Samstag, 5. Mai 2012

Burg Landeck und Ettenheim

Burg Landeck bei Köndringen
Nachdem es heute morgen sehr grau aussah und immer wieder regnet, tröpfelte, nieselte, schüttete, hatte ich mich eigentlich schon auf einen Arbeitstag eingestellt. Als ich vom einkaufen kam, schaute aber die Sonne ein bisschen raus und kurz danach rief eine Freundin an, ob wir uns nicht irgendwo treffen und was essen wollen.

Kurz entschlossen machten wir Burg Landeck als Treffpunkt aus und ich ließ mich vom teilweise doch recht starken Regen nicht abschrecken. Wofür habe ich mir die Goretex-Kombi denn gekauft? Ich bin den schnellen Weg über die B3 nach Emmendingen gefahren, denn es wurde zwischendurch doch immer sehr finster.

... ist das nicht toll?
Heute habe ich auch mal eine kleine Kostprobe von feuchten Bitumenstreifen bekommen. An einer Stelle fiel mir auf, dass die Straße fast nur aus diesem Zeug besteht und es vielleicht besser wäre, nicht mit 100 in die Kurve zu gehen, sondern ein bisschen langsamer und zu versuchen, zwischen den Streifen durchzukommen. War zum Glück aber alles problemlos und das kleinere Sträßchen hoch zur Burg war dann schon wieder fast trocken, denn es wehte teilweise auch ein kräftiger Wind und die Temperaturen waren sehr angenehm.


...so lässt sich's leben
Wir sind ein bisschen auf der Burganlage herumgelaufen. Im März hatte ich Burg Landeck das erste Mal besucht, da war es noch überall sehr kahl, die ersten Blümchen guckten hervor, aber von Laub war noch wening zu sehen. Heute war alles grün, das herrliche, frische Maigrün und durch den Regen war alles saubergewaschen und leuchtete. Ich liebe diese Zeit, wo die Hügel des Schwarzwalds hellgrün-schwar gestreift aussehen.

Überall leuchtet noch das Gelb von Löwenzahn und Hahnenfuß zwischen dem sattgrünen Gras und heute bot auch der Himmel immer wieder dramatische Lichtspiele. Nach ein bisschen herumgekraxele und Fotos machen, sind wir in der Burgschänke eingekehrt und haben es uns gut gehen lassen.
Bei Kaffee, Bibbeleskäs (das ist eine Art Frischkäse) mit Schnittlauch, Bauernbrot und Salatplatte konnte man es gut aushalten. Zum Nachtisch haben wir uns noch ein gigantisches Stück Stracciatella-Torte geteilt.

Stadttor Ettenheim
Und dann trennten sich unsere Wege, meine Freundin fuhr Richtung Erdmännchen und ich fuhr weiter Richtung Freiamt-Ottoschwanden und dann nach Ettenheim. Die Strecke bin ich damals auch durch den noch kahlen Wald gefahren, heute war alles saftig grün und die Straße hatte ich praktisch für mich alleine.

Kurz vor Ettenheim wurde der Himmel so finster, dass ich beschloss, dort einen Stopp zu machen, um mich ggf. unterstellen zu können. Es war nämlich nicht nur dunkel, es grollte auch. Der Schauer, den ich von weitem über dem Kaiserstuhl gesehen hatte, sollte später über Ettenheim runterkommen. Vorher hatte ich aber noch genügend Zeit, gemütlich durch die Barocke Altstadt zu schlendern. Es ist schon interessant, wieviele tolle und hübsche Fleckchen es in der Nähe gibt. Ich war noch nie in Ettenheim.

Fassaden in Ettenheim
Ettenheim hat eine recht bewegte Vergangenheit. Die barocke Stadt in der heutigen Form ist das Ergebnis einer fast 150-jährigen Bautätigkeit. Diese begann bald nach dem Dreißigjährigen Krieg und endete mit der Fertigstellung der Pfarrkirche 1772.

Am 5. September 1637 wurde das mittelalterliche Ettenheim von Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, der auf schwedischer Seite und im Dienste Frannkreichs gegen die kaiserlichen Truppen unter General Johann von Werth kämpfte, niedergebrannt.

Es blieb lediglich der mittelalterliche Grundriss übrig, auf dem man die Stadt nach und nach wieder aufbaute. In Ettenheim lebte auch die letzte Hoffnung der Anhänger der Monarchie in Frankreich, Herzog von Enghien, ein Nachfahre der Bourbonen.
Prinzengarten Ettenheim
Er wurde auf Napoleons Befehl in der Nacht zum 15. März 1804 entführt und kurz darauf in Paris erschossen.

Nachdem der Schauer durch war, bin ich dann im Bogen um den Kaiserstuhl herum nach Freiburg zurückgefahren. Kaum stand das Bike unter der Plane, fing es auch schon wieder zu regnen an. Morgen möchte ich nach Triberg fahren, mir die Wasserfälle anschauen und die "Größte begehbare Kuckucksuhr Deutschlands".
Ob Triberg genauso kitischig ist, wie Titisee...?

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