Montag, 27. Oktober 2014

Herz am Montag - Mein 365-Tage-Projekt - die Fortsetzung

Küche mit neuem Fell
Ich habe schon länger nichts mehr zu diesem Thema geschrieben und den Sommer über auch wenig dafür getan, denn im Sommer steht im Zweifelsfall immer das Motorradfahren im Vordergrund. Wer möchte schon bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen staubige Keller ausmisten, oder Klamotten sortieren? Ich jedenfalls nicht.

Mit den jetzt kürzeren Tagen und längeren Abenden kommt da eher wieder Lust auf.

Letzten Freitag habe ich mal wieder einiges angepackt.

Klaustrophobie war gestern...
Im Bad habe ich die lästige zweite Handtuchstange hinter der Tür abgeschraubt - jetzt geht die Tür endlich richtig auf (dafür sind zwei Löcher in der Wand...) - , mein Korkbord für das bisschen Schmuck, das ich noch habe, gepimpt und danach zwei Aufhängungen für meine Sonnenbrillen (die noch reduziert werden müssen) aus zwei Ministativen gebastelt, die ich beim aufräumen in einer Schublade gefunden habe.

Da ich mir vor ein paar Wochen ein paar Rollen Masking Tape und Washi Tape zum verzieren meiner Post gekauft habe, mussten die Lichtschalter im Flur, in der Küche, der Toilette und im Bad herhalten. Sie sind alle reichlich vergilbt und hässlich, also kann ein bisschen Farbe nicht schaden. Die roten Herzchen zusammen mit den bunten Häuschen finde ich auf jeden Fall gelungen und einen Hingucker.

In der Küche gibt es auch Änderungen. Die letzten schwarzen Teller sind rausgeflogen und ich habe die Sitzkissen, die immer gerne runtergerutscht sind, und auch so nicht so wahnsinnig praktisch waren, gegen kuschelige Kunstfelle getauscht. Ich finde, das sieht viel aufgeräumter aus und es ist prima warm im Rücken. Ich ertrappe mich zur Zeit dabei, dass ich viel lieber in der Küche auf einem Stuhl als im Wohnzimmer auf dem Sofa sitze.

Na, wo sind die Herzen???
Samstag habe ich dann angefangen, die ganzen Regale zu putzen. Ein paar Kochbücher habe ich dabei gleich noch aussortiert. Auf der Suche nach Inspirationen hole ich mir die meisten Anregungen aus dem Internet, also weg mit den Büchern, die sowieso nur einstauben.

Nebenbei fiel mir auf, wie schmutzig die Stringlights sind und wie wenig die vielen lustigen Anhänger beachtet werden, die ich im Lauf der Jahre geschenkt bekommen habe. Also flugs alles runtergenommen, abgewischt und neu aufgehängt.

Bei der Gelegenheit sind gleich noch ein paar abgelaufene Lebensmittel aus dem Regal geflogen, viel war es nicht, denn ich achte schon länger darauf, keine großen Vorräte anzulegen bzw. vorhandene Vorräte aufzubrauchen und dann lieber frisch und "projektbezogen" einzukaufen. Das spart wirklich eine Menge Geld!

Als ich vor knapp 5 Jahren hier eingezogen bin, war ich noch auf "kochen für zwei" getaktet und habe immer
Herzchen und Häuschen - ich find's toll
viel zuviel gekauft, vor allem Gemüse ist mir regelmäßig vergammelt. Ich brauche nicht so viel zu essen und frische Sachen sind am besten, wenn sie frisch sind!

Inzwischen ist auch in meinem Klamottenregal noch etwas Platz frei geworden, aber weniger durch rauswerfen, als durch Umorganisieren. Meine kurzärmeligen Shirts stecken nun gerollt und nach Farben gruppiert in einem Plastikbehälter, die langärmeligen habe ich zu den farblich passenden anderen Oberteilen gehängt.

Bei der Gelegenheit habe ich gleich beschlossen, nicht mehr so langweilig rumzulaufen. Meist besteht meine Alltagskleidung aus Jeans plus irgendeinem Pulli oder Shirt. Letzte Woche habe ich gleich mein
Such das Herz :-D
schrillstes Oberteil - ein pinkfarbener Sweatmantel mit türkisen Akzenten - angezogen und prompt diverse Komplimente bekommen. Die Sachen, die ich jetzt noch besitze, sind alles Teile, die ich gerne mag und die größtenteils auch nicht 0815 sind.

Vielleicht trenne ich mich noch von 2 Paar schwarzen Armeehosen, die leider nicht 100%-ig gut sitzen und die ich deshalb nur selten trage, obwohl ich Armeehosen sehr gerne mag, schon allein wegen der vielen praktischen Taschen.

Da ich jetzt auch nicht mehr viele Schuhe habe, konnten zwei Schuhregale weg. Die Obstkisten werde ich vielleicht noch etwas verschönern, aber im Moment stört mich nicht wie sie aussehen, da sie sowieso hinter einem Vorhang stehen. Das übrige Wandregal, das mir im Arbeitszimmer immer wieder von der bröseligen Wand kam, könnte hier noch gute Dienste leisten, sofern es denn da hinpasst.

Als nächstes ist dann mein "Keller" dran. Da steht noch einiges, das weg kann. Einige vergessene,
In der Küche befindet sich die Hello-Kitty-Andachtskapelle
aussortierte Dinge, die ich "mal eben" dort geparkt habe. Dafür werde ich wohl den Sperrmüll bemühen.

Und... mein Arbeitszimmer... da habe ich immerhin das Stoffregal umgeräumt und mein Regal mit der geschnittenen Meterware sortiert und ausgemistet. Die Restekisten könnten noch aussortiert werden, denn vor allem kleine Stoffstücke brauche ich nicht wirklich und vielleicht mag sie ja jemand zum basteln haben.

Mit den Beständen für meine Shops werde ich wohl bald kurzen Prozess machen und viele Dinge reduziert anbieten. Es hat einfach keinen Sinn, das alles zu lagern. Ich weiß sowieso noch nicht, ob und wie ich damit weitermachen werde. Fest steht nur, dass es weniger werden muss.

Und wovon habt ihr Euch dieses Jahr schon getrennt?

Montag, 20. Oktober 2014

Herz am Montag aus Bad Säckingen

Aussicht am Hegaublick
So langsam ist das Ende der Saison absehbar, umso kostbarer sind die Sonnenstunden der letzten Wochenenden. Die letzten zwei Tage waren fast sommerlich warm.

Ich habe mir sogar ein bisschen Sonnenbrand geholt, einen der letzten Eisbecher gegessen, in der Sonne gelegen und in den blauen Himmel geschaut.

Diese Saison war wirklich außergewöhnlich ereignis- und erlebnisreich für mich. Noch nie bin ich so oft und viel gereist wie in diesem Jahr.

Ich bin mehrfach quer durch Deutschland gefahren, hatte einen unglaublich tollen Urlaub und bin um etliche Kilometer Fahrerfahrung reicher, so um die 22.000 dürften bis jetzt zusammengekommen sein. Conchita hat sich von der unzuverlässigen Zicke zu einer treuen Weggefährtin entwickelt und es steht für mich auch fest, dass ich das kleine Äffchen im Frühjahr verkaufen werde.
Zwei Motorräder sind eins zuviel.
Vielleicht.

Das war aber noch lange nicht alles.
Der Trompeter von Säckingen

Ich habe sehr viele neue Menschen kennengelernt, von denen zwei ganz bestimmte hoffentlich noch lange ein Teil meins Lebens sein werden. Es war trotz des durchwachsenen Sommers ein sonniges Jahr für mich oder sagen wir, es war eine sonnige Saison, das Jahr ist noch nicht vorbei.

Auf meiner heutigen Tour habe ich seit langer Zeit mal wieder in Bad Säckingen Pause gemacht. Auf dem Weg am Rhein entlang zurück in die Stadt habe ich am Aufgang zu der historischen Holzbrücke etliche Liebesschlösser entdeckt.

Wenn ich ehrlich bin, finde ich diese neue "Tradition" ziemlich daneben. Ein Schloss als Symbol für Liebe und
Freundschaft? Ich finde nicht, dass das etwas ist, das hinter Schloss und Riegel gehört. Bei diesen Schlössern muss ich irgendwie sofort an Keuschheitsgürtel denken, da meint ja auch jemand, dass etwas ihm gehört, das dann hinter Schloss und Riegel vor fremdem Zugriff bewahrt werden müsste. Meine Vorstellung von Liebe ist das nicht.

Dieses Schloss hier fiel aber mir ins Auge. Da wurden keine Namen eingraviert oder aufgemalt, vielleicht hat sich irgendwer selbst ein Liebesschloss geschenkt, um die Liebe zu sich selbst hinter Schloss und Riegel zu bringen? Wer weiß...

P. S: Beim genaueren Hinsehen habe ich doch sowas wie eine Namensgravur und eine Jahreszahl (2012) entdeckt. Scheint da also schon länger zu hängen...

Freitag, 3. Oktober 2014

Fisch am Freitag - Unsichtbare Spekulationsfische aus Palinges

Am ersten Abend meines zweiten Urlaubsstarts landete ich in Palinges im Burgund.

Hier gab es nicht wirklich viel zu sehen oder zu erkunden, See, Camping, drei Häuser, zehn Bäume und jede Menge Kühe, die für die Hintergrundbemuhung sorgten.

Mein Campingplatz lag an dem kleinen See, den ich nach dem Zeltaufbau und der abendlichen Selbstfütterung umrundete.

Dabei habe ich ziemlich widersprüchliche Dinge entdeckt.

Zum einen ist "pêche interdit", das heißt das Angeln ist verboten.

Ich habe auch keine Angler gesehen oder Fische, gebadet hat auch niemand, was nun Anlass zu wilden Spekulationen geben könnte:
Ist der See verseucht?
Gibt es ein Monster, das Angler frisst?
Gibt es gar keine Fische in dem See oder nur welche aus Plastik?

Geht man ein wenig weiter, kommt man an eine Stelle, an der sich das nebenstehende Schild befindet.

Hier darf man dann wohl angeln, allerdings sollte man sein Angelgerät nicht mit allzuviel Schmackes auswerfen, damit es sich nicht in der über dem See verlaufenden Stromtrasse verheddert und den Angler nebst Fisch röstet.

Oder vielleicht sogar - noch schlimmer - den ganzen See tauchsiedergleich zum kochen bringt.

Wie würden die Römer sagen?
Die spinnen, die Gallier!

Mehr Fisch am Freitag gibt's wie immer bei Andiva.