Samstag, 6. August 2011

... geschafft!

Seit letztem Dienstag habe ich ihn nun endlich, meinen Motorradschein, und seit letzter Woche Samstag habe ich auch ein Motorrad, eine Honda CBF500.



Jaja, "Frauenmotorrad", "Anfängermotorrad", blabla.

Glaubt mir, das ist mir sowas von WURSCHT! :-D

Ich bin ein sehr pragmatischer Mensch und hatte keine Lust a) 10000 Möpis Probe zu fahren b) ewig zu suchen c) mich groß umzugewöhnen. In meinem fortgeschrittenen Alter *räusper* (ich bin 45) ist man ja auch nicht mehr so flexibel :-D

Ich bin das Teil in der Ausbildung gefahren und habe eine ganze Weile gesucht, bis ich eine gebrauchte hier in der Gegend gefunden habe. Tja, und eines Tages stand sie da und ich wusste "die gehört mir!" Gestern habe ich sie (ja, es ist eine SIE) in Rastatt vom Händler geholt und bin gleich damit nach Freiburg gefahren.

Ich hatte ziemliches Glück mit dem Wetter, ca. 3 Stunden nachdem ich heimkam, hat es angefangen zu schütten wie aus Kübeln.

Es war tagsüber entsetzlich schwül, in der Montur (Textil) war es beim fahren eigentlich erst ab ca. 70-80 km/h erträglich.

Bis ich allerdings überhaupt mal in Rastatt war, hat es *ewig* gedauert.
Erst streikte in Freiburg der ÖPNV, also Doro in Bike-Klamotten aufs Fahrrad und zum Bahnhof gedüst (1. mal total verschwitzt).

Dann stand ich vor dem Fahrplan und stellte fest, dass zum 1.8. ein Fahrplanwechsel stattgefunden hatte und es meine geplante Verbindung nicht gab.

Erstmal noch ein dickes Käse-Baguette holen, weil biken hungrig macht und das Ding gleich verschlingen (ja, ich hatte gefrühstückt!).

Als ich dann in Offenburg umsteigen musste, kam die 2. Überraschung, denn einen Anschluss gab es auch nicht, ich musste knappe 45 min. warten.

Also erstmal Kaffee trinken, schließlich war ich seit 6 Uhr wach.

Dann kam so langsam die Sonne raus, es wurde zwar unerträglich schwül und in der dicken Hose und den Stiefeln unangenehm warm, aber immerhin musste ich meine erste Tour nicht bei Sauwetter fahren.

Rastatt-Freiburg sind immerhin 115 km.

Vor dem Regen hatte ich keine Angst, in der Ausbildung bin ich auch mal bei Regen gefahren, muss man halt langsamer machen. Aber es gibt was schöneres, als lange Strecken im Sauwetter auf dem Zweirad zu fahren. Egal, ob mit oder ohne Motor.

Als ich beim Händler stand, war ich zum 2. Mal schweißgebadet, die Strecke vom Bahnhof zum Händler in dicken Motorradhosen und -stiefeln, dicke Jacke über der Schulter, Helm in der Hand zu laufen, war nicht grad angenehm.

Ja... und dann saß ich auf einmal auf *meinem* Bike und bin losgefahren. Einfach so. Und total entspannt *staun*

Erster Fehler: vor lauter Begeisterung die Spiegel nicht eingestellt :-D
Das habe ich gemerkt, als ich das erste Mal abgebogen bin, der Verkehr hinter mir war nicht so richtig sichtbar... habe ich bei der nächsten Gelegenheit behoben.

Dann erstmal in Rastatt verfahren (man hätte sich einen Streckenplan ausdrucken können...), irgendwann war ich dann doch endlich richtig und bin Richtung Baden-Baden gefahren.

Zweiter Fehler:
Ausfahrt nach Sinzheim verpasst...

Der zweite Fehler bescherte mir einiges Blut-und-Wasser-Schwitzen in Baden-Baden... ich wurde nämlich durch alle möglichen Umleitungen gejagt. Und diese Umleitungen führten bergauf und bergab durch enge und kurvige Straßen *schluck*

Das hätte mich jetzt nicht so sehr gestört, viel nerviger waren die Autofahrer, die mir ständig auf dem Nummerschild klebten... an einer Stelle ging es dann richtig steil runter, allerdings Zone 30, also kein Stress. Bis auf die nervigen Schildkleber, die am liebsten mit 130 gefahren wären *sich da sicher ist*

An einer Ampel habe ich sie dann auch mal abgewürgt *wütendes hupen von hinten*
Später dann in der Hektik nochmal beim anfahren am Berg, was mir bis dahin eigentlich immer fehlerlos gelungen ist. Aber ein bisschen Stress - und das zeigt mir, wie unerfahren und ungeübt ich noch bin - und die Fahrleistung lässt sofort deutlich nach.

Irgendwann hatte ich dann glücklich das "Loch" aus Baden-Baden raus gefunden und der Rest der Fahrt lief problemlos in einem Rutsch durch ohne verfahren.

Naja. Nicht ganz. Ich muss das Schalten neu lernen, sie schaltet sich nicht so weich, wie ich es vom Fahrschulmotorrad gewohnt war, sondern ich hatte ein wild buckelndes Tier unter mir... zumindest zwischen dem 2. und 3. Gang. Und geruckt hat es auch, das kannte ich gar nicht.

Unterwegs wurde ich mit dem wohl alltäglichen Wahnsinn konfrontiert, der auf Landstraßen und sonstwo abläuft.

Kleine Randbemerkung: ich fühle mich nur auf 2 Rädern wohl, Autofahren finde ich furchtbar, das macht mir überhaupt keinen Spaß, ich habe auch nur ein Fahrrad und jetzt eben mein Motorrad.

Da wird wüst überholt, geschnitten, dicht aufgefahren... Und wehe, man fährt vorschriftsmäßig, oder nimmt Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Nein, um jeden Preis muss überholt werden. Sperrfläche? Durchgezogene Linie? Überholverbot? So what!

Ich habe unterwegs oft den Kopf geschüttelt.

Jetzt steht mein Schätzchen unten im Hof unter einer vorläufigen Regenabdeckung, bis ich einen Garagenplatz für sie habe.

Und Fakt ist auch, dass sie mir viel Spaß macht und sich gut fährt, bis auf die Geschichte mit dem Schalten, aber das krieg ich bestimmt bald fehlerlos hin.

Motorradfahren war ein Jugendtraum von mir, den ich ziemlich lange vergessen hatte.
Irgendwann sollte man seine Träume einfach mal umsetzen...

In den 90ern war ich passionierte Fahrradfahrerin (ich fahre immer noch, aber nur Alltagswege und kleine Touren) und habe mich speziell auf den Bergtouren immer über die Motorradfahrer aufgeregt, die in Rudeln an mir vorbeifuhren.

"Was für ein Scheiß! Sowas soll Spaß machen???"

Tja, jetzt fahr ich selbst. Die Alpen sind noch ein fernes Ziel, jetzt ist erstmal üben angesagt, Technik verbessern, fahren, fahren, fahren.

Auf dem Stundeplan steht möglichst täglich eine Stunde auf dem Bike, davon ein Teil auf dem alten Übungsplatz, die Fahrschulübungen abspulen, bis alles im Schlaf perfekt abläuft und danach - je nach Zeit und Wetter - noch eine Runde überland. Den Schwierigkeitsgrad werde ich dann langsam steigern.

P.S: Ich habe kein Wunschkennzeichen, alle Kombinationen, die mir gefallen hätten, waren schon weg. Also habe ich es dem Zufall überlassen, wie viele andere Dinge in der letzten Zeit. Aber das ist ein anderes Thema.

Kommentare:

  1. Na, das macht ja Lust auf mehr Abenteuer:)

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  2. Warum Motorräder einfacher sind als Frauen

    * Motorräder kannst Du jeden Tag im Monat fahren.
    * Motorräder werden nicht schwanger.
    * Motorräder jammern nicht ohne Grund.
    * Motorräder kannst Du auch mal von einem Freund ausprobieren lassen.
    * Motorrädern ist es egal, wieviel Motorräder Du schon vorher gehabt hast.
    * Motorrädern ist es auch egal, wieviel Motorräder Du noch nebenher hast.
    * Mit Deinem Motorrad kommst Du immer gleichzeitig - an.
    * Motorrädern ist es egal, wenn Du nach anderen Motorrädern guckst.
    * Motorrädern ist es auch egal, wenn Du Motorradmagazine kaufst.
    * Wenn Du ein ausländisches Motorrad hast, kannst Du es trotzdem Deiner Familie und den Nachbarn vorstellen.
    * Du kannst auf Deinem Motorrad stundenlang herumreiten, ohne daß es sauer wird.
    * Du kannst auf Deinem Motorrad jederzeit die Fahrt abbrechen, ohne daß es frustriert ist.
    * Motorräder möchten abends nicht mit anderen Motorrädern fortgehen.
    * Motorrädern ist es auch egal, wenn Du abends spät heimkommst.
    * Du brauchst nicht extra duschen, wenn Du mit Deinem Motorrad fahren willst.
    * Wenn Dir Dein Motorrad nicht mehr gefällt, kannst Du es umbauen, umspritzen oder verkaufen.
    * Mit dem Motorrad kannst Du sofort losfahren, Du mußt es nicht vorher zum Essen einladen oder mit ihm ins Kino gehen.
    * Was für eine tolle Fahrt Du mit Deinem Motorrad hingelegt hast, kannst Du in jeder Gesellschaft erzählen….

    Autor unbekannt => anonym ;-)))

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  3. Weööööööööööööööööööömmmmm
    nu gehts.
    Roggn se dem Blog!

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