Montag, 2. April 2018

Herz am Montag aus Valldemossa

Kartause von Valldemossa
Anfang März verbrachte ich eine schöne und sonnige Woche auf Mallorca. Da ich auf den
öffentlichen Nahverkehr angewiesen war, habe ich in erster Linie Tagesausflüge in leicht erreichbare und vom Reiseführer als "besonders schön" oder "sehenswert" eingestufte Orte gemacht.

Ich habe in Port d'Alcudía gewohnt und mich hauptsächlich auf die Tramuntana im Norden konzentriert. So landete ich unter anderem in Valldemossa.

Über Valldemossa wusste ich gar nichts, z. B. dass dort Frédéric Chopin und George Sand einen Winter in der zugigen Kartause verbrachten.

Stilleben mit Blumen
George Sand soll, ob des schlechten Wetters und der unangenehmen Unterbringung erbost, ein lästerliches Werk über Mallorca verfasst haben. Den Mallorquinern war diese Frau einfach zu modern und die beiden fanden nicht das Paradies, das sie sich erträumt hatten. Chopin, der sich auf Mallorca Linderung seiner Tuberkulose erhofft hatte, hätte die Rückreise im Schiff beinahe nicht überlebt.

Das mit der unangenehmen Unterbringungen und den resultierenden Malaisen kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich hatte zwar keine zugige, aber eine kalte und feuchte Bude ohne Heizung und mit einer launischen Dusche.

Nun, das berühmte Paar hat den Ort Valldemossa bekannt gemacht, neben der Kartause gibt es ein Museum, welches den beiden gewidmet ist.


Ich habe in Valldemossa einen schönen, sonnigen Tag verbracht und mich jenseits der Touristenströme gehalten. Mir haben besonders die verwinkelten Gässchen und die Häuser mit ihrem Blumenschmuck gefallen. Der türkisblaue Turm der Karthause ist ebenfalls ein Hingucker. Und eine dicke, plüschige Katze hat dort ihre dicke, plüschige Pfote nebst Krallen in meinen Daumen geschlagen.

Am Ende des Tages habe ich mir noch eine Kachel mitgenommen, auf der "Aquí vive un motero"
(Hier wohnt ein Motorradfahrer) steht. Wenn ich einmal mein Tiny House habe, kommt sie neben die Eingangstür.

Das Windspiel habe ich an einer der Haustüren entdeckt.

Neben den Kacheln mit den Fürbitten der Heiligen Catalina Tomás gab es viele hübsche, kleine Details zu entdecken. Das Dorf wirkt so, als ob man es jeden Tag feucht durchwischen würde. Alles ist sauber, gekehrt, poliert und der Blumenschmuck an den Häusern entspricht ein bisschen den perfekt "geohrten" Kissen  (wer kennt ihn noch? Den Karateschlag in die Mitte vom Sofakissen?) auf dem mit Schondeckchen versehenen Sofa einer Hausfrau aus den 60er Jahren. Home, sweet home, eben.

Mehr Montagsherzen findet ihr bei den Fredissimas.

Kommentare:

  1. Zeig uns doch mal die schöne Motorrad-Kachel :-)... und wo hast du sie jetzt untergebracht?

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  2. Die steht auf meiner Fensterbank in der Küche. Vielleicht bekommt sie noch einen anderen Platz.

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