Freitag, 6. November 2015

Von der Unlust am Konsum

In den letzten Wochen musste ich mich darum kümmern, mir eine neue Jeans zu kaufen. Zwei Paar Jeans sind noch ok, das dritte Paar war inzwischen doch in einem eher bedauernswerten Zustand.
Also musste Nachschub her und ich "durfte" mal wieder shoppen gehen.

Seit ich mit dem Ausmisten begonnen habe und mich intensiver mit Minimalismus auseinandersetze, ist mir die Lust am Einkaufen komplett vergangen.

Der Kauf meiner Winterstiefel hat mehrere Monate gedauert, denn ich wollte ein Paar haben, dass a) wasserdicht ist, b) leicht, c) ohne Absatz, und d) mit anständigem Profil. Allzu sehr nach "Wander- oder Omaschuhen" sollte es auch nicht aussehen. Inzwischen sind sie da, bequem, warm, leicht und es sind... Armeestiefel geworden. Das mit den Jeans war einfacher, ich hoffe nur, dass es die Marke in den nächsten Jahren immer noch geben wird, denn da weiß ich: Ich muss nicht 10 Paar probieren, sondern nur meine Größe raussuchen und dann passt die Hose auch.

Danach bin ich noch ein bisschen in der Stadt herumgestreift und absichtlich in Läden gegangen, in die ich sonst nie gehe. Ich hätte nämlich gerne einen schlichten Wollpulli, aber bitte keinen Sack, nicht kratzig, keinen Riesenausschnitt und nix mit Blümchen, Glitzer oder irgendeinem anderen dämlichen Tanderadei.
Anständige Qualität sollte er auch haben.
Nach dem dritten Laden hatte ich bereits keine Lust mehr.
In einem ertappte ich mich bei dem Gedanken "DAS sollen Frauen chic finden??? booaaaaah, ist das Zeug HÄSSLICH!"

Inzwischen bin ich so weit, dass ich wirklich jeden "Konsumanfall" aussitze.

Was mich gerade interessiert, oder ich gerne hätte, wandert erstmal in mein silbernes Notizbuch.

Dort notiere ich auch Geschenkideen für Freunde, interessante Bücher, Themen, Inspirationen oder kritzele schnell mal eine Skizze für ein neues Bild hinein. Ich kann stolz behaupten, dass mich "ungezielter" Konsum (Shopping) überhaupt nicht mehr interessiert und ich in keinem Laden schwach werde (ok, vielleicht beim Motorradhändler...).

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Winterurlaub gebucht, es geht per Fähre Kiel-Oslo nach Norwegen und dann weiter in die Prärie auf eine Skihütte mit lauter fremden Leuten. Ich dachte mir, wenn schon Winter und Ski, dann RICHTIG Winter! Nach Skandinavien wollte ich sowieso mal und mir ist gerade wieder nach "Abenteuern".

Langlauf habe ich 2012 schon einmal versucht und es hat mir supergut gefallen. Leider ging dann über 2 Jahre wegen einem zickenden Ischiasnerv und Lähmungserscheinungen im Fuß nichts mehr, aber jetzt ist das halbwegs überstanden und ich gucke mal, was so geht.

Was meine Hobbies betrifft, bin ich immer recht konstant. Meist bleibe ich sehr lange bei einer Sache, die mir Freude bereitet und investiere dann auch gerne in Kleidung oder Ausrüstung, wenn nötig. Die daraus resultierenden Erlebnisse und die Freude sind etwas, das nicht kaputtgeht und von dem ich lange etwas haben werde.

Was das Thema "Konsumverzicht" oder auch "Konsumfasten" betrifft, habe ich für mich entschieden, dass ich solche "Auszeiten" nicht mehr brauche.

Ich denke, ich habe das auch so gut im Griff.


Kommentare:

  1. Konsum macht nicht glücklich.
    Die Menge dessen, was jemand konsumieren kann, ist sehr begrenzt.
    Ein Millionär hat auch nur 10 Finger, um Ringe dranzustecken.

    Buddhistische Weisheit

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    1. Und er muss sich um die Ringe kümmern, muss Angst haben, dass sie jemand klaut und und und :-D

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