Donnerstag, 30. Juni 2016

Monatsimpressionen Juni

Wie? Was? Juni schon rum?

Gefühlt sind wir doch erst im April!
Wo ist die Zeit geblieben, zur Hilfe!

Die erste Junihälte war für mich vor allem hektisch.

Die Planung und Umsetzung meiner Geburtstagshütte ging in die heiße Phase über.

Leider hat das Wetter uns ein paar Streiche gespielt und auch die Technik wollte nicht so richtig. Im Großen und Ganzen war es aber ein rundum gelungenes Fest in jeglicher Hinsicht! Nochmals herzlichen Dank an meine zauberhaften Gäste, ich wünschte, ich könnte Euch öfter so zahlreich um mich versammeln.

Das letzte Juni-Wochenende hielt dann noch eine Überraschung parat. Werner und ich waren spontan am Iseosee, um uns die Christo-Installation "Floating Piers" anzusehen.

Conchita und Zebra im Schrebergarten
In wenigen Worten zusammengefasst war es ein perfektes Wochenende! Trotz Regen und strapaziöser Rückreise haben wir uns durch nichts und niemand die gute Laune verderben lassen.


Ein paar skurrile/bemerkenswerte Fakten zu der Reise waren für mich u. a. die Schrebergartenmentalität auf dem Campingplatz in Aprica.

Der Platz ist schön, gepflegt, alles toll, aber wehe, man tanzt aus der Reihe! Ich hatte auch den Eindruck, dass Reisende mit Zelt nicht so richtig gerne gesehen sind. Keine Ahnung, ob das überall so ist, oder nur auf diesem Platz so war. Die Croissants aus dem Campingladen erhalten jedoch uneingeschränkte Empfehlung.

Im Zuge der Floating Piers gab es einige Proteste, so wurden u. a. Bäume auf die Gleise nach Sulzano gelegt. Der Grund dafür ist, dass die Installation u. a. durch den Waffenhersteller Beretta ermöglicht wurde.


Den kompletten Bericht unserer Reise nach Italien findet ihr hier.

Tschüss, Juni, Du warst ein toller Monat!
So darf das restliche Jahr gerne weitergehen!

Mehr Monatsimpressionen gibt es bei den Fredissimas.













Dienstag, 28. Juni 2016

Floating Piers oder - Odysseus trägt Orange

Als die dämmernde Frühe mit Rosenfingern erwachte,
Da bekleidete sich Odysseus mit Mantel und Leibrock
Und nun setzt' er sich hin ans Ruder, und steuerte künstlich
Über die Flut ...
(Homer Odysee)

Frühling und Sommer haben sich bis jetzt nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Da aber für den letzten Freitag gutes und warmes Wetter angesagt war, hatte ich meinen Stammtischjungs vorgeschlagen, dass wir gemeinsam eine Gassirunde fahren könnten. Nun... es kommt bekanntlich immer anders und vor allem anders, als man denkt.

1. Gesang - Eine unerwartete Reise...

bssssttttt... Dienstagabend errreicht mich eine Whatsapp von Werner.
Hegaublick
Ob ich nicht Lust hätte, spontan zum Iseosee zu fahren, um mit ihm die Installation von Christo anzusehen und zu begehen.
Was für eine Frage?
Natürlich habe ich Lust!
Ich habe noch nie eine Installation von Christo live gesehen, der Iseosee ist an einem Wochenende einigermaßen gut erreichbar und das Wetter soll toll werden, über Pässe donnern, zelten, was erleben, also nichts wie los!

2. Gesang - Die Suche nach einer Herberge...

Meine überaus rostigen Italienischkenntnisse reichen nicht, die Campeggios am See anzuschreiben, also bitte ich eine Kollegin, mir einen Zweizeiler zu übersetzen. Verstehen ist eine Sache, aber sprechen oder schreiben... oh je. Unsere Recherchen ergeben, dass vor Ort a) alles voll ist und b) totales Chaos herrscht. Sulzano, sonst ein völlig verschlafenes Kaff, ist überrannt von Touristen, Hotels und Unterkünfte im Umkreis von etlichen Kilometern ausgebucht, Chaos im ÖPNV, Chaos auf den Straßen... alle Welt will über das Wasser laufen, die Installation sehen, die Atmosphäre erleben, sich ein Stück vom Installationskuchen abschneiden...

3. Gesang - Entscheidungen, Entscheidungen...

Im Lauf der Woche kommt zwar keine Antwort von Campeggio uno und eine Absage von Campeggio due, was uns aber nicht davon abschreckt, die Mopeds zu satteln und nach Italien zu brettern. Wir werden schon irgendwo unterkommen, notfalls schläft man am Strand, schlägt sich ins Gebüsch, trinkt Kaffee, bis er aus den Ohren läuft und schläft gar nicht, oder oder oder.

Etliche Nachrichten rauschen durch den Äther, über Mailserver, Telefonleitungen glühen, die Rohrpost klappert und schnauft unentwegt, Brieftauben flattern, der Fernschreiber rattert, das Handy piept...

Mittwoch beschließe ich, dass ich mir den Freitag spontan frei nehme, denn anders sehe ich nicht, wie wir die Strecke schaffen und noch einigermaßen entspannt ankommen sollen. Werner hat inzwischen seine eigene Streckenplanung vollendet und wir beschließen, uns in Rheineck in der Schweiz zu treffen. Donnerstagabend gibt es eine kurze Planänderung, wir wollen uns in Lauterach in Vorarlberg treffen, da Werner noch Stiefel ansehen und Oberfräsen loswerden möchte.

4. Gesang - Auf der Straße nach Süden...

Freitagmorgen 5:30 klingelt mein Wecker. Der Morgen begrüßt mich mit einem strahlend blauen
Piz Bernina
Himmel und bereits um 6 Uhr liegen die Temperaturen über 20 Grad. Meine Taschen habe ich bereits am Mittwoch größtenteils gepackt. Jetzt schnell Proviant einpacken, Conchita aus der Garage holen, aufpacken und ab auf die Piste.

Da wir in der Schweiz einiges an Autobahn fahren werden müssen, brauche ich noch eine Vignette. Außerdem  muss ich mich entscheiden, wie rum ich um den Bodensee fahren möchte, obenrum oder untenrum. Beides wird eine Gurkerei werden. Bis zum Hegaublick fahre ich eine Mischung aus kleinen Straßen und B31, überhole, wo möglich und lasse es schon mal richtig krachen. Gepäck hin oder her, ich will vorankommen und Werner nicht unnötig warten lassen. Am Hegaublick erlebe ich die erste Enttäuschung, kein Kaffee für mich, es ist geschlossen. Ich gucke auf die Karte und beschließe, über die schweizer Seite weiterzufahren. Es ist erst kurz nach 9 Uhr und Werner hatte als Uhrzeit am Treffpunkt ca. 11:30/12:00 genannt. Da habe ich noch mehr als genug Zeit, denke ich mir.

5. Gesang - Verzögerungen...

Am Grenzübergang erstehe ich an einer Tankstelle eine Vignette und mache mich auf den weiteren Weg. Die Autobahn möchte ich erst einmal meiden, aber da ich rasch merke, dass ich auf den kleinen Straßen nicht gut vorwärts komme, fahre ich dann doch auf. Es ist jetzt schon wahnsinnig heiß und ich merke, wie meine Konzentration vom Fahrtwind weggeblasen wird. Bei einem kurzen Trinkstopp schreibe ich Werner meine Position und erhalte Antwort, dass ich mir Zeit lassen soll. Unterwegs sehe ich, dass es gar nicht so weit ist und ich somit gut in der Zeit liege.

Alles läuft super, bis kurz vor St. Gallen.
Unfall.
Autobahn dicht.
Mit der Rettungsgasse haben es die Schweizer wohl nicht so, jedenfalls komme ich mit dembepackten Moped nicht zwischen den Autos durch. Ich fluche und schwitze, Conchitas Lüfter springt an und mir läuft der Schweiß aus allen Poren.

Glücklicherweise ist der Stau kurz, Conchita und ich entrinnen dem Hitzschlag. Gemeinsam nähern wir uns dem Schweizerisch-Österreichischen Grenzübergang und fahren weiter nach Lauterach.

6. Gesang - Umweg ist auch ein Weg...

Am Treffpunkt ist kein Zebramoped weit und breit zu sehen und ich denke mir "Fein, da warst Du ja flott! Werner ist noch nicht da, und muss auch nicht warten."

Ich steige von Conchita, trinke etwas und schaue aufs Handy.
"Hallo Doro, zum einkaufen ist es zu spät. Ich warte in Rheineck an der BP-Tanke mit Café. Moped parkt gut sichtbar. Werner"

waaaaaahhhhhhhhh!
Werner!!!
Ich kann keine SMS lesen, wenn ich unterwegs bin, das solltest Du doch wissen!!!
Ich rufe Werner kurz an, kläre den Treffpunkt und fahre zurück nach Rheineck.

Aber erstmal verfahre ich mich, lande auf irgendeinem Radweg und hoffe, dass ich Conchita nicht noch auf einem Acker wenden muss. In Rheineck finde ich unseren Treffpunkt zum Glück sofort und ein völlig tiefentspannter Werner begrüßt mich fröhlich. Eine Fräse ist er losgeworden, also brauchen wir auch keine Post oder sonst etwas mehr zu suchen. Wir trinken Kaffee, Wasser und ich esse einen Apfel. Da es inzwischen nach 13 Uhr ist und wir noch etliche Kilometer vor uns haben, trödeln wir nicht lange herum und fahren rasch auf die Autobahn nach Chur.

7. Gesang - Die Schweiz (kein) virtuelles Land...

Nach einem Tankstopp in Chur geht es allmählich in die Berge hoch. An einem sehr schönen Aussichtspunkt machen wir Rast. Es gibt Brot, Käse, Rote Beete, Wasser, Müsliriegel, Zigaretten für Werner...

Ich hole meine Kamera aus dem Tankrucksack, mache ein, zwei Fotos.
Mein Blick fällt auf ein kleines, blinkendes Symbol.
Der Akku ist LEER!
NEIN!!!
Selbstverständlich hatte ich den Akku geladen und genauso selbstverständlich liegt das passende Ladegerät zuhause. So ein MIST! Werner beruhigt mich und sagt, dass wir in St. Moritz sicherlich einen Fotoladen finden, der mir den Akku aufladen kann.

Nach unserer Rast rangiere ich mit Werners Hilfe Conchita zurück auf die Straße und wir setzen unsere Reise durch traumhafte Landschaften fort. Vorbei an Lenzerheide, Rothorn, an leuchtenden Bergseen, Wasserfällen, Gebirgsbächen setzen wir unseren Weg nach St. Moritz fort. Ich bin jetzt schon so voll mit Eindrücken, dass ich platzen könnte. Aber noch sind wir weit vom Ziel entfernt.

8. Gesang - Unfreiwillige Trennung von Roß und Reiter...

Wir kurven flott über den Julierpass. Eine Gruppe Österreicher mit neuen, PS-starken Motorrädern
Frühstück mit Blümchen!
schafft es erst im letzten Drittel, uns und unsere Pferde einzuholen. Allerdings beobachte ich seit einiger Zeit mit Bedenken Werners Kurvenlinien, vor allem links herum...

Als wir in St. Moritz ankommen, fährt Werner hin und her durch den Ort. Er hält irgendwann und sagt mir, dass er nach einem Fotoladen schaut. An einer Tanke fragt er nach und wir fahren ein Stück zurück. Da es mit dem  Halten schwierig ist, biegen wir in eine Gasse ein, wenden oben und fahren wieder runter.

Wir machen einem Auto Platz und ich hätte hier mein Moped einfach stehen lassen. Naja... es kommt, wie es kommen muss: Ich steige auf, Conchita steht doof, ich trete in ein Loch, Seitenständer klappt ein, die Fuhre kippt und wir knallen auf den Asphalt...

Nach einem kurzen Schreckmoment hilft Werner mir auf, wir stellen Conchita aus dem Weg und ich bringe den Akku in den Laden. Ein sehr netter, hilfsbereiter junger Mann nimmt ihn im Empfang und bittet uns, in einer Stunde wiederzukommen. Derweil hat Werner schon ein Café für uns erspäht und wir parken die Mopeds davor. Werner schließt auf der Stelle Freundschaft mit den anwesenden Gästen und wir amüsieren uns prächtig. Die Stunde Wartezeit vergeht im Flug. Ich hole den zu 29% geladenen Akku ab und drücke dem netten Mann 5 € für die Kaffeekasse in die Hand. Jetzt kann es weitergehen und dokumentieren kann ich auch!

9. Gesang - Rasen verboten, Wiese erlaubt...

Wir kurven bei herrlichstem Wetter durch den Poschiavo, vorbei an Seen und Bergen. Über den Berninapass nähern wir uns nun Tirano und damit Italien. An einer der etlichen Baustellen können wir ein Exemplar echter Schweizerischer Präzision in Aktion sehen. Es handelt sich um die weißbehandschuhte Schweizer Präzisionswinke! Die Präzisionswinke wird morgens aufgezogen, dann an einer Baustelle aufgestellt und dort winkt sie dann mit in präzisem Winkel ausgestrecktem Arm und präzise gespannter Hand in präzisem Tempo Reisende durch die Baustelle. Unglaublich, was die Schweizer so alles erfinden!

Wir wollen heute auf jeden Fall bis Aprica kommen, danach wird es eng mit Campings und wir rechnen nicht damit, am Iseosee noch etwas zu finden.

Bei einem der letzten kurzen Stopps hatte ich Werner auf seine schlechte Kurvenlinie in Linkskurven
hingewiesen. Werners nonchalante Antwort, dass die anderen eben besser aufpassen müssten, lasse ich nicht gelten. Ich kenne es ja selbst, bei den Linkskurven neigt wohl fast jeder dazu, zu früh einzulenken, zu weit links zu fahren und einen gewissen Respekt vor dem rechten Fahrbahnrand zu haben. Trotzdem... wenn die Koffer in den Gegenverkehr ragen, dann ist das nichts!

Die letzte Etappe von Tirano nach Aprica ist nochmal ein besonderes Schmankerl. Die Straße windet sich in kleinen und kleinsten Kurven den Berg hoch. Bei gemäßigterem Tempo sieht es nun auch besser aus, was Werner da vor mir so herfährt. Lediglich ein nerviger Autofahrer verhindert flotteres Tempo, mit den beladenen Twins ist man jedoch zu einer gemütlichen Gangart gezwungen. Kopfschüttelnd beobachten wir einen anderen Motorradfahrer, der kurz vor einer Kehre mehrere Autos überholt.

Wäre ich allein gewesen, hätte ich vermutlich irgendwann auch überholt, aber Werner hat mir das Rasen verboten und so fahre ich brav hinter ihm her.

10. Gesang - Wer klopfet an...

In Aprica sieht es aus wie vor dem Giro d'Italia, an der Hauptstraße stehen lauter aufblasbare Tore, Stände an der Straße und wir sehen keinen Camping weit und breit, obwohl laut Karte zwei hätten da sein sollen. Werner hält und fragt eine Autofahrerin, die uns zeigt, dass sich der Camping am Ortsende befindet. Wir fahren die Hauptstraße weiter und finden den Camping dann auch problemlos. Wir parken die Mopeds und nach einer kurzen Beratschlagung gehe ich in die Bar und versuche, mich auf Italienisch verständlich zu machen. Keine Ahnung, ob das Mädel an der Bar keine Italienerin ist, oder ich inzwischen einen russischen Akzent entwickelt habe, jedenfalls versteht sie mich nicht. Mit Gesten und etwas Englisch kommen wir weiter und sie zeigt uns, wo wir klingeln und uns anmelden  müssen.

11. Gesang - Zwischen Skylla und Charybdis...

Die Tür vom Empfang öffnet uns Skylla. Skylla spricht nur Italienisch und ein paar Brocken Englisch. Mit geballtem Charme und Radebrechen können wir unser Anliegen vortragen. Allerdings konsultiert Skylla lieber noch Charybdis, der besser Englisch spricht. Charybdis möchte von uns einen Ausweis und ein Geburtsdatum, ohne dürfen schmutzige, verschwitzte Motorradfahrer nicht auf dem Campeggio nächtigen! Da Werner erst einmal bei beidem herumzickt und behauptet, er hätte keinen Pass, lege ich meinen Ausweis auf den Thresen. Die Frage nach dem Geburtsdatum überhört Werner geflissentlich. Charybdis insistiert jedoch und Werner kritzelt rasch etwas auf den Zettel, schiebt ihn rüber und knallt den Kuli oben drauf, damit ich nur ja nichts lesen kann.

Nun übernimmt Skylla das Einweisen der schmutzigen Barbaren aus dem unzivilisierten Norden. Wir bekommen ein hübsches Rasenstück zwischen zwei Dauercampern zugewiesen, packen ab und richten uns häuslich ein, duschen, packen unser Essen aus, Teekessel, Kocher...

12. Gesang - Ordnung ist das halbe Leben (die andere Hälfte ist uns lieber!)...

Unsere netten dauercampenden Nachbarn bringen uns einen richtigen Tisch und einen Campinghocker, bis dahin hatten wir auf einer Bank gesessen und Werner hatte bei einem der zahlreichen mit Häuschen umbauten, leeren Caravans eine Bank geliehen. Der nette Campingsnachbar gibt uns zu verstehen, dass wir die Bank besser zurück stellen sollten. Ordnung muss sein!

Wir verspeisen den von mir mitgebrachten Salat mit weitgereister Sauce, Brot, Käse und versuchen rauszubekommen, wie wir morgen zum Iseosee kommen können. Inzwischen ist Charybdis bei uns aufgetaucht und kommentiert leicht genervt, dass wir zwei Zelte haben und nicht nur eins. Außerdem stört ihn, dass wir auf dem völlig freien Nachbarplatz Tisch, Stühle und Mopeds hingestellt haben. Das ginge gar nicht, die Mopeds müssten zumindest in Reihe nebeneinander geparkt sein und die Campingmöbel auf unseren Platz.

Um weitere Diskussionen mit Herrn Charybdis-Schrebergarten zu vermeiden, parkt Werner das Zebra neben Conchita und gemeinsam tragen wir Tisch und Stühle zwischen unsere Zelte. Ich hätte nicht gedacht, dass die Italiener so unlocker sind... sowas kenne ich von Frankreich z. B. nicht... Mit Hilfe meines Zaubertelefons finde ich eine Verbindung nach Edolo und durch Zufall entdecken wir bei einem kleinen Abendspaziergang sogar eine Bus-Haltestelle, die zu meinen Angaben passt. Müde, aber trotzdem bestens gelaunt trinken wir noch ein Bier in der Campingbar (diesmal hat es mir sogar geschmeckt!) und kriechen gegen Mitternacht in die Zelte.

13. Gesang - Morgenstund hat Croissant im Mund...

Wir hatten am Vortag beschlossen, um 7 Uhr aufzustehen, um den Bus gegen 9:15 zu erreichen, zumal wir trotz allem nicht ganz sicher waren, ob es den Bus dann wirklich gibt, oder wir uns noch etwas anderes überlegen müssen.

Floating Piers von weitem
Pünktlich schälen wir uns aus den Schlafsäcken. Ich gehe duschen, während Werner sich um den Kaffee kümmert. Meine ausgepackten Brotaufstriche und den Käse kommentiert Werner mit den Worten, dass er was Süßes braucht am Morgen und wo denn die Marmelade sei? Ich bin da völlig schmerzbefreit, gegessen wird, was auf dem Tisch steht! Da aber auch unser Brot nicht mehr sonderlich weit reicht, macht Werner sich auf den Weg zum Campingladen. Ich bin nicht überzeugt, dass da so früh schon jemand ist und umso überraschter, als Werner mit einer großen Brötchentüte zurückkommt.

In der Tüte stecken die zwei göttlichsten Croissants, die ich je gegessen habe: Warm, mit Zuckerstreuseln bestreut, duftend und - mit einer absolut köstlichen Aprikosenmarmelade gefüllt. WAHNSINN!

14. Gesang - Auf in den Kampf, Torero...

Nach dem Frühstück brechen wir zur Haltestelle auf, die sich ca. 200 m vom Camping entfernt befindet. Wir sitzen auf der Leitplanke und die unbarmherzige Sonne bringt mich dazu, meinen Schirm aufzuspannen, damit wir keinen Sonnenbrand bekommen. Ich erzähle Werner meine Anekdoten zum Thema "Damen mit Regenschirm auf dem südfranzösischen Straßenstrich" und wir malen uns in buntesten Farben aus, was wir tun würden, wenn nun kein Bus käme: Werner würde sich verstecken, ich mich am Straßenrand mit dem Schirm platzieren, beim nächsten Auto mein Shirt hochreißen, worauf das Auto anhalten und Werner aus dem Gebüsch springen würde, wir kapern das Auto und fahren nach Edolo.
Super Idee!

Zum Glück kommt der Bus tatsächlich und wir können nach Edolo fahren. Im Bus bewundern wir die Fahrkünste des Busfahrers und ich lasse es mir nicht nehmen, Werner nochmal auf die Gefahr von schlecht gefahrenen Linkskurven hinzuweisen.

15. Gesang - Laschiate mi cantare....

In Edolo steht schon unser Regionalzug nach Sulzano. Ich habe keine Ahnung, wie lange wir unterwegs sein würden, da ich die Zuverbindungen nur für die kurzen Stücke am Iseosee herausgesucht hatte. Da wir aber spätestens um 19:15 den letzten Bus zurück zum Campeggio erreichen müssen, achten wir ein wenig auf die Zeit. Ich kaufe uns ein Tagesticket, das wir noch durch einen Automaten jagen müssen. Das mache ich wohl falsch, aber egal, der Zug steht draußen und den wollen wir nicht verpassen.

Im Zug werden wir natürlich nochmal kontrolliert und die Karte abgeknipst. Wir fragen uns, wofür eigentlich der Stempelautomat sein sollte... Der Zug fährt nun los und wir schauen uns die tolle Landschaft an. Das Valcamonica gehört mit seinen Felsgravuren aus der Eisenzeit zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Zug schnauft und windet sich durch das Tal. Zwischendrin kommen einige völlig unverständliche Durchsagen. So langsam füllt es sich auch etwas.

Werner flirtet mit den beiden Italienerinnen, die auf den Sitzen gegenüber Platz genommen haben. Gemeinsam lästern wir über ein Paar mit einem kleinen Taschenköter, unterhalten uns und gucken aus dem Fenster. Irgendwann kommt eine Durchsage, die ich soweit verstehe, dass der Zug nicht bis Sulzano fährt, sondern irgendwo vorher hält.
Es würde dann ein "traghetto" geben.
Nur was zum Teufel ist ein "traghetto"?
 Ein Blick in die LEO-App klärt uns auf: Ein "traghetto" ist eine Fähre.
Aha. Hm.
Wir sind ein wenig ratlos, aber die beiden Damen von nebenan geben uns zu verstehen, dass wir einfach aussteigen sollen, wenn sie aussteigen.

16. Gesang - Es geht ein Schiff nach nirgendwo...

In Sale Marasino, eine Station vor Sulzano endet unser Zug. Wir steigen zusammen mit den beiden freundlichen Damen und einer Menge anderer Menschen aus. Auch wenn wir sonst keine Herdentiere sind, folgen wir diesmal einfach den anderen. Bald stehen wir in einer Schlange am See und warten auf das traghetto. Nach ungefähr 15 Minuten beschließen wir jedoch, traghetto traghetto sein zu lassen, zumal es auf die andere Uferseite fährt und wir nicht sehen, wie es dann weitergeht.

Wir fragen, wie weit es nach Sulzano ist, es kann nicht allzu entfernt sein, denn wir können die Installation und die Menschen darauf bereits von weitem erahnen. Es sind noch knapp 2 km und wir fackeln nicht lange und laufen einfach los. Inzwischen ist es wirklich heiß geworden und zudem liegt noch eine gewisse Schwüle in der Luft. So laufen wir am Ufer entlang, machen immer wieder Fotos und nähern uns langsam der Installation. Die Straßen sind bereits seit Sale Marasino gesperrt, nur Zweiräder oder Fußgänger kommen hier noch durch. Offenbar hat man aus dem Chaos der vergangenen Woche reichlich gelernt. Eine Lautsprecherdurchsage macht uns darauf aufmerksam, dass es 4 Stunden dauern würde, bis man auf die Installation drauf könnte.
WAS?
NÖ!

Wir gucken uns das alles von weitem an und Werner meint, dass wir doch eine der Fähren nehmen könnten, die immer wieder von Sulzano auf die andere Uferseite fahren. Vorher probiert er aber noch sein Glück bei einem Fährmann, der gerade einen LKW herübergebracht hat.
Der Fährmann ist völlig resistent gegenüber Werners Charme.
Nein, er nimmt uns nicht mit rüber!
Nun, dann laufen wir eben weiter!

Als wir näher an die Installation kommen, sieht es gar nicht SO wild aus mit den Menschenmassen. Die angeblichen vier Stunden können wir uns nicht erklären, wollen es aber auch nicht ausprobieren. Es gibt tatsächlich eine Schlange und es werden Menschen dort auch nur grüppchenweise durch das Gatter gelassen. Zu den kleinen Fähren gelangen wir jedoch problemlos.

Auf der kleinen Fähre treffen wir dann auch die beiden netten Damen aus dem Zug wieder. Werner gibt ihnen mit  Händen und Füße zu verstehen, dass er einen Wein ausgibt, wenn wir uns ein drittes Mal treffen. Wir lachen und haben eine Menge Spaß. Dann legt das Boot ab und wir haben Gelegenheit, die Installation zum ersten Mal richtig nahe zu sehen.

Es ist ein tolles Bild! Der blaue See und die wippenden, orangefarbenen Piers. Überall sieht man Menschen barfuß, Menschen mit Selfie-Sticks, Menschen mit glücklichen Gesichtern...

Unser kleines Boot hat nun angelegt und wir versuchen, uns durch die Menschenmassen zu zwängen, die am Ufer entlang laufen. Ein paar Schritte wollen wir zumindest auf den Pier gehen und vielleicht noch in den Gassen herumlaufen. 

17. Gesang - Piece of cake...

Blick vom traghetto aus
Als wir zur Installation laufen, fragt mich Werner, ob ich eine Schere oder ein Messer dabei hätte.

Nein, habe ich nicht, liegt alles im Tankrucksack und der ist auf dem Campeggio. Will Werner sich jetzt Brote schmieren, oder Nägel schneiden?

Nein... Werner möchte ein Stück vom Installationskuchen! Ich lache nur und denke mir meinen Teil, aber Werner lässt nicht locker. Er fragt zwei der vielen überall anwensenden Organisations- und Securityleute, ob man sich was vom Kuchen abschneiden kann.
Ja, man kann, aber bitte da hinten!
Ich warte im Schatten, während Werner das Operationsbesteck besorgt...

Kurz darauf versuchen wir unser Glück nochmal zwischen den Menschenmassen, biegen aber rasch genervt in einige Seitengassen ein. Dort lagern überall Besucher beim essen, beim ausruhen, einfach nur im kühlen Schatten. Wir kommen durch eine Gasse, in der Werner noch versucht, ein junges Mädchen auf einem Roller zu bezirzen. Im Vorübergehen entdecken wir auf zwei Pfeilern noch einen Gartenzwerg und Rotkäppchen nebst Wolf, was mich zu dem Spruch verleitet, dass das ja prima zur Schrebergartenmentalität auf dem Campeggio passen würde....

Nun geht es aber wirklich auf den Pier. Wir kommen recht problemlos aufs Wasser, machen Fotos und werden sogleich wieder verwarnt. Diesmal hat Werner den vorgeschriebenen Mindestabstand vom Wasser nicht eingehalten!

Nicht EIN, nicht ZWEI, nein DREI Meter solltest Du dem Rande fernbleiben!

Mit dem ausgelassenen Besucher aus Germania haben die anwesenden Aufpassdamen ihre Probleme, dies ist schließlich ein seriöses kulturelles Event!

Wir lachen und albern herum und ein paar Meter hinter dem Zugang zum Pier scheucht einen niemand mehr in die Mitte. Die anwesenden Enten lassen sich ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen. Selbst penetrantes Handyfotografieren entlockt ihnen kein müdes Quaken.

Als wir weiter auf den Pier rauslaufen, merkt man die Bewegungen des Wassers immer stärker. Wir beschließen, jetzt unsere Schuhe auszuziehen und - wie von Christo empfohlen - den weiteren Weg barfuß bzw. mit Socken fortzusetzen, um die Bewegungen besser zu spüren.
WOW!
Es ist ein tolles Gefühl, hier mitten im Wasser zu stehen, das Schwanken zu fühlen und selbst irgendwie ein Teil der Installation zu werden. 

Am anderen Ufer angelangt, ist für uns jetzt auch schon der Zeitpunkt für die Rückkehr gekommen. Wir rechnen mit Rückreisechaos und wollen versuchen, nicht den letzten Bus zu erreichen, sondern den um 17:15 Uhr ab Edolo. Vorher machen wir noch eine kurze Rast, trinken etwas und Werner schnippelt mit Hilfe vom Operationsbesteck noch ein ordentliches Stück Stoff ab. Wir bewundern die Akribie, mit der die Stoffe um Bäume, Laternen und Kurven drappiert wurde. Alles ist an den Rändern vernäht, hier muss eine wahnsinnige Vermessungsarbeit stattgefunden haben!

Die Installations-Enten sind auch hier nicht fern. Werner kommentiert die Abwehr von Erpel 2 durch Erpel 1 mit den Worten "Ach komm, zu Dritt macht's doch auch Spaß!"
68-er, tsk!
Bestens gelaunt und erfüllt von den Eindrücken auf und um die Piers machen wir uns auf den Weg zur Stazzione Ferroviaria.

18. Gesang - Im Reich des Helios...

Am dem Mini-Bahnhof ballen sich Menschenmassen. Werner und ich drängen uns an den Rand, um überhaupt erstmal zu erfahren, wann welcher Zug wohin fährt. Man erklärt uns, dass der nächste nach Brescia geht, unserer sei der übernächste. Bis dahin müssen wir uns in Geduld üben, Vortritt haben nur Behinderte oder kleine Kinder. Werners Vorschlag, einen Ohnmachtsanfall zu simulieren finde ich prima, aber wir stehen dann doch lieber brav in der Schlange. Es ist unglaublich heiß, zum aufspannen meines Schirms ist es zu eng und wir schwitzen wie in der Sauna. Es hat locker 36 und mehr Grad im Schatten, plus einer ziemlich hohen Luftfeuchtigkeit.

Der erste Zug kommt und die Menschenmassen drängen nach vorne. Wir schaffen es, ein paar Meter weiter zu kommen. Ich hoffe, dass ich Werner, der unsere Fahrkarte hat, im Gedränge nicht verliere. Inzwischen stehen wir etwas schattiger, allerdings dürfen wir uns nicht an der Mauer des Bahnhofs anlehnen. Hier wird nämlich jetzt eine Versorgungsgasse für die Verteilung von Wasser gebildet! Das finden wir super. Wir haben zwar selbst noch genug, reichen aber gerne weiter. Werner trinkt ausnahmsweise eine der verteilten Flaschen leer, obwohl das Wasser von Nestlé ist, einer Firma, die wir beide boykottieren und (nicht nur) aufgrund ihrer Wasserpolitik verabscheuen.

Der zweite Zug kommt nun auch an und die Massen drängen nach vorne. Werner und ich schaffen es aber, zusammen zu bleiben und entern den Zug. Diesmal gibt es nur Stehplätze für uns, aber wenigstens ist es kühl drin. Als zwei Stationen später einige Leute aussteigen, können wir uns setzen. Uns gegenüber sitzt ein italienisches Paar, dem Werner dann gleich stolz seine Beute inklusive einer realistischen Preisvorstellung präsentiert. Wir lachen und scherzen, bieten uns gegenseitig Dinge aus dem Vorrat an. Ich habe die Lacher auf meiner Seite, als ich eine 1,5-Liter-Flasche aus dem Rucksack ziehe und diese für "diecimille" anpreise. Der Tochter der beiden schenkt Werner dann noch einen losen Faden aus dem Stoff, den diese recht befremdet annimmt.

19. Gesang - Mit Aiolos' Hilfe...

Bald erreichen wir Darfo Boario Terme, der Zug endet hier. Es soll nun angeblich einen Bus geben, der uns nach Edolo bringt. Wir laufen einfach wieder den anderen hinterher, besteigen den Bus und hoffen, dass der Fahrer bald mal die Klimaanlage einschaltet. Der Bus fährt bald los und wir sind froh über den Sitzplatz, denn bis Edolo ist es noch ein ganzes Stück. Zum Glück sind wir frühzeitig zurückgefahren, denn auf der Straße wird die Strecke sicherlich länger dauern, als mit der Bahn.

Irgendwann vor Breno macht der Bus einen kurzen Stopp. Am Sonntag würde es ein Campionissimo im Radsport geben, in Aprica hatten wir ja schon die Vorbereitungen gesehen. Hier gibt es irgendeine Trainings- oder Zeitrunde mit einer größeren Gruppe Rennradfahrerinnen, die auch rasch durch den Ort gesaust sind. Weiter geht es bis Breno Stazzione. Hier stellen wir fest, dass unser Bus nicht weiter fährt. Der Fahrer meint, es gäbe irgendeinen Pulman, der weiter nach Edolo fährt und schickt uns eine Treppe hoch.

Werner spricht einen Carabinieri an, der uns zu der Haltestelle schickt. Dort gibt es aber  leider keinen Bus nach Edolo! Moment, da hängt ein Zettel! Mit Hilfe eines Wartenden und meiner rostigen Italienischkenntnisse finden wir heraus, dass der Bus irgendwie nicht fährt, oder von irgendwoanders. Werner fragt in der Bäckerei gegenüber und ich in der Bar. Wir werden weiter weg geschickt, sind aber an dem angegebenen Ort skeptisch. Das sieht so gar nicht nach Haltestelle aus, und auf dem Platz weiter oben? Nein, Fehlanzeige. Wir gehen nochmal in die Bar und dort beschreibt uns die Dame, wie der Platz heißt und dass dort eine Bank ist. Aha, waren wir doch richtig.

Werner quengelt und möchte "Ein Stück Schwarzwälder und einen Kaffee!" Ich insistiere, dass wir erst genau rausfinden, wo und wann der Bus fährt, bevor es irgendeine Belohnung gibt. Beides ist rasch erledigt, wir haben noch eine halbe Stunde Zeit, das reicht für Kaffee, Kuchen und Gelato!

Während ich mein Eis esse und Werner sich mit Kaffee und Kuchen stärkt, erklärt er mir, wie man am besten die ältere Dame überfallen könnte, die gerade auf dem Parkplatz gegenüber das Auto abgestellt hat und nun in die Bank zum Geld holen gegangen ist. So einen schlechten Einfluss hätte ich von einem seriösen Herrn im gesetzten Alter nicht erwartet! Wir rätseln, ob der Bus wirklich kommt, oder wir eine andere Lösung finden müssen. Werners Idee ist, dass er im Zweifelsfall ein Auto knacken würde, so ein altes ohne Elektronik, genau so eins, wie die ältere Dame, die gerade gegenüber in der Bank Geld holt, hat! Danach müsste man aber das Auto anzünden, um die Spuren zu beseitigen. "Das habe ich alles aus dem Fernsehen!" sagt Werner gut gelaunt.

Glücklicherweise kommt nun unser Bus! Ich hatte mir schon ausgemalt, wie wir den Rest unseres Lebens im italienischen Knast verbringen.

20. Gesang - Cena Trimalchionis in Aprica...

Der Bus ist nun wirklich der Richtige und wir können uns ein wenig von den Strapazen des Tages
Wetterwechsel kündigt sich an...
erholen. Ich hatte vorgeschlagen, dass wir am Abend in Aprica essen gehen könnten. Extra einkaufen und kochen finde ich für so eine kurze Zeit zu aufwendig und außerdem sind wir in Italien, da wird es wohl gescheites Essen geben!

Auf dem Campeggio begrüßen uns Skylla und Charybdis, die einträchtig auf einer Bank nebeneinander sitzen. Werner überlegt noch, welche der Flaggen er mitnehmen möchte, um unsere Mopeds am nächsten Tag entsprechend dekorieren zu können. Es gibt sogar die tschechische Flagge, aber wir gehen dann doch erst einmal duschen und lassen die Fahnen hängen. Als nächstes besorgen wir im Laden vom Campingplatz  Werners Frühstücksmarmelade.

Um unsere knurrenden Mägen zu füllen, laufen wir hoch nach Aprica. Auf dem Weg fragen wir im Supermercato, ob dieser auch sonntags offen ist. Das wird uns bestätigt und wir überlegen schon einmal, was wir für unterwegs einkaufen möchten. Aber erst einmal sehen wir uns die Partymeile für das Radrennen an, bewundern die Radfahrer, schauen in ein Zelt mit Fahrrädern und -zubehör.

Mein Vorschlag, doch zwei heliumgefüllte Ballons als Dekoration für die Mopeds zu kaufen, lehnt Werner leider ab. Schade, ich hätte gerne so einen chicen Hello-Kitty-Ballon an Conchita gebunden!

Wir beschließen einhellig, dass wir uns in einer der Seitenstraßen nach einem Restaurant umsehen möchten. Es fängt nun auch an zu regnen, und ich bin froh, dass ich meine Armeebluse übergezogen habe. Werner trägt galant unseren Schirm, beklagt sich aber, dass ich nicht extra erwähnt hatte, auch etwas mit langen Ärmeln mitzunehmen. In einer Nebenstraße finden wir erstmal einen Bäcker mit verlockenden Süßwaren. Da wir aber erstmal anständig essen möchten, verschieben wir den Süßigkeitenkauf auf später und suchen ein Restaurant.

Nach zwei Anläufen landen wir in einem Hotelrestaurant. Dort bekommen wir - nachdem wir klar gemacht haben, dass wir kein Zimmer dort haben - rasch einen Tisch. Fix stellt man uns ein Coperto mit Brötchen und Grissini hin. Dann kommt der Chef und fragt uns, was wir essen möchten. Er zählt alles mögliche auf, ich versuche zu übersetzen. Wir einigen uns auf Pizzoccheri und sind mal gespannt, was da kommt. Davor bedienen wir uns noch beim Salat und ruckzuck stehen sowohl Getränke, als auch unser Essen auf dem Tisch. Ich merke mir für später, dass ich noch "sarazeno" nachgucken muss. Irgendein Getreide, aber welches...? Die Pizzoccheri sind einfach nur köstlich! Mit etwas Salbeibutter und Kartoffelstückchen, etwas Käse drüber, genial!

So langsam füllt sich auch das Restaurant mit Radfahrern und anderen Gästen. Wir unterhalten uns und knabbern die köstlichen Rosmarin-Grissini. Zum Nachtisch holt sich Werner noch ein Stück Obst. Ich muss passen, mein Magen ist voll! Werner nimmt noch mehr Brot und tunkt damit das wunderbare Olivenöl von der Salatbar auf.

Als wir das Restaurant verlassen, ist der Bäcker leider geschlossen. Werner muss also auf Süßkram
verzichten. Inzwischen ist es draußen deutlich kühler geworden. Auf der Partymeile schwingen wir kurz das Tanzbein und gehen dann zurück zum Campeggio. Ich erwähne, dass ich hoffe, dass wir diese Nacht nicht frieren werden. Da Werner wegen der von mir angekündigten heißen Temperaturen keine wärmeren Klamotten mitgenommen hat,  bekomme ich hier wieder Schuldzuweisungen zu hören, was unserer guten Laune aber keinen Abbruch tut.

Auf dem Campeggio genehmigt sich Werner doch noch ein Stück Kuchen und ich trinke ein Bier. Wir lassen den Tag Revue passieren und quatschen noch bis kurz vor 22 Uhr. Danach ist es Zeit, in den Schlafsack zu kriechen, die Rückfahrt wird anstrengend.

21. Gesang - Odysseus trägt orange...

Wie schnell doch so ein Wochenende vergeht! Um 7 Uhr klingeln unsere Handys und wir kriechen aus den Zelten. Leider sieht das Wetter so gar nicht gut aus, überall quellen Wolken. Ich beginne recht rasch damit, schon einiges einzupacken, während Werner netterweise Kaffee kocht und uns noch Brot und wieder die genialen Croissants holt. Wir essen und trinken im trockenen, ich bin schon geduscht, Werner muss noch. Da die Straße wegen des Radrennens bis 8:45 Uhr gesperrt ist, haben wir auch keine allzu große Eile mit dem Einpacken unserer Sachen.

Während ich schon einiges gepackt habe und Werner in der Dusche ist, beginnt es zu regnen. Werners aufgehängte Klamotten, Stiefel und seinen Stuhl stelle ich rasch in sein Zelt, rette unseren Kaffee und setze mich unter die Überdachung der Brücke über unseren Campingbach. Ich knöpfe das Futter in meine Motorradjacke und hoffe, dass wir unterwegs nicht nur im Regen fahren müssen.

Als Werner aus der Dusche kommt, regnet es noch immer. Ich habe mein Zelt zum Glück noch im trockenen und einigermaßen trocken abgebaut. Werners ist nass, aber in einer Regenpause baut auch er ab und wir packen die Mopeds auf. Werner hilft mir beim rangieren auf dem nassen Gras und ich fahre schon einmal vor, um oben an der Straße auf ihn zu warten.

Wir fahren nun erst einmal einkaufen. Dann geht es über eine kleine Seitenstraße weiter und zum
Apricapass. Das Wetter macht mir etwas Bauchweh, es tröpfelt immer mal und zwischen den Radfahrern auf der Straße kommen wir auch nicht so schnell voran. Zum Glück biegen die Rennradler bald auf eine Seitenstraße ab, so dass wir einigermaßen zügig weiter nach Tirano kommen.

Richtung Bernina wird es immer dunkler. Ich habe bereits meine Regenmembran in der Jacke, aber die Hose ist noch hinten auf dem Gepäckträger. Als wir uns dem Berninapass nähern, wird es immer dunkler, ich sehe einen Blitz. Hinter einer Kurve hält Werner an. Ich steige in meine Regenhose und Werner holt nun seine leuchtend orange Post-Regenkombi aus dem Koffer. Aufschrift hinten: Post. Aufschrift vorne auf der Hose: Herr Duffner. Ich kriege einen Lachanfall. Werner sieht mit seiner Regen-Kombi und der gelben Sturmhaube wie ein mutierter Feuersalamander aus! Aber wenigstens kann man ihn gut sehen...

Ein paar Kilometer weiter beginnt es zu regnen, bald zu schütten. Sicht gleich Null. Wir fahren aber trotzdem flottes Tempo über den Pass und nach unten. Die Landschaft verschwimmt zu einer grauen Matsche. Wir müssen - wie auf dem Hinweg - etliche Baustellen passieren, drängeln uns vor, wo es nur geht und überholen. Mein Visier ist angelaufen, die Pinlockscheibe liegt daheim, aber egal. Ich fahre jetzt offen und sehe nicht mehr viel, weil jetzt auch Wasser auf die Brille läuft, diese beschlägt... so kämpfen wir uns weiter durch. An jeder Baustellenampel machen wir Scherze, lachen, blödeln herum. Auf dem Julierpass legen wir eine kurze Pause ein, Werner möchte seine Handschuhe wechseln, ich nutze die Zeit, um fix etwas zu essen und weil normale "Passbilder" doof sind, lege erst ich und dann Werner noch eine Poledance-Einheit an der Stange vom Pass-Schild hin. Wir sind ausgelassen wie die Kinder, winken anderen Motorradfahrern und albern auf dem Parkplatz herum.

Bald geht es weiter und unsere treuen Motorräder tragen uns durch das Sauwetter hinter dem Pass bis nach Chur, wo wir einen Tankstopp einlegen und Werner bei dem McCafé nebenan Kaffee für uns holt. Werner hätte gerne Käsekuchen gekauft, aber für 9 SFr verzichten wir dankend. Ein paar Vorräte haben wir noch, und wir wollen eh rasch Land gewinnen.

Odysseus trägt orange!
Zum Glück wird das Wetter ab Chur langsam trockener und wir donnern die Autobahn Richtung Zürich und Basel weiter. Jetzt kommt auch etwas Sonne hervor und die nasse Jacke wird vom Fahrtwind trocken geblasen. Bei Kaiseraugst dirigiert uns Werner auf einen Parkplatz. Mir dröhnen die Ohren von der Autobahnfahrt und ich bin ein bisschen ko, habe Hunger und Durst. Jetzt verspeisen wir das restliche Brot aus Italien, die leckeren Tomaten und das Obst, trinken Wasser und lassen die Rückfahrt Revue passieren.

Ich habe das Gefühl, dass keiner von uns nach Hause will, zu schön war diese spontane Reise, so viele Eindrücke, so viele Erlebnisse, so viel gelacht...Wir steigen auf die Mopeds und fahren weiter Richtung Freiburg. Kurz vor Bad Krozigen ist der Abschied dann da, wir halten kurz auf einem Parkplatz, umarmen uns und dann trennen sich unsere Wege...

Auf Wiedersehen, Werner, bis zu nächsten Flucht aus dem Alltag!

Samstag, 18. Juni 2016

Geschichten aus dem schwarzen Wald - Ein Singspiel in 5 Akten

Será, será esta noche ideal
Que ella nunca se olvida
Podré reír y soñar y bailar
Disfrutando la vida
... (Raphael - Mí gran noche)
 

Ort: Eine Hütte im Schwarzwald
Mistress of desaster: Doro
Der Chor: Ölfe, Gildi, Kirsche, zuse, Goldmarie, Herr Schulze, Lily, Felix
Die Reitenden Boten: Heiner, Carsten, Werner

Die Embassadoren: Miki, Alain, Thomas, Marie-Claude, Nina, Isabelle, Lenin, Tina, Kirsche
Der Außerirdische: Fred vom Jupiter
Die lange Hand/Maria-Dolores Elvira Patricia Martinez Sanchez Gomez (de la Selva): Werner
Die Gefangenen: Kirsche, Felix, Lily, Yuki
Die Stimme aus dem Off/Der Kritiker: Herr Schulze
Die Multimedia-Spezialisten: Carsten, Fred vom Jupiter, zuse, Doro

Die Verliebten: Karin, Pete, Katharina, Peter
Das Edelfräulein des spanischen Edelmanns:
Yvonne
Der spanische Hofstaat: Tanja, Martina
Die Reitende Botin:
Christine
Die Nachbarin: Ute
Der Vater: Kai

Der Hüter der Hütte:
Klaus


Ouvertüre
presto accel. und strasciando


Seit dem 2. Februar gehöre ich zur Gruppe der "Best Ager", wie es im schönen Neudeutsch so heißt.
Es ist gefühlt ja erst zwei Wochen her, dass ich selbst die damals noch als "Generation 50plus" bezeichneten Menschen am Computer unterrichtete und die Bezeichnung ziemlich daneben fand.

tja, und eines Tages wachst Du auf und bist 49!

Wollte ich schon meinen 40. groß feiern, was sich aus diversen Gründen dann doch zerschlagen hatte, so sollte doch zumindest der 50. gebührend begangen werden. Weil ich im Februar Geburtstag habe, meine Wohnung zu klein für mehr als 20 Gäste ist und zudem noch viele Freunde von auswärts kommen, musste eine andere Lösung her.

Mein liebster und bester Freund Lenin brachte mich auf die richtige Idee. Er ist auch ein Februarkind und hatte für seinen 40. Geburtstag eine Hütte gemietet, um dann bei besserem Wetter und angenehmen Temperaturen im Sommer nachzufeiern. Irgendwann im ersten Quartal meines letzten Lebensjahrs mit der 4 vorne dran machte ich mich auf die Suche nach einer passenden Hütte. Das Ergebnis ist ernüchternd: Ausgebucht, zu teuer, zu weit weg, zu klein, zu schlecht ausgestattet, keine Rückmeldung... bis ich von meiner Freundin Carmen den Tipp bekam, dass sie doch für mich die Hütte des Skiclubs Oberried buchen könnte.

Gut.
Gesagt getan.

Einige Monate ziehen ins Land.

Kurz nach dem Jahreswechsel 2015/16 beschließe ich, meine Einladung an die Gäste zu schicken, damit sie ebenfalls rechtzeitig planen können. Und jetzt... beginnt das Chaos... denn... nicht ICH habe ja die Hütte gemietet, sondern Carmen und Carmen hat just an diesem Wochenende eine Klassenfahrt zu betreuen. Da die Satzung der Hütte aber vorsieht, dass das mietende Mitglied die ganze Zeit vor Ort sein muss, ist guter Rat teuer, denn ich bin kein Mitglied!

Panisch suche ich nach anderen Möglichkeiten, während wir parallel den Verantwortlichen bearbeiten, um eine Lösung zu finden. Nach einigen nervenzerfetzenden Wochen und ergebnisloser Suche nach einer anderen Hütte komme ich auf die naheliegendste Idee: Ich trete selbst in den Skiclub ein.

UFF!

1. Akt
allegro vivace non troppo


Ich habe es schon immer gehasst, wenn auf Parties nur die zusammensitzen, die immer zusammensitzen. Dazwischen ein paar einsame Menschen, die nicht recht mit anderen ins Gespräch
kommen, weil sie nicht wissen, wo sie anknüpfen sollen. Ich hatte die grobe Idee, irgendwas mit Spielen zu machen, je nach Wetter draußen oder drinnen, außerdem wollte ich an meinem 50. Geburtstag dem Inneren Kind Freiraum geben.

Auf keinen Fall sollte es eine Alte-Leute-Kaffee-Kuchen-Rumsitzfeier werden!

Bei den allerersten Grobplanungen ca. Ende 2014 hatte ich über ein paar Stripper nachgedacht, die Suche nach den passenden Exemplaren gestaltete sich jedoch als schwierig bis unmöglich. Die, die mir unterkamen, waren wohl eher für ein männliches Publikum gedacht, jedenfalls war keiner dabei, der mich ansprach. Dabei hätte das so schön werden können: Die Tür geht auf, eine riesige Papptorte wird hereingerollt, der dann drei knackige Kerle entspringen, die sich nach und nach ihrer Kleidung entledigen... ok... ich habe zuviele schlechte Revuefilme geschaut!

Ja, also Spiele... was haben wir eigentlich so auf den Kindergeburtstagen gespielt... Meine Freundin zuse kommentierte meine Recherche mit den Worten "bähhhh... magsch nisch!" und "Oh je, Kindergeburtstag mit Topfschlagen!" Das machte mich etwas skeptisch... es ist zwar meine Party, aber was mache ich, wenn niemand mitmachen will? Bekomme ich es hin, alle zu motivieren? Im Internet suchte ich nach Anregungen für Partyspiele für Erwachsene... Trinkspiele... hm, ne, möchte ich nicht machen. Kartenspiele... neeee, langweilig... nach einigem Suchen hatte ich dann eine potenzielle Auswahl an Spielen eingekreist. Jetzt ging es an die Suche nach Preisen. Da wir nicht ganz wenige Leute sein würden und ich nicht über ein riesiges Budget verfüge, sollte es etwas nettes sein, was nicht dumm rumsteht und woran alle Freude haben würden. Passend zur "nostalgischen Kinderparty" habe ich dann nostalgische Süßigkeiten bestellt. Bei worldofsweets gibt es so ziemlich alles, was wir aus Kindertagen noch kennen von Schleckmuscheln über Zuckerketten, Brausestangen, alles, was das Herz begehrt.... und ich wollte unbedingt "Schokowürfeln" spielen, aber in der verschärften Variante: Statt Handschuh, Mütze, Schal sollten es Helm, Halstuch, Nierengurt und Motorradhandschuhe werden. Man will's den Leuten ja nicht zu einfach machen und einen Bezug zu meinem liebsten Hobby sollte es auch geben.
 
2. Akt
molto vivace

Im Mai überkam mich dann langsam Panik.
Würde ich alles organisiert bekommen?
Würde ich die richtigen Mengen an Essen und trinken planen?
Sollte ich nicht doch besser noch ein Catering dazu nehmen..?
Die Idee mit dem Cartering verwarf ich nach dem ersten Angebot rasch, für DAS Geld würde ich eine ganze Kompanie verpflegen können! Nein, das muss auch so klappen!

Wer kam denn nun alles? Die doodle-Liste war zwar nützlich, aber nicht alle hatten sich auch eingetragen...
Wer würde übernachten und wer nicht?
Wieviele Plätze sollte ich "in petto" halten für spontante Entscheidungen...?

Im Ende Mai war ich dann auf der "Burg" und kam ziemlich euphorisch zurück. Was mir von dem Wochenende besonders in Erinnerung geblieben war, ist die veränderte Stimmung am Abend nach der Stammtisch-Rallye. Alle waren in bester Laune und man fühlte sich als Teil einer großen Familie. Die Teams waren auf der Burg ebenfalls bunt gemischt, so dass sich eine gute Möglichkeit bot, die verschiedensten Talente einzubringen und Teamgeist zu entwickeln, der das Team dann trägt.
Diese Stimmung wollte ich auf meiner Party auch!

Um die optimale Durchmischung der Teams zu erreichen, hatte ich eine Liste gemacht, um zu gucken, wer sich garantiert nicht kennt und noch nie gesehen hat. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass pro Team mindestens ein Mann dabei ist, um die "schwierigeren" Aufgaben zu lösen. Als sportlichere Spiele hatte ich ein "Schubkarrenrennen" und Sackhüpfen geplant, im Juni würde ja hoffentlich leidliches Wetter draußen sein... den sportlichen Part sollten dann die körperlich Fitten und/oder vorzugsweise die Männer bekommen, es macht ja nicht jede Kraftsport...

 3. Akt
presto prestissimo

Ein Blick auf die Wetterkarte verhieß in der Woche vor der Party nichts Gutes. Es sollte im günstigsten Fall unbeständig sein, wenn nicht sogar dauerregnen. Oh je! Da hätte ich ja auch im Februar in einem Gasthaus feiern können, wenn man eh nur drinnen rumsitzen kann!

Während ich die Päckchen für die Siegerehrung packte, dachte ich über alternative Spiele nach. Die Teamkarten mussten noch gedruckt werden und hier fiel mir dann ein, wie ich die Teams kenntlich machen und trotzdem ein wenig Verwirrung stiften konnte. Auf der letzten 50er-Party, die ich im November besuchte, hatten die Gäste "Aufkleber" mit Namen bekommen, damit man wusste, wen man vor sich hat. Das wollte ich ebenfalls einsetzen, aber in einer verbesserten Version. Meine Freundes- und Bekanntenkreis ist im Lauf der Jahre riesig geworden, durch meine verschiedenen Hobbies und Jobs habe ich immer wieder tolle, interessante Menschen getroffen, mit denen ich gerne feiern wollte. Und nicht vergessen möchte ich auch meine alten Freunde, die ich ebenfalls alle eingeladen hatte. Einige Kontakte bestehen seit mehr als 30 Jahren, man mag sich immer noch, auch wenn man sich vielleicht nur alle Jubeljahre mal sieht, spricht oder schreibt.

So kam ich auf die Idee, auf den Namenskarten nicht nur den Namen anzubringen, sondern auch, woher ich meinen Gast kenne und seit wann. Man möge mir verzeihen, dass ich bei einigen nicht mehr das ganz genaue Jahr wusste, manches verschwimmt dann doch eher zu einem Zeitraum.

Die Teams wollte ich mit verschiedenen Farben kennzeichnen, so dass sie sich zu Beginn der Spiele auch rasch finden würden und loslegen könnten.

Nicht nur die Teamkarten und Preise mussten in der Woche vor der Feier organisiert werden, ich brauchte noch Brot und Getränke. Da ich normalerweise alles selbst backe - was aber mit Blick auf die zahlreichen Gäste und meine knappe Zeit ausschied - hatte ich nach einem anständigen Bäcker geschaut, Gebäck vom Kettenbäcker finde ich einfach nur ekelig! Das Netz spuckte mir die Bäckerei Steimle aus, welche mit guten Bewertungen glänzte und sich praktischerweise ganz in der Nähe meiner Wohnung befindet. Die Getränke organisierte ich als Kommisionskauf über den Getränkehandel Zähringer in Oberried. Wie hätte ich auch sonst alles anschleppen können, ich habe nur ein Fahrrad und meine Conchita...

Am Montag vor der Party schleppte ich Frau zuse noch zum Discounter, wo wir in zwei
Einkaufswagen alles benötigte frische Zeug, sowie solche Dinge wie Toilettenpapier und Küchenrollen zum Auto karrten. Nach Kalles Hochzeit 2011 und der dort eingehenden Toilettenpapierknappheit wollte ich für alle Eventualitäten gewappnet sein!

Irgendwann war mir noch eingefallen, dass meine Gäste am Freitag vielleicht auch etwas essen wollten und nicht nur ein paar Äpfel oder Gemüse knabbern. Also kochte ich am Montag kurzerhand Karottensuppe, die ich aufgrund von mancher Leuts Abneigung gegen Ingwer leicht modifzierte. Frau Goldmarie entlockte meine Bemerkung, montags die Suppe für Freitag zu kochen, ein flottes "örks!" Die Erfindung des Tiefkühlgeräts scheint noch nicht in Pfälzische Gefilde vorgedrungen zu sein... Ein Zebrakuchen (modifizierter Marmorkuchen) wurde noch flugs gebacken und dann kippte ich am Montagabend (wie an den Restabenden der Woche) todmüde ins Bett.

4. Akt
presto prestissimo con brio

Freitag, 5:30 Uhr Weckerklingeln.
HEUTE IST ES SO WEIT!
Ich springe aus dem Bett, gehe in die Küche, koche Tee, durchdenke meinen Zeitplan.

6:00 - 8:00 Uhr Muffins backen, Wohnung halbwegs aufräumen, frühstücken, mich Mensch machen
9:30 Uhr Verschönerungsaktion
10:00 Uhr Brot abholen
10:30 Uhr Salatsaucen, Chaos beseitigen, letzte Sachen packen
12:30 Uhr Die Kirsche von der Straßenbahn abholen
16:00 Uhr Mit Heiner Auto beladen, Gäste in Empfang nehmen
18 Uhr Anpfiff auf der Hütte

Der Morgen verlief äußerst planmäßig, alles klappte wie am Schnürchen. Meiner Vermieterin hatte ich bereits Bescheid gesagt, dass wir ab 16 Uhr Autos einladen würden und sie dann bitte ihre Höllenhunde hinter Schloss und Riegel bringen sollte. Frau Kirsche kam auch halbwegs pünktlich und wie bestiegen gemeinsam meinen Berg, um ihre Sachen abzuwerfen und dann gemütlich Kaffee trinken zu gehen. Das Dorfcafé, in das ich wegen der leckeren Kuchen recht gerne gehe, hatte aber aus unerfindlichen Gründen Betriebsferien, so dass wir auf die Eisdiele ausweichen mussten. Gegen 15 Uhr fing ich an, kribbelig zu werden. War wirklich alles da? Hatte ich nichts vergessen? Niemanden vergessen? Meine Sachen richtig gepackt...?

Kurz vor 16 Uhr kamen Ölfe und Gildi und kurz danach Heiner, der mich beim Transport unterstützen wollte. Meine Nachbarin aus dem Nebenhaus schaute ebenfalls vorbei und überreichte uns noch eine frisch gebackene Foccacia. Gildi und Ölfe beschlossen, uns voraus zu fahren und schon einmal die Hütte nebst Hüttenwart in Augenschein zu nehmen. Heiner, Kirsche und ich packten das Auto, was natürlich nicht ohne Gemurre meiner Vermieterin ablief, da wir in der Einfahrt standen und das Packen einige Zeit in Anspruch nahm. Naja, vermutlich ist sie nur neidisch, dass wir so ein tolles Wochenende vor uns hatten, während sie schlecht gelaunt zuhause sitzen muss...

Gegen 16.30 Uhr brachen wir dann zu dritt bei mir auf, unterwegs sammelten wir noch Christine auf
und dann ging es hoch zur Hütte. Ich hatte es aufgrund von Zeitmangel und schlechtem Wetter nicht geschafft, den Weg und die Hütte zumindest von außen zu erkunden. Von den Fotos her sah sie aber super aus und den Weg fanden wir auch ohne Probleme. Das Auto hatte etwas zu tun, denn die Straße ist teilweise recht steil und der Anhänger sollte nicht unnötig herumhüpfen. Gegen 17.30 Uhr kamen wir oben an, wo uns der Hüttenwart begrüßte, den Ölfe und Gildi schon mit geballtem Charme verwirrt hatten. Wir luden fix ab, betrauten die Mädels mit dem Verräumen der Sachen und fuhren noch einmal nach Oberried, um die Getränke zu holen.

Hier gab es auch eine Überraschung, ich dachte, dass es ein Problem sein würde, die Kisten Sonntag zurückzugeben, aber nein. Wir bekamen alles erstmal kostenlos mit und den Hinweis, wo wir die Reste am Sonntag hinstellen sollten und dass dann erst abgerechnet würde. Toll! Auf dem Land klappt manches dann doch besser, als in der Stadt... mit dem beladenen Auto und Anhänger machten Heiner und ich uns auf den Rückweg zur Hütte. Wir waren beide der Meinung, dass man einen der nächsten Stammtische prima oben im Wirtshaus neben der Hütte machen könnte, denn die Strecke ist mit dem Motorrad sicherlich traumhaft zu fahren. Oben angekommen warteten bereits zwei Reitende Boten, nämlich Carsten und Werner, die die Strecke für Samstag schon mal gescoutet und ganz nebenbei eine kleine Ausfahrt gemacht hatten. Gemeinsam verräumten wir den Inhalt des Anhängers und richteten uns allmählich auf der Hütte ein. Ich hatte noch eine weitere Suppe gekocht und nach etwas Kampf mit dem Gasherd schafften wir es auch, die Suppe aufzutauen. Heiner musste uns leider wegen einem Trauerfall verlassen und Carsten machte sich ebenfalls bald auf den Heimweg.

So blieben an diesem Abend Kirsche, Ölfe, Gildi, Frau Goldmarie, Christine, Felix, Lily, Herr Schulze, Werner und ich übrig. Werner, das Schlitzohr ließ sich von den anwesenden Frauen extra bitten und betteln, doch morgen zur Party zu erscheinen. "Nein... ach... weiß nicht... so viel zu tun... nicht ganz fit... vielleicht... ach..." Am Ende hatte Ölfe ihn so weit, dass er zumindest zu einem definitiven "Vielleicht" bereit war. Gegen Sonnenuntergang machte sich auch Werner auf den Heimweg und wir machten es uns auf der Hütte gemütlich. Der erste Wein wurde geöffnet und meine Fotoalben angeschaut, Witze gemacht, Geschichten erzählt, Probleme gewälzt, Poltik diskutiert... mit Frau Goldmarie und Herrn Schulze saß ich noch bis um 2 Uhr am Tisch und wir diskutierten uns die Köpfe heiß. Danach konnte ich erst einmal nicht schlafen. Ich war viel zu aufgewühlt von den Vorbereitungen und viel zu aufgeregt wegen der anstehenden Feier.

Am Dienstag im Spanischunterricht hatte Alain schon gesagt, dass es fast so ist, als ob ich meine Hochzeit vorbereiten würde. Genauso habe ich mich die ganze Zeit auch gefühlt, ich wollte, dass alles perfekt ist, dass alle sich amüsieren und wohl fühlen und ich hatte noch nie in meinem Leben so eine große Feier organisiert.

5. Akt
allegro vivace con brio

Da ich in der Nacht kaum geschlafen hatte, begann mein Partymorgen schon gegen 6 Uhr. Liegenbleiben konnte ich nicht mehr, fit fühlte ich mich auch nicht wirklich... so schlurfte ich die Treppe herunter in die Dusche. Nach heißem Wasser von oben fühlt man sich ja meist etwas besser, so war es dann auch. In der Küche begann ich mit den Vorbereitungen für das Frühstück und gegen 10 vor 7 gesellte sich eine Ölfe mit sehr kleinen Augen zu mir, die erst einmal "mmmKKKKAAAAFFFFÄÄÄÄÄÄ" krächzte. Wir kochten Kaffee, nach drei Tassen war ich dann zwar wach, aber dermaßen zittrig, dass ich unbedingt etwas essen musste. So langsam krochen auch die anderen aus den Betten und wir frühstückten gemeinsam, begannen mit der Vorbereitung für den Nachmittag und Abend. Das ging etwa bis 11 Uhr gut, dann begann sich meine Müdigkeit in Form von leichter Gereiztheit bemerkbar zu machen... SO wollte ich keine Gäste empfangen und auch niemand anderes sollte unter meiner Laune leiden müssen. Also instruierte ich mein Küchenteam und legte mich noch eine Weile hin. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass man neben der Liebe auch den Schlaf vergebens ruft... Ein bisschen ausgeruhter kam ich nach einiger Zeit die Treppe herunter und nach und nach trudelten die ersten Gäste ein.

Ich hatte mit Blick auf das Wetter meine Spiele recht kurzfristig umdisponieren müssen, statt draußen
mussten wir ja drinnen spielen. Außerdem musste ich noch etwas vorbereiten und davor die Gäste so beschäftigen, dass sie so wenig wie möglich von allem mitbekommen.

Aber erst einmal begrüßte ich der Reihe nach, verteilte die Betten und bewirtete meine Gäste. Als Werner durch die Tür kam, stürzten sich mehrere Frauen mit einem lautstarken "WEEERNERRRRRRRR!!!" auf ihn und warfen sich ihm an den Hals. Ich dachte mir, dass unsere Überzeugungsarbeit ja wohl sehr erfolgreich war, aber Werner hat uns an dem Abend nicht nur einmal überrascht...

Intermezzo
allegro vivace

Nun waren meine Gäste schon recht zahlreich anwesend und so langsam sollten sie auch erfahren, was es mit den Namensschildern und den farbigen Punkten auf sich hatte. Aber erst einmal brauchte ich Zeit und Platz für meine weiteren Vorbereitungen.

Meine Gäste bekamen das "Schokowürfeln" erklärt und auch, wie man sich den Motorradhelm aufsetzt, korrekt den Nierengurt anlegt und was es sonst noch bei dem Spiel zu beachten gibt. Nach anfänglichem Murren konnte ich bereits nach 2 Minuten aus der Küche hören, wie nebenan begeistert gegröhlt und gespielt wurde. Ich war erleichtert, denn was, wenn niemand hätte spielen wollen...? Während am Tisch wild gewürfelt und gespielt wurde, richtete ich Teller mit Rasierschaum, Luftballons, Rasierer, Löffel, Überraschungseier, Schüsseln mit Äpfeln und Wasser und legte die Punktetabellen bereit.

Meine Gäste waren bereits in bester Stimmung und ich integrierte die Neuankömmlinge ebenfalls. Nun sollte es ans Schokowürfeln gehen. Einige hatten mich schon gefragt, ob ich mit dem Motorrad hochgekommen sei, weil da ein Helm herumlag. Nein, liebe Gäste, den Helm müsst ihr aufsetzen, nicht ich! Als ich verkündete, dass nun gespielt werden soll, gab es einiges Gemurre, aber kaum war ich in der Küche verschwunden, ging nebenan schon das Gegröhle los "schneller... ich hab ne Sechs... gib her...!!!" Klappt doch!

Meine Gäste waren in Hochstimmung, und ich hatte Mühe, sie vom Tisch zu den eigentlichen Spielen zu bringen. Es musste ein Luftballon rasiert werden, Äpfel aus einer Schüssel geschnappt, Eier ohne Bruch transportiert werden und dann gab es noch einen Alliterationswettbewerb und (wie ich fand einfache) Fragen zu beantworten.

5. Akt
allegro giocoso

Durch die vielen Ab- und Zusagen waren meine Teams leicht durcheinander geraten und Team schwarz bestand fast nur aus Männern, die unter Werners Führung kräftig schummelten. Da wurden Luftballons nicht richtig aufgeblasen, Klingenschutz nicht entfernt, nur minimal Seife auf dem Luftballon verteilt...

Beim folgenden Äpfel schnappen hatte ich es allen einigermaßen leicht gemacht. Normalerweise nimmt man dafür eine große Schüssel, aber ich hatte keine 5 gleich großen gefunden. Hier glänzten Yuki und die Ölfe mit ihren Schnappkünsten.

Der Eierlauf mit Ü-Eiern auch ein Riesenspaß, auch wenn Werner wieder mit einem aus der Kpche geklauten Schöpflöffel zu schummeln versuchte. Zur ausgleichenden Gerechtigkeit gab es für sein Team Strafpunkte, da er das Ei mehrfach fallen ließ. Werner hat mir beim Stammtsich gestanden, dass er in der Küche eigentlich Honig gesucht hatte, um das Ei festzukleben. Tja, Werner, da hast Du nicht gut genug gesucht!

Beim folgenden Aliterationswettbewerb hatten wir an den Ergebnissen wirklich viel Freude. Es ist
schon toll, wie kreativ die Teams waren. Leider habe ich die Zettel nicht mehr, sonst hätte ich Euch einige besonders schöne Beispiele schreiben können. Mit meinen folgenden Fragen taten sich meine Gäste dagegen richtig schwer. Nun, ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass mein Ex-Freund Christian auf der Feier sein würde und als Publikumsjoker eingesetzt werden könnte, ich bin mir sehr sicher, dass er alle Fragen hätte beantworten können. Die Fragen nach geschichtlichen Ereignissen in bestimmten Jahren, wie ich sie auf einer anderen Feier erlebt hatte, fand ich eher langweilig, das musste schon zu mir passen.

Also, liebe Gäste, für meinen 60. rate ich Euch, die gängige Sci-Fi-Literatur zu lesen, eifrig Sci-Fi und anderen Trash der 50-70er zu gucken, und "Game of Thrones" zu lesen oder zu schauen. Ein Blick in alte Kindersendungen schadet auch nicht...

5. Akt
allegro vivace

Der Abend sollte noch weitere Überraschungen für mich parat haben. Wir waren gerade mit den Spielen fertig, als die Tür aufging und mein Ex-Freund Fred hereinkam. Er hatte mir zwar zugesagt, aber da wir auf der Hütte keinen Empfang hatten und er nicht wie angekündigt nachmittags gekommen war, rechnete ich nicht mit ihm. Umso größer war die Überraschung, ihn zu sehen. Ja, vor 30 Jahren waren wir ein Paar, er süße 16, ich 20...

Meine Gästen machten sich nun über unser internationales und wirklich tolles Buffet her, Salat, Sushi, Käse, Quiche, Baguette, Süßes und Salziges... für jeden war etwas geboten. Klaus, der Hüttenwirt hatte uns netterweise noch einen Gasgrill gebracht, den meine Gäste auch nutzen, um sich Fleisch und Würst zu grillen. Draußen sitzen konnte man leider nicht, aber im Gastraum war es gemütlich und es saß niemand allein am Tisch, oder hatte nichts zu reden. Das war mir dann schon einmal gut geglückt.

Nun sollte eine weitere Überraschung auf mich warten. Werner hatte bei seiner Ankunft am
nachmittag nach einem Raum gefragt, wo er etwas proben könnte. Proben...? Was hat der Mann vor...? Und eine Schnur wollte er auch spannen. Ich sollte Limbo tanzen...? Das mit dem Niveaulimbo habe ich ja drauf, aber das andere...? Werner murmelte etwas von Laudatio für mich und ließ sich ansonsten zu keiner Bemerkung hinreißen. Laudatio, gewiss wegen dem überragenden dritten Platz bei der Stammtisch-Rallye! Klar, liebe Stammtisch-Jungs, ihr habt mich noch nicht gebührend honoriert, wird mal Zeit dafür!

Intermezzo
allegro molto moderato und allegretto quasi andantino

Während ich in Gespräche vertieft war, fiel hinter mir der Vorhang, Carsten und Werner hantierten an der Anlage, kümmerten sich um Beleuchtung und ich... war sehr gespannt. Nach einer Rede sah das nicht aus.

Werner hatte es geschafft, ein Ensemble von Weltrang zu engagieren, das sich auf der Durchreise von Merdingen durch den Breisgau befand und mit großen Mühen und Aufwand überzeugt werden konnte, meine Feier künstlerisch zu untermalen. Werner vergaß weder den noch ausstehenden gegenseitigen Vergleich unserer Briefmarkensammlungen zu erwähnen, noch mein Faible für Kunst und Tanz, welches wir ebenso wie das Motorradfahren teilen. Na, da war ich aber gespannt...

Kurz darauf erscholl der Torero-Marsch aus "Carmen", während es sich hinter dem Vorhang geheimnisvoll bewegte. Zu Beginn der folgenden "Habanera" (L'amour est un oisseau rebelle) erschien dann durch die Schlitze im Vorhang neben dem Gefangenenchor aus Sevilla (nein, nicht Nabuco...) der weltberühmte Mezzosopran Maria-Dolores Elvira Patricia Martinez Sanchez Gomez (de la Selva), um die Arie vorzutragen. Werner hatte die Kinder und Anne-Marie dazu gebracht, nach einer kurzen Probe das Gesangsstück mit Handpuppen zu begleiten. Lieber Werner, ich kann nur sagen, meine Gäste und ich haben uns köstlich amüsiert! Das war eine ganz besondere Überraschung für mich und - mit Blick auf das "Innere Kind" - hat es wunderbar gepasst!

Nach Werners Stück sollte es eigentlich Musik und Tanz geben, aber leider spielte uns die Technik einige Streiche. Mein eigener Rechner hatte drei Tage vor der Party beschlossen, mich mit "black screen" zu begrüßen, mit Mühe konnte ich meine playlists sichern und hoffte auf einen anderen funktionierenden Laptop. Frau zuse stellte uns ihren zur Verfügung, bei dem dann aber leider der Ausgang defekt war. Am Ende schafften wir es noch, eine kleine Auswahl (leider die nicht so tanzbare) von ihrem Laptop auf das Smartphone zu ziehen und doch noch etwas zu tanzen.

Das war eigentlich die einzige nennenswerte Panne an diesem Abend. Meine Gäste saßen noch bis gut 4 Uhr, so lange habe ich dann aber nicht mehr durchgehalten.

Finale
adagio maestoso

Am Sonntag stand ich nach einer weiteren unruhigen Nacht wieder sehr früh auf. Ich hatte nicht
schlafen können, zu glücklich war ich nach diesem gelungenen Fest. Dass ihr, meine lieben Gäste, Euch so prächtig amüsiert habt und zum Gelingen dieser einmaligen Feier beitgetragen habt, das war - neben Werners Überraschung - das größte Geschenk für mich!

Ich hoffe, dass wir uns zu meinem 60. genauso zahlreich, fröhlich und ausgelassen auf der Hütte wiedersehen.

Ich liebe Euch alle, DANKE!