Samstag, 9. Juni 2012

Magische Orte

Feierabend!
Heute habe ich ab 12 Uhr auf die Uhr geschielt und dem Feierabend entgegengefiebert. Das Wetter war perfekt, sonnig, nicht zu warm und ein paar dekorative Wolken ab und an. Ich wollte heute eigentlich den Kandel hochfahren, aber auf der Bundesstraße überholten mich einige Motorradfahrer und als sie an der Ausfahrt zum Glottertal abbogen, fuhr ich wie ferngesteuert hinterher.
Die Macht der Gewohnheit :-D

Ich bin dann das Glottertal relativ zügig hochgefahren, allerdings habe ich kurz angehalten, um den ätzenden Trödlern vor mir einen Vorsprung zu geben. Die Strecke ist zu unübersichtlich und meine Maschine zu schwach für knappe Überholmanöver, das nervt gelegentlich ein bisschen.

Am Thurner entschied ich mich für die Abzweigung nach links, Richtung Triberg-Waldau und bald bog ich nach rechts Richtung Langenordnach ab. Ich kurvte durch Eisenbach und Hammereisenbach weiter Richtung Vöhrenbach. Irgendwo im Hinterkopf hatte ich noch den Gedanken an die Linachtalsperre, das sah irgendwie nett auf der Karte aus. Zwischenzeitlich machten sich Hunger und die anstrengende Woche bemerkbar und ich kehrte ein, um Pause zu machen und die Sonne zu genießen.

Hier war doch irgendwo die Abzweigung zur Talsperre... ja, genau. Ich bog ab und kam auf eine erstaunlich gut ausgebaute, kleine Straße. Gerade in dem Moment, als ich den Gashahn richtig aufreißen wollte, kam auf einmal die Talsperre in Sicht. Ich hielt an, um Bilder zu machen.

Erst wollte ich nur schnell ein paar von der Straße aus schießen, aber dann entdeckte ich einen Trampelpfad nach unten.

Schnell nochmal umkehren, Zündschlüssel raus, und dann nach unten laufen.

Es ist immer wieder interessant, wieviele verträumte und verschlafene Orte es gibt. Und wie schnell man in der Natur steht, nur 20 Meter neben der Straße, ein bisschen weiter unten umgab mich sofort eine wunderschöne Stimmung. Der See glitzerte in der Sonne und unglaublich viele Lupinen blühten. Ich folgte dem Trampelpfad am Ufer entlang, überall blühten wunderschöne Blumen, Lownmäulchen, Glockenblumen, Sauerampfer, Kornblumen, Margeritten... die Königskerzen standen in der Startlöchern. Eine halbvergessene Holzhütte am See und ein paar Picknickbänke lagen in der Sonne.

Als ich weiterlief, quietschte ein Paar Blesshühner aufgeregt, offenbar bin ich nahe an ihrem Nest vorbeigekommen. Das Gequietsche ging recht lang, weil ich mich nicht schnell bewegt habe, und immer wieder stehenblieb, um Fotos zu machen.

Es war unglaublich windig, weshalb man für die Blumenfotos sehr viel Geduld brauchte.
Irgendwann kamen mir zwei ungläublig schauende Wanderer und ein Mann mit Hund entgegen. Ich glaube, dass man eher selten jemanden in Motorradmontur sieht, der durch das Gebüsch robbt, um Blumen zu fotografieren, jedenfalls wirkten sie alle sehr erstaunt.

Die Magie dieses Ortes ließ mich recht lange dort verweilen.

Ich habe vorhin erst gelesen, dass die Talsperre ein Baudenkmal ist und erst vor ein paar Jahren aufwendig saniert wurde. Sie soll, zusammen mit dem Kraftwerk, zu einer Touristenattraktion werden.

Das erklärt dann auch die gute Straße, viele andere kleine Straßen sind wesentlich schlechter und oft nur sehr langsam zu befahren, wie die Hochblauenstraße, oder einige Seitenstraßen im Kinzigtal.

Für mich steht fest, dass ich dort noch einmal hinfahren werde und diesmal ganz gezielt. Man könnte dort prima einen Tag verträumen, nur schade, dass man im See nicht baden darf. Auf der anderen Seite würde das natürlich die Ruhe und Idylle stören und sich sicherlich negativ auf die Fauna und Flora am See auswirken.

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