Mittwoch, 17. August 2011

6. Tour Freiburg - Münstertal - Feldberg - Bärental - Titisee - St. Märgen - St. Peter - Freiburg 141 km

Heute nachmittag hatte ich ungeplantermaßen frei und das Wetter war einfach zu verlockend. Also habe ich - nach langem hin und her und diversen Überlegungen - eine Tour Richtung Feldberg geplant.

Viele Wege führen im Schwarzwald zu diversen tollen Punkten und ich wollte unbedingt die Schauinslandstrecke vermeiden, weil die ja schwierig und unfallträchtig ist (ich kenne sie nur mit dem Rad) und auch nicht über den Zastler fahren, weil ich weiß, dass die Strecke recht steil und eng und kurvig ist, plus mitunter nicht so wenig Verkehr.

Also habe ich mich für die Strecke über das Münstertal entschieden, sah auch alles nicht so wild aus auf google maps und am Anfang war es das auch nicht...

Das Wetter heute ist bombastisch, es ist sommerlich warm, kleine Wölkchen am blauen Himmel, was will das Bikerherz mehr!

Die Strecke das Münstertal hoch hatte ich hinter dem Ort Münstertal öfter für mich und konnte so schnell oder langsam um die Kurven kriechen, wie ich wollte. Zeitweise allerdings gab es wieder übelste Drängelei und zwei äußerst riskante Überholmanöver (geschnitten worden) von 2 Sportwagenfahrern. Leute, wenn ihr schnell fahren wollt, geht auf die Autobahn!

Naja, einmal muss ich auch ein Weilchen hinter einem Radfahrer herkriechen, da die Strecke wirklich sehr kurvig und unübersichtlich ist, bin ich erstmal lieber hinter ihm gefahren, bis es etwas übersichtlicher wurde. Diesmal wurde ich von einem anderen Biker beschimpft, dem es nicht schnell genug ging.

Ich sag nur: wenn ihr es alle so eilig habt, überholt ruhig. Ich halte mich an den Rat meines Fahrlehrers und an die Gegebenheiten der Strecke "Fahren Sie so, wie Sie es sich zutrauen." Genau das mach ich. Punkt.

Während ich da so fuhr, musste ich ziemlich lachen, weil die Strecke um einiges anspruchsvoller und schwieriger war, als ich dachte. Unter anderem war ich mit teilweise sehr schlechtem Fahrbahnbelag konfrontiert und an zwei Stellen waren Bauarbeiten, der Straßenbelag aufgeschnitten und dann auch noch in einer Kurve *schluck*

Zwischendrin konnte ich aber immer mal den Blick für ein paar Sekunden durch die großartige Schwarzwaldlandschaft schweifen lassen, es ist einfach unglaublich schön dort oben!

Ich denke, irgendwann werde ich eine kleinere Tour mit einer Wanderung verbinden... wenn mir eine gute Art einfällt, meine Ausrüstung zu verstauen, denn schleppen will ich das nicht müssen...

Das ist leider ein Nachteil beim Motorradfahren, man hat ja keinen Kofferraum, wo man schnell mal was reinwerfen kann. Und die Ausrüstung war so teuer, dass ich kein einziges Stück davon unbeaufsichtig lassen möchte.

Kleines Wort zur Ausrüstung: da ich völlig unbedarft war, was die Motorradkleidung betrifft, habe ich diese im Fachgeschäft vor Ort gekauft, bei michas4U in der Habsburgerstraße in Freiburg. Ich wurde echt gut beraten, man nahm sich ca. 2 Stunden Zeit, um mir die optimalen Klamotten zusammenzustellen und ich muss sagen, ich habe keinen Cent bereut. Alles passt super, ist bequem, ich spüre die Sachen beim fahren gar nicht. Hose und Jacke habe ich von Stadler (Air Flow Goretex) und einen Schuberth C3-Klapphelm, dazu noch gescheite Stiefel (Daytona Goretex) und zwei Paar supertolle Handschuhe von Held. Jaja, ein bisschen Schleichwerbung muss sein ;-) 

Sonst kaufe ich sehr viel online, aber da ich keine Ahnung hatte, worauf man achten muss (z. B. solche Sachen, wie den Sitz der Protektoren am Knie), war das wirklich der bessere Weg.


Als ich aus dem Münstertal raus war und auf einmal über den Feldberg fuhr, war ich mächtig stolz auf mich!

Der zweite Teil der Tour verlief dann wesentlich sanfter und weniger anstrengend auf recht großen Straßen.

In Titisee bin ich kurz eingekehrt, weil ich merkte, dass meine Kräfte und Konzentration nachließen. Ich saß bei herrlichstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auf einer Terrasse mit Seeblick und habe mir mal wieder Käsespätzle (in Ermangelung von anderen interessanten fleischfreien Gerichten) und eine große Johannisbeerschorle schmecken lassen.

Titisee selbst... naja... das ist Tourikitsch pur... der See ist allerdings sehr schön, man kann da auch baden, habe ich auch schon gemacht. Jetzt ist halt Hochsaison und entsprechend voll ist es überall.

Für diejenige, die hier mitlesen und nicht Motorrad fahren: es ist wirklich anstrengend!

Klar, ich bin noch Anfängerin, aber es ist wirklich körperlich anstrengend, man ist den Elementen und sämtlichen physikalischen Kräften ungefiltert ausgesetzt (ist ja genau das, weswegen man fährt ;-) und das Kurvenfahren erfordert wirklich viel Konzentration.

Im Gegensatz zum Auto, wo man a) durch Blech geschützt ist und b) im Notfall das Steuer rumreißen kann, muss man auf dem Motorrad sehr genau seine Fahrlinie planen, ebenso vor der Kurve genau einschätzen (oder möglichst genau), welcher Gang angesagt ist und in welchem Tempo man da durchfahren kann.

Dazu kommen natürlich noch meine Anfängerängste, ich habe noch immer einen Heidenrespekt vor der Schräglage, allerdings habe ich heute gegen Ende der Tour gemerkt, dass es immer besser wird und ich mich noch mehr traue, auch wenn es enger wird. Vor 180-Grad-Kurven habe ich allerdings immer noch richtig Angst... Aber ich vertraue einfach meinem Motorrad und lasse es um die Kurve rollen, das macht das schon richtig ;-)

Von Titisee aus ging es ein kurzes Stück auf der B31, dann bin ich Richtung St. Märgen abgebogen. Man fährt ja nicht, um schnell zum Ziel zu kommen, sondern "der Weg ist das Ziel".

Einen Teil der Strecke (nämlich ab St. Peter) bin ich damals bei meiner ersten Nachtfahrt gefahren... Mann, habe ich da geschwitzt! Erstens mal war ich noch immer recht unsicher in den Kurven und zweitens sieht man nachts auf dem Motorrad... nichts... Bis ca. 1 Stunde vor der Abfahrt hatte es geschüttet wie aus Kübeln und oben waren die Straßen teilweise noch naß, dreckig und an einigen Stellen gab es Bodennebel *schluck*

Heute im Tageslicht und mit mehr Erfahrung fand ich es sehr nett, da runterzufahren, geschwitzt habe ich auch nicht :-D

Am Ende der Tour hatte ich beim Kurvenfahren dann auch ein richtiges Glücksgefühl, hinter mir fuhr niemand, und ich konnte testen, was ich mir zutraue, in die Schräglage gehen usw. Als mir ein paar Doppelkurven wirklich gut gelungen sind, war das einfach unbeschreiblich toll!

Hier kommt mal wieder ein Übersichtsbild dieser Tour, wieder mit freundlicher Hilfe von google-maps.

Die nächste - diesmal mehrtägige Tour (sofern es mit einer Unterkunft klappt) ist in Planung und wird mich an und um den Bodensee führen.


Kommentare:

  1. ... schon wegen der Käsespätzle würd ich Motorradfahren lernen wollen :-)))!

    Gestern fuhr vor unserem Nachbrahaus ein Motoradfahrerin vor - und sofort dacht ich an dich! Kann kein Motorrad mehr sehn ohne an dich zu denken - is doch toll!?!

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  2. *grins*
    Ich hoffe, ich kann noch viele interessante Tourberichte liefern. Motorradfahren ist irgendwie Urlaub für den Kopf, obwohl man sich so stark konzentrieren muss.

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  3. *seufz* klingt so toll, da wünsch ich dir noch ganz viel Kopf-Urlaub!

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  4. Klasse Tour, und du erzählst so schön! :)
    *amTitseemalHüteverkaufthat* :))

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