Montag, 30. Juni 2014

R.I.P. LiMa-Regler

Pannenverursacher LiMa-Regler!
Die gute Nachricht zuerst: Manfred hat eine reelle Chance, wieder zu Marlene zu werden.
Nach dem ganzen Pannenchaos der letzten Tour hat sich recht schnell rauskristallisiert, dass der Lichtmaschinenregler defekt sein könnte. Der Reglertod ist ein bekanntes und nicht allzu seltenes Problem bei der Africa Twin. Gelesen hatte ich das schon alles im Vorfeld, aber man hofft ja immer, dass einen dieses Problem nicht treffen wird... aber gut...

Heute habe ich den brandneuen Regler von der Post geholt. Vorher im AT-Forum herumgelesen und schon im Geiste geseufzt, da je nach Bauart des Reglers diverses Gelöte und/oder Gecrimpe nötig sein kann. Mal ganz abgesehen von Pannen, die dann dafür sorgen können, dass die Elektrik abraucht oder oder oder. Das machte mir alles keinen allzu großen Mut. Nicht, dass ich per se Probleme mit Technik hätte, aber ein Kabelbrand hätte nun auch nicht sein müssen.

Zu meiner Freude sah der neue Regler exakt wie der alte aus: schwarzer Kasten, zwei Kabel mit Steckern dran, die ganz genauso aussahen, wie am alten Regler. Nach einem recht langwierigen Kampf mit den alten Steckern, die verdammt fest saßen, konnte ich den neuen Regler schwuppdiwupp einbauen. Und siehe da: Die Messung mit Hilfe des von Frau zuse geliehenen Multimeters ergab, dass jetzt wieder Strom da hin fließt, wo er hin soll: In die Batterie!

Morgen werde ich Marlen-Fred zur Arbeit fahren und danach eine Runde mit IHM/IHR drehen. Beim ADAC bin ich jetzt ja auch, also kann nix schiefgehen.

Das kleine CB-Äffchen braucht eventuell auch etwas Aufmerksamkeit, ich habe den Verdacht, dass der Luftfilter verdreckt ist. Mal gucken, ob ich es schaffe, den zu reinigen. Ich merke, dass es anfängt mir Spaß zu machen, mich mit der Technik meiner Mopeds auseinanderzusetzen. Und Geld spart's auch.

Dienstag, 24. Juni 2014

Good-bye Marlene - hello Manfred! Ein Drama in mehreren Akten

Inzwischen - nach etlichen Wochen des Wartens, Hoffens und Bangens - habe ich meine Twin endlich bei mir zuhause, getüvt und mit frischen Reifen. Die gute Nachricht zuerst: Sie fährt sich traumhaft, ich bin deutlich flotter und auch fauler unterwegs als mit der kleinen CBF. Und ich fühle mich großartig mit und auf ihr! Die Investition hat sich gelohnt.
Letztes Wochende war das Touratech-Travel-Event in Niedereschach. Da wollten Frau zuse und ich gemeinsam hinfahren und uns dort mit der Stimme ausdem Off und einer weiteren Motorradreisenden treffen.
hm... eigentlich muss ich noch viel weiter ausholen, damit ihr überhaupt alles versteht, was ich hier schreibe.

1. Akt - Reifen aufziehen und TÜV

Nach der letzten peinlichen Aktion mit der Batterie habe ich erst einmal versucht, einen mobilen Reifenservice zu finden, der mir meine frisch gekauften Heidenaus auf die Twin zieht. Leider weit und breit Fehlanzeige! Mit den abgefahrenen Pellen hätte ich keinen TÜV bekommen und ohne Reifendienst keine neuen Pellen auf die Reifen. Zum Glück regnete es die erste Maihälfte fast nur, so dass mir das Motorradfahren nicht groß fehlte, zumal ich vorher erst eine lange Tour über Ostern gefahren war. Aber irgendwann wollte ich die Twin dann doch mal fahrbereit haben und außerdem dachte ich mir, dass es toll wäre, sie zu meinem Urlaub Anfang Juni schon eingefahren zu haben, um dann mit der Ende April verunfallten Stimme aus dem Off zusammen Twin fahren zu können.
Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und habe kurzerhand Versicherungsschutz beantragt, die Twin bei der Zulassungsstelle registriert und bin damit in die Werkstatt gefahren. Am Morgen des Werkstatt-Termins bangte ich erst einmal, wie und ob ich die Reifen auf das Moped bekomme, aber alles kein Problem, da ist massig Platz!

2. Akt - Vergaserausbau und -reinigung *pling*

Wird sie anspringen, oder nicht, aber auch das: Kein Problem. Sie lief nicht so toll, nach 2 Jahren Standzeit gestand ich ihr das aber zu. Nur... ging sie mir an jeder Ampel aus und ich zitterte wieder, ob sie nun anspringt oder nicht! Irgendwas schien mit dem Vergaser nicht zu stimmen. Nach einer Zitterpartie mit Stoßgebeten an jeder Kreuzung hatte ich Marlene dann endlich im Hof der Werkstatt stehen. tja... und da sagte mir dann, dass sie nur auf einem Zylinder läuft und das nicht mal gut. Das heißt: Vergaser raus, reinigen, einstellen.
*pling* Im Geiste sah ich eine Registrierkasse mit einem hohen Dollarbetrag und schluckte erstmal. Aber gut, Vergaser reinigen ist per se ja keine schlechte Idee, muss man nicht dauernd machen, also machen wir das dann halt und gut ist's.
Am nächsten Tag sollte sie vielleicht fertig sein... der nächste Tag kam und keine Marlene, der übernächste auch...

3. Akt - Die Bremsscheibe *plingpling*

Zwischenzeitlich brachte ich die CBF in die Werkstatt, denn sie brauchte eine neue Pelle hinten, und mit *irgendeinem* Moped musste ich mobil sein, denn sonst würde der geplante Urlaub ins Wasser fallen. Als ich die CBF holte, wurde mir gesagt, dass man noch auf eine Dichtung warten würde und die Twin dann fertig sei und getüvt werden könnte. Dann kam der nächste Anruf: Eine Speiche hätte getauscht werden müssen - gut, besser als wenn sie mir irgendwo unterwegs kaputt geht. Und dann: Der Hauptständer ist defekt, damit bekommt sie keinen TÜV. Ok, Hauptständer werden sowieso überbewertet. Und dann... es war kurz vor meinem Urlaub... kam die nächste Hiobsbotschaft: Der TÜV hätte ergeben, dass die Bremsscheibe vorne defekt sei und einen Seitenschlag hätte. Ok, dann fahre ich eben die CBF im Urlaub. *plingplingpling* Der Betrag auf der imaginären Registrierkasse hatte sich inzwischen gewaltig erhöht... aber gut, besser so als wenn es irgendwo unterwegs passiert, dachte ich.

4. Akt - endlich TÜV - die Jungfernfahrt *PLINGPLINGPLINGPLING*

Nach meinem Urlaub war es dann endlich so weit. Den einen Tag habe ich die Twin schnell zugelassen und am nächsten Tag - es war der Freitag vom Touratech-Event - endlich aus der Werkstatt geholt. Ich möchte hier gar nicht sagen, wie groß das *PLING* der Registrierkasse war, ich sag nur soviel: Es war TEUER!
Freitag dann kam die erste Herausforderung an der Tanke: Das dicke Ding vom Seitenständer kriegen. Nach 3 Versuchen hatte ich sie oben. *uff* Zuhause angekommen, kam dann noch etwas Gepäck dazu und ich grübelte, wie ich sie *dann* hochkriegen sollte... zum Glück hat mir Frau zuse geholfen! Ich dachte mir aber, dass ich das noch üben müsste, denn ich bin ja sicherlich auch mal allein unterwegs. Nach einer - für mich noch etwas verhaltenen Fahrt - kamen wir in Niedereschach an, fuhren über die Campingwiese (erster Offroad-Test!) und suchten die Stimme aus dem Off und seine Begleitung. Nach einer knappen Viertelstunde gab es dann die große Wiedervereinigung auf dem Campingplatz und den gemeinsamen Zeltaufbau. Danach ging's erstmal ans leibliche Wohl und zum ersten Vortrag. Die Stimmung war heiter, das Wetter warm und bis ca. 1 Uhr hielten wir es aus, bevor sich die Müdigkeit breitmachte und Frau zuse und ich zumindest schon einmal in die Zelte krochen.
Der Samstagmorgen begann bedeckt und frisch. Frühstück gab es als Flatrate und Kaffee ebenso. Nachdem auch die letzte Schlafmütze aus dem Zelt gekrochen war, trennten sich die Wege. Frau zuse und ich schlenderten über das Gelände, begutachteten Motorräder, Gepäcksysteme und guckten Leute. Zwischendurch lief uns die Stimme aus dem Off über den Weg, nicht ohne uns zu sinnlosem Konsum anzuhalten. Ich sage es gleich vorweg: Ich habe nichts gekauft, aber auf dem Weihnachtswunschzettel sind einige Dinge gelandet und ebenso auf der Urlaubs-Must-Have-Liste. Der Samstagabend brachte extrem kühle Temperaturen und während sich die meisten Bier auf die Nase gossen, zogen Frau zuse und ich heißen Tee und später das Lagerfeuer vor. Gegen Mitternacht ging's dann in die Zelte, der Rest der Mannschaft folgte im Lauf der Nacht.

5. Akt - Muss ich mich jetzt blond färben, oder besser nicht? *plöngplöng*

Am Sonntag hieß es nach dem Frühstück Abschied nehmen. Frau zuse führte mich und Marlene noch durch landschaftlich reizvolles Gebiet und lies mich wenden, um Fotos von Marlene und mir in Fahrt machen zu können. Ich fühlte mich beim wenden noch sehr unsicher und werde das sicherlich noch üben müssen...
Frau zuses und meine Wege sollten sich dann auf dem Lidl-Parkplatz in Waldkirch trennen. Dachten wir zumindest.
Marlene war anderer Meinung, sie sprang nämlich nicht an.
Ein Telefonat mit der Stimme aus dem Off nach ausführlicher Fehlerbeschreibung führte uns zum Anlasserrelais. Frau zuse düste schnell mit dem Moped nach Hause und kam mit Auto und Werkzeugkoffer zurück. Wo ist das Dingens und wie sieht es aus? Ah ja, bei der Hauptsicherung und da sind 2 Imbusschrauben und da nimmt man ne Zange und lässt die Funken sprühen.
*höch* machte Marlene und *klack*
Mehr nicht.
Starthilfekabel ausgepackt, Anleitung gelesen (erst rot ans Moped, dann rot ans Auto, dann schwarz ans Auto und schwarz an den Mopedrahmen). Marlene macht *höch* und *klack* und dann gar nix mehr. Irgendwann rufen wir den ADAC. Warten 1,5 Stunden. Der sehr nette Mechaniker fährt auch Motorrad und sagt, dass er nicht eher geht, bis die Marlene wieder läuft, weil ein Moped MUSS laufen! Läuft nicht, gibt's nicht! Nach etlichen Versuchen mit *höch* und *klack* springt Marlene auf einmal an. Irgendwer hatte im Eifer des Gefechts den Killschalter gedrückt. Genau konnte es niemand mehr nachvollziehen, vielleicht hatten wir mal probiert, ob da irgendwas geht und ihn nicht zurückgestellt.
Der Gelbe Engel legte uns dann noch nahe, die LiMa zu prüfen, da die Batterie verdächtig entladen war.
Glücklich düste ich vom Platz und Frau zuse brachte kurze Zeit später noch mein ganzes Geraffel mit. Die Stimme aus dem Off legte mir nahe, mir Montag die Haar blond färben zu lassen... ABER... lest weiter...

6. Akt - Marlene wird Manfred

Donnerstag war Feiertag und nach der Backorgie für das Fredtreffen bin ich mit Marlene in den Schwarzwald gefahren. Wunderbar flott und mühelos ging es um die Kurven und über Berg und Tal, ich genoss die Tour sehr. Alles lief gut, bis ich irgendwo zwischen Schramberg und Tennenbronn in einem Gasthof einkehrte und danach weiterfahren wollte.
Zündschlüssel gedreht, auf den Anlasserknopf gedrückt: NICHTS. Strom weg! Nach etlichen Telefonaten und Alarm-SMS an diverse Freunde und Bekannte schaffte ich es, einen Pannendienst zu organisieren, der mir dann Starthilfe gab, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Lichtmaschine eine Problem haben könnte. Und ich mit Sicherheit wieder liegenbleiben würde. Ich fuhr auf eigene Gefahr los.
Vor Haslach im Kinzigtal waren Schafe auf der Fahrbahn... AUSGERECHNET jetzt! Ich schickte Stoßgebete los, dass die Twin nicht wieder ausgehen möge. Bald waren die Schafe von der Fahrbahn gescheucht und es ging weiter, immer hart am Gas... bis zu einer Kreuzung in Haslach im Kinzigtal, da ging sie nämlich wieder aus. Weg, blubb, einfach so!
Ich sprach den Autofahrer hinter mir an, ob er mir Starthilfe geben könnte. Da es uns erstmal nicht gelang,
schob ich die Twin von der Kreuzung und der nette Autofahrer half mir in Ruhe. Jetzt wieder das Ritual: Den anderen bitten, das Gas aufzudrehen, während ich die Sitzbank montiere und micn anziehe, Twin vom Ständer und los geht's!
Ich fuhr auf der Tour so schnell wie noch nie vorher. Zu schnell durch Ortschaften, fegte um jede Kurve und betete inständig, dass ich heil nach Hause komme. Vor Freiburg fuhr ich noch ein Stück Autobahn, um die Anzahl der Stopps und somit der “Verreckmöglichkeiten” so gering wie möglich zu halten. Manfred hat mich dann nicht noch einmal verlassen.
Heute werde ich mich der ganzen Stecker, Schrauben und Kontakte annehmen, alles durchmessen und morgen kommt hoffentlich der neue Lichtmaschinen-Regler... und dann hoffe ich, dass aus Manfred, der Zicke wieder Marlene wird!