Donnerstag, 3. Dezember 2015

Halli-Galli-Zeit

Es ist mal wieder allgemeine Halli-Galli-Zeit da draußen. Shopping und so... und auf der Plattform, auf der ich seit 2008 verkaufe, geht es auch rund.

Aber der Reihe nach. 2008 habe ich meine ersten Shops auf Dawanda eröffnet. Damals war die Plattform noch übersichtlich, die Waren handgemacht und alle waren mit Euphorie und Enthusiasmus dabei.

Dann kamen nach und nach die ersten Änderungen und Neuerungen: Einführung von Einstellgebühren, Werbewerkzeuge und diverses Schnicketiundschnacketi, das kein Mensch braucht (erinnert sich noch jemand an diesen Herzchengenerator mit den "beliebten" Produkten?) alles zu Lasten der Stabilität und Usability der Plattform.

Just heute - mitten in der umsatzstärksten Zeit des Jahres - wurden wieder Neuerungen eingeführt, deren Sinn und Zweck sich niemandem erschließt.

Ich bin zum Glück seit Sommer 2013 in der Lage, meine Shops nicht mehr im Haupterwerb betreiben zu müssen. Allerdings sind nicht nur Performance und Usability Reizthemen, sondern damit verbunden auch diverses in der Firmenpolitik, wie z. B. ungerechte Aufteilung der Einstellgebühren, "Vintage"-Ramsch, unkontrollierte Überflutung der Seite mit Massenwaren, Rabttschlachten im 6-Wochen-Takt, Suchwortspamming und und und.

Ich habe nach fast 8 Jahren meine Konsequenz daraus gezogen und werde meine Shops auf dieser Plattform schließen und meinen Schwerpunkt auf die amerikanische Plattform etsy verlegen. Dort bin ich seit 2013. Auch diese Plattform ist nicht das "Gelobte Land", ich fühle mich dort aber wesentlich wohler, ernst genommen und besser betreut. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich dort als Verkäufer nicht nur Melkkuh bin, sondern man mir Tipps und Hilfen an die Hand gibt, um meine Shops nach vorne zu bringen.

Darüber hinaus gibt es dort keine konzertierten Rabattschlachten und auch die "Geiz ist geil"-Mentalität scheint mir weitaus weniger verbreitet zu sein. Mal abgesehen davon, dass meine Verkäufe in erster Linie nach Übersee gehen und es ein tolles Gefühl ist zu wissen, dass meine Kissen in amerikanischen Kinderzimmern stehen, oder eine meiner Taschen in Haifa spazierengeführt wird.

Was den Geschenkeirrsinn betrifft, habe ich mich dieses Jahr noch mehr rausgenommen. Ich möchte keine Geschenke und ich werde auch nur sehr wenige machen. Ab nächstem Jahr werde ich es wohl ganz einstellen, mich in den Weihnachtsirrsinn einzuklinken.

Dieses und die nächsten Jahre möchte ich den Menschen, die mir nahestehen in erster Linie eins schenken: Meine Zeit.

Und Plätzchen ;-)

Kommentare:

  1. Hallo Doro,
    gute Entscheidung! Du wirst es nicht bereuen. Glaub es mir. Ich bin seit 3 Jahren da weg.
    Für mich gibt es mittlerweile kein Weihnachten mehr. Weihnachten ist ein christliches Fest, ich bin schon vor Ewigkeiten aus der Kirche ausgetreten mit allen Konsequenzen. Dazu gehört auch eben nicht mehr Weihnachten zu feiern. Ich genieße die "stade Zeit" und gut ist. Herrlich entspannt das Ganze. Versteht aber kaum jemand, wenn man sagt man möchte kein Weihnachten feiern und in dieser Zeit einfach nur seine Ruhe haben.

    LG Doris

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  2. Liebe Doris,

    ich schneide schon länger alte Zöpfe ab, Weihnachten ist einer davon. Ab und zu habe ich mal Lust drauf, meist eher nicht, zumindest nicht auf diesen Rummel.

    Dieses Jahr geht's über Weihnachten und Silvester in die Natur zum Langlauf. Ich denke, das werde ich ab jetzt jedes Jahr machen mit wegfahren und wenn es "nur" auf eine Hütte in den Schwarzwald ist. Aus der Kirche bin ich mit 18 raus.

    Ich bin gespannt, wie mein restliches Umfeld reagieren wird, wenn ich nächstes Jahr schon am 23. oder 24. abhaue...

    Liebe Grüße
    Doro

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    1. ... ich hätte da schon was im Blick fürs nächste Jahr... Langlaufen über den Ural... hm...

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  3. Zum heutigen 140.Geburtstag von meinem Lieblingsdichter RILKE, dieses dalass:

    Ich habe mich oft gefragt, ob nicht gerade die Tage, die wir gezwungen sind, müßig zu sein, diejenigen sind, die wir in tiefster Tätigkeit verbringen? Ob nicht unser Handeln selbst, wenn es später kommt, nur der letzte Nachklang einer großen Bewegung ist, die in untätigen Tagen in uns geschieht? Jedenfalls ist es sehr wichtig, mit Vertrauen müßig zu sein, mit Hingabe, womöglich mit Freude. Die Tage, da auch unsere Hände sich nicht rühren, sind so ungewöhnlich still, dass es kaum möglich ist, sie zu erleben, ohne vieles zu hören.

    ...Deine Gradlininigkeit in diesen Dingen bewundernd,
    fröhliche AdventsWEgrüßchen dazustell -> ♥Annette

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    1. Der Müßigang ist heutzutage einfach verpöhnt. Wobei ich finde, dass es eine echte Kunst ist, nichts zu tun.

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