Sonntag, 8. April 2012

Wolfach im Kinzigtal - Ortenau

Die Kinzig
Heute bin ich auch wieder spät gestartet. Das Wetter war grenzwertig, trocken, windig, 8 Grad, bewölkt... Ich habe lange überlegt, was ich mache und  bin dann Richtung Kinzigtal aufgebrochen, umkehren kann man immer noch. Mit skeptischem Blick auf die Regenwolken ging es flott nach Wolfach.

Dort habe ich die bitter nötige Pause eingelegt, denn in Freiburg waren es vielleicht 8 Grad, aber unterwegs war es mit Sicherheit kälter. In Wolfach habe ich mich im Café im Flößerpark bei Kaffee und Kuchen aufgewärmt und mich gefragt, ob die Kinzig früher wohl mehr Wasser führte. Früher wurde auf der Kinzig Holz geflößt, wenn ich mir den Pegelstand heute so angesehen habe, ist das schwer vorstellbar. Im ganzen Kinzigtal fallen einem viele holzvearbeitende Betriebe auf und auch viel Metallhandwerk und Kunstschmiede.

Flößerpark Wolfach
Gegründet wurde Wolfach wohl im Hochmittelalter, wobei es wenige Belege gibt. Bald nach der Gründung übernahm Wolfach als Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum zahlreiche Funktionen für die umliegende Gegend. Interessanterweise kontrollierten die Stadt und ihre Bürger den gesamten Handel und hatten das Monopol auf die meisten handwerklichen Berufe. Diese Vorrechte gründeten auf den Freiheitsbriefen, die seitens der Fürstenberger über Jahrhunderte immer wieder erneuert und erweitert wurden.


Die Flößerei auf der Kinzig hatte ihre Blütezeit im 15. und 16. Jahrhundert.
Hauptstraße Wolfach
Es gibt in Wolfach bis heute große Stauwehre und Floßhäfen, in denen die kleinen Flöße der Bauern für den Weitertransport an den Rhein zusammengebunden wurden. Im 18. Jahrhundert gab es eine zweite Blütezeit der Flößerei, da der  der Holzbedarf rapide anstieg, weil die Niederlande und England begannen, ihre mächtigen Kriegs- und Handelsflotten aufzubauen. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und ihren überlegenen technischen Möglichkeiten begann der Niedergang der Flößerei. Man kann sich bei
einem Ort wie Wolfach schon gut vorstellen, dass dort einmal ein moderater Wohlstand herrschte.

Von Wolfach aus ging mein Weg weiter in Richtung Oberwolfach und Bad Rippoldsau-Schappbach. Ich bog jedoch vorher schon auf die kleine Straße über Wildschappbach nach Bad Peterstal-Griesbach ab. Landschaftlich ist diese Straße sehr schön, sie windet sich durch den Wald, nebendran läuft ein kleiner Bach und man ist relativ allein auf weiter Flur. Auf halbem Wege wurde mir aber wirklich kalt, da es größtenteils schattig war und die Straße auch nach oben führte. Hinter Bad Peterstal-Griesbach ging es weiter in Richtung Ortenau durch Lautenbach und Oberkirch. Unterwegs konnte ich die wunderschöne Kirschblüte und die hügelige Landschaft bewundern. Wenn es nicht gar so kalt gewesen wäre, wäre es ein echte Genuss gewesen, hier zu fahren. Aber man kann das ja bei besserem Wetter wiederholen.

Tour
Von Oberkirch aus nahm ich dann den direkten Weg über die B3 nach Freiburg. Unterwegs gab es richtig ergreifend schöne Momente. Die Kirschblüte ist in der Ortenau in vollem Gange.

In Freiburg sind die Kirschen schon abgeblüht, die Äpfel, die Kastanien und der Flieder stehen in den Startlöchern. Das Licht war wundervoll, graue Wolkenfinger, die durch die Sonnenlöcher kamen, die Silhouette der Vogesen im Hintergrund, links und rechts blühende Bäume... Motorradfahren ist wirklich etwas für alle Sinne!


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