Montag, 22. Mai 2017

Herz am Montag - Ein Herz für Afrika

Fankani
Herr Zebra ist schon lange afrikabegeistert und trommelt seit mehreren Jahren. Die eine
Trommelgruppe - Fankani - trifft sich dazu immer in Lörrach im "Nellie Nashorn". Werner hatte mir den Flyer für den Afrikanischen Abend schon vor geraumer Zeit in die Hand gedrückt und ich hatte ihn so hingelegt, dass ich auch wirklich dran denke, dort hinzufahren.
Samstag war es dann so weit. Das Wetter, das am Freitag noch mit Regen den Stammtisch vereitelt hatte, war pünktlich zum Freitagabend besser geworden. Samstagmorgen sah dann zwar noch nicht so ganz optimal aus, aber nur einfach nach Lörrach fahren, fand ich dann auch langweilig. Also wurde eine recht ausführliche Tour draus, inklusive (entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten) einer langen Mittagsrast mit leckerer Pizza und später am Nachmittag noch einem Abstecher nach Bad Säckingen.

Kanampor - weiß jemand, wie das Instrument heißt?
Dort saß ich lange am Rhein, sah den Schwänen zu, den Ruderern und einfach nur dem Wasser. Das war herrlich entspannend. Irgendwann genehmigte ich mir noch einen Milchkaffee, in weiser Voraussicht auf einen recht langen Abend.

Im "Nellie Nashorn" angekommen, warf ich erstmal meine Mopedklamotten in Werners Auto, schaute mir das mitgebrachte Kunsthandwerk an und ging dann noch etwas trinken.

Im Nellie Nashorn war ich noch nie. Es ist ein Kulturzentrum, das die unterschiedlichsten Programme anbietet. Die Räumlichkeiten sind sehr hübsch, es gibt einen lauschigen Biergarten und eine nette Kneipe, einen Raum  mit Bühne und wohl noch ein kleines Kino. Es hat mich ein bisschen an früher erinnert, das "Kino im Krawattenhaus" in Fürth.

Gegen 19 Uhr ging es los mit "Fankani", die unter kundiger Anleitung einige Stücke zum Besten gaben. Wir wurden immer wieder aufgefordert, nicht nur herumzustehen, sondern uns zu bewegen, zu klatschen und im Lauf der Zeit wurde das Publikum etwas lockerer.

Nach "Fankani" kam "Kanampor" aus Basel, die - wie ich finde - ein Art afrikanischen Jazz spielten.
Saf Sap
Es wurde sehr viel getrommelt, aber es kam auch ein Instrument zum Einsatz, dessen Name ich nicht kenne. Es sah aus wie eine Art überdimensionales Banjo, wurde aber nicht unter den Arm geklemmt, sondern vor dem Bauch gehalten und dort gezupft (glaube ich). Ein Sänger begleitete die Gruppe und das Ganze war schon sehr tanzbar. Im Lauf des Abends bin ich immer tiefer in diese Musik eingetaucht. Die Trommeln und die Rhythmen waren unglaublich energiegeladen und voller Lebensfreude. Man hat den Musikern auch die Freude am Spiel und der Improvisation angesehen. Es war nicht nur ein Spielen von Musik, sondern ein Spielen miteinander, mit dem Publikum, der Melodie, dem Rhythmus. Auf jeden Fall sehr mitreißend.

Am Ende kamen noch "Saf Sap" (Heißes Blut), die das Blut im Saal wirklich zum kochen brachten. Die Trommler lieferten sich regelrechte "battles", forderten sich gegenseitig auf und heraus und brachten im Publikum fast alle dazu, sich der Musik hinzugeben. Ich habe zwar auch ein paar Bilder gemacht, aber am Ende entschieden, dass es zu schade ist, sich hier nicht völlig reinfallen zu lassen und stattdessen auf dem Smartphone herumzudrücken.

Saf Sap hatten noch einen Tänzer dabei, der mich wirklich schwer beeindruckt hat. Ich habe schon viele Arten von Tanz gesehen, auch selbst schon einiges probiert, aber das war etwas völlig anderes. Der Tänzer bewegte sich, als ob die Schwerkraft um ihn aufgehoben sei und als ob er ungefähr doppelt so viele Gelenke hätte, wie ein normaler Mensch. Das war wirklich eine ungebändigte Kraft und erdige Energie, die da rüberkam. Ich war am Ende des Abends versucht, mich zum Tanzworkshop anzumelden.

Die bezaubernde Nellie steht im Hof und begrüßt die Gäste des Kulturzentrums. Ich werde das ab jetzt mal auf dem Schirm behalten und vielleicht versuche ich mich im Winter dann an afrikanischem Tanz, der fehlt mir noch in meiner Sammlung.

Mehr Montagsherzen gibt es wie immer bei den Fredissimas.

Kommentare:

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    1. Ja, geballte Energie und Lebensfreude, habe ich so wirklich noch nicht erlebt.

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  2. Beneidenswert! Da kommt mir unsere manchmal unterkühlte Kultur sehr steif vor (in jeder Hinsicht)!

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    1. Ich hatte ähnliche Gedanken, unsere Musik ist auch ziemlich verkopft... bei Trommeln kann man wirklich in Trance geraten und Zeit und Raum vergessen.

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