Sonntag, 2. Oktober 2011

Sonniger Bikerherbst... noch...

Gestern und heute war ich im Schwarzwald unterwegs. Die Anzahl der Motorradfahrer auf der Straße hat sich von gestern auf heute um gefühlte 300 % vermehrt... so viele habe ich noch an keinem einzigen Tag gesehen. Und ich bin bestimmt die langsamste...

Für gestern hatte ich mir nochmal das Münstertal vorgenommen, das war eine meiner ersten Touren kurz nach der Fahrprüfung und ich hatte da ziemlich zu kämpfen. Ein bisschen besser ging es gestern schon und ich kann mit solchen Situationen, wie Radfahrer an engen Stellen flott überholen, wesentlich besser umgehen bzw. ich mache das jetzt einfach, solange es nicht total unübersichtlich ist. Die Fahrradfahrer nutzen natürlich das wunderbare Wetter ebenso, wie alle anderen motorisierten und nicht motorisierten Mitmenschen.

Ich bin früher selbst sehr viel im Schwarzwald gefahren und habe auch mehrwöchige Touren mit Gepäck u. a. durch die Alpen gemacht. An der Stelle möchte ich aber nicht verschweigen, dass es Momente gab, an denen ich das bepackte Rad gerne in den Graben gepfeffert hätte ;-)  Ich kenne die "andere" Zweiradperspektive recht gut und weiß auch, wie leicht man dabei ins träumen kommt und einfach nur noch vor sich hinstrampelt und alles andere vergisst, inkl. den restlichen Verkehr. Was mich allerdings wirklich aufregt, ist die Rücksichtlosigkeit mancher Radfahrer, hier speziell die Herrschaften auf den Rennrädern, die gerne mal auf engen Paßstraßen zu zweit oder dritt nebeneinander herfahren und munter miteinander schwatzen, so dass  man  nur mit Mühe vorbeikommt.


Und manche Motorradfahrer nerven mich auch, vor allem, wenn sie sich in den Sicherheitsabstand anderer Verkehrsteilnehmer drängen. Heute hatte ich das ein paar Mal, mich amüsiert dann immer, dass man sich an der nächsten Ampel oder Schlange wieder trifft. Aber gut, muss jeder selbst wissen. Ich hänge an meinem Leben... bestimmt werde ich nie eine sportliche Fahrerin werden, dazu bin  ich viel zu wenig risikobereit.

Auf der Tour gestern das Münstertal hoch habe ich kurz an einem Parkplatz gehalten. Dort stand ein Pavillion mit dem hübschen Namen "Lusthäusle", sah aber nicht sonderlich komfortabel aus dort ;-)

An der Stelle hatte man eine wunderschöne Aussicht ins Tal und es hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, um den Jahreswechsel eine Auszeit im Kloster St. Trudpert zu buchen. Im Schnee ist es dort bestimmt noch viel schöner und ich hoffe auch einigermaßen einsam und abgeschieden.

Ich hatte eigentlich vor, direkt zum Feldberg hochzufahren, bin dann aber erstmal am Schluchsee gelandet und von dort aus Richtung Feldberg hochgefahren. Man kann jetzt schön die Unterschiede in der Vegetation sehen, oben ist der Herbst schon deutlich weiter, aber es ist noch lange nicht kahl. Ich habe allerdings den subjektiven Eindruck, dass die Herbstfärbung von Tag zu Tag rapide voranschreitet.

Hinter dem Feldberg habe ich in Brandenberg in einem verschlafenen Hotel und Gasthof Pause gemacht und einen wahnsinnig leckeren Heidelbeerkuchen gegessen. Außer mir waren noch genau 2 andere Gäste da, es war fast perfekt: Sonnenschein, Herbstwald, gutes Essen...

Als ich mich zum weiterfahren fertig gemacht habe, holte ein Fahrradfahrer sein Mountainbike aus der Garage und fragte mich, wieviel PS meine Maschine hat. Auf meine Antwort meinte er "oh, die schaut aber nach mehr aus" :-D

 Ich bin dann bis Zell im Wiesental auf der B317 gefahren, eigentlich wollte ich irgendwann abbiegen, aber ich habe jedes Mal die richtige Ausfahrt verpasst. Am Ende habe ich dann aber doch die Strecke gefunden, die ich fahren wollte, nämlich von Steinen nach Kandern auf der L135 und dann weiter nach Badenweiler auf der L132.

Hier gab es auch wunderbare Ausblicke auf die Rheinebene und ziemlich viele Kurven. Ich merke immer wieder, dass ich lange brauche, um mich warmzufahren. Am Ende einer Tour geht das immer viel flüssiger, als am Anfang. Von Badenweiler aus ging es dann auf direktem Weg zurück nach Freiburg.





Heute wollte ich nochmal durch das schöne Urachtal und Bregtal fahren. Wie immer... erstmal falsch gefahren... Ich bin auch nur den Teil durch das Bregtal gekommen, das Urachtal lag da schon abseits meiner Route.

Es war diesmal auch nicht einsam, aber immer noch wenig Verkehr, im Vergleich zu den anderen Strecken.

Diesmal hatte ich noch gar nicht geplant, wie ich zurückfahren wollte. Gasthof habe ich dann die Karte studiert und wollte über Villingen weiter Richtung Schramberg fahren.

Auf dem Weg zwischen Villingen und Schramberg bescherten mir die Umleitungen einige recht schöne und relativ einsame Strecken im Sonnenschein. Die Schleife über Fluorn-Winzeln und Alpirsbach war etwas unfreiwillig, weil ich mal wieder die Straße nicht gefunden hatte, die ich eigentlich nehmen wollte. Aber dafür fährt man ja Motorrad ;-) Solange ich keine großen Touren ins Ausland plane, werde ich mir erstmal kein Navi kaufen, für den Schwarzwald und Bodenseeraum reichen mir die Straßenkarte und google-maps aus.

Tja... in dem Gasthof meinte die eine Bedienung, dass es am kommenden Donnerstag im Schwarzwald schneien soll, bäh! Wegen mir kann es noch bis Monatsende so schön bleiben und dann darf es meinetwegen schneien... wobei... meine Wohnung ist im Winter äußerst ungemütlich. Bei den Temperaturen im Moment mag ich wirklich nicht an Socken und Wärmflasche im Bett denken.

Morgen geht es nochmal aufs Motorrad, hoffentlich nicht zum letzten Mal in dieser Saison. Wir haben hier ja viele Ausweichmöglichkeiten, wenn es oben schon zu ungemütlich oder gar glatt ist, kann man hier unten immer noch ganz gut rumfahren.

Ach ja, den Temperaturunterschied zwischen dem östlicheren und nördlicheren Schwarzwald und dem Südschwarzwald konnte ich sehr gut spüren. In Winzeln musste ich noch ein Shirt unterziehen und dachte mir, dass es ein Fehler war, auf die Thermoleggins zu verzichten. Es war schon etwas frisch dort. Kurz hinter Schiltach wurde es aber deutlich wärmer und ich war froh, dass die dicken Klamotten heute nicht dabei waren.

Das sind auch interessante Erfahrungen, das Wetter und die klimatischen  Unterschiede so unmittelbar zu spüren. Es ist aufgrund der höheren Geschwindigkeit auch nochmal etwas anderes, als auf dem Fahrrad. Mal sehen, wo ich morgen fahre und was ich da alles mitnehme, oder weglasse.

Kommentare:

  1. Motorradfahren ist viel zu schön, um es allein den Männern zu überlassen.
    (BMW-Werbespruch)

    SchsehSIE...freu!!! *♥RESchPEKT*

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  2. Ich hoffe auf viele schöne Oktobertage und noch schönere Tourbeiträge

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  3. S´kömmt gleich noch einer von heute!

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