Sonntag, 31. Dezember 2017

Endjahresimpressionen

Das Jahr ist rum und während ich das schreibe, wühlen in meinen Atemwegen noch die letzten Reste der diesjährigen Weihnachtsallergie...Ja, und diesmal bin ich tatsächlich zuhause, meine Norwegenreise wurde abgesagt und meine andere Reise durfte ich selbst absagen, denn ich saß mit hohem Fieber und total verrotzt auf dem Sofa, bzw. pendelte zwischen Sofa und Bett.

Zusammengefasst präsentierten sich diese letzten zwei Monate wettertechnisch äußert gemischt von Frühling bis Winter war alles dabei, es hat sogar mal bis ganz runter geschneit!

Anfang November reicht es nochmal für eine kleine Tour zusammen mit Heiner. Danach sollte Conchitas leckende Benzinpumpe repariert werden, das Dichtungskit lag bereit... ich habe keine Ahnung, WAS ich gesehen habe, aber meine Benzinpumpe war keine Mikuni. Nach einigem Geschraube stellte sich heraus, dass vielleicht gar nicht die Pumpe das Problem ist, sondern ein Leck im Benzinschlauch. Leider haben wir das erst gemerkt, als die Pumpe schon zerlegt war und nicht mehr zusammengebaut werden konnte. Warum? Nun, die Dichtungen hatten sich geweitet und waren jetzt zu groß geworden, und das hätte das Problem nur noch schlimmer gemacht. Also haben wir eine neue bestellt und ich fuhr ohne, sehr langsam und unter dem Helm Mantren murmelnd ("halte durch, wir sind gleich da, da kommt die Tanke, nicht stehenbleiben, halte einfach durch, braves Mädchen...") nach Hause.

Solange der Benzinpegel nicht unter das Level der Vergaser fällt, ist es kein Problem, ohne Pumpe zu fahren, danach muss sie den Sprit hochpumpen. Bis das passiert, hat man ungefähr 100-120 km. Als ich bei Heiner losfuhr, stand der Tripmaster bei 112 km. Unterwegs hat Conchita zweimal gehustet, aber lief dann bis zur Tankstelle anstandlos weiter. Nachdem ich die fehlenden 5 Liter nachgefüllt hatte, habe ich sie in der Garage abgestellt, dort steht sie jetzt auch noch. Der November hatte zwar noch ein paar Frühlingstage im Angebot, aber es war mir zu heikel, ohne Pumpe eine Runde zu drehen. Jetzt warten wir mal, wann Wetter und Zeitfenster die Reparatur ermöglichen.


Nachdem mein Probeabo bei Skyticket abgelaufen war, habe ich mich bei Netflix angemeldet. Eigentlich wollte ich "The Handmaid`s Tale" gucken, aber das lief da nicht (mehr?). Nachdem ich so viel Gutes über die Serie gelesen hatte, bin ich kurzerhand zu "Stranger Things" gewechselt. Ich kann nur sagen: Daumen hoch! Ich saß von der ersten Folge an wie gebannt vor dem Rechner. Sowohl das Drehbuch, als auch die Kamera sind supergut. Und die Jugendlichen, die die Hauptrollen haben, spielen alle Erwachsenen locker an die Wand, besonders "Eleven". Für Freunde von Wes Craven, John Carpenter, Mysterie- und Sci-Fi-Serien ist die Serie ein absolutes Muss. Die Stimmung und Ästhetik der 80er-Jahre sind noch ein besonderes Bonbon. Ich fand es klasse, wie die Serie von Folge zu Folge düsterer wurde und sich ein ziemlich großes Geflecht an vertuschten und schief gelaufenen Experimenten, Intrigen und Seltsamkeiten auftut. Ich bin sehr gespannt, wie das weitergehen wird...

Am letzten Novemberwochenende war ich mit einer Freundin in einem Musical. An und für sich verabscheue ich diese Kunstform (Rocky - Das Musical, c'mon!!!???!!!), aber wir hatten vorletztes Jahr bereits eine Produktion dieses Ensembles gesehen (Urinetown - Pinkelstadt) und klasse gefunden. Das Stück hieß "Yeast Nation - The beginning of life" und es ging um Hefezellen, die in der Ursuppe herumschwimmen, regiert von König Jahn-dem-Älteren, der es den anderen Jahns verbietet, sich zu vermehren (es gibt nicht mehr genug Salz bzw. "Speckies") und an die Oberfläche zu schwimmen. Sein Sohn Jahn-der-Elende und der Regimekritiker Jahn-der-Zweitälteste widersetzen sich jedoch, was Jahn-der-Elende mit dem Tod (Platzen seiner Membran) bezahlt.

Natürlich gibt es Intrigen, Kabale und Liebe und am Ende entwickelt sich das Leben weiter, neue Lebensformen erscheinen und das Reich der Hefezellen wird ausgelöscht. Das Stück wurde im legendären Freiburger "Cräsh" gezeigt, das wirklich ein toller Ort für so etwas ist und das nun wohl leider für immer schließen wird. Wir haben bei einigen Szenen sehr gelacht, unter anderem bei den Kampfszenen zwischen Jahn-dem-Zweitältesten und Jahn-dem-Weisen. Es gab nämlich komplett schwarzgekleidete Gehilfen, die die Helden - so nötig - hochgehoben und über die Bühne getragen haben, so dass sie quasi in Zeitlupe auf einander "zugeschwebt" sind. Auch werde ich von nun an den Ausdruck "das befindet sich außerhalb meines kognitiven Referenzrahmens" einsetzen. Insgesamt ein gelungener Abend und ich bin gespannt auf die angekündigte neue Produktion.

Ich habe ich meine Wohnung etwas dekoriert, allerdings dieses Jahr um einiges zurückhaltender als die Jahre zuvor. Ich merke, dass ich so viel "visuellen Lärm" nicht mehr gut haben kann. Und dieses Jahr hat es auch wieder keine Geschenke gegeben, ich finde es so entspannend, dass ich mich endlich aus diesem Irrsin ausgeklinkt habe, hat lang genug gedauert.

Der Dezember brachte jede Menge Feiern, Essen und Party. Am ersten Adventssonntag traf ich mich mit meiner Freundin Marlis in Konstanz auf dem Weihnachtsmarkt. Wir waren beide positiv überrascht, wie hübsch der Markt ist. Da das Wetter an dem Tag mit kaltem Wind und hoher Luftfeuchtigkeit aufwartete, sind wir immer zwischen Cafés und Markt gependelt, haben ewig viel gequasselt und es uns auch bei diversen Leckereien gutgehen lassen. Abends auf der Rückfahrt mit dem Bus saß eine sehr gesprächige Dame neben mir, die mich an diversen Weltverschwörungen teilhaben ließ und die Fahrt recht kurzweilig machte.

Am zweiten Adventssonntag habe ich mein alljährliches Plätzchenfressen veranstaltet, das auch diesmal wieder ein großer Erfolg war. Ich hatte danach noch genügend Plätzchen übrig, um meine Kollegen zu füttern, die alle durchweg begeistert waren und teilweise nach den Rezepten gefragt haben.

Ein besonderes Highlight gab es am zweiten Adventswochende. Ich war zum 50. Geburtstag von einem meiner Ex-Chefs und inzwischen guten Freund Andreas eingeladen. Naja und das war jetzt nicht irgendsoeine Feier, nein, das war eine Feier im Berghotel Schauinsland! Passenderweise hatte es in den Tagen und Wochen zuvor ordentlich geschneit, so dass der Schwarzwald wie aus dem Bilderbuch aussah. Claudia, Andreas' Frau, eine Freundin von Claudia und ich fuhren am Freitagmittag mit dem Auto nach oben, um den Gastraum zu dekorieren und einiges für den nächsten Tag vorzubereiten.

Oben angekommen führte uns Andreas durch die Räumlichkeiten. Ich muß sagen, das Ding ist
wirklich der Hammer! Jedes Zimmer ist anders eingerichtet, teilweise sind noch die alten Waschtische und Armaturen vorhanden, und überall finden sich liebevolle Details. Allerdings... musste ich als erstes an das Overlook-Hotel aus "Shining" denken und habe Andreas auch ermahnt, sich von Äxten fernzuhalten. Lustigerweise gibt es im ersten oder zweiten Stock im Flur eine rote Gardine, hinter der sich das berühmte Axtfoto befindet, was uns Andreas später auch zeigte.

Nach einer ausführlichen Dekorunde (Doro in ihrem Element!) sind Claudia, Camilla und ich wieder nach Freiburg zurückgekehrt. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, schneeregnete es in Freiburg wie wild, das hieß, dass es oben schneien würde. Claudia holte mich ab und zusammen fuhren wir Richtung Schauinslandstraße.

An der Abzweigung nach Horben standen schon die Ersten und legten Schneeketten an, wir hatten keine dabei. Nach einigem Hin und Her konnte ich Claudia davon überzeugen, die Strecke über den Notschrei zu fahren, da diese sehr wahrscheinlich geräumt und beser befahrbar sein würde.

Der erste Teil bis zum Abzweig St. Wilhelm war auch nicht wild, aber dann... kamen uns die ersten Einheimischen im Rückwärtsgang entgegen, andere standen an der Seite, um Ketten anzulegen. Wir hatten Glück, denn der Schneepflug, der uns unten entgegengekommen war, kam nach ungefähr 15 Minuten vorbei und wir fuhren hinter ihm her. Alles in allem haben wir für die Strecke gut 1,5 Stunden gebraucht, normal ist man in 20 Minuten oben. Oben angekommen ging es fix in die Küche, zwischendrin noch schnell umziehen, Kaffee kochen, Getränke richten und und. Die Gäste trudelten langsam ein und bald schlachteten wir das Kuchenbuffett, auf dem unter anderem 96 Cupcakes von mir standen. Ich liebe Cupcakes backen, auch wenn ich diesmal locker 7 Stunden in der Küche verbracht hatte.

Der Nachmittag und Abend gestaltete sich wirklich sehr gemütlich und lustig. Ich saß irgendwann neben einem Amerikaner aus New York und ratzfatz hatten wir eine politische Diskussion am laufen. Zwischendrin sah ich immer wieder nach dem Rechten an den Tischen und in der Küche. Ich kann gar nicht mehr so lange stillsitzen und außerdem liebe ich Profiküchen, Profispülmaschinen und Profiausrüstung. Das ist vermutlich meiner Kindheit in einer Altenheimküche geschuldet. Später am Abend gab es noch Cartering, DJ und Tanz bis in die Puppen. Ich habe um 1/2 2 die Segel gestrichen und bin ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es weiter mit einem tollen Frühstück, dann wurden Gäste verabschiedet und ich half noch bis zum Schluß in der Küche, mit aufräumen usw. Das war ein tolles Fest! Danke nochmal dafür!

Am Samstag vor Weihnachten war ich zum Frühstück bei meiner Französischlehrerin und Freundin
Marie-Claude eingeladen. Wir waren eine kleine, bunte Runde und haben uns prima unterhalten. Auf dem Weg nach Hause merkte ich allerdings schon, dass sich bei mir die alljährliche Weihnachtsallergie bemerkbar machte. Von Heiligabend bis zum 29.12. hing ich mehr oder weniger lebendig auf dem Sofa oder im Bett herum, glotzte Serien und warf Ibuprofen ein. Soviel zu: täglich trainieren, ellenlange To-Do-Liste abarbeiten, Freunde besuchen, ins Museum gehen, Skifahren gehen... mh ja, am A....!

Jetzt bin ich wieder soweit fit, dass ich meinen Endjahresgroßputz erledigen konnte und am Montag, im neuen Jahr, geht das Training wieder los. Ich habe mir Freeletics und noch eine andere App aufs Handy geladen und bin gespannt, wie und ob mir das gefällt. Von Jillian brauche ich gerade mal eine Auszeit ;-)

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch und einen schönen Start ins neue Jahr 2018.

Mehr Impressionen gibt es wie immer bei den Fredissimas.

Kommentare:

  1. WOW ... mit tollen Ereignisse:

    Das Leben gleicht einer Reise, Silvester einem Meilenstein.
    Theodor Fontane

    ♥...gesundes NEUES 2018,
    mit viel Gesundheit & Tatendrang den, haste JA immer (ړײ) *zwinker*

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  2. Hehe... Das Musical klingt ganz nach meinem Geschmack! Ich mag solche absurden Ausgangspositionen... auch wenn man mich mit Musicals eigentlich bis auf den Everest jagen könnte :-)

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    1. Geht mir ganz genauso! Aber schon das Erste hat uns total überzeugt, und die spielen wirklich richtig toll. Nur schade, dass es das Cräsh dann nicht mehr geben wird, als Spielstätte war diese düstere Punkspelunke perfekt.

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