Donnerstag, 15. September 2011

11. Tour - 383 km Bericht mit Verspätung ;-)

Ich sitze gerade schon an der Planung für die morgige Tour, aber vorher kommt noch der Bericht von meiner letzten.

Der Plan war, eventuell am Bodensee zu übernachten, also bin ich mit einem gepackten Rucksack und Tankrucksack losgefahren.

Mein Weg führte mich erst einmal nach Süden, bis nach Schliegen fuhr ich auf der B3. Von dort aus ging es dann weiter in Richtung Kandern.

Auf dem Weg merkte ich schon, dass ich eigentlich zu wenig gegessen und getrunken hatte und entsprechend unkonzentriert fuhr. Es ist interessant, wie schnell sich das auf die Fahrerei auswirkt, ich hatte sogar Anflüge von schlechter Laune, das passiert mir sonst nie. Also: höchste Zeit, etwas zwischen die Kiemen zu kriegen.

Die Strecke Richtung Kandern ist sehr idyllisch und war am letzten Samstag auch recht wenig befahren. Es ging weiter Richtung Marzell und auf dem Weg fand ich in Mahlsburg den Gasthof Zur Mühle. Glücklicherweise war schon Mittagszeit und ich konnte mich in die Sonne setzen und die Idylle genießen. Der Gasthof ist tatsächlich eine alte Mühle, sehr hübsch hergerichtet und wunderschön gelegen, ich fand es schade, dass es dort keine Zimmer gibt, da wäre ich im Winter gerne mal eingekehrt und hätte mich ein paar Tage vom Stadtleben zurückgezogen.

Nachdem ich mich gestärkt hatte, ging es weiter nach Marzell und von dort durch das Kleine Wiesental über Gresgen und Adelsberg nach Zell im Wiesental. Die Strecke durchs Kleine Wiesental ist ebenfalls äußerst idyllisch, für mich allerdings nach wie vor eine Herausforderung, da die Straße sehr kurvig und eng ist, aber ich war unbedrängt und konnte in meinem Tempo fahren.

Jetzt im Herbst kommen für Motorradfahrer noch neue Herausforderungen hinzu, es liegen Laub, Kastanien, Früchte... Schmutz usw. auf der Straße. Es gilt also, die Straße noch genauer zu "lesen" und  für eine Anfängerin wie mich, die mit diesen Situationen noch nicht konfrontiert war, heißt es erhöhte Vorsicht. Ich habe schlicht und ergreifend keine Lust auf einen Sturz oder eine Situation, die ich nicht kontrollieren kann, also bleib ich weg vom Gas.

Von Zell aus ging es weiter über Schönau und dann Richtung St. Blasien und Schluchsee, auf den Spuren einer meiner letzten Touren.

Diesmal wollte ich jedoch weiter Richtung Bodensee fahren und bin nach Bonndorf abgebogen. In Bonndorf habe ich mir dann eine weitere Rast gegönnt. Es waren unglaubliche Massen von Motorradfahrern unterwegs. Ich finde es auf jeder Tour wieder lustig, dass es Strecken gibt, auf denen ich kilometerweit allein unterwegs bin und es kommen mir meist auch mehr andere Motorradfahrer entgegen, als in meine Richtung fahren. Das war bis jetzt auf jeder Tour so, oder auf fast jeder.

Nachdem Eiskaffee und ein Liter Wasser ausgetrunken waren, ging es weiter auf der L171 über Wutach in Richtung Blumberg. Ich bin bei einer der letzten Touren unten durch die Wutachschlucht über die Schattenlochmühle gefahren, diesmal ging es etwas anders (aber nicht weniger idyllisch) an der Wutach entlang.

Da mir die Schlepperei mit der große Spiegelreflexkamera zuviel war und ich auch befürchte, dass ihr die Rüttelei im Tankrucksack nicht gefallen könnte, gibt es leider keine Fotos. Für die nächste Saison wünsche ich mir vom Weihnachtsmann (oder von meinem Freund...) eine Kompaktkamera, die ich in die Jackentasche stecken kann, da habe ich weniger Bedenken. Meine Spiegelreflex ist mir einfach zu kostbar, weil ich für meine Produktfotos auf sie angewiesen bin.

Hinter Blumberg ging es weiter auf der B314 Richtung Singen und von dort nach Radolfzell.
Ich bin eine Runde durch die Stadt gekurvt und habe überlegt, ob ich dort übernachte (so war der ursprüngliche Plan). Da ich aber irgendwie das Schild der Touristeninfo nicht gefunden oder übersehen hatte, habe ich gegen 17.45 beschlossen, nach Freiburg zurückzufahren.

In Engen musste ich nochmal tanken und es gab einen Fruchtriegel und noch Wasser aus der Flasche für mich. Inzwischen war es nach 18 Uhr und ich wollte unbedingt noch im Hellen zuhause ankommen. Das hieß also: durchfahren und zwar flott!

Unterwegs habe ich schon die Anstrengung gemerkt und dass ich zu wenige Pausen gemacht habe. Eine Stimme aus dem Off flüsterte non-stop "Doro, so passieren Unfälle, durch Übermüdung und zu wenige Pausen..." Zeitweise war es wirklich anstrengend, weiter im Sattel zu sitzen und mich auf die Straße zu konzentrieren. Dazu kam die tiefstehende Sonne, die manchmal sehr geblendet hat, trotz Sonnenvisier und mich dazu zwang, langsamer zu fahren, bis die Situation klar war.

Als dann allerdings die ersten Schilder mit "Freiburg" auftauchten, ging es mit der Müdigkeit dann doch ganz ok. Die B31 fahre ich ja - wie gesagt - nicht sonderlich gerne, aber diesmal war sie mir willkommen.

Es war nicht sonderlich spannend, dort zu fahren, bis... Falkensteig.

Da wurde es lustig für mich und ich meine das jetzt nicht ironisch, sondern es war amüsant.
Hinter Falkensteig gibt es einige Kurven und auch eine 180-Grad-Kehre. Ich habe mich schon gewundert, warum der Verkehr auf einmal dichter und langsamer wurde... und dann habe ich sie gesehen, die "nicht-gebirgserfahrenen" Autofahrer...

Ja, gut, ich kann es ein wenig nachvollziehen, wenn ich sehe, wie ich im Schwarzwald um die Ecken schleiche. Aber hier... die Straße ist bestens ausgebaut, in gutem bis sehr gutem Zustand und *breit*
Kein Grund, dort mit 40 um die Ecken zu schleichen. Ich meine, es war ein sonniger, trockener Tag!

Naja, überholt habe ich nicht (darf man da auch nicht), aber mir eins gegrinst.

Ja, und um 19.15 war ich dann zuhause, total ko, halb verhungert und verdurstet, aber stolz :-)

Ich kann`s gar nicht oft genug sagen: ich liebe mein kleines Motorrad und das Fahren macht mir wahnsinnig Spaß, ich habe noch keine Sekunde bereut, den Schein gemacht zu haben und kann allen, da draußen, die es sich gerade überlegen nur sagen: TUT ES, ES IST GEIL!

P.S: Inzwischen sind die zweiten 1000 km auch voll, bin gespannt, wieviele es in dieser Saison noch werden...

Die Karte wie immer mit freundlicher Hilfe von google-Maps.

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