Samstag, 10. Mai 2014

Marlene wacht auf - Teil 2

Leider steht Marlene immer noch ungetüvt und ungefahren in meinem Hof herum.
ABER: sie springt wieder an!

Man sollte ja denken, dass Batteriewechsel eine triviale Angelegenheit ist.
Alte Batterie raus, neue Batterie rein, fertig!
So hatte ich mir das auch gedacht.
Mein Restgutschein bei H. G. wurde in eine neue Batterie gesteckt.

Als ich die auspackte, kam die erste Überraschung... in der Kleinen ist eine Gel-Batterie drin, da muss nix gefüllt werden oder so. Einbauen, gut ist's. Diese hier musste noch mit Batteriesäure befüllt werden. Dazu hatte sie oben mehrere Löcher und ein Päckchen mit Plastikflaschen, die man oben in die Löcher stecken sollte, lag auch dabei. Nachdem ich nur die Batterie und die Plastikflaschen hochgeholt hatte, schaute ich mir das alles genauer an. "Batteriesäure - ätzend!" stand da.

Die Flaschen waren versiegelt und ich wollte sie auch nicht irgendwie aufschneiden, kam aber auf die gloreiche Idee, dass das Päckchen, das ich erstmal beiseite gelegt hatte, eine Lösung bieten könnte. So war's dann auch: Trichter nebst Dornen zum aufstechen der Flaschen waren da drin. Also Trichter rein, Flaschen drauf und füllen. Danach mit dem beigelegten Streifen gut verschließen und ab ans Ladegerät damit.

Am nächsten Morgen stand erwartungsgemäß alles auf "Grün", am nachmittag würde also Marlene zum ersten Mal seit über 2 Jahren wieder starten. So dachte ich zumindest.

Mysteriöses schwarzes Dings...
Als ich von der Arbeit heimfuhr, regnete es in Strömen. An den Einbau war nicht zu denken. In einer längeren Regenpause flitzte ich nach draußen, baute die neue Batterie ein, drehte erwartungsvoll den Zündschlüssel und... nichts! Kein Strom! Nachdem ich sämtliche Kabel nochmal neu angeschlossen hatte, erneuter Test: nix! Ich tippte auf irgendwelche Sicherungen und zog das Wartungshandbuch raus. Aus den Schemazeichnungen wurde ich nicht so recht schlau. Inzwischen erhielt ich per Mail Schützenhilfe von Claudi, die mir schrieb, dass "Rotkäppchen" die Hauptsicherung mit 30 A sei.

Ich fand zunächst im Batteriekasten irgendwas, wo 30 A draufstand, was sich aber weder öffnen, noch abziehen ließ-. Rot war es auch nicht. Laut Zeichnung
Hallo Rotkäppchen!
befand sich Rotkäppchen unter der Seitenabdeckung, da war auch was. Ich zog, drückte, riss... nichts. Inzwischen kam Claudi nebst Messgerät zum Strom prüfen zur Hilfe und wir checkten zuerst die Sicherungen auf der anderen Seite. Eine nach der anderen, alle waren in Ordnung. An der Hauptsicherung rissen wir im Wechsel herum, bis sich das Ding nach gefühlten 300000 Versuchen endlich abziehen ließ.

Wir hatten es schon erwartet: Sie war in Ordnung.
Die Batterie war geladen, alles mehrfach ein- und ausgebaut... FRUST!

Vielleicht hatte die Alarmanlage eine Wegfahrsperre?
Vielleicht war ein Kabel defekt?
Vielleicht... vielleicht...
Nach gefühlten drölfmillionen Versuchen und der Erkenntnis, dass es mit Sicherheit irgendwas ganz triviales war, dass uns vom erfolgreichen Start trennte, meine Claudi plötzlich "Du, ich hab da was gefunden. Wenn es das ist, dann ist es voll peinlich..." und drückte eine Metall-Lasche nach innen ins Batteriefach.

Wie Schuppen fiel es mir von den Augen!

Diese Laschen hatte ich beim Ausbau rausgedrückt, weil sie im Weg waren.
Zündschlüssel gedreht: STROM!
Nach ein paar Versuchen sprang Marlene zwar etwas unwillig, aber dennoch an!
Ich habe am nächste Tag 5 Liter feinsten Sprit eingefüllt und sie nochmal gestartet.
Sie läuft!
Noch ein bisschen verschlafen, aber immerhin.

Der nächste Punkt auf der Liste stand nun an: Einen mobilen Reifendienst zu organisieren, der die frisch gekauften Pellen vor Ort montiert. Das stellte sich als mittelgroßes Problem heraus. Der eine Service war nicht mobil und der andere rief nicht zurück und war dann nicht mehr zu erreichen.

Inzwischen bin ich zu Plan D übergegangen: Marlene ist ab Montag versichert, ich hole ein Kurzzeitkennzeichen und fahre sie nebst Reifen zur Werkstatt, lasse gleich noch den TÜV machen und kann dann hoffentlich nächste Woche endlich mit ihr fahren.

... Fortsetzung folgt...

Kommentare:

  1. ♥GEDULD => das wird, das wird gut => MARLENE !!! *mitgibbel*

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  2. Rotkäppchen und der böse Strom. Schönes Motorradmärchen!

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  3. hihi, letztendlich ist es doch immer wieder der ganz normale Nippel, der durch die Lasche gezogen werden muss.
    Ich finde das gar nicht peinlich, sondern bewundernswert, was Du (mit Claudi) geschafft hast!

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