Mittwoch, 5. August 2015

Urlaub 2015 - Mit Zelt, Motorrad und Herrn Yeti - Teil 2

15.7.2015 - Lac de Annecy - Lac du Bourget/Abbaye de Hautecombe - Lac de Annecy

 

Heute sollte es eine kleine, entspannte Roundtour zum Lac du Bourget geben. Herr Yeti führte uns vom Camping erst einmal zu einer kleinen Siedlung, wo wir dann auf einmal vor einem Durchfahrt-Verboten-Schild standen. Allerdings stand noch etwas in der Art "Durchfahrt von 7 bis 9 verboten" drunter, und da es nach 9 war, sind wir einfach hochgefahren. Das stellte sich dann als die richtige Straße heraus und schwupp ging es durch die Hügel nach oben und zum nächsten See nach Aix-les-Bains.

Bei einem Blick auf die Karte fiel mir auf, dass ich hier schon mal mit dem Rad durchgekommen sein musste.
 
... ganz hinten irgendwo ist der Mont Blanc versteckt...
Der Ort "Chindrieux" war mir noch in Erinnerung. Bei der Schinderei bergauf war das damals unser running gag "diese Straße ist ganz schön schindriöö".

Überhaupt kannte ich ein paar der Ecken, durch die wir dieses Jahr durchkamen, von diversen Radtouren in den 90ern. Wenn ich mir das heute so ansehe, was wir da damals abgestrampelt haben kann ich nur sagen, dass ich froh bin, das nicht mehr tun zu müssen. Ich weiß noch, dass mir damals die Motorradfahrer in den Alpen extrem auf den Geist gingen, immer in Rudeln unterwegs und immer der Krach! Heute ist es umgekehrt, mich nerven die Rennradfahrer, die gerne in Rudeln die ganze Straßenbreite blockieren, einem in Spitzkehren fast vors Moped fahren, oder bei Abfahrten versuchen, sich in den Windschatten eines Motorrads zu hängen. Das ist meiner Meinung nach eine der schlechtesten Ideen, die ein Rennradfahrer haben kann, vor allem, wenn er in meinem toten Winkel fährt.

Lac du Bourget mit Aix-les-Bains
Ich weiß, wie anstrengend es ist, so einen Pass hochzufahren und dass man auf keinen Fall aus dem Tritt kommen will, aber trotzdem... ein bisschen gegenseitige Rücksicht wäre doch ganz schön. In Frankreich stehen an einschlägigen Straßen gerne Schilder mit Hinweisen auf den Mindestabstand zu Fahrradfahrern und "Nous partageons la route" (Wir teilen uns die Straße). Klappen tut das oft nicht wirklich gut, aber das tut es auch ohne die entsprechenden Schilder hier ebenfalls nicht.

Unterwegs machten wir einen kleinen Schlenker zu einem Aussichtspunkt, wo man auf der einen Seite den Mont Blanc und auf der anderen Seite den Lac du
Bourget bewundern konnte. Leider war es zur Seeseite recht dunstig, dafür strahlte der Mont Blanc umso mehr. Wir genossen die Wärme und die tolle Aussicht und gönnten uns Kaffee und Cola. Es war einfach nur herrlich, warm, sonnig, wir beide gut gelaunt, entspannt und fröhlich. So sollte Urlaub sein!

Mont Blanc macht seinem Namen Ehre
Vom Aussichtspunkt machten wir uns dann auf den Weg nach unten zum See, nach Aix-les-Bains. Am Hafen von Aix-les-Bains, konnten wir eine Babyente bei ihren unglaublichen Tauchgängen beobachten und mussten uns einen gelangweilten, verspielten Hund vom Leib halten. Bald ging es weiter zur Abbaye de Hautecombe.

Vorher warfen wir noch einen Blick auf den Kunsthandwerksmarkt, dessen Stände in der prallen Sonne lagen. Ob sich das dort wohl lohnt? Wir sind im Urlaub an dem einen oder anderen Geschäft vorbeigekommen, wo schöne Keramik und anderes ausgestellt war. Leider (oder zum Glück..) kann man auf dem Motorrad nur schlecht etwas mitnehmen, der Platz ist ja meist schon optimal mit anderen Dingen gefüllt.


An der Abtei angekommen parkten wir im Schatten der riesigen Kastanienbäume und gingen in den Hof hinein. Leider kann man nur die Kirche besichtigen und das mit einer "geführten Tour". Am Ticketschalter habe ich verstanden, ob wir eine geführte Tour machen wollen, oder nicht. Gesagt wurde aber, dass wir eine geführte Tour machen müssen, wenn wir da rein wollen. Na gut, dann machen wir das halt. Mit dem nächsten Schwall ging es in die Kirche hinein, wir bekamen eine Art Handy in die Hand gedrückt, das man auf seine Sprache einstellen musste. Wie das gehen sollte, haben wir dann durch Versuch und Irrtum rausgefunden, die Anweisung war auf Französisch und ging  mir zu schnell. Leider habe ich meins aus Versehen wieder verstellt und als die Führung losging, musste ich mir ein anderes Gerät geben lassen, weil ich es nicht mehr schaffte, meins umzustellen, da es sich bereits synchronisiert hatte.

Hafen von Aix-les-Bains
Die Führung sollte uns bis an den Rand mit Kultur füllen... reihum wurden die Sehenswürdigkeiten der Kirche angeleuchtet und erklärt. Dazwischen folgte salbungsvolle Musik. Leider waren die Erklärungen oft recht dürftig, nach dem Motto "Dieses wirklich ausgewöhnliche Gemälde..." Warum es nun ausgewöhnlich sein sollte, blieb im Dunkeln. Ich erinnere mich nur noch daran, dass in dem Kloster etliche Frauen, Männer und Familien leben, die ihr Leben der Spiritualität widmen. In der Klosterkirche selbst gibt es diverse Altarnischen und Skulpturen zu bewundern, die entweder Stifter oder wichtige Persönlichkeiten abbilden. Herr Yeti amüsierte sich darüber, dass auf Frauengräbern im Mittelalter Windhunde als Symbol der Treue abgebildet waren und später amüsierten wir uns beide darüber, dass eine Figur "Karl, den kleinen Großen" darstellte. Herr Yeti meinte, dass das auch von ihm stammen könnte.

Der mysteriöse Yeti vom Lac de Annecy...
Nachdem unsere Köpfe mit so viel Kultur gefüllt worden waren, dass diese rasch wieder aus den Ohren lief,
machten wir es uns auf einer Mauer im Schatten der Kastanien bequem, um unser mitgebrachtes Baguette und Käse zu essen und reichlich zu trinken. Leider wurde man dort von gefräßigen Ameisen belagert, mein Hinweis, dass Herr Yeti auf die Fühler zielen müsse, weil sie dann hilflos seien, hat leider wenig gebracht. Herr Yeti weigerte sich, auf die hilflosen Tiere zu schießen und schnippte sie lieber von seiner Jacke. Den Helm am Boden zu lagern, war ebenfalls eine schlechte Idee, da man diesen danach auf vagabundierende Ameisen untersuchen musste. Nichts ist schlimmer, als irgendein (echtes oder eingebildetes) Vieh im Ohr zu haben, während man fährt, sich nicht im Ohr puhlen und schon gar und nicht anhalten kann. Ok, die Steigerung ist noch die Wespe unterm Visier...

Nach dem Besuch der Abtei machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Camping. Dort angekommen, gab es das übliche Programm: Kombi runter, Badeklamotten anziehen und ab in den See. Inzwischen war eine recht große Gruppe Jugendlicher auf Fahrrädern angekommen. Herr Yeti hätte einen fast überfahren, der allzu sorglos über den Platz bretterte. Wir hofften beide, dass die Kids in der Nacht ruhig sein würden und dass wir am morgen rechtzeitig zu den Duschen kämen, denn davon gab es nur zwei und mit Blick auf die große Anzahl Mädchen konnte man sich schon gut vorstellen, dass das am nächsten Morgen ein Problem werden könnte.

Aber erst einmal genossen wir das Bad im See. Ich schwimme gerne, aber Schwimmbäder und Chlorwasser kann ich nicht leiden, da ist so ein Bad in einem natürlichen Gewässer schon was tolles. Einzig der Ein- und Ausstieg ins Wasser war für mich schmerzhaft, das Ufer ist recht steinig und man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Herr Yeti hatte mit seinen Spiderman-Schuhen dagegen keine Probleme und kam einfach rein und raus. Das nächste Mal nehme ich auch solche Sandalen mit anstatt der Stoffturnschuhe, in die man mit feuchten Füßen auch nur schwer wieder reinkam.

Conchita bepackt und unterwegs zum Iseran
An unseren letzten Abend am Lac de Annecy wollten wir noch einmal essen gehen. Bis dato hatten wir uns mit der Trinkerei ziemlich zurückgehalten.

Normalerweise trinke ich am Abend vor einer Tour möglichst gar nicht oder maximal ein Glas. Heute Abend ließen wir es uns aber gut gehen. Wir gingen schon leicht vorgeglüht zum Restaurant, dann gab es noch eine Flasche leckeren Rosé zum Essen und danach kam Herr Yeti noch auf die Idee, dass ich nach einem lokalen Digestiv fragen könnte. Wir bekamen eine Art Grappa serviert, recht großzügig eingeschenkt. Mein Protest hat nichts genützt, Herr Yeti bestellte einfach zwei Grappas und sich später noch einen. Auf dem Heimweg stützten wir uns gegenseitig und unter Gekicher und Gealber ging es zum Campingplatz und ab ins Zelt.

16.7.2015 - Lac de Annecy - Col de Iseran - Lanslebourg


Es gibt den Yeti doch! (Beweisfoto)
Oh je... das konnte heute ja heiter werden. Ich war als erste von uns beiden wach und kroch reichlich
verkatert aus dem Zelt. Kreislauf? Fehlanzeige. Herr Yeti regte sich auch schon, war aber ebenso halblebig. Ich beauftragte ihn mit dem Einkauf unseres Frühstücks, weil ich erstmal duschen wollte. Nach Dusche und Frühstück ging es ans packen, heute wollten wir weiter ein Stück über die Route des Grandes Alpes und nach Lanclebourg. Ade, kleiner Campingplatz und schöner See!

Den ersten Teil der Strecke waren wir vorgestern schon einmal gefahren, aber ich hatte heute Mühe voranzukommen und Herr Yeti war schon weit voraus. An so einem Tag bin ich sehr froh, dass ich so eine gutmütige, unkomplizierte Maschine fahre, die Fahrfehler nicht übel nimmt. Am Barrage de Roselend wartete Herr Yeti schon auf mich, ich bat um eine Trinkpause und einen Kaffee.

Herr Yeti gestand, dass er auch ein paar Probleme hatte und sich einmal bei ein paar Wechselkurven derb verbremst hätte. Mir war eher nach Achterbahn zumute, immer kurz vorm umkippen und leicht übel. Zum Glück brachte der Kaffee meinen Kreislauf wieder auf Trab und im Lauf der nächsten Stunde ging es immer besser.

Auf dem Iseran
Darüber hinaus war ich von den großartigen Ausblicken rundum abgelenkt. Die Straße zum Iseran hoch fand ich nicht so wild, sie ist zwar recht eng, teilweise auch schlecht, aber man kann trotz allem gut fahren. Netterweise war auch relativ wenig Verkehr, so dass man sich nicht ständig an Caravans und Radfahrern vorbeiquälen musste. Auf dem Col angekommen gab es das übliche Passbild, ich kaufte pflichtschuldig drei Postkarten inklusive Briefmarken und nach einer ausführlichen Fotosession fuhren wir weiter nach unten.

Passbild!
Herr Yeti hatte für uns den Campingplatz in Lanslebourg ausgesucht. Der Platz selbst ist zwar nicht so schön, dafür sind die Sanitäranlagen modern und man ist gleich im Dorf. Ich kümmerte mich um den Check-In und dann bauten wir unsere Zelte auf. Danach ging es ins Dorf, um die  Einkaufsmöglichkeiten zu checken und gemütlich etwas zu trinken.

Nach dem letzten Abend hatte ich mir geschworen, den restlichen Urlaub mit Alkohol kürzer zu treten und bestellte mir einen Sirop de Menthe, Herr Yeti schlürfte ein kühles Bier und wir genossen die Wärme und den schönen Nachmittag. Auf dem Rückweg kauften wir für unsere Campingküche ein. Heute sollte es Bohneneintopf geben. Der lokale Supermarkt hatte alles im Angebot und wir machten uns auf den Rückweg. Während Herr Yeti kochte, wusch ich ein paar Klamotten durch. Der warme Wind würde sie rasch trockenblasen.
Französischer Knickohrhund

Als ich zurückkam, gesellten sich zwei spanische Motorradfahrer zu uns. Leider waren sie wenig kommunikativ, ich hätte ganz gerne etwas Spanisch gesprochen. Etwas später kamen zwei weitere Motorradfahrer auf Enduros an. Sie stellten ihre Zelte jedoch ein Stück von uns entfernt auf.

Als wir später zur Terrasse des Campingrestaurants gingen, sahen wir, dass sie Freiburger Kennzeichen
hatten und sprachen sie an. Vater und Sohn waren unterwegs zu den alten Passkammstraßen und wollten zusammen die Route des Grandes Alpes fahren. 

Im Campingrestaurant sollte es heute ein Konzert geben und wir waren gespannt, was uns dort erwarten
Irgendwo da hinten ist der Iseran
würde. Nach "Nokinoki" waren wir schon auf einiges gefasst. Die aufgebauten Instrumente gaben Anlass zur Hoffnung, dass nicht nur irgendwelche Songs nachgespielt würden.

Sehr lustig waren die vier Hunde, die sich auf der Terrasse herumtrieben und immer auf der Suche nach Streicheleinheiten und/oder etwas zu essen waren. Bei einigen Gästen konnten sie etwas abstauben, die beiden Freiburger, die sich ihre riesigen Hamburger schmecken ließen, hatten Mühe, sich die Bande vom Leib zu halten. Da die Hunde wirklich wohlerzogen waren und ihren Besitzern aufs Wort gehorchten (die Hunde waren allesamt taub), gab es viel zu lachen.

Lanslebourg - Kirche
Die Band spielte sich derweil ein, es wurde langsam dämmrig. Nach einer relativ langen Bandprobe mussten
sich die Musiker erst einmal stärken. Natürlich mischten die Hunde eifrig mit, ein besonders freches Exemplar hätte sich um ein Haar eine große Portion Fleisch mit Pommes vom Tisch geholt, konnte aber noch rechtzeitig verscheucht werden. Gegen 22.30 Uhr ging dann das Konzert los, das zwar nur wenig Publikum angelockt hatte, welches aber umso euphorischer feierte und tanzte. Wir wurden langsam müde und machten uns auf den Weg zu unseren Zelten. Das Restkonzert und die Hunde konnte man die halbe Nacht noch hören, was unserem Schlaf aber keinen Abbruch tat.

17.7.2015 - Lanslebourg - Mont Cenis - Susa - Lanslebourg

Lanslebourg
Heute früh wachten wir frisch und munter auf, ich besorgte uns das Frühstück und es konnte fix auf die
Mopeds gehen. Eine Minitour zum Cappucino trinken in Italien stand auf dem Plan. Vom Camping ging es hoch Richtung Mont Cenis. Die Straße schraubt sich gemächlich den Berg hoch und man hat genügend schöne Ausblicke ins Tal. Da wird relativ früh dran waren, hielt sich der Verkehr in Grenzen. Nach einer unerwartet kurzen Fahrt waren wir schon oben angekommen. Herr Yeti versprach mir weiter hinten an der Strecke noch einen schönen Stausee und weiter unten hinter der Staumauer ein halb verfallenes Dorf.

Eintracht...
Die Barrage du Mont Cenis ist eigentlich eine Unverschämtheit. Der Bach, der hier einmal entlang floss, versorgte u. a. die italienische Seite mit Wasser. Kurz vor der Grenze haben die Franzosen dann mal fix eine Staumauer errichtet und der anderen Seite das Wasser abgegraben. Rundum gab es hier schöne Aussichtspunkte und wir hielten öfter an, um Bilder zu machen. An einem großen Parkplatz unterhalb der Mauer stoppten wir und statteten dem verfallenen Dorf einen Besuch ab. Neben einem recht neu gebauten Haus im Schatten der Staumauer (ich hätte da klaustrophobische Anfälle) befindet sich laut Schild "das einzige Dorf, das von der Errichtung der Staumauer nicht betroffen war". Gut bekommen ist es ihm nicht, nur noch eins der Häuser ist bewohnt, der Rest verfällt vor sich hin. Am Ende unserer Besichtigungsrunde habe ich kurz gestutzt und mich gefragt, wer seine Vogelscheuche hier auf den Boden gelegt hat. Auf den zweiten Blick handelte es sich um einen Mann, der sich in seiner Unterhose auf dem Gras sonnte und sich die Sonne mit einem Strohhut aus dem Gesicht hielt.

Abendstimmung in Lanslebourg
Auf dem Parkplatz trafen wir die beiden Freiburger wieder, die ebenfalls unterwegs nach Susa waren, von
wo aus sie zur Assietta-Passkamstraße aufbrechen wollten. Wir nahmen die Straße nach Susa und Herr Yeti fuhr mir davon, weil ich lieber brav sein wollte und Bedenken hatte, von irgendeinem versteckten Carbinieri abkassiert zu werden. In Susa trafen wir die beiden Enduristen wieder, wir gingen aber in ein anderes Café.

Barrage du Mont Cenis
Es war schon mächtig warm und die Wolken am Himmel verhießen nichts Gutes, so dass wir nach dem Kaffee rasch den Rückweg antraten. Nach oben fuhr Herr Yeti dann furchtbar brav und ich wunderte mich schon, schob es aber auf die Schilder, die überall vor automatischen Geschwindigkeitskontrollen warnten.

So hingen wir hinter irgendwelchen lahmen Autofahrern, bis endlich die französische Grenze kam und wir vorbeizogen. Herr Yeti hielt an einem Parkplatz, winkte und rief "Verkehrskontrolle! Haben Sie genug Alkohol und Drogen zu sich genommen?" Herr Yeti meinte, er sei jetzt mal brav gefahren, weil ich das so gesagt hätte. Gut so! :-D

Verlassenes Dorf
Der Rückweg über den Mont Cenis zum Camping gestaltete sich problemlos, allerdings wollte Herr Yeti noch tanken und fuhr an einer Abzweigung, wo ich mir unsicher war, wieder vor. Wir fanden dann ein paar Kilometer weiter eine Tankstelle und konnten zurück zum Camping fahren. Inzwischen grummelte und grollte es draußen schon und begann auch bald zu regnen. Wir verzogen uns in den Aufenthaltsraum, luden die Handies und liehen ein französisches Scrabble aus.

Über die Spielregeln waren wir uns nicht so ganz einig, ich legte einige Wörter, die Herr Yeti nicht kannte und wir hatten beide große Probleme, die riesige Anzahl Vokale unterzubringen, Konsonanten sind in der französischen Ausgabe eher dünn gesäht. In einer Runde hatte ich W, X, Y und Z gezogen... Derweil schüttete es draußen fröhlich weiter. Als der Regen etwas nachließ, gingen wir zu den Zelten, uns etwas mehr überziehen, da es inzwischen auch abgekühlt hatte.

Die beiden Freiburger waren derweil auch zurück, nass und mit nur einem Motorrad. Das Motorrad vom Sohn mochte keinen Regen und hat kurz vor dem Pass gestreikt. Sie hatten es dort stehen lassen müssen und wollten es später mit Hilfe eines Holländers auf dessen Anhänger holen. Jetzt war aber erstmal Stärkung angesagt.

Wir gingen nach oben ins Campingrestaurant, das sehr gemütlich war. Von unten hatten es wie ein Matratzenlager ausgesehen, oben standen aber einige Tische, die sich auch rasch füllten. Wir setzten uns zu den Freiburger und sie zeigten uns ein Video von einem Sturz und der Bergung der KTM des Vaters. Der Tankrucksack, den sie von der Maschine genommen hatten, rollte derweil fröhlich in Richtung Tal. Das Video erheiterte auch die beiden Tischnachbarn, zwei Studenten aus London, die mit den Rädern von London über Paris nach Pisa wollten.

Bei Wein, Bier und Pizza erzählten wir uns alle möglichen Dinge und die beiden hatten es auf einmal eilig. Sie wollten unbedingt noch im Hellen hoch und das Motorrad bergen. Zu unserem Erstaunen kam plötzlich der Koch nach oben und sprach die beiden auf Deutsch an, er hätte einen Transporter mit einer Rampe und könnte ihnen helfen. Die beiden hatten es jetzt eilig wegzukommen und fuhren mit dem Koch zusammen zum Pass.

Wir beide saßen noch eine Weile und unterhielten uns, irgendwann gingen wir nach unten, unsere restlichen Getränke zahlen und zu den Zelten. Derweil waren die beiden Freiburger mitsamt dem streikenden Motorrad zurück. Der Vater erzählte uns, dass der Koch aus Straßburg sei, seine Mutter wäre aus Rust. Er würde seit 30 Jahren dort oben leben und sich etwas um kulturelle Veranstaltungen kümmern.

Schon ganz schön verrückt, da trifft man etliche Kilometer von zuhause entfernt auf lauter Leute von "daheim"!

Fortsetzung folgt...











Kommentare:

  1. Aaaah, sooo herrlich, Deine Reiseerzählungen *freu* spannend, witzig, interessant, faszinierend,... macht Lust selbst hinzufahren :-)
    Ich freu mich schon auf die Fortsetzung!

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  2. ❤...dafür + bin wieder dabei gewesen !!! *DANKEfürdaslebendigeBerichtenunddieherrlichenFotos...weiterGIBBEL*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hoffe, ich kriege nächste Woche alles fertig...

      Löschen
    2. Ach, Du musst ja nicht ALLES fertig kriegen. Gönn uns noch zumindest ZWEI Berichte, büüttee!

      Löschen
  3. Cool, auf Bild 13 sind euch sogar Zwerge begegnet-toll!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da siehst Du mal, was es in Frankreich alles gibt!

      Löschen