Montag, 21. Dezember 2015

Ende in Sicht

Jetzt ist es bald so weit, das alte Jahr geht zuende, die Saison endet irgendwie gar nicht und ich werde mit neuen Plänen ins neue Jahr starten.

Die letzten Wochen war hier Frühlingswetter, und ich nutzte die Zeit, um einige ziemlich ausführliche Runden zu drehen. Es ist das erste Mal, seit ich fahre, dass ich im Dezember nicht im Flachland, sondern mehrfach im Schwarzwald auf halber Höhe unterwegs war.

Vorletzte Woche gab es eine schöne Runde in Richtung Villingen-Schwenningen. Danach war allerdings erstmal ein gründliches Entsalzen von Conchita angesagt. Die Bremsschreiben hatte ich wohl nicht gründlich genug geputzt, denn die waren zwei Tage später total rostig. Conchita musste wegen einer Garagenreinigung zwei Nächte auf der Straße verbringen, bevor sie wieder auf ihren kuscheligen Standplatz konnte. Derzeit teilt sie sich den Platz mit der BMW K100 von meinem Kollegen. Die Garagenreinigung hatte ihn vor eine etwas größere Aufgabe gestellt, da die BMW nur Saisonkennzeichen bis Ende November hat, die Batterie draußen ist und sie nun irgendwie die Rampe hoch nach draußen befördert werden musste. Er hat es aber heldenhaft ohne meine Hilfe geschafft und auch die BMW darf jetzt wieder kuscheln.

Gestern bin ich über die Sirnitz gefahren, die Straße war die ganze Saison über zu. Die ersten Kilometer waren aber enttäuschend, da ich dachte, die Straße wäre jetzt gerichtet.

Nein, immer noch Löcher und Flicken, allerdings sind die oberen 2/3 frisch geteert und traumhaft zu fahren. Gestern habe ich es sehr gemütlich angehen lassen, aber im Frühjahr kann man da schon mal flotter durchbraten. Entsprechend viel war dann auch an anderen Motorradfahrern unterwegs.

Danach bin ich einen Bogen Richtung Wiesental gefahren und irgendwann ins Kleine Wiesental abgebogen, dort genussvoll durchgeschwungen und dann wollte ich mir noch die Hochblauenstraße anschauen. Die war auch den größten Teil der Saison gesperrt. Allerdings ist sie eher enttäuschend, denn nur der östliche Teil ist frisch geteert, der Rest befindet sich in dem gleichen mehr oder weniger furchtbaren Zustand, wie die letzten Jahre. Angesichts des Verkehrs, der mir entgegenkam, habe ich mir den Abstecher auf den Blauengipfel gespart und bin dann flott nach Hause gefahren.
Es war wirklich herrlich!

In ein paar Tagen werde ich mich auf den Weg nach Norwegen machen. Davor gibt es noch ein Treffen mit einer Dawandakollegin, die ich sehr bewundere und auf die ich ebenso neugierig bin. Und am 2. Weihnachtsfeiertag geht es auf die Fähre nach Oslo. Ich bin so gespannt, wie das alles wird, welche Menschen mit mir die Hütte teilen werden, wie der Langlaufkurs wird und und und. Wenn es finanziell drin ist, fahre ich nächsten Winter zur Abwechslung dann wieder auf die Kanaren, Teneriffa hat mir ausnehmend gut gefallen und vielleicht nehme ich noch La Gomera mit.


Für das neue Jahr habe ich ein größeres Projekt in den Blick gefasst. Allzuviel will ich hier noch nicht schreiben, wenn es tatsächlich ins laufen kommt, werde ich Euch hier berichten. Es ist das Ergebnis dessen, dass ich mich schon länger mit "alternativen Lebensformen" und dem Thema "wie will ich im Alter leben" (ja, ich werde 50 *gulp*) beschäftige.

Bis jetzt waren die Reaktionen sehr positiv, wenn ich meine grobe Idee geschildert habe. Mal sehen, ob und wie es sich realisieren lassen wird. Selbstverständlich werde ich meinen Wechsel in das neue Lebensjahrzehnt mit einer krachenden Party mit allem Pipapo und einem Haufen Leute feiern. Zeit und Ort stehen schon fest, die Einladung folgt im neuen Jahr, jetzt geht sie eh nur im Vorweihnachtschaos unter.

Alles in allem war auch dieses Jahr klasse, beruflich wie privat und eine grandiose Moped-Saison mit gut 27.000 km mehr auf der Uhr. Laut meiner Werkstatt war ich die Einzige, die diese Saison einen zweiten Satz Reifen gebraucht hat. Gut, dass die Scouts kein Vermögen kosten und man hinten satte 14 mm Profil bekommt. So macht (dauernd, immerzu, ständig!) Moped fahren Spaß :-D

Ich habe mich motorradmäßig
weiterentwickelt (am meisten Dank der Vogesen-Ausfahrt mit dem AT-Stammtisch), meine Sprachkurse machen großen Spaß und ich habe Lust, neue Dinge zu probieren, neue Länder zu bereisen, neue Leute kennenzulernen, meine eigenen Grenzen weiter zu erkunden und auf gar keinen Fall stehenzubleiben. Selbst auf meine Shops habe ich seit einiger Zeit wieder Lust.


Seit letztem Jahr hat sich mein Freundes- und Bekanntenkreis fast schon explosionsartig erweitert. Ich finde es toll, mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt sein zu können und in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich bei Freunden willkommen zu sein.

Die Tradition der "Sonntagsfrühstücke" habe ich wieder aufleben lassen, das letzte Mal war die Hütte voll und es gab sehr viele angeregte und interessante Gespräche, alte Freundschaften wurden aufgefrischt und neue geschmiedet. So darf's im neuen Jahr gerne weitergehen!

Ich danke allen Menschen, die mir nahe standen (...) und stehen für dieses wunderbare Jahr!
Ganz besonders danke ich Frau zuse, die mich immer wieder zum lachen bringt und die immer noch mit mir fahren will, obwohl Conchita auf jeder gemeinsamen Tour gemuckt hat.
Weiterer besonderer Dank geht an Grit und Frank für das großartige Fredtreffen und die schöne Geburtstagsfeier.
Ich danke Anne-Marie für unseren immer wieder bereichernden therapeutischen E-Mailverkehr.
Ich danke der Elfenfamilie in Münster für Eure ungebrochene Freundschaft seit jetzt bald 8 Jahren.
Ich danke wemauchimmer dafür, dass mein bester und langjährigster Freund seinen schlimmen Brandunfall lebendig überstanden hat.
Ich danke meinen Freundinnen Carmen und Katharina für die langjährigen Freundschaften, die uns durch Dick und Dünn verbinden.
Ich danke dem AT-Stammtisch für immer wieder nette und lustige Abende, die schöne Ausfahrt nach Frankreich und Heiner fürs löten vom Reglerstecker und dem Anschließen von Griffheizung und Bordsteckdose und dafür, dass er einen ganzen Samstag mit mir in der Garage gestanden und erklärt hat :-D
Ich danke den Fredissimas für ihren Humor, ihre virtuellen Ohren und ihre großartige gar nicht virtuelle Freundschaft!

Und last not least danke ich meiner wunderschönen Conchita, die mich so brav durch die Lande trägt und ohne größere Ausfälle für mich da war und ist. Außer, wenn die Polschraube gerade losvibriert ist... oder das Reifenventil klemmt...

So, und jetzt langt es erstmal!
*eine ganz große Tüte Dank für alle anderen aufstellt*
 
Ich wünsche Euch allen frohe und ruhige Weihnachten, wie ihr sie am liebsten verbringt und einen guten Rutsch in 2016. Allen Mopedfahrern, die hier mitlesten noch eine weiterhin unfallfreie Restsaison 2015, immer genug Sprit im Tank und den AT-Fahrern da draußen noch ein paar Meter Schotter unter den Reifen.


Donnerstag, 3. Dezember 2015

Halli-Galli-Zeit

Es ist mal wieder allgemeine Halli-Galli-Zeit da draußen. Shopping und so... und auf der Plattform, auf der ich seit 2008 verkaufe, geht es auch rund.

Aber der Reihe nach. 2008 habe ich meine ersten Shops auf Dawanda eröffnet. Damals war die Plattform noch übersichtlich, die Waren handgemacht und alle waren mit Euphorie und Enthusiasmus dabei.

Dann kamen nach und nach die ersten Änderungen und Neuerungen: Einführung von Einstellgebühren, Werbewerkzeuge und diverses Schnicketiundschnacketi, das kein Mensch braucht (erinnert sich noch jemand an diesen Herzchengenerator mit den "beliebten" Produkten?) alles zu Lasten der Stabilität und Usability der Plattform.

Just heute - mitten in der umsatzstärksten Zeit des Jahres - wurden wieder Neuerungen eingeführt, deren Sinn und Zweck sich niemandem erschließt.

Ich bin zum Glück seit Sommer 2013 in der Lage, meine Shops nicht mehr im Haupterwerb betreiben zu müssen. Allerdings sind nicht nur Performance und Usability Reizthemen, sondern damit verbunden auch diverses in der Firmenpolitik, wie z. B. ungerechte Aufteilung der Einstellgebühren, "Vintage"-Ramsch, unkontrollierte Überflutung der Seite mit Massenwaren, Rabttschlachten im 6-Wochen-Takt, Suchwortspamming und und und.

Ich habe nach fast 8 Jahren meine Konsequenz daraus gezogen und werde meine Shops auf dieser Plattform schließen und meinen Schwerpunkt auf die amerikanische Plattform etsy verlegen. Dort bin ich seit 2013. Auch diese Plattform ist nicht das "Gelobte Land", ich fühle mich dort aber wesentlich wohler, ernst genommen und besser betreut. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich dort als Verkäufer nicht nur Melkkuh bin, sondern man mir Tipps und Hilfen an die Hand gibt, um meine Shops nach vorne zu bringen.

Darüber hinaus gibt es dort keine konzertierten Rabattschlachten und auch die "Geiz ist geil"-Mentalität scheint mir weitaus weniger verbreitet zu sein. Mal abgesehen davon, dass meine Verkäufe in erster Linie nach Übersee gehen und es ein tolles Gefühl ist zu wissen, dass meine Kissen in amerikanischen Kinderzimmern stehen, oder eine meiner Taschen in Haifa spazierengeführt wird.

Was den Geschenkeirrsinn betrifft, habe ich mich dieses Jahr noch mehr rausgenommen. Ich möchte keine Geschenke und ich werde auch nur sehr wenige machen. Ab nächstem Jahr werde ich es wohl ganz einstellen, mich in den Weihnachtsirrsinn einzuklinken.

Dieses und die nächsten Jahre möchte ich den Menschen, die mir nahestehen in erster Linie eins schenken: Meine Zeit.

Und Plätzchen ;-)