Sonntag, 16. März 2014

Wachstum

Nachdem das Wetter heute doch deutlich besser und wärmer als angekündigt war, habe ich heute morgen erstmal die Terrasse (naja, eigentlich ist es nur ein kleiner, hässlicher Waschbetonhof) geputzt, diverse Blumen eingebuddelt und gesät, den Grill endlich mal ausgeleert und geschrubbt und die kleine Bambusbank gereinigt und zum trocknen in die Sonne gestellt.

Jetzt sieht es draußen auch schon viel freundlicher aus. Ich möchte noch Latten an die eine Mauer dübeln und dann daran die Pflanzkästen befestigen, damit nicht so viel Bodenfläche verlorengeht. Beim Discounter gibt es gerade Apfel- und Kirschbäumchen, vielleicht hole ich mir noch eine Kirsche, ein leerer Kübel steht noch bereit. Die Forsythie, die H. im Herbst von der inzwischen abgerissenen Autohalle am Güterbahnhof mitgebracht und eingepflanzt hatte, steht seit letzter Woche in voller Blüte und bringt noch etwas mehr Farbe in den tristen, grauen Hof. Ich habe da noch ein paar Sachen vor, die ich im Lauf der nächsten Wochen in Angriff nehmen möchte.
Bunt soll es werden und hell.

Danach wollte ich eigentlich zuhause weiterarbeiten, aber die Sonne und der blaue Himmel waren dann doch zu verlockend. Also rauf aufs Moped, los nach Landeck und über Seelbach zur Ruine Hohengeroldseck.

Heute bin ich da auch raufgefahren, zumindest zu 2/3, den Rest dann gelaufen. Ich habe gestern wieder und in den letzten Wochen schon festgestellt, dass mein Humpelbein immer besser wird. Inzwischen weiß ich recht sicher, dass das nicht von meinem Rücken kam, sondern sich um eine muskuläre Geschichte handelt: Piriformis-Syndrom nennt sich das. Seit ich im Studio meine Hüftmuskulatur trainiere und den Muskel regelmäßig dehne, geht es Schritt für Schritt voran. Gestern beim tanzen konnte ich recht problemlos springen, auch wenn das rechte Bein immer noch mehr Arbeit übernimmt, als das linke. Aber das nur am Rande. Muskelkater von gestern ist übrigens immer noch keiner da.

An so einem schönen Tag war es auf der Ruine natürlich entsprechend voll, so dass ich nicht so viel Zeit auf der Ruine verbracht habe. Es ist zur Zeit immer relativ diesig, so dass die Fernsicht eher begrenzt ist. Schön war es trotzdem da oben, ein Gefühl von "wieder obenauf sein" stieg in mir hoch, als ich da stand und mir den Wind um die Nase pfeifen ließ. Es gibt noch so viel zu entdecken, noch so viele Straßen zu fahren, noch so viele Landschaften zu sehen.

Von Hohengeroldseck ging's weiter hinter zuckelnden Autofahrern nach Zell am Harmersbach, wo heute verkaufsoffener Sonntag war... ich habe schnell einen Eisbecher verdrückt und bin dann weitergefahren. Über Oppenau ging es nach Allerheiligen, einmal den Wasserfall hoch, Bilder machen.

Allerheiligen ist für mich ein sehr besonderer Ort. Als ich das erste Mal bei den Wasserfällen war, war es ein Tag mit eher schlechtem Wetter, es hatte geregnet und ich war allein.

Im letzten Jahr am letzten Juli-Wochenende waren H. und ich mit dem Campingbus in Allerheiligen, haben dort übernachtet und am nächsten Tag im Wasserfall gebadet. Es war einer der vielen, wundervollen, magischen Momente, die ich mit H. erlebt habe. Mein Herz war ein wenig schwer, als heute ich vor dem Wasserfall stand und an jenes extrem heiße Juli-Wochenende dachte. Daran, wie wir am Abend in einem Karsee gebadet hatten und in der Nacht immer wieder von Gewittern geweckt wurden. Den plötzlichen Wetterwechsel am Mummelsee, eine Kuschelstunde im Bus, während der Regen auf das Dach prasselte... das alles sind Momente, die ich nicht missen möchte.


Inneres Wachstum und eine innere Entwicklung hat es bei uns beiden gegeben. Wo, wenn nicht in einer Beziehung kann mensch so viel lernen und sich entwickeln? Heute, beim Anblick der erwachenden Natur und dem Wachstum um mich herum musste ich wieder daran denken.

Es ist schade, dass ich diese Momente nicht mehr mit Dir teilen kann.
Dein und mein Weg war kurz, zu kurz für mich, aber ich bin froh und dankbar, dass ich wir ihn gemeinsam gegangen sind.


Kommentare: