werde mich nicht mehr vom Rest der Leute unterscheiden. Vielleicht.

Ich breche früh auf und fahre aus Versehen nochmal die Cangas de Onís, heute früh ohne großartige Ausblicke, was sich jedoch bald ändert. Es wird wärmer und die Sonne kommt heraus. In der Bar am Wasserfall, in der ich vor einiger Zeit schon einmal eingekehrt war, mache ich Rast. Ich bestelle mir einen Kaffee, Wasser und ein Bocadillo. Nach der Pause geht es weiter nach Cangas de Onís, wo ich tanke, danach fahre ich einen Mix aus Landstraße und Autobahn.
Santoña

Da das Wetter in den Bergen nach wie vor nicht so toll aussieht, fahre ich vor Santander weiter auf der Autobahn an der Küste entlang.

In Santoña, das ich heute von der anderen Seite erreiche, steuere ich den Camping municipal an. Von weitem war mir ein riesiges Gebäude aufgefallen. Eine Fabrik? Ich biege im Kreisverkehr Richtung Camping ab und links ist eine Station der Guardia Civil, rechts eine lange Mauer. Ein Gefängnis war das, was ich gesehen hatte, keine Fabrik. Als die Mauer endet, zeigt das Schild für den Camping nach rechts.
Ernsthaft?
Ein Campingplatz zwischen Gefängnis, Meer und Friedhof?

Der Platz ist um diese Zeit schon gut gefüllt, hauptsächlich Surfer. Ich bekomme eine kleine Parzelle, baue mein Zelt auf, dusche und beschließe dann, erst am Strand entlang und dann Richtung Ort zu laufen. Einkaufen und etwas essen gehen wären nicht schlecht. Ich bin schon zweimal durch Santoña gefahren, und beide Male hatte es mich nicht entzückt. So ist auch der erste Eindruck nicht sonderlich schön. Trister Vorortcharme, häßliche Bars. Ob ich hier etwas nettes finde?


Nach einigen hundert Metern wandelt sich das Bild jedoch und ich lande auf einem ganz hübschen Platz, umgeben von Bars, Restaurants, Geschäften. Dort bestelle ich ein Wasser, ruhe ein wenig aus. Hunger hätte ich jetzt schon, aber es ist noch zu früh zum Essen gehen. Also streife ich etwas weiter in der Stadt und lande an einer Art Kaffeebar. Dort gibt es auch nichts gescheites zu essen, aber ich bestelle fürs erste eine Waffel mit Dulce de Leche. Es kommt ein tellerfüllendes, riesiges Teil mit gefühlt einem halben Liter Dulce de Leche drüber, noch zudem sehr lecker. Am Nachbartisch sind Leute mit Kindern und die Kinder bekommen nach reichlich quengeln ein Eis. Ja, könnte mir auch gefallen, so ein Eis. Ich bezahle, bestaune im Restaurant noch die unglaublichen Kuchenschweinereien und suche die Eisdiele.
Die ist praktischerweise gleich um die Ecke.

In Spanien ein Eis zu kaufen kann unterschiedlich ablaufen. Manchmal gibt es Kugeln wie hierzulande, manchmal wird das Eis wie in Italien auf die Waffel oder in den Becher geschaufelt. Ich bestelle die "doble ración" Joghurt und Schokolade im Hörnchen, wenn schon, denn schon! "Wirklich? Die ist echt groß!" sagt die junge Frau hinter der Theke. "Mal sehen, was das so wird..." "Ja, egal, ich habe Hunger!" sage ich. Sie beginnt das Joghurteis zu bearbeiten. Und zu bearbeiten. Und zu bearbeiten. "Was wolltest Du noch...?" "Schoko" sagte ich, schon ein bisschen verhalten. Sie schaufelt ein gefühltes Kilo Schokoeis auf das gefühlte Kilo Joghurteis. "Das ist aber ECHT groß!" sage ich. "Hab ich Dir doch gesagt!"

Die nächste halbe Stunde verbringe ich damit, das Eis zu bezwingen. Als erstes brauche ich einen Platz zum hinsetzen, denn sonst fällt das alles runter. Das Hörnchen hätte 5 Mal so groß sein müssen, um diese Berge aufnehmen zu können. So sitze ich also und schlecke. Diverse Passanten mit EINFACHEN PORTIONEN laufen an mir vorbei. Ich kann an ihren Gesichtern sehen, dass sie sich denken "Boah, die Bekloppte hat die DOPPELTE PORTION bestellt!" Irgendwann ist das Eis ohne größeres Geklecker und Bauchweh verspeist. Aber was anderes zu essen brauche ich heute echt nicht mehr.
Marismas de Santoña

Ich spaziere jetzt Richtung Meer und dann an der Promenade entlang. Der zu Beginn so triste Ort entpuppt sich als recht hübsch und eine schöne Abendstimmung gibt es obendrein. Da es langsam Richtung Sonnenuntergang geht, beschließe ich zum Camping zurückzulaufen. Im Ort selbst kaufe ich noch eingelegte Sardinen als typisches Mitbringsel der Region.

Auf dem Rückweg komme ich nochmal am Naturschutzgebiet vorbei. Leider hat der Wind dort einige Plastiktüten hingeweht. Es ist so schade, dass selbst geschützte Ort nicht sicher vor diesem Zeug sind!

Als ich auf dem Platz ankomme, habe ich Nachbarn bekommen. Der eine spricht mich auf Englisch an, ob es in Ordnung ist, dass sie ihren Tisch und Stühle ein Stück auf meine Parzelle gestellt haben. Ja, kein Problem. "Eres Español?" frage ich, was er bejaht. Daraufhin setzen wir unsere Unterhaltung fix auf Spanisch fort. Fernando und Pablo sind Brüder, leben auf Mallorca und machen eine Woche Surfurlaub am Atlantik. Wir sind schnell in einem netten Gespräch über Reisen, Arbeitsleben, Achtsamkeit, Sport und gute Ernährung.

Die beiden wollen grillen und bieten mir Essen an. Daraufhin erzähle ich ihnen die Geschichte vom meinem Eis und vom Vortag im Restaurant in den Bergen. Fernando lacht und meint "In Cantabrien übertreiben sie immer. Wenn Du ein paar Scheiben Schinken bestellst, legen sie Dir die ganze Kuh auf den Tisch!"

Gegen Mitternacht verkrieche ich mich in mein Zelt und bin trotz der Party aus dem Surfcamp nebenan schnell eingeschlafen.

31.08.2019 Santoña - Zarautz

Embalse de Yesa in Navarra
Ich breche heute sehr zeitig auf, meine Nacht war nicht ganz so erholsam. Nach dem Aufstehen und Aufpacken genehmige ich mir in der Campingbar erst einmal einen Kaffee und ein Croissant, damit lässt sich der Tag schon etwas besser starten. Das Wetter heute ist auch eher grau und ich fahre an der Küste entlang auf der Autobahn und kleinen Straßen. Unterwegs fällt mir auf, dass ich ja jetzt schon wieder sehr nah an den Pyrenäen und der Grenze zu Frankreich bin. Hm, noch ein bisschen in Spanien herumtrödeln wäre doch eine Sache.

Der Tag verläuft relativ unspektakulär und in Zumaia beschließe ich, zum Campingplatz zu fahren. Der liegt nicht sonderlich schön in einem Industriegebiet und nach einem kurzen Moment am Checkin, der mich auffordert Conchita auf dem Parkplatz abzustellen, beschließe ich, dass ich lieber nach Zarautz fahre. Den Camping kenne ich jetzt schon gut, er liegt schön und ich bin schnell am Meer.

In Zarautz ist es kein Problem, einen Platz zu bekommen, diesmal fehlt sogar das Schild "completo" am Eingang. Man merkt, dass die Sommerferiensaison zuende geht. Ich stelle mein Zelt heute auch wieder auf der kleinen Campingwiese auf. Mit dem Blick aufs Wetter hänge ich trotzdem einige Sachen auf die Leine und mache mich nach der üblichen Dusche auf den Weg nach unten in den Ort. Ich spaziere wieder am Strand entlang, beboachte das Treiben und dann drehe ich langsam Richtung Ortskern. Ich muss noch etwas einkaufen, etwas essen wäre nicht schlecht und außerdem habe ich mir das Städtchen noch nie angesehen.

Als ich durch die Gassen laufe, sehe ich einen Laden, der Lederwaren verkauft. Auf dem Ständer draußen hängen recht schöne Geldbeutel und einer fällt mir sofort ins Auge, der Preis ist auch in Ordnung. Aber erstmal einkaufen. Ich verliere mich ein wenig in den sehr belebten Gassen, es ist echt was los hier. Außerdem gefallen mir die kleinen Läden und Boutiquen sehr gut. Endlich mal keine langweiligen H&M-Läden oder irgendwelche anderen Schlonzbuden, sondern individuelle Sachen. Es gibt sehr viele "handmade"-Geschäfte und ich bleibe tatsächlich vor einigen Schaufenstern stehen, weil mir die Klamotten gefallen, die dort hängen. Das passiert mir hier so gut wie nie. Mir gefällt das fröhliche Design, das trotz allem nicht überladen ist. In einem Laden sehe ich einen Pullover, den ich witzig finde, aber das hier ist kein Shoppingurlaub und ich lasse mich nicht hinreißen, etwas aus einer Laune zu kaufen. Ach so, wo war jetzt nochmal der Laden mit dem Geldbeutel?

Zum Glück ist Zarautz nicht so groß und nach ein paar Schwenks finde ich den Laden auch wieder. Er ist eine Mischung aus Schlüsselanfertigung, Geschenk- und Taschenladen. Verdammt, was war das spanische Wort für "Geldbeutel" nochmal? Ich gehe in den Laden und sage "Hallo, ich hätte gerne eins von diesen Dingsdas für Geld. Ich kenne das spanische Wort nicht." Die Verkäuferin lacht und sagt "cartera!" Sie schließt den Geldbeutel vom Ständer los, verpackt ihn noch hübsch und sagt nochmal "cartera!" Wir lachen beide. Jetzt fängt es an zu nieseln und ich laufe wieder zum Campingplatz zurück, denn meine Sachen hängen noch auf der Leine und aus dem Niesel wird sicherlich Regen werden. Als ich oben bin, rette ich meine leicht feuchteligen Sachen und gehe nochmal in die Bar um etwas zu essen und meine Route zu planen.
Embalse de Yesa

Als ich ins Zelt krieche, um noch etwas zu lesen, kommen meine Zeltnachbarn, eine Gruppe Jugendlicher. Eins der Mädels hat eine unglaublich nervtötende Lache, sie hört sich an wie eine Mischung aus Seehund und Gans "a-aaa-aaaaa a-aa-aaa". Zuerst denke ich, sie blödelt nur herum, aber ganz offensichtlich ist es ihre richtige Lache. Zum Glück kann ich einen Teil des Lärms mit meinen Ohrstöpseln ausblenden. Auch hier habe ich am Vortag das spanische Wort gelernt "tapones".

01.09.2019 Zarautz - Tardets

Am Morgen werde ich sehr früh von meinen Zeltnachbarn geweckt, die bald eifrig schnattern und in
ihren Sachen herumkruschteln. Zum Glück ist die Lachgans nicht dabei. Als ich einige Zeit später aus dem Zelt krieche, liegt zwischen den drei Zelten der jungen Leute ein riesiger Müllberg aus Verpackungen, leeren Dosen, Plastikmüll... und dazwischen hüpfen schon die Spatzen herum, die sich an den Krümeln bedienen.

Verlassener Ort in Navarra
Auf die Frage "Wie kommt Plastik ins Meer?" kann man hier die perfekte Antwort sehen. Ich stehe dieser "Fridays for Future"-Generation sehr gespalten gegenüber, denn wenn ich so etwas sehe, kommt mir die Galle hoch. Nicht ich, Angehörige der ach-so-bösen-Generation hat auf dem Zeltplatz ihren Müll verteilt, nicht ich lasse mein Zelt einfach zurück (auf dem Platz steht eins, das da schon stand, als ich vor fast drei Wochen dort war), nicht ich brauche alle drei Monate ein neues Smartphone, Markenklamotten, Gelnägel, Microblading, 20 Sorten Deo und Duschgel, Drölfmillionen Streamingdienste, ein E-Bike (oder E-Roller), jette am Wochenende zum Shopping nach New York, nicht ich hole mir jeden Tag mittags Essen vom Chinaimbiss oder Pizza zum mitnehmen. Und ich sehe auch selten Menschen meiner Generation, die dies tun. Nein, es ist diese Generation mit ihrem endlosen Anspruchsdenken, die die Finger auf uns richtet. Es ist natürlich immer einfacher von sich weg auf andere zu deuten, als selbst etwas zu ändern.

Ich schwanke noch, ob ich ihnen einen Nachricht auf den Müllberg legen soll, den Müll wegräumen, oder einfach alles so lassen. Am Ende entscheide ich mich für letzteres, denn auch das ist so ein Phänomen: Erwarten, dass sich andere drum kümmern und alles saubermachen und wegräumen. Und - ja- das ist meine subjektive Sicht, ich habe aber beruflich auch mit dieser Generation zu tun und kann auf dem Campus sehen, dass ihr Verhalten nicht anders ist. Jeder Pups muss mit einer "Party" gefeiert werden, danach liegt überall Konfetti und wie oft hebe ich leere Bäckertüten auf, die herumliegen. Nein, liebe FFF-Generation, da solltet ihr euch mal an eurer Nase packen, bevor ihr auf uns zeigt!
Alice in Campingland

Nachdem ich gepackt habe, frühstücke ich noch kurz in der Campingbar und mache mich dann auf den Weg Richtung Pyrenäen. Unterwegs entscheide ich, dass ich mich hier noch ein wenig herumtreiben möchte, bevor ich Conchitas Nase endgültig in Richtung Freiburg drehen werde. Bis hinter Pamplona nehme ich die Autobahn, da es heute auch wieder recht grau ist und sich ein Ausflug in die Berge zumindest in diesem Bereich nicht lohnt.

Ich nehme die Route entlang des Embalse de Yesa, das Wetter ist inzwischen sonnig geworden und hier werde ich mal wieder mit grandiosen Landschaften belohnt. Spanien ist so unendlich vielfätig! Diese Stauseen sind auch immer einen Besuch wert. Hier wechseln sich Mondlandschaften aus bizaaren Lehmbergen mit Pinienwäldchen, unglaublich türkisfarbenem Wasser und schroffen Felsen ab. Leider verpasse ich ein paar Mal gute Haltemöglichkeiten für einen Fotostopp, so dass ich erst gegen Ende auf einem Parkplatz anhalte, um Fotos zu machen. Aber auch das... ist großartig! Ich passiere verlassene Orte und der See ist an den Stellen, wo kaum noch Wasser ist, eine schillernde grün-türkise Fläche geworden. Es ist einfach unglaublich beeindruckend.

Hier zurück in Deutschland spüre ich auch, was mir fehlt: Diese endlosen Weiten, die wilden Landschaften, das Gefühl, frei atmen zu können und den weiten Himmel über mir. Auf meiner ersten Tour nach dem Urlaub denke ich an die Worte meines Kollegen "Hier ist eben alles Kulturlandschaft!" Ja, hier sieht es eher aus wie eine Märklinlandschaft.

Ich beschließe, eine Schlaufe zu drehen und über den Col de Larrau nach Frankreich und von dort wieder im Bogen zurück nach Spanien zu fahren. Diese letzten Tage möchte ich noch auskosten. Die Strecke auf den Col ist zunächst auch sehr schön, führt durch malerische kleine Dörfer, beeindruckende Berglandschaften, aber als ich allmählich höher komme sehe ich, dass ich dort oben wohl in den Wolken stecken werde. Naja, denke ich mir, wird schon nicht so schlimm werden.

Tardets im französischen Baskenland
Doch es wird schlimm! Die Kilometer auf den Col gehen noch, aber als ich oben bin, herrscht eine Sicht von vielleicht 10 Metern, teilweise sogar noch weniger. Im Schrittempo krieche ich die Straße entlang und fluche. Öffne das Visier. Muss anhalten, weil die Brille jetzt auch voller Nebelfeuchte ist. Erst als ich die Brille abgenommen habe sehe ich, dass ich am Beginn einer Kehre stehe. Ups! Das hat man so gar nicht erkannt. Als ich herunterfahre, kommt mir ein Camper entgegen, der die Kurve schneidet und beinah in mich reinfährt. Der Fahrer hat die Scheibe offen und ich brülle "eyyyyy!!!" worauf er ganz verschreckt das Steuer herumreißt. Der Nebel nimmt und nimmt kein Ende und ich bin verkrampft, die Konzentration aufs Äußerste angespannt. Als ich nach gefühlten Stunden endlich aus dem Nebel draußen bin, halte ich erst einmal an. Ich zittere vor Anstrengung, so eine schlimme Abfahrt hatte ich in all den Jahren noch nie! Ich putze meine Brille, schiebe mir etwas zu Essen in den Mund und schnaufe durch. Nein, die Schleife zurück nach Spanien, das kann ich heute knicken!

Als ich weiterfahre, kommt ein anderer Motorradfahrer von hinten. Ich kann sehen, dass er genauso fertig ist wie ich. Wir eiern die restlichen Kilometer des Passes wie Anfänger herunter und ich hoffe, dass es nicht regnen wird, denn es ist sehr grau und feucht hier unten. Auf der Karte mache ich Tardets als nächsten größeren Ort aus, vorher stoppe ich jedoch noch an einem Parkplatz, esse etwas und ruhe mich aus. Das hat jetzt wirklich Kraft gekostet.

In Tardets finde ich den Camping auch gleich, ich sehe ihn schon, als ich über die Brücke fahre. So einen Campingplatz habe ich noch nie gesehen! Er sieht aus wie der Schrebergarten von Alice im Wunderland. Kleine, mit Blumen dekorierte Hüttchen, akkurat geschnittener Rasen, auf jeder Parzelle ein Tisch mit einer Tischdecke und einer Suppenterrine oder anderem Porzellan obendrauf und drumherum pinkfarbene Stühle. Die Dame, die den Campingplatz betreut ist auch leicht skurril, wir unterhalten uns kurz auf Französisch und sie zeigt mir, wo ich Conchita und mein Zelt hinstellen soll. Nachdem ich alles aufgebaut habe, gehe ich erstmal duschen. Auch hier begrüßt mich Dekoration, die Waschebecken sind in Pastellfarben, im Küchenbereich hängen Gardinen und Plastikblumen und jede Toilette hat einen anderen, bunten Sitz.

Ich mache mich zu einem Spaziergang auf, erst nach Tardets selbst. Dort ist wenig los, alles wirkt wie ausgestorben. Am Fluß gibt es einen kleinen Park und ich sitze eine Weile am Wasser. Es gibt eine Infotafel über den Pyrenäendesman, ich sehe aber (natürlich) keinen. Ein Abstecher Richtung Wald ist wenig erfolgreich, ich komme an keinen Aussichtspunkt und drehe wieder um. Nachdem ich die Brücke über den Fluß erneut überquert habe, laufe ich durch den anderen Ort, der sich als erstaunlich idyllisch herausstellt. Überall stehen ziemliche große, alte Häuser, teilweise aus dem 17. Jahrhundert und älter. Es ist wirklich malerisch hier, im Hintergrund die dramatisch beleuchteten Berge. Da es doch nach Regen aussieht, gehe ich zurück zum Campingplatz, koche mir einen Tee, setze mich an den Tisch, schreibe Tagebuch und lesen. Irgendwann beginnt es tatsächlich zu nieseln und ich verziehe mich ins Zelt. Einige Zeit später beginnt es erst zu regnen, dann zu schütten und regnet die ganze Nacht fröhlich durch.

02.09.2019 Tardets - Laspaúles

Nach der verregneten Nacht ist es am Morgen zum Glück trocken. Darauf hätte ich jetzt gar keine Lust gehabt! Ich packe in Ruhe, das patschnasse Zelt wird heute früh auch nicht trocken werden. Conchita lasse ich probehalber an, denn der Regen war heftig und ich hoffe, dass nicht irgendwo Wasser reingelaufen ist, wo es nicht hingehört. Conchita ist das beste Motorrad der Welt und springt sofort an. Wunderbar! Jetzt noch gucken, wo ich möglichst nicht auf dem nassen Gras fahren muss, sondern auf dem Schotter und dann los.

Ich steige auf, ziehe den Choke, starte und schiebe den Choke zurück. Conchita ist etwas zickig am Gas und ich habe leichte Mühe, geschickt von der Ausfahrt auf die Straße zu kommen, schaffe es dann aber. "Wenn du nicht warm bist, bist du eine echte Zicke!" sage ich zu Conchita. Ich mache mich auf den Weg und überlege, wieviel Zeit ich noch in den Bergen verbringen will, etwas Puffer sollte ich ja einplanen. Es ist leicht windig, oder hat Conchita da gerade geruckelt? Kann irgendwie nicht sein.

Der Tripmaster zeigt 200 km, als wir an einer Tankstelle vorbeikommen. Nö, braucht's noch nicht, denke ich, und schalte in den 2. Gang herunter. Conchita stirbt mit einem indigniert-miauenden Ton ab.
Mist!
Was ist das denn?
Ich drücke auf den Startknopf, sie ist sofort wieder da.
Hoffentlich nicht die Spritpumpe!
Wir fahren weiter.
Conchita ruckelt jetzt wirklich.
Im nächsten Ort ist wieder Zone 30, also schalte ich in den 2. Gang, ich drehe das Gas hoch und stablisiere mit der Hinterradbremse. Kaum lasse ich das Gas nach, miaut Conchita wieder und geht aus.
Scheiße!
So kann ich nicht in die Berge fahren!
Ich will aber noch nicht nach Hause!

Von den Blauen Bergen kommen wir...
Sie startet wieder klaglos und ich steuere den nächsten Parkplatz an, erinnere mich an die Episode im Schwarzwald, als sie mir in einem Höllengewitter im strömenden Regen ausging und sich nicht mehr starten ließ. Als erstes checke ich den Benzinfilter, Sprit ist drin. Also schon mal nicht die Pumpe. Vielleicht Öl? Fühlte sich eigentlich nicht danach an, aber besser mal nachsehen. Der Ölstand ist, wie erwartet, perfekt. Ratlos stehe ich neben ihr, als mein Blick auf die Armaturen am Lenker fällt. Der Chokehebel steht auf "halb". Ich schiebe den Hebel auf "zu", steige auf, starte und... Conchita ist wieder das beste Motorrad der Welt! Oh Mann. Jetzt bin ich wach!

In Oloron kaufe ich ein, esse etwas und trinke einen Kaffee. Dann machen wir uns auf durch den Tunel du Somport in das hoffentlich wärmere und sonnige Spanien. Auf der anderen Seite begrüßen uns ein blauer Himmel und ein heftiger Wind. Als ich auf einem Parkplatz stoppe, um etwas zu essen, kommt mir ein Mann mit einem Käppi auf dem Kopf entgegen, das ein Windstoß ihm fast vom Kopf reißt. "Está muy fuerte, el viento!" sage ich und lache, der Mann lacht auch und sagt "Sí!" Ich muss mir ein bisschen mehr anziehen, damit es mich unterwegs nicht friert. Trotz Sonne ist es frisch hier.

Ich genieße die Berge und die Sonne und fahre bis nach Laspaúles. Der Camping dort ist sehr schön und nach dem üblichen Aufbau- und Duschprogramm mache ich einen Spaziergang. Es gibt einen Weg zum Thema "Hexen und Hexenverbrennung". Ich folge einigen der Wegweiser, lese ein paar der Infotafeln und genieße die Einsamkeit.
Dies ist mein letzter Tag in Spanien und meine letzte Nacht auf einem spanischen Campingplatz. Wehmut macht sich breit.
Ich sitze auf einem Hügel und sehe mir das beeindruckende Schauspiel der Wolken an, das sich verändernde Licht auf den Bergen. Ich genieße die Ruhe, mein alltägliches Leben zuhause liegt so weit hinter mir und diesmal freue ich mich auch nicht sonderlich darauf, nach Hause zu kommen. Nicht einmal die Aussicht auf ein richtiges Bett und meine eigene Dusche versüßen mir die Gedanken an die Rückkehr.

Dieses Gefühl der Freiheit auf dem Motorrad, die Nächte im Zelt, die Entbehrungen und Strapazen, das Einssein mit der Welt... es wird mir fehlen. Mein Herz gehört der Straße, dem Weg, dem Dahingleiten durch endlose Weiten, der Hitze, dem Wind, der Kälte, dem Regen und Nebel. Hier fühle ich mich 100% lebendig, frei, hier können meine Gedanken ungehindert schweifen, niemand kontrolliert mich, niemand bewertet mein Tun und Sein. Nirgendwo bin ich so hundertprozentig ich selbst wie auf meinem Motorrad.

Als ich auf den Campingplatz zurückkomme, ist dieser ziemlich voll geworden. Viele Familien mit kleinen Kindern bevölkern den Platz. Neben mir hat eine osteuropäische Familie mit einem kleinen Jungen ihr Zelt aufgestellt. Das Kind ist recht quengelig und die Eltern versuchen, es zu beruhigen. Ich versuche zu identifizieren, welche Sprache es sein könnte, Russisch ist es definitiv nicht. Ab und zu glaube ich einige Worte erkennen zu können. Wie Polnisch klingt es auch nicht. Vielleicht Tschechisch?

Ich lese noch einige Zeit im Zelt, bevor ich mir die Ohrstöpsel in die Ohren schiebe und das Halstuch über die Augen ziehe. Es wird heute Nacht frisch werden, das merkt man schon und ich zippe mich komplett in den Schlafsack ein, ziehe die Kapuze über den Kopf. Raspelkurze Haare haben einen entscheidenden Nachteil: Es ist kalt am Kopf!

Als ich mitten in der Nacht einmal auf die Toilette muss, ist über mir ein phantastischer Sternenhimmel, die Milchstraße ist zu sehen und Milliarden von funkelnden Sternen. Leider ist es so kalt, dass ich beschließe, nach diesem Ausflug lieber wieder in den warmen Schlafsack zu kriechen.

03.09.2019 Laspaúles - Nacelles

Am nächsten Morgen ist es wirklich sehr frisch. Ich ziehe mich halb im Schlafsack steckend an und als ich aus dem Zelt krieche, ist es sehr feucht. Erst später sehe ich, dass der Campingplatz auf gut 1200 Metern Höhe liegt. Kein Wunder, dass es so frisch wurde. Irgendwie habe ich kein Gefühl für die Höhe der Berge.

Während ich aufpacke, hat das kleine Kind von nebenan einen dauerhaften Quiekanfall. Die Eltern versuchen alles, das Kind zu beruhigen, aber es gelingt ihnen immer nur für kurze Zeit und man sieht ihnen langsam auch die Verzweiflung an. Immerhin lassen sie ihr Kind nicht einfach ungehindert herumgreinen, sondern greifen ein.

In der kalt-feuchten Luft wird das Aupfacken heute unangenehm. Meine Finger sind kalt und klamm und das Verzurren der Roc Straps ist schwierig. Die Griffhzeiung wird mir heute sicherlich gute Dienste leisten! Als ich alles gepackt habe, fahre ich Conchita nach oben neben die Bar. Ich möchte mich noch ein wenig aufwärmen und ein kleines Frühstück ist nicht schlecht. Heute Morgen ist mein Frühstück eine riesige, heiße Waffel mit reichlich Schokoladensauce, dazu der morgendliche Cortado. Zuhause habe ich zwar auch ein sehr gutes Café in der Nähe, aber an den spanischen Kaffee kommen sie trotzdem nicht dran. Egal, wo man hinkommt, der Kaffee ist immer stark und lecker.
Keine Ahnung, wie sie das machen.

Dies wird heute die letzte Runde durch die Pyrenäen, ich werde die letzten Kilometer durch Spanien fahren, den letzten Cortado trinken, das letzte Mal die Sprache sprechen. Über die Nationalstraße fahre ich durch die Berge, Richtung Vielha, durch den Tunnel, der mir dieses Mal gar nicht so endlos vorkommt und bin in Frankreich. Abschied von Spanien, der Alltag rückt näher. Ich will nicht, aber ich muss!

Da ich bis Deutschland einiges an Kilometern vor mir habe, nehme ich die Autobahn in Richtung Toulouse. Auf einer Raststätte mache ich Pause, setze mich in die Sonne und genieße den letzten Panoramablick auf die Pyrenäen. Es ist inzwischen wieder warm geworden und ich lasse mich von der Sonne durchwärmen.

Abendstimmung in Laspaúles
Als ich später zu Conchita zurücklaufe und mich anziehe, kommt von hinten jemand und sagt "Ach, auch aus Freiburg!" Ein Paar ist auf der Rückreise, ihren Bus hatte ich schon gesehen. Wir unterhalten uns eine Weile sehr nett und sie fragen, ob ich die ganze Strecke heute zurückfahren würde. Das ist doch ein bisschen sehr viel. Ich erkläre, dass ich immer so weit fahre, wie ich Lust habe, aber jetzt eben gegebenenfalls mehr Kilometer machen muss. Drei Tage brauche ich meistens aus den Pyrenäen nach Hause oder von zuhause in die Pyrenäen. Ich fahre weiter auf der Autobahn und dann Route National in Richtung Albí und weiter nach Rodez. Das Wetter meint es gut mit mir, der Himmel ist strahlend blau, es sind um die 25 Grad, nur der Wind nervt ein wenig.

Gegen späten Nachmittag suche ich mir einen Campingplatz und lande in Nacelles. Praktischerweise sind an den Autobahnen und großen Nationalstraßen immer Hinweisschilder mit "village étape" und den entsprechenden Symbolen. So habe ich diesen Camping gefunden. Der Patron gibt mir eine große Parzelle zum Sonderpreis von 10 €. Ich lande bei meiner Runde erst einmal auf einem falschen Platz, finde dann aber den richtigen und baue das feuchtelige Zelt auf, gehe duschen und dann lege ich mich in die Sonne und lese. Diese Faulenzmomente gab es irgendwie zu wenig auf dieser Reise, zu verlockend ist der Ruf der Straße und der Gedanke "weiter, weiter!"


Ich lasse mich braten, döse in der Sonne und mache heute mal keinen Spaziergang. Irgendwie bin ich ziemlich geschafft und könnte jetzt noch einmal vier Wochen brauchen. Immerhin saß ich diesen Urlaub nicht jeden Tag im Sattel, das war eine ganz neue Erfahrung.

Abends im Zelt denke ich an zuhause und was mich dort erwarten wird. Ich habe keine Lust darauf, bin aber bereit, den Kampf aufzunehmen.

04.09.2019 Nacelles - Chatel de Neuvre

Am Morgen ist mein Zelt wieder feucht und ich warte mit dem Aufpacken, bis alles in der Sonne getrocknet ist. Der vorletzte Tag meiner Reise ist angebrochen, heute möchte ich noch ein ordentliches Stück weiter kommen. Da mein Handy nicht funktioniert, habe ich keine Ahnung, welche Wetterbedingungen mich erwarten werden, ob ich vielleicht sogar noch länger brauchen werde.

Auch heute fahre ich eine Mischung aus Autobahn und Nationalstraßen. An einer Raststätte gibt es eine Brücke von Eiffel zu bestaunen und ich gönne mir ein Kastanieneis in der Sonne sowie einen Schafsmilchjoghurt ebenfalls mit Kastanie. Sonst hat der Tag außer endlosen Etappen geradeaus wenig zu bieten. Vor Clermont-Ferrand wird es richtig warm, schon fast zu warm und ich bin ein weiteres Mal um meinen Trinkrucksack froh. Gerade an solchen Tagen mit Kilometer schrubben ist es praktisch, immer mal wieder aus dem Schlauch zu schlürfen, statt halten zu müssen und dann doch zu wenig zu trinken.

Als ich nach Clermont-Ferrand komme, gibt es einen Stau an einer Baustelle und ich kann auch nicht zwischen den Autos durch. Dort merke ich die Anstrengung des Tages, die Wärme, die mir jetzt zusetzt. Zum Glück ist das bald überstanden und ich fahre aus der Stadt heraus in Richtung Moulins. Irgendwo ist ein Schild für einen Campingplatz, den ich dann leider nicht finde. In einer Schleife komme ich wieder zurück auf die Nationalstraße und sehe bei Chatel de Neuvre ein weiteres Schild, biege ab und stehe bald in der Einfahrt eines Campingplatzes.

Der erste Gedanke, den ich habe ist "Das ist Frau Draches Campingplatz!" Frau Drache, meine Vermieterin, ist nicht gerade das, was man einen Ausbund an Ordnung nennen könnte. Hier stehen halb eingewachsene Campingwagen, ein halb eingewachsener Mercedes und alles macht einen etwas ungepflegten Eindruck. Am Checkin werde ich jedoch sehr freundlich empfangen und kann mir einen Platz aussuchen. Der Teil des Campings, den ich wähle, stellt sich dann als üble Buckelpiste heraus. Ich muss ein paar Mal anfahren und halten, bis ich Conchita parken und einen hablwegs ebenen Platz für mein Zelt wählen kann.

Meine Campingnachbarn kommen aus Augsburg und Emmendingen. Ich bin also wieder nahe an Deutschland... abends mache ich noch einen kleinen Spaziergang an den Allier. Die Abendstimmung ist schön, es ist warm und ruhig und ich sitze eine Weile, bis es mir zu kühl wird. Als ich zurückkomme, sind meine Nachbarn aus Emmendingen da und wir kommen in ein sehr nettes Gespräch. Sie erzählen mir, dass sie schon oft auf diesem Campingplatz waren, ihn aber nie so trocken und den Fluß mit so wenig Wasser gesehen hätten. Ja, die Trockenheit fällt mir unterwegs auch auf und der beständige Wind, der das letzte Bisschen Feuchtigkeit auch noch mitnimmt.

05.09.2019 Chatel de Neuvre - Freiburg

In der Nacht hat es sehr stark gestürmt, gegen Mitternacht hatte ich mein Zelt nochmal abgespannt und gecheckt, ob Conchita gut steht. Ich denke mir, dass es schlecht wäre, wenn das so bliebe, denn Sturm würde heißen, dass ich nicht fahren kann. Wind ok, ein paar Böen, ok, aber Sturm macht mir das Fahren unmöglich.

Als ich aus dem Zelt krieche, ist der Sturm zum Glück vorbei, es wirkt relativ windstill, dafür ist es rattenkalt. Meine beiden Nachbarn kommen, während ich am aufpacken bin, auch aus dem Bus und fragen mich, ob ich schlafen konnte. Während ich packe, unterhalten wir uns noch sehr nett, dann breche ich auf.

Letzter Blick auf die Pyrenäen
Der Platz ist erst einmal noch verschlossen, der Patron kommt jedoch bald und wir unterhalten uns hier kurz über mangelnde Zahlungsmoral von Campern, bevor ich mich auf den Weg mache. Es ist heute früh wirklich kalt und nach ungefähr 100 Kilometern und der Hoffnung auf Wärme, halte ich auf einem Parkplatz an, um meine dicken Handschuhe und die Regenjacke überzuziehen. Der Wind ist eisig und ich fahre bis zum frühen Nachmittag mit Griffheizung, ohne dass es mir dabei zu warm würde. Die Regenjacke behalte ich die ganze Zeit bis Freiburg an.

Im Doubstal halte ich noch einmal an einem idyllisch gelegenen, aber total vermüllten Parkplatz. Wie zum Hohn stehen unter drei Schildern, die drakonische Strafen bei Vermüllung androhen, Kartons und Tüten voller Müll. Du meinte Güte! Fühlt sich denn niemand mehr für seinen Krempel verantwortlich? Wenn ich das Zeug im Auto (!) herschleppen kann, kann ich meinen Müll doch mitnehmen und in einer Mülltonne entsorgen! Demonstrativ wickle ich selbst meinen Apfelbutzen und die Bananenschale ein und stecke alles in den Tankrucksack.

Gegen späten Nachmittag erreiche ich Freiburg. Mit Blick auf den für den nächsten Tag angekündigten Wetterwechsel mit viel Regen, habe ich es perfekt erwischt. Später ist mein Kumpel, dem ich die Wohnung überlassen hatte, sehr überrascht, mich schon anzutreffen und kündigt mir an, dass er am Freitag noch alles putzen werde und ich auf gar keinen Fall irgendwas selbst machen sollte. Wir schätzen noch eine Weile ganz gemütlich und dann war es das.

Aber: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub! Und: Te quiero, España! Volveré!

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