Montag, 22. August 2011

9. Tour - die ersten 1000 km sind voll

Diese Tour war vor allen Dingen eins: HEISS!

Ich hatte eigentlich vor, der Hitze in der Ebene zu entfliehen und eine Tour Richtung St. Georgen im Schwarzwald geplant, von dort aus wollte ich dann im Bogen über Schramberg, Schiltach, Wolfach wieder zurück nach Freiburg.

Den ersten Teil bin ich auf meiner "Standardroute" Richtung St. Märgen über das Glottertal hochgefahren. Heute habe ich mit zwei der Memo-Labels aus dem Übungsbuch gearbeitet, nämlich "Mißtrauenshaltung durchbrechen!" und "Kurven weit von außen anfahren!"

Es gibt noch eine ganze Menge anderer Themen zu bearbeiten, aber erstmal muss ich mich wirklich eingehend mit dem Kurvenfahren beschäftigen. Leider hat die Hitze meiner Konzentration teilweise sehr stark zugesetzt, aber auf Teilstrecken konnte ich mich auf diese beiden Punkte konzentrieren.

In St. Georgen habe ich die Abzweigung nach Schramberg erstmal verpasst, bin dann ein Stück rausgefahren, und habe auf einem nicht sehr idyllischen Parkplatz Pause gemacht, um etwas zu trinken und zu essen. Dort oben war es etwas erträglicher, es ging wenigstens Wind.

Übrigens noch eine kleine Randbemerkung: Auf der Strecke Richtung St. Märgen gibt es recht viele Stellen, wo man wg. Straßenschäden nur 50 fahren darf.

Das ist auf diesem Streckenabschnitt meiner Meinung nach völlig überflüssig, denn die Schäden sind wenige und überschaubar und man könnte da viel schneller fahren... Dahinter kommt dann ein Abschnitt, auf dem die Straße echt mies und geflickt ist, da sind dann absurderweise sämtliche Beschränkungen aufgehoben.  Das darf verstehen, wer will. Naja... ich gestehe, dass ich heute aufgrund der freien Strecke einfach so schnell gefahren bin, wie ich das für richtig hielt.
Manchmal geht es selbst mir zu langsam ;-)

Vom Parkplatz in St. Georgen aus bin ich zurück in den Ort gefahren, um die richtige Abzweigung nach Schramberg zu nehmen.

Eine Sache, an der ich auch unbedingt arbeiten muss ist, schneller anzufahren, und vor allem das am Berg anfahren muss ich verstärkt üben.

In St. Georgen habe ich auf einem steilen Stück mit Ampeln und Fußgängerüberwegen immer gehofft, dass ich nicht stehenbleiben muss. Zum Glück musste ich das auch nicht, aber mit der Vermeidungshaltung bringt man sich nur selbst in Gefahr, also demnächst: anfahren am Berg üben, bis es richtig sitzt.

In der Fahrschule hat das wunderbar geklappt, aber seitdem ich das Motorrad einmal in Baden-Baden und später nochmal auf einer Tour beim anfahren am Berg abgewürgt habe, habe ich eine gewisse Scheu vor der Situation. Umso wichtiger, das in Ruhe zu üben, bis es im Schlaf klappt.

In St. Georgen waren dann auch meine ersten 1000 km voll!

Die Tour Richtung Schramberg und Schiltach verlief sehr schön, über kurvige, kleine Straßen, die für mich auch gut zu bewältigen waren.

Solange ich vom Verkehr unbehelligt war, habe ich mich voll und ganz auf meine Kurvenarbeit konzentriert, ständig mit mir geredet "Doro, auf dem Gas bleiben, Du fährst diese Kurve jetzt mit 70 durch ohne vorher zu bremsen"... "Doro, Kurve von ganz außen anfahren"... "Doro, runter in die Schräglage"... "Doro, weit in die Kurve schauen"... "Doro, Kopf aus der Schräglage"... "Doro, runterschalten"... "Doro, schaltfreudig fahren"...

Es ging alles recht gut, nur hätte ich bereits in Schramberg eine längere Rast gebraucht, ich war am verdursten und weiter unten waren die Temperaturen alles andere, als angenehm.

Ich habe immer etwas zu trinken dabei, aber man kann halt nicht a la Fahrrad einfach stehenbleiben und einen Schluck aus der Flasche nehmen. Also durchhalten... und die Konzentration so gut es geht aufrecht erhalten.

Hinter Schiltach habe ich dann einen geöffneten Gasthof mit schattigem Biergarten gefunden, da gab`s leider nichts mehr zu essen aber Hunger war sowieso nicht mein Problem.

Die erste große Johannisbeerschorle war in 2 Zügen leer ;-) Danach habe ich mir noch einen Eiskaffee gegönnt und noch eine weitere Schorle und eine lange Pause. Ich habe genau gemerkt, wie mein Körper langsam aber sicher die Flüssigkeit wie ein Schwamm aufgesogen hat. Am liebsten hätte ich eine Runde geschlafen, nach 1,5 Stunden ausruhen, fühlte ich mich soweit fit, dass es wieder weitergehen konnte.

Wenn ich aufgepasst hätte bei der Tourplanung, wäre mir aufgefallen, dass ich durch diverse TÄLER fahren würde. Und TÄLER befinden sich bekanntermaßen meistens UNTEN und unten ist es HEISS.
Tja.

Eine falsche Abzweigung (oder sagen wir eine ungeplante, falsch gibt`s nicht, ich fahre ja zum Spaß!) hat mir einen Ausflug nach Gutach bei Hornberg beschert.

Ich bin - wie gesagt - immer froh darüber, wenn ich keine Ahnung habe, was mich auf der Strecke erwartet. Denn der Weg nach Elzach ging erstmal richtig steil und kurvig hoch (18 % Steigung) und dann genauso steil und kurvig runter (18 % Gefälle).

Alles nicht so schlimm, nur hatte ich wieder Drängler hinter mir (Memo an mich: endlich den "scheißanfänger"-Patch drucken!) und dann kam ein Schild mit der Aufschrift "Sturzgefahr für Motorradfahrer" ... das hat mich nicht gerade ermutigt, schnell zu fahren ;-)


Diese Schilder mögen gut gemeint sein, mich verunsichern sie ganz gewaltig, denn ich komme genau in die Mißtrauenshaltung, die ich gerade zu durchbrechen versuche. Naja, ich bin wieder heil runtergekommen und die Drängler konnten mich dann weiter unten überholen.
Ich wäre sehr dafür, für alle Auto-Fahrschüler mehrere Stunden Pflichtmitfahren auf dem Motorrad einzuführen, damit sie mal sehen, wie sich das anfühlt, auch und vor allem in den Kurven und auf schlechter Straße und unter dem Helm und und und :-D

Immerhin klappen die engeren Kurven auf ebener Strecke wirklich zufriedenstellend bis gut auch mit höheren Geschwindigkeiten. Wenn das sitzt, werden die Kurven in den Bergen sicherlich auch besser werden.

Der letzte Teil meiner Tour das Elztal runter war nur noch eine Qual. Auf der Bundesstraße von Waldkirch nach Freiburg kann man stellenweise 130 fahren, aber selbst das hat keine Abkühlung gebracht.

Unter dem Helm bin ich fast erstickt, zwischendrin habe ich immer wieder für kurze Zeit das Visier geöffnet, aber bei den höheren Geschwindigkeiten wird einem einfach zuviel Staub ins Gesicht geblasen. Also hat man die Wahl, entweder Halbblindflug mit offenem Visier, oder langsamer Hitzetod mit geschlossenem ;-))

Anbei mal wieder der Streckenplan mit der freundlichen Hilfe von google maps.






Kommentare:

  1. Yeah. DIe 1000! Glückwunsch, Kante:) Du Roggerbraut.

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  2. Bei den ersten 10.000 gibt`s dann ne Party :-D

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  3. Gratulation, ich stell mich dann schon für die Party an!

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  4. RESchPEKT!!!
    ...schon mal - zur PARTY - Jahresurlaub beantrag ;-)))
    und befolge immer
    die Goldene Bikerregel:
    Erst anhalten, dann absteigen! *zwinker*

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