Samstag, 20. August 2011

8. Tour - meine erste Tagestour - Freiburg - Radolfzell - Freiburg 312 km

Heute wollte ich mal probieren, wie es ist, den ganzen Tag im Motorradsattel zu verbringen. Leider bin ich erst später losgekommen, als geplant, weil ich noch spontanen Besuch hatte, deshalb hat`s auch nicht mehr für ein Bad im Bodensee gereicht.

Eigentlich hatte ich vor, dieses Wochenende ganz am Bodensee zu verbringen, aber ich habe keine Unterkuft gefunden und irgendwann dann einfach umdisponiert.

Mein erster Plan war, eine Tour Richtung Bad Herrenalb, aber irgendwie hat es mich dann doch wieder ans Wasser gezogen ;-)

Der erste Teil meiner Fahrt bis Löffingen verlief auf der B31, die ich nicht besonders mag, das ist was zum Kilometer fressen, fast wie Autobahn, außerdem immer viel Verkehr.

Ich bin dann abgebogen, Richtung Bonndorf und später durch die Wutachschlucht gefahren. Bis Bonndorf war ich zeitweise allein auf weiter Flur auf der "Panoramastraße", vorbei an frisch gemähten Wiesen, alten Bäumen, über hügelige (wirklich!), kurvige Straßen ging es dann Richtung Wutachschlucht.

Das Gute bei meiner Tourenplanerei ist, dass ich vorher nie weiß, was mich erwartet, ich muss dann halt immer durch das durch, was vor mir liegt. So war mir auch nicht klar, dass ich durch die Wutachschlucht fahren würde, ich habe mich nur gefragt, was das für ein Kurvengeschlängel vor Bonndorf ist. Die eigentliche Schlucht verläuft ja leicht versetzt zur Straße. Ich bin sie schon einmal vor etlichen Jahren gewandert, das war sehr beeindruckend.

Ja, jedenfalls landete ich irgendwann dort. Teilweise ist die Straße sehr sehr eng, ich glaube, dass selbst sehr routinierte Fahrer hier einen Gang runterschalten. An einer ganz besonders engen Stelle durfte man auch nur noch 30 fahren, da kam mir ein Auto entgegen und ich war froh, dass ich eh noch recht langsam um die Ecken fahre. Das wäre sehr eng geworden.

In Bonndorf habe ich meine erste Pause gemacht und Mittag gegessen. Ich war im "Bonndorfer Humpen". Eine sehr skurile Wirtschaft, die wohl von einem türkischen Ehepaar betrieben wird, die Speisekarte ist eine wilde Mischung aus Pizza, Pasta, Döner in Variation, Flammkuchen... es war aber richtig lecker und die Wirtsleute sehr nett und irgendwie witzig.

Von Bonndorf aus ging es über Blumberg weiter Richtung Singen. Hier kann man richtig gut am Gashebel ziehen, die Landschaft ist herrlich, die Vulkankegel des Hohentwiel grüßen, Sonnenblumenfelder links und rechts, es duftet nach Heu und immer wieder hat man wunderbare Ausblicke.

Aber es war entsetzlich heiß! Selbst mit 100 km/h und später mit gut 120 hätte der Fahrtwind auch aus dem Föhn kommen können. Ich habe heute mal nicht wegen der Kurven, sondern wegen der hohen Temperaturen geschwitzt. Das Kurvenschwitzen kam erst am Ende der Tour...

In Singen habe ich beschlossen, noch bis Radolfzell weiterzufahren. Eigentlich wäre ich gerne in den See gesprungen, aber die Zeitplanung ließ das nicht so recht zu (ich will nicht am Ende einer anstrengenden Tour in die Dunkelheit kommen, das hebe ich mir für später auf) und ich bin wieder zurück Richtung Singen gefahren.

Auf dem Rückweg habe ich dann gemerkt, dass mir Durst und Müdigkeit zusetzten, die Konzentration ließ merklich nach.

Einer der Nachteile beim Motorradfahren ist, dass man das Bike nicht wie ein Fahrrad einfach mal schnell "in den Straßengraben" werfen kann, wenn einem nach Pause zumute ist, sondern man nach einem Parkplatz oder einer Rastmöglichkeit Ausschau halten muss.

Da es nach Engen nicht mehr weit war, habe ich dort beschlossen, in den Ort zu fahren. Glücklicherweise fand sich so ziemlich gleich ein Eiscafé, wo ich mich stärken konnte und - noch ganz wichtig - mein Visier putzen.

In Singen hatte ich getankt (wäre eigentlich nicht nötig gewesen, das Bike verbraucht unglaublich wenig Sprit!), aber es versäumt, auf der Toilette das Visier zu putzen, und so langsam aber sicher trübten einige Insektenleichen die Sicht.

Nach einer guten halben Stunde bin  ich dann gestärkt, entspannt und mit Durchblick wieder aufs Motorrad gestiegen und weiter ging`s.

Leider bin ich dann irgendwann wieder auf der B31 gelandet (das nächste Mal Tourplan ausdrucken und nachlesen...), aber dann Richtung St. Märgen abgebogen, weil ich dort wirklich nicht gerne fahre. Zwischendrin war auch sehr dichter Verkehr, dann wurde wieder gedrängelt, dann hatte ich irgendwelche Schleicher vor mir, die selbst MIR zu langsam fuhren... ne, muss nicht nochmal sein, außer zum Kilomenter "reißen".

Tja... und dann dachte ich mir, dass ich diesmal nicht über St. Peter und das Glottertal zurückfahren wollte, und bin Richtung Wagensteig/Buchenbach abgebogen. Das war eigentlich der schwierigste und stressigste Teil meiner Tour, denn ich landete auf einer sehr schlechten, sehr kurvenreichen und engen Straße, einschließlich mehrerer der von mir so heiß geliebten 180-Grad-Kurven. Diesmal noch in der superengen Variante.

Und hier zeigt sich mein stümperhaftes Gefahre dann von seiner besten Seite... an einer Stelle hatte ich Gegenverkehr, der aber zum Glück auch langsam war, denn ich geriet ein Stück auf die andere Fahrbahnseite. Mann, habe ich  da geschwitzt!

Mit solchen Situationen kann ich noch sehr schwer umgehen.

Zum einen stressen mich die superengen 180-Grad-Kurven (erster Impuls: absteigen, Bike um die Kurve schieben - LOL), zweiter Impuls a la Fahrrad an die Bremse packen (nein! habe ich nicht gemacht, ich setze in den Situationen nur ganz vorsichtig die Hinterradbremse ein und gebe dann, wenn ich denke, jetzt kippe ich gleich um, Gas, das klappt ganz gut, bin halt schrecklich langsam dann) und dritter Impuls *schwitzen* und hoffen, dass ich nicht umkippe, keine Panikbremsung mache, niemand hinter mir ist... bis jetzt hat immer alles geklappt.

Aber ich bin froh, dass ich nächste Woche zum Fahrtraining gehe und unter Aufsicht und ohne stressige Verkehrssituationen üben kann.

Am Ende meiner Tour bescherte mir diese Strecke noch einen Stau im Kappler Tunnel und später noch einen im Tunnel in der Schützenallee. Das war alles sehr unschön, denn zum Einen habe ich wie ein Schwein geschwitzt in der Montur und zum anderen waren die Abgase auch nicht gerade lecker. Einzig und allein zum entspannen der Arme und Beine hat`s getaugt, ich habe das Bike relativ lange ausgemacht und dann auf meinem Sitz rumgehampelt :-D

Ja, am Ende der Tour bin ich stolz, glücklich und mit sehr weichen O-Beinen vom Bike gestiegen.

312 km, nicht schlecht für eine Anfängerin finde ich zumindest. Inzwischen halte ich schon deutlich länger ermüdungsfrei durch, 3 Stunden geht gut (natürlich mit Pause) und mein Hintern tut mir praktisch gar nicht weh dabei, eher mein Gasarm, aber auch der verspannt sich deutlich später, als noch auf den ersten Touren.

Auf die ersten 1000 km fehlt auch nicht mehr viel.

Montag ist es dann so weit, denn da fahre ich meine 2. Tagestour, sofern Arbeitsauslastung und Wetter es zulassen.















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