Freitag, 16. September 2011

12. Tour - Nordschwarzwald - 231 km

Puh, das war ja was heute!

Diese Tour hätte extrem schön und idyllisch sein können, wenn nicht a) etliche Baustellen b) großzügig gestreuter Rollsplit (zum Glück bergauf in den Kurven, nicht bergab) c) dicker Verkehr und d) LKWs en masse, bergauf und bergab.

Am meisten hat mich der Rollsplit ins schwitzen gebracht und ich habe die ganze Zeit Stoßgebete losgeschickt, dass bitte nirgendwo bergab welcher in den Kurven liegt. Die Straße von Zell am Harmersbach nach Bad Peterstal und später weiter nach Freudenstadt wäre ein Traum, wenn eben nicht a) bis d) gewesen wäre. Es war echt kein Genuss, da zu fahren, das war einfach zuviel des Guten für meine Anfängerkenntniss, andere fahren da natürlich schneller. Was soll`s.

Es gab aber trotzdem richtige Highlights auf der Fahrt, die Orte Zell am Harmersbach oder Bad Peterstal-Griesbach könnten prima die Hauptrolle in einem Heimatfilm spielen.
Ein Teil meiner Strecke verlief auf der "Deutschen Fachwerkstraße".

Nur nebenbei: in der Gegend (weiter östlich allerdings) befindet sich der Ort Gengenbach, der im Film "Charly und die Schokoladenfabrik" als "Düsseldorf" fungiert. Als Tim Burton-Fan muss ich da eigentlich mal hinfahren.

Irgendwie will ich es auf meinen Touren mal schaffen, ein paar Orte genauer anzusehen, anstatt nur durchzufahren, es gibt soooo viel zu sehen und zu entdecken! Auf der anderen Seite denke ich mir, dass ich das dann lieber mit einer Wandertour oder vielleicht im Winter mit Langlauf kombinieren werde. Wenn ich auf dem Motorrad sitze, will ich eigentlich nur eins: fahren!

Auf dem Rückweg, der ungeplant (Doro und die Straßenschilder, Klappe, die 125...)  anders verlief, als ich es eigentlich vorhatte, landete ich wieder bei Schiltach in dem Gasthof, wo ich Mitte/Ende August schon  mal auf der Tour von St. Georgen aus war. Die Bedienung hat sich sogar noch an mich erinnert ;-)

Das war die einzige Einkehr heute, von einer Pause auf dem Parkplatz "Renchtalblick" (auf dem man das Renchtal vor lauter Bäumen nicht sah...) mal abgesehen, wo es lecker Energie-Riegel und Wasser aus der Flasche gab. Nach dem Gefahre durch den Rollsplit und dem Herumgekurve zwischen LKWs und drängelnden Lieferwagen, musste einfach eine Pause sein. Es war sogar recht ruhig da und eigentlich ganz hübsch.

Ich habe mir die anderen Motorradfahrer angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass die auch nicht viel schneller um die Kehren  rum sind, wie ich. Spätestens nächstes Jahr klappt das flotter, da bin ich mir sicher.

Jetzt am Ende der Tour durch das Kinzigtal und Elztal ging es dann mal richtig flott für meine Verhältnisse, auf den größeren Straßen steigert sich mein Tempo immer mehr. Ich weiß inzwischen sehr gut, wie mein Motorrad reagiert, wie ich sie um die Kurven kriege usw.  und ich habe - glaube ich - den Verkehr und die Straße recht gut im Blick, weil die ganzen Schalt- und Bremsvorgänge inzwischen wirklich automatisch ablaufen. Ich muss gar nicht mehr auf den Drehzahlmesser schauen, um zu wissen, ob ich jetzt hoch- oder runterschalten muss, weil ich das genau spüre und höre und ich weiß zu 95 %, in welchem Gang ich gerade bin.

Auf der Strecke von Waldkirch nach Freiburg habe ich mal den Gashahn bis zum Anschlag gedreht und bin ein Stück mit Vollgas gefahren. Ich kenn`s ja schon von der Autobahnfahrt in der Fahrschule, es ist *anstrengend* mit dem Winddruck, ewig kann ich das nicht haben, aber für ein paar Kilometer mal richtig durchziehen, macht Spaß. Heute hatte ich auch nicht mit Seitenwind zu kämpfen, hier ist es ja nicht so selten ordentlich windig. Auf der Autobahnfahrt in der Fahrschule hatte ich ein paar Mal erlebt, wie das Motorrad neben einem LKW versetzt wurde, das war irgendwie schon etwas unheimlich...

Und heute habe ich was geschafft, nämlich das ruckfreie Hochschalten! Ich habe irgendwann mal dran gedacht, dass man den Schalthebel vor dem Kuppeln schon etwas belasten soll. "Was meinen die damit??" Dann habe ich`s probiert und, was soll ich sagen, die Gänge gehen wie Butter rein! Beim runterschalten ruckt es ab und zu schon noch, vor allem, wenn ich mal wieder etwas hektisch bin, aber auch das wird besser.

Ich glaube, wenn diese Saison in ein paar Wochen zuende geht, kann ich mit meinen Lernerfolgen und der Kilometerleistung echt zufrieden sein. Und ich weiß jetzt schon, dass ich an jedem schönen, warmen Wintertag das Kennzeichen 03-10 verfluchen werde... aber wenn es ganz schlimm mit dem Entzug wird, kann ich ja eine Maschine leihen gehen ;-)

Die Tour heute war: Freiburg - Denzlingen - Sexau - Freiamt - Schuttertal - Zell am Harmersbach - Bad Peterstal-Griesbach - Freudenstadt - Loßburg - Alpirsbach - Schilltach - Elzach - Freiburg

Die Karte, wie immer mit freundlicher Hilfe von google-Maps.

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