Dienstag, 3. Januar 2017

Winterurlaub auf den Azoren - Teil 2

28.12.2016

Ananas im Sturm!
Ab heute soll es also stürmen. Naja, erstmal Frühstück! Da ich durch die Zeitverschiebung für meine Verhältnisse spät aufstehe (Azorenzeit ist -2 h unserer Zeit), es aber nach Ortszeit noch total früh ist (7:00 Uhr) bin ich fast immer die Erste und Einzige im Frühstücksraum. Mein Hotel ist aus den 80ern, hat schon mal bessere Zeiten gesehen, aber alles ist tiptop in Schuss gehalten und das Frühstücksbuffet ist wunderbar! Ok, über den Kaffee könnte man meckern, aber das Buffet...!

Es gibt zwei riesige Hauben unter denen Wurst und Käse liegen, so eine Art Eiermuffins, diverse Aufstriche, Cornflakes, Brot, Brötchen in zwei Variationen, Croissants, Kuchen, eine Art süßes Brot, Obstsalat, frische Ananas, Joghurt. Wer da nichts gefunden hat, war selbst schuld. Ich muss gestehen, dass ich mich morgens immer ziemlich vollgestopft habe, weil es einfach lecker war und ich ohne ein gescheites Frühstück nicht funktioniere.

Für heute hatte ich mir überlegt, nochmal etwas durch die Stadt zu streifen und zu den
Lagoa Verde
Ananasplantagen rauszulaufen. Tja, mit durch die Stadt streifen war schon mal nicht wirklich viel, denn da ich so früh dran war, hatte alles noch geschlossen. Der Wind verhieß nichts Gutes, es pfiff schon ziemlich durch die Gassen, zwar nicht kalt, aber wirklich stark. Naja, also laufe ich halt mal raus zu den Ananassen (Ananässern?). Auf dem Plan sah das ganz gut machbar aus. Ich laufe und laufe und laufe und laufe und laufe... keine Ananas weit und breit. Irgendwann lass ich Ananas Ananas sein, denn der Wind ist besonders von vorne kein Spaß. Später sehe ich auf dem Smartphone, dass ich erst ungefähr die Hälfte der Strecke hinter mir hatte... das nächste Mal vielleicht besser vorher gucken.

Tja, was tun? Es ist zwar warm und halbwegs sonnig, aber irgendwo draußen sitzen und lesen oder Kaffee trinken, ist nicht praktikabel, weil man in dem Wind nicht gemütlich sitzen kann. Da mir von dem ewigen Gelatsche auf Apshalt die Füße weh tun, beschließe ich, zurück ins Hotel zu gehen, ein bisschen auszuruhen, zu lesen. Vielleicht könnte ich später noch in den Park gehen oder so etwas.

Naja, später kam dann der vorhergesagte Regen in Schauern oder aber auch in Strömen. Was soll's, mein Buch ist spannend und ich verschwende diesen Tag im Hotel mit der Nase im Buch, muss auch mal sein!

29.12.2016 

Lagoa Azul
Heute wollte ich doch mal versuchen, ob nicht ein Ausflug möglich wäre, ein Spaziergang oder eine Wanderung. Der junge Mann vom Reiseveranstalter hatte mir als Ausflugsziele Sete Cidades und den Lagoa do Fogo genannt. Da Sete Cidades einfach zu erreichen ist, entschied ich mich für dieses Ziel. Mein Bus fuhr schon recht früh ab, so dass ich diesmal ein recht schnelles Frühstück einwarf und dann zum Turismo runter lief.


So richtig mies sah es ja gar nicht aus, windig, hier und da dickere Wolken und Schauer, aber auch ein paar Flecken blauer Himmel. Neben mir stieg noch jemand in Wanderkleidung in den Bus. Der Busfahrer schaute uns ungläubig an, als wir "Sete Cidades" nannten. Unterwegs fing es dann wieder an zu regnen, zwischendrin hörte es wieder auf, dann kam Nebel und tendenziell sah es nicht so toll aus.

Als der Bus in Sete Cidades hielt, war es total bezogen. Ich lief einfach los und kam recht schnell an
Lagoa Azul
den Seen an. In Sete Cidades befinden sich zwei Seen, Lagoa Azul und Lagoa Verde. Von oben betrachtet sieht der eine blau und der andere grün aus. So die Theorie. Als ich an den Seen ankam, sahen beide gleich aus. Grau, aufgewühlt und außenrum Nebel. Theoretisch hätte man hier zwei Wanderwege zur Auswahl, sowie diverse Aussichtspunkte. Ich entschied mich, erstmal an dem größeren der beiden Seen entlang zu laufen und dann zu gucken, was sich anbieten würde.

Heute hatte ich zwei Fehler gemacht: zum einen hatte ich statt der dünnen Wanderhose meine Jeans an, weil ich dachte, dass es kühl sein könnte und zum anderen hatte ich den Schirm im Hotel gelassen. Nach ungefähr 20 Minuten Spaziergang fing es erst an zu nieseln, dann zu regnen und schließlich zu schütten. Leider stellte sich meine Softshelljacke als nicht 100% dicht heraus. Ich stellte mich ein wenig unter Bäumen unter und hoffte darauf, dass der Regen aufhört oder weniger wird. Wurde er aber nicht. Im Gegenteil, es wurde immer schlimmer, grauer, nasser. Inzwischen war meine Jacke durchgeweicht, die Jeans von vorne patschnass und zentnerschwer. Ich machte mich auf den Weg, einen Unterstand oder irgendwas zu suchen, wo ich die Zeit bis zum nächsten Bus überbrücken könnte.

Auf der Straße nach Süüüüüdennnn...
Leider gab es kein Bushäuschen und inzwischen kam der Regen von allen Seiten, so dass ich nass bis auf die Unterhose war.

Ich lief jetzt in den Ort, irgendwo wird es schon eine Bar oder irgendwas geben! Am Ufer fand ich dann auch ein Café, wo ich erstmal einen Kaffee trank und ein Stück Schokoladenkuchen aß. Meine Jacke hinterließ veritable Pfützen auf dem Boden, meine Wanderstiefel waren nass und die Jeans klebte unangenehm an den Beinen, von der nassen Unterhose mal ganz zu schweigen.

Das war also schon mal nichts heute. Eigentlich wollte ich ja einen Wanderurlaub und keinen Badeurlaub machen... Gegen Mittag bestieg ich den Bus, der andere Wanderer und einige andere Leute, die wohl auch wandern gehen wollten und abbrechen mussten, stiegen ebenfalls ins den Bus.

Im Hotel habe ich erstmal die nassen Klamotten runtergerissen und mich heiß geduscht und umgezogen. Boah, ne! Zur nächsten Wanderung würde ich auf jeden Fall die dünne, schnell trocknende Hose anziehen und den Schirm einpacken.

Da der Regen draußen wieder an Fahrt aufnahm, beließ ich es für heute dabei und stecke die Nase wieder in mein spannendes Buch. Vielleicht ist morgen ja ein besserer Tag für eine Wanderung.

30.12.2016

Somewhere over the rainbow
Für heute war ab Mittag Wetterbesserung angesagt und ich wollte noch einmal mein Glück mit einer Wanderung versuchen. Ich nahm den Bus nach Ribeira Grande, um von dort zum Lagoa do Fogo zu laufen. Auf dem Weg befindet sich noch die Caldeira Velha, wo man sich unter einen Wasserfall stellen kann und in warmen Quellen baden.

Unterwegs nach Ribeira - die zweitgrößte Stadt nach Ponta Delgada - gab es wieder den üblichen Mix mit Schauern, Regengüssen, blauem Himmel, Nebel. Aber heute hatte ich die dünne Hose an und den Schirm dabei! Von der Endhaltestelle Ribeira lief ich los, den Schildern zur Caldeira und zum See nach. Da es die Tage zuvor ziemlich geregnet hatte, zog ich den Weg die Straße hoch vor. Durch matschige Wege laufen zu müssen und vielleicht über glitschige Felsen zu klettern, darauf hatte ich gar keine Lust!

Nach ungefähr einem Kilometer begann es wieder zu regnen, diesmal mit Schirm gerüstet, war es
nicht ganz so schlimm, der Wind hielt sich auch in Grenzen. Beim Blick zurück nach Ribeira sah ich einen Regenbogen. Das sollte nicht der letzte heute sein.

Langsam wand sich die Straße den Berg hoch. Der Feuersee liegt zwar "nur" auf knapp 600 m Höhe, aber man läuft auch bei Null auf Meereshöhe los, so dass es sich schon etwas zieht. Nach 1,5 Stunden strammem Marsch kam auf einmal hinter einer Kurve der Eingang zur Caldeira Velha. Prima, jetzt ein warmes Bad unter dem Wasserfall und dann weiter nach oben zum See.

Die Dame am Kassenhäuschen verkaufte mir lächelnd und mit den Worten "enjoy!" den Eintritt. Die
Caldeira Velha befindet sich in einem tief eingeschnittenen Tal und es gibt diverse Baumfarne und andere tropische Vegetation zu bestaunen. Den Wasserfall finde ich auch schnell und mir kommen schon diverse Leute in Badekleidung entgegen.

Auch hier ist alles recht einfach, es gibt ein paar Umkleidehäuschen im Freien und man klemmt sich seine Klamotten unter den Arm und macht sich auf den Weg zum warmen Wasserfall...

Vor mir turnen noch andere Besucher in dem Becken herum und machen Fotos. Da ich da nicht mit
Blaue Lagune 2.0
drauf sein will, warte ich, bis sie fertig sind. hm... so richtig WARM ist das Wasser in dem Becken ja nicht gerade. Lau würde ich sagen. Sehr lau. Ich laufe und schwimme vor zum Wasserfall und stelle mich in Erwartung von warmem Wasser drunter.

puhaaaaa... das ist KALT! Nach ein paar Sekunden verlasse ich den Wasserfall und das Becken. Ne, also das ist mir zu kalt. Ich trockne mich ab und ziehe mich wieder an.

Weiter unten entdecke ich dann das eigentliche Planschbecken. Da sitzen mir aber schon zu viele Leute drin. Ne, da gehe ich lieber mal weiter zum See hoch.

Richtung Gipfel sieht es nicht so toll aus, neblig, wolkig. Da wird bestimmt noch der eine oder
andere Schauer drin sein, denke ich mir. Nach ungefähr einer Stunde bergauf komme ich um eine Kurve, eine heftige Windböe erfasst mich und es beginnt quasi sofort zu regnen. Ich krame den Schirm hervor, aber der ist in dem jetzt immer stärker auffrischendem Wind kaum noch zu halten, klappt um. Der Regen kommt von allen Seiten und meine Hose, die inzwischen wieder trocken war, ist in Sekunden patschnass, in die Wanderstiefel läuft das Wasser. Keine Frage: Der Berg will mich nicht. Ich drehe um und laufe zurück.

Auf dem Rückweg sehe ich gefühlte 20 perfekte Regenbögen, vor dem Meer, hinter Kühen, fast zum greifen nah, halbe Regenbögen, Viertelregenbögen, Regenbögen, die irgendwo anfangen und mittendrin aufhören, um dann irgendwoanders zu enden...

Nach vorne in Richtung Ribeira sieht das Wetter gut aus, am Ende laufe ich sogar in der Sonne und mir wird schon fast zu warm. Hinter mir dräuende Wolken und die Androhung weiterer Schauer. tja, das war also der letzte Versuch, eine Wanderung zu unternehmen. Vielleicht klappt es bei einem nächsten Besuch besser?

31.12.2016

Ponta Delgada vom Meer gesehen
Ui, schon wieder ein Jahr um? Vor einem Jahr war ich in Norwegen im Schnee beim Skifahren und bei den Vorbereitungen für die Silvesterfeier. Dieses Jahr sollte es ein ganz anderes Silvester geben.

Zu Beginn der Woche hatte ich mich ja für "whale watching" angemeldet. Der Termin war um einen Tag verschoben worden, weil das Wetter nicht gut genug und die See nicht ruhig genug waren. Am Samstag sollte es aber so weit sein. Das Frühstück fiel heute etwas bescheidener aus, da ich nicht 100% sicher war, ob ich seekrank werden würde, oder nicht. Ich bin schon öfter auf größeren und kleneren Schiffen unterwegs gewesen, auch auf dem Atlantik bei ziemlichem Wellengang, seekrank wurde ich nie. Ich habe einfach immer so weit wie möglich in die Ferne geschaut und den Horizont fixiert, da machte mir das wildeste Geschaukel nichts aus, ich konnte es sogar genießen.

Ein Wal wird kommen...
Heute sollte es aber auf einem relativ kleinen Boot auf den Atlantik gehen und zwar schon ein ganzes Stück raus. Das Wasser war nach wie vor nicht gerade das, was man als glatt bezeichnen würde. Immerhin hatte ich das große Boot und war nicht in einem der kleineren Schlauchboote. Wobei die Abenteurerstimme in mir das bedauert hat, vor allem später, als wir auf See waren. Das ist schon nochmal unmittelbarer. Auf der anderen Seite kann man den Kotzbrocken, die es unweigerlich immer gibt, schlechter ausweichen.

In diesem Bild haben sich Delfine versteckt, findest Du sie?
In den Räumen des Touranbieters bekamen wir eine Einweisung in Sicherheitsmaßnahmen sowie eine Erklärung zu den Tieren, die wir unterwegs sehen würden. Um die Jahreszeit befinden sich in der Regel drei Delfinarten (Gemeiner Delfin, Streifendelfin, Großer Tümmler) und Pottwale vor den Azoren. Im Frühjahr und Sommer sieht das schon anders aus, es gibt dort 27 verschiedene Delfin- und Walarten.

Die sympathische Meersbiologin, die unsere Tour begleitete meinte aber, dass sie in den letzten 8 Jahren noch nicht alle Arten gesehen hätte. Wir würden zumindest Delfine sehen können und wenn der Aussichtsposten im Süden von Sao Miguel Wale sichten würde, würden wir dort hinfahren und die Tiere beobachten.

Es gab auch noch eine Einweisung in punkto Seekrankheit und dem Verteilen von Kotztüten. Es
Delfinporno
wurde eindringlich davon abgeraten, über Bord ins Meer zu kotzen, weil der Wind dann alles gerecht über alle verteilen würde.

So gerüstet betraten wir das Boot und schon während wir noch im Hafen waren, quiekten die ersten wegen den Wellen. Wir fuhren rasch ein ganzes Stück parallel zum Ufer und fast jeder starrte wie gebannt auf das Meer in der Hoffnung, einen Wal zu erspähen. Was ist das da hinten denn? Ach so, das sind nur die kleinen Schlauchboote.

Es dauerte aber nicht lange, da sahen wir Seeadler und Möwen kreisen und wo die sind, sind Fische und wo Fische sind, sind auch Delfine. Von den ersten Delfinen gab es nur die Flossen zu sehen und sie waren bald wieder verschwunden.

jepp, das sind Delfine
Wir fuhren weiter und stießen bald auf eine weitere Gruppe. Unser Tourguide erklärte viele Dinge, unter anderem, dass sich die verschiedenen Delfinarten untereinander paaren und dadurch auch öfter Hybride herumschwimmen, deren Art man nicht genau zuordnen kann. Sie erklärte uns auch, dass Delfinweibchen ein Leben lang zusammen bleiben, mit den Männchen circa 2-3 Jahre und dass Delfine aus Spaß Sex haben und um den jeweiligen Partner genauer kennenzulernen.

Nach einigem Herumgekurve stießen wir auf etwas neugierigere Delfine, die sehr nah ans Boot kamen, zwei davon schwammen direkt vor den Bug. "Look, these two are mating!" rief unsere Tourguide. Ein echter Delfinporno direkt vor unseren Augen! Delfine paaren sich übrigens Bauch an Bauch, meines Wissens nach einmalig bei Säugetieren, vom Menschen einmal abgesehen.

Die gurgelnden Geräusche hinter mir waren jedoch keine Paarungsgeräusche von Delfinen, sondern
Spot the dolphin!
einer der Leute, die sich geräuschvoll in ihre Tüte erbrachen. Nun denn... ich habe während der Tour tunlichst vermieden, neben den Kotzbrocken zu sitzen. Ok, sie können nichts dafür... wobei, wenn man - wie einer - mit geschlossenen Augen auf dem wackelnden Boot sitzt, braucht man sich nicht zu wundern, zumal die Tourguide extra erklärt hatte, dass man bei Übelkeit einen fixen Punkt ansehen und tief atmen sollte. Manchmal fragt man sich schon, ob die Leute zuhören, oder sich vor so einer Tour ein paar Gedanken machen.


Wir fanden bald noch eine weitere Gruppe Delfine, diesmal Streifendelfine. Unsere Tourguide
erklärte, dass diese Delfine besonders gern schnell schwimmen und dass die auch gerne springen, was sie dann auch taten. Die Gruppe führte außerdem ein paar Jungtiere, die besonders enthusiastisch aus dem Wasser sprangen. An meinen Fotos könnt ihr sehen, dass es verdammt schwierig ist, Delfine zu fotografieren. Am besten stellt man die Kamera auf Dauerfeuer und hält auf gut Glück drauf. Und selbst dann ist es nicht leicht, weil sich die Tiere bewegen, das Boot schaukelt und andere Leute im Bild herumstehen, man aber auf dem schwankenden Kahn nicht so einfach von A nach B laufen kann... naja, you get the picture (haha).

Nach drei Stunden hieß es Abschied vom Meer nehmen. Die Wale hatten an diesem Tag frei und wir
Der Bär steppt
haben leider keine gesehen. Trotzdem möchte ich dieses Erlebnis, auf dem offenen Meer wilde Delfine zu sehen, nicht missen und würde es jederzeit wiederholen. Es ist wirklich berührend, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum bei ihren natürlichen Verhaltensweisen zu beobachten. Umso wütender macht mich, was wir Menschen mit dem Meer machen, das Plastik, das darin herumschwimmt, der Dreck, Abwässer, Ausbeutung von Bodenschätzen usw. usf.

Wieder an Land war es herrlich sonnig geworden und ich trieb mich noch eine Weile im Hafen
herum, trank Kaffee und schaute aufs Meer. Da ich am nächsten Morgen um fünf Uhr morgens abgeholt werden sollte und abends unbedingt noch runter in den Ort gehen wollte, bin ich langsam Richtung Hotel geschlendert, nicht ohne noch einem Café einen Besuch abzustatten, süße Teilchen zu essen und azoreanischen Tee zu trinken. Übrigens zum rekordverdächtigen Preis von 2,75 € für eine Kanne Tee und ein nicht allzu kleines Stück Kuchen! Überhaupt ist Essen gehen und Kaffee trinken, oder Teilchen beim Bäcker holen unglaublich billig. Der durchschnittliche Espresso kostet 70 Cent und süße Teilchen vom Bäcker gibt's schon für 25 Cent das Stück und das ist keine Industrieware.

Im Hotel versuchte ich vergeblich zu schlafen, las in meinem Buch, chattete, duschte, döste...
irgendwann gegen 23 Uhr machte ich mich dann auf den Weg nach unten. Auf dem Hauptplatz war schon in den Tagen zuvor einiges aufgebaut worden und es gab eine ziemlich gute Band und Sängerin inklusive Zappelschnecken. Außenrum gab es Hot Dog-Stände und Stände, wo man rot-weißes Popcorn kaufen konnte. Das Publikum war entweder leger gekleidet oder im Abendkleid respektive Anzug. Natürlich gab es auch Idioten, die Böller zwischen die Menschen warfen, aber sie hielten sich in Grenzen.

Eine Minute vor Mitternacht kochte dann die Stimmung hoch, die letzten 10 Sekunden wurden heruntergezählt und dann knallten die Sektkorken und das Feuerwerk im Hafen begann. Das war übrigens sehr angenehm, im Gegensatz zu Deutschland, wo schon Tage vor Silvester herumgeballert wird und man an Silvester selbst besser nicht mehr in die Stadt geht, wenn man sich nicht im Krieg wähnen möchte, hier wird fast gar nicht "wild" geböllert, sondern man guckt sich in erster Linie das Feuerwerk an. Und das war wirklich toll, 10 Minuten ein Crescendo von Raketen, Böllern, Feuerspeiern und am Ende noch richtig bunte, riesige Raketen und Kanonenschläge zum Abschluss.

Nach dem Feuerwerk bin ich direkt ins Hotel zurück. Auf dem Weg kamen mir noch etliche hupende Autos mit gröhlenden Menschen entgegen. Kurz vorm Hotel stoppte plötzlich ein Auto neben mir und eine Frau rief irgendwas, das wohl "gutes neues Jahr" hieß auf Portugiesisch. Ich war total überrascht und musste erstmal nach der passenden Sprache suchen. Angesichts der Sprachverwirrung mussten wir beide lachen und unsere Wege trennten sich wieder.

Das war also Silvester auf Sao Miguel, in ein paar Stunden sollte es zurück nach Deutschland gehen. Ich hatte schon Wetterbericht geschaut und mich leise gegruselt... als wir in Frankfurt ankamen, gab es überfrierenden Nebel bei minus 3 Grad... wie schön, den Silvestertag auf dem Meer bei Sonne und später 20 Grad verbracht zu haben...

Ein schönes, neues Jahr voller neuer Abenteuer und Erlebnisse hat begonnen und ich werde auch dieses Silvester wieder nicht in Deutschland verbringen.

Es ist zwar schon der dritte Januar, aber ich wünsche meinen Bloglesern ein schönes, gesundes, fröhliches, sonniges und erlebnisreiches Jahr 2017 und uns Motorradfahrern eine lange, warme, kurvenreiche und unfallfreie Saison.





Kommentare:

  1. Liebe Doro, dir auch ein wunderschönes, abenteuerliches neuen Jahr!

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  2. Das mit dem Obst kann ich auf einer Reise nach Kreta bestätigen. Da habe ich jeden Tag Obstsalat gegessen und griechischen Salat, weil das Obst und Gemüse sowas von lecker geschmeckt hat. Kein Vergleich zu dem, was man hier im Supermarkt an Wasserzeugs bekommt...

    Delfine beobachten war sicherlich ein Erlebnis! Und auch wenn das Wetter sicherlich nicht so toll war, hattest du wenigstens deine Ruhe: Keine überfüllte Insel voller Touristen. Das ist auch was wert!

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    1. Ich war auch schon mal im Februar auf den Kanalinseln, da war kein Mensch, sehr entspannend! Im Sommer ist es sicherlich an den Hauptattraktionen recht voll, wobei nur Sao Miguel so touristisch ist. Die anderen Inseln sind nicht ganz so leicht zu erreichen.

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  3. Das neue Jahr sieht mich freundlich an,
    und ich lasse das alte mit seinem Sonnenschein
    und Wolken ruhig hinter mir.

    Johann Wolfgang von Goethe
    (1749 - 1832)

    DIR ein FROHES NEUES
    und weiterhin, so ein reise- und unternehmungs- FREUdiges Leben! *♥YEAH*

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  4. ich bin ganz berauscht---danke doro

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