Freitag, 30. März 2012

Motorrad-Basistraining beim ADAC Breisach

Heute hatte ich das Vergnügen, wieder ein Fahrtraining mitzumachen. Es war echt klasse, aber ich bin auch echt kaputt. Im Vergleich zum letzten Jahr bin ich sehr sehr viel entspannter und flotter unterwegs, es hat mich richtig erstaunt, den Kontrast zu merken. Ich war heute nicht die Langsamste!

So ein Training kann ich jedem, ob auf zwei oder vier Rädern - nur ans Herz legen. Heute hatten wir nur den halben Platz, auf der anderen Hälfte waren Autofahrer zugange. Ein paar Mal, als unser Trainer uns etwas erklärte, waren wir vom Treiben nebenan abgelenkt. Da wurde wüst mit den Reifen gequietscht und das Auto herumgeschleudert... auch wenn wir Motorradfahrer um einiges ungeschützter als die Autofahrer sind, DAS sah gefährlicher aus, als unsere Übungen!

Angefangen haben wir heute früh um 9 Uhr mit einer Vorstellungsrunde und danach ging es auf den Platz. Zuerst wurden ein paar Runden einfach so gefahren, um die Kurven kennenzulernen und warm zu werden. Dann kamen einige Runden im stehen, danach im Damensitz mit beiden Beinen nach links. Es folgten einige Runden kniend auf der Sitzbank und dann der Damensitz nach rechts. Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich mich alle Übungen getraut und konnte auch die Kurven so fahren. Davor hatte ich beim letzten Training noch viel zuviel Angst.

Neu war heute auch, dass zum ersten Mal "etwas" am Boden geschrammt hat. Es stellte sich raus, dass das der seltsame Sturzbügel um meinen Auspuff war. Da das unter Umständen ein Problem werden kann (der Trainer sagte "Sturzbügel heißen so, weil sie Stürze verursachen"), muss der Bügel runter. Ich bin gerade daran gescheitert, ihn abzubauen, eine Schraube ist dermaßen unzugänglich, dass ich mich entschieden habe, eine Metallsäge zu kaufen und den Bügel an der Stelle einfach abzusägen. Es wäre doch etwas peinlich, wegen dem Bügel in die Werkstatt zu fahren und zu bitten, dass sie ihn abbauen... jetzt hoffe ich auf eine anständige Säge, denn das Ding (das darüber hinaus noch hässlich ist) muss weg!

Nach den "Turnübungen", die dazu dienen, ein besseres Gefühl für das Motorrad zu bekommen, ging es weiter mit Übungen zum Langsamfahren. Wenden, Achten, Slalom in Schrittgeschwindigkeit... das Wenden und die Achten muss ich nochmal irgendwo üben, das ging nicht sooo gut. Das Wichtigste bei diesen Übungen (naja, eigentlich eins der wichtigsten Punkte beim Motorradfahren überhaupt) ist die richtige Blickführung. Wenn man etwas anstarrt, fährt man drauf zu. Beim Wenden muss der Kopf so weit wie möglich in die gewünschte Fahrtrichtung gedreht sein, dann klappt das auch. Im Aufbautraining wird dann auch das Wenden am Berg geübt, davor graust es mich schon ein wenig. Ich musste bereits ein paar Mal am Berg wenden und habe nicht gerade geglänzt dabei...

Nach der Mittagspause riss der Himmel auf und ich habe dieses Jahr - trotz Sonnencreme - wieder einen leichten Sonnenbrand. Wir haben nach der Pause Bremsübungen gemacht, erst mit 30 km/h und uns dann Schritt für Schritt bis zur Vollbremsung mit 70 km/h herangetastet. Das klappte sehr gut, auch wenn ich nicht bis in den Regelbereich des ABS kam, stand ich doch immer schnell. Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich lang die Bremswege der verschiedenen Motorräder waren, mit ABS, ohne ABS und es waren 2 Teilnehmer mit Integral- und Teilintegralbremsen dabei. Das ist mir ein wenig unheimlich. Ich möchte eigentlich komplett selbst bestimmen, mit welcher Bremse ich abbremse.

Unser Trainer machte uns dann noch darauf aufmerksam, dass wir für Fahrten nach Frankreich einen Alkoholtester mitführen müssten und "reflektierendes Material" an der Bekleidung vorgeschrieben sei. Also wieder die Warnweste rausholen und noch ein paar neckische Reflektoren umhängen, die fröhlich im Wind baumeln *Ironiemodus aus*. Ich befürchte, dass diese ganzen Schikanen bald sowieso europaweit gelten werden. Irgendwann hat man ein Topcase gefüllt mit dem ganzen Schlonz, den kein Schwein braucht dabei, weil es nicht mehr in den Rucksack passt, eine schauderhafte Vorstellung. Ich möchte mein Motorrad nicht mit Koffern verschandeln.

Am Ende des Trainings erfuhren wir noch verschiedene Details zu den anderen Motorradtrainings, unter anderem, dass beim Aufbautraining evtl. der Schauinsland gefahren wird *schluck* Aber ich will ja etwas dazulernen und mich weiterentwickeln und darüber hinaus machen solche Trainings einfach einen Riesenspaß!

Kommentare:

  1. So ein Training lohnt sich offensichtlich! Was ist der "Schauinsland"?

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    1. Der Schauinsland ist der Freiburger Hausberg mit der berühmt- berüchtigten Rennstrecke. Da dort am Wochenende früher viel passiert ist, ist die Strecke nur noch unter der Woche für Motorradfahrer geöffnet. Ich hab mich bis jetzt noch nicht getraut, da hochzufahren.

      Die Trainings lohnen sich auf jeden Fall, egal, ob 2 oder 4 Räder, weil man Extremsituationen üben kann. Einiges darf man im Verkehr oder auf Parkplätzen auch nicht machen, wie das "Herumturnen", das geht nur auf so einem Platz.

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