Sonntag, 30. März 2014

Vorwärts immer - rückwärts nimmer...

... fiel mir grad als Titel so ein.

Nicht, dass ich mit dem real existierenden Sozialismus viel am Hut hätte, aber ich bin heute weit vorwärts gekommen. Also kilometermäßig. Na, stimmt nicht ganz, auch mein 365-Tage-Projekt ist einen Schritt weiter.

Morgen oder auf jeden Fall die nächsten Tage kommt mein Kleiderschrank aus dem Arbeitszimmer raus, es hat sich ein Abnehmer gefunden. Ich habe den Korpus mal vorgezogen und man ahnt jetzt schon, wieviel mehr Licht in der Ecke sein wird, wo mein Plotter steht.

Den Schrank habe ich schon vor gut 2 Wochen ausgeräumt, nochmal Klamotten aussortiert, nochmal welche für ebay rausgesucht und welche zum Altkleidercontainer gebracht. Die letzte "Verschenk"-Kiste kam nicht so gut an, da viele englische Bücher drin lagen und hier offenbar wenige Leser auf Englisch lesen möchten. Morgen starte ich nochmal einen Versuch, denn Gläser und anderer Krempel, der noch drin lag, war restlos weg. Ich fühle mich echt gut mit der Ausmisterei! Überall ist mehr Luft und mehr Platz entstanden.

Mein Arbeitszimmer wird jetzt bald einer gründlicheren Inspektion unterzogen, da fliegt mit Sicherheit auch einiges raus, wird vereinfacht, reduziert usw. Derzeit habe ich wenig Lust, zuhause zu wurschteln, dazu ist es einfach zu schön draußen. Aber der nächste Regentag kommt bestimmt und dann kann ich loslegen.

Heute war ich im Süden unterwegs. Erstmal über Kandern und die Hochblauenstraße ins Kleine Wiesental. Dann ging es weiter über Gresgen und Adelsberg nach Zell im Wiesental. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen ging's dann weiter über Rickenbach, später durch das Wehratal, das Albtal und dann über Bonndorf Richtung Freiburg. Ich war erstaunt, dass man doch Alpensicht hatte, denn es war recht feuchte Luft. Unterwegs musste ich heute leider immer mal hinter diversen lahmen Fahreren herzuckeln, auf manchen Strecken kann man überholen einfach vergessen. Ich habe heute auch gelernt, dass BMW nicht nur Altleutemotorräder, sondern auch Alteleuteautos baut... mit 50 auf einer supergut ausgebauten Landstraße ohne großartige Kurven herumzuckeln ist wirklich eine Zumutung für die restlichen Verkehrsteilnehmer! Leider war auch der Gegenverkehr recht dicht, so dass ich hinter diesem dicken Vehikel ziemlich lange festhing. Und für superknappe Überholmanöver ist meine Kleine dann doch nicht stark genug.

Alles in allem war es heute wieder wunderschön, milde Temperaturen auch in den Höhenlagen und größtenteils wenig Verkehr. Ich habe mit Absicht die "Rennstrecken" gemieden und bin fast nur kleine Straßen gefahren.

Die Erkältung meldet sich zwar immer mal wieder, aber unterm Strich ist die frische Luft dann genau das Richtige, um wieder gesund zu werden. Manchmal frage ich mich wirklich, was ich all die Jahre ohne mein Motorrad gemacht habe...?

Samstag, 29. März 2014

Genuss

Nachdem ich den Großteil dieser Woche mit einer dicken Erkältung, Husten und Fieber im Bett verbracht hatte, war ich gestern zumindest so weit, in der Stadt etwas zu erledigen. Über den missglückten Pixie-Cut schreibe ich hier nicht weiter... praktische Helmfrisur... *hüstel*

Danach war ich allerdings erstmal wieder völlig fertig. Kleinigkeiten wie Wäsche abhängen und die Treppe hochbringen, führten zu mittelgroßen Schweißausbrüchen.

So saß ich also Donnerstagnachmittag und gestern nachmittag die meiste Zeit in eine Decke gewickelt auf der Terrasse und ließ mich von der Sonne braten, um die Viren einzutrocknen. Allerdings fiel mir gestern schon langsam aber sicher die Decke auf den Kopf. So schönes Wetter, und ich krank! Um etwas in der Wohnung zu machen, war ich zu schwächlich, zum Motorradfahren sowieso. Immerhin habe ich mein Buch jetzt fast fertiggelesen: Ich lese "Kraken" von China Miéville, eine Mischung aus Science-Fiction, Krimi und einer großen Prise H. P. Lovecraft. Ich habe es schon mal gelesen und fand es eine gute Idee, es aus der Ecke zu holen.

Heute hielt mich dann nichts mehr im Haus.

Ich war zum Kaffee bei einem Freiburger Motorradladen verabredet und wir wollten uns um 11 Uhr treffen. Gestern hatte ich noch geschrieben "Ich bin die, mit dem verunglückten Haarschnitt", das hat zur Identifizierung dann nicht ganz gereicht... wir verbrachten knapp 2 kurzweilige Stunden mit Motorrad-Talk und Helmkauf. Die Suche nach der passenden Pinlock für meinen Helm gestaltete sich dann etwas kompliziert, aber am Ende hatte ich dann doch wieder eine.

Danach ging's dann endlich wieder auf die Straße!
Die Hausstrecke Glottertal hoch, dann der Nase nach Richtung Hexenlochmühle, über Eisenbach in Richtung Bonndorf, im großen Bogen durch die Wutachschlucht um den Schluchsee und Feldberg,  den Heimweg dann über den Belchen und das Münstertal. Da habe ich dann schon gemerkt, dass ich noch nicht ganz fit bin und sowohl Kräfte als auch Konzentration merklich nachließen. Zeit, nach Hause zu fahren! Oben wurde es jetzt auch frisch, während unten immer noch lauwarme 21 Grad herrschten.

Nach den ganzen Tagen im Bett liegen und schlafen, war der Tag heute der pure Genuss. Fpr morgen krame ich mal in der "Schwarzwald-Erlebnis-Box" vom Horrorwichteln letzte Weihnachten.

Ich hoffe darauf, dass das nächste Wochenende ähnlich schön wird, denn dann packe ich mein Zelt aus und fahre zum campen. Wohin? Mal sehen.

Dienstag, 18. März 2014

Im Käfig der Angst

So hieß der Titel eines Artikels, den ich auf einer Webseite gefunden habe. 

In dem Artikel ging es darum, wo wir in 1 bis 2 Jahren stehen würden, wenn wir uns erlaubten, angstfrei zu sein wie wir sind und das zu tun, was wir wollen.

Ich habe mir die Frage auch gestellt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich in ein bis zwei Jahren in einer erfüllten Partnerschaft leben will. Somit stelle ich mich der Angst, wieder verlassen zu werden ;-) 
Der Rest meines Lebens (Freunde, Job, Wohnung, Hobbies) darf gerne so bleiben, da möchte ich derzeit nichts großartig verändern. 

Unsere Ängste und Befürchtungen halten uns oft davon ab, das zu tun was wir wirklich tun wollen.
Oft haben wir Gedanken wie „Was denken denn die anderen, wenn ich X tue?“ oder „Ich bin zu X (beliebige Eigenschaft einsetzen), um das zu erreichen“, „Mein Partner liebt mich nicht mehr, wenn ich ich selbst bin“. Diese Ängste und Befürchtungen tragen wir in vielen Variationen mit uns herum. Sie lähmen uns. Sie hindern uns daran, frei zu sein.

In den letzten Jahren musste ich mich oft mit meinen Ängsten auseinandersetzen. Die Angst vor dem Alleinsein nach der Trennung trieb mich in seltsame Bekanntschaften und Halbbeziehungen mit Männern, die ich im Internet kennenlernte. 

Ich habe einige heilsame Lektionen erhalten. 

Nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass Alleinsein durchaus wunderbar sein kann. Dass ich diese „Krücken“ nicht brauche, dass ich plötzlich gar keine Angst mehr davor habe, meine Zeit mit mir selbst zu verbringen. Ganz im Gegenteil! Allein verreisen, allein ins Café gehen, alles kein Problem mehr, es fehlt mir nichts, ich langweile mich nicht mit mir. Es ist ein Genuss, allein zu sein und mein Leben in meinem eigenen Rhythmus zu leben.

Oft bergen die Dinge, vor denen wir Angst haben, das größte Wachstumspotenzial.
Die letzten knapp 5 Jahre waren eine Zeit, in der ich sehr viel gelernt und an mir gearbeitet habe. In der oft Angst hatte, mich schwach und allein fühlte. Als Versagerin in punkto Beziehungen, in punkto Job…

Torschlusspanik!
Du bist Ende 40, wer will Dich jetzt noch?
Deine Selbständigkeit trägt Dich nicht, jetzt findest Du keinen neuen Job mehr!

Nichts davon hat sich bewahrheitet.

Es ist nicht schön, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Es ist nicht schön, seine Schwächen zu erkennen, seine Muster.

Aber es befreit.
Es befreit von der Angst, nicht „in Ordnung“ zu sein.
Es befreit von der Angst, seinen eigenen Weg gehen zu dürfen.

Angst ist ein schlechter Ratgeber, schrieb ich neulich einer mir nahe stehenden Person.
Angst ist Abwehr von etwas, das wir nicht sehen möchten.
Angst basiert oft auf falschen Annahmen über uns, über die Welt, über unser Leben.
Wir machen uns klein, wenn wir Angst haben.

Wir verstecken uns im Käfig der Angst. 

Ein Tier, das nie frei war, weiß nicht wie es ist, nicht in einem Käfig zu leben.
Seine Welt reicht nur bis zu den Gitterstäben.
Ich habe nur dieses eine Leben, deshalb habe ich den Käfig verlassen.

Sonntag, 16. März 2014

Wachstum

Nachdem das Wetter heute doch deutlich besser und wärmer als angekündigt war, habe ich heute morgen erstmal die Terrasse (naja, eigentlich ist es nur ein kleiner, hässlicher Waschbetonhof) geputzt, diverse Blumen eingebuddelt und gesät, den Grill endlich mal ausgeleert und geschrubbt und die kleine Bambusbank gereinigt und zum trocknen in die Sonne gestellt.

Jetzt sieht es draußen auch schon viel freundlicher aus. Ich möchte noch Latten an die eine Mauer dübeln und dann daran die Pflanzkästen befestigen, damit nicht so viel Bodenfläche verlorengeht. Beim Discounter gibt es gerade Apfel- und Kirschbäumchen, vielleicht hole ich mir noch eine Kirsche, ein leerer Kübel steht noch bereit. Die Forsythie, die H. im Herbst von der inzwischen abgerissenen Autohalle am Güterbahnhof mitgebracht und eingepflanzt hatte, steht seit letzter Woche in voller Blüte und bringt noch etwas mehr Farbe in den tristen, grauen Hof. Ich habe da noch ein paar Sachen vor, die ich im Lauf der nächsten Wochen in Angriff nehmen möchte.
Bunt soll es werden und hell.

Danach wollte ich eigentlich zuhause weiterarbeiten, aber die Sonne und der blaue Himmel waren dann doch zu verlockend. Also rauf aufs Moped, los nach Landeck und über Seelbach zur Ruine Hohengeroldseck.

Heute bin ich da auch raufgefahren, zumindest zu 2/3, den Rest dann gelaufen. Ich habe gestern wieder und in den letzten Wochen schon festgestellt, dass mein Humpelbein immer besser wird. Inzwischen weiß ich recht sicher, dass das nicht von meinem Rücken kam, sondern sich um eine muskuläre Geschichte handelt: Piriformis-Syndrom nennt sich das. Seit ich im Studio meine Hüftmuskulatur trainiere und den Muskel regelmäßig dehne, geht es Schritt für Schritt voran. Gestern beim tanzen konnte ich recht problemlos springen, auch wenn das rechte Bein immer noch mehr Arbeit übernimmt, als das linke. Aber das nur am Rande. Muskelkater von gestern ist übrigens immer noch keiner da.

An so einem schönen Tag war es auf der Ruine natürlich entsprechend voll, so dass ich nicht so viel Zeit auf der Ruine verbracht habe. Es ist zur Zeit immer relativ diesig, so dass die Fernsicht eher begrenzt ist. Schön war es trotzdem da oben, ein Gefühl von "wieder obenauf sein" stieg in mir hoch, als ich da stand und mir den Wind um die Nase pfeifen ließ. Es gibt noch so viel zu entdecken, noch so viele Straßen zu fahren, noch so viele Landschaften zu sehen.

Von Hohengeroldseck ging's weiter hinter zuckelnden Autofahrern nach Zell am Harmersbach, wo heute verkaufsoffener Sonntag war... ich habe schnell einen Eisbecher verdrückt und bin dann weitergefahren. Über Oppenau ging es nach Allerheiligen, einmal den Wasserfall hoch, Bilder machen.

Allerheiligen ist für mich ein sehr besonderer Ort. Als ich das erste Mal bei den Wasserfällen war, war es ein Tag mit eher schlechtem Wetter, es hatte geregnet und ich war allein.

Im letzten Jahr am letzten Juli-Wochenende waren H. und ich mit dem Campingbus in Allerheiligen, haben dort übernachtet und am nächsten Tag im Wasserfall gebadet. Es war einer der vielen, wundervollen, magischen Momente, die ich mit H. erlebt habe. Mein Herz war ein wenig schwer, als heute ich vor dem Wasserfall stand und an jenes extrem heiße Juli-Wochenende dachte. Daran, wie wir am Abend in einem Karsee gebadet hatten und in der Nacht immer wieder von Gewittern geweckt wurden. Den plötzlichen Wetterwechsel am Mummelsee, eine Kuschelstunde im Bus, während der Regen auf das Dach prasselte... das alles sind Momente, die ich nicht missen möchte.


Inneres Wachstum und eine innere Entwicklung hat es bei uns beiden gegeben. Wo, wenn nicht in einer Beziehung kann mensch so viel lernen und sich entwickeln? Heute, beim Anblick der erwachenden Natur und dem Wachstum um mich herum musste ich wieder daran denken.

Es ist schade, dass ich diese Momente nicht mehr mit Dir teilen kann.
Dein und mein Weg war kurz, zu kurz für mich, aber ich bin froh und dankbar, dass ich wir ihn gemeinsam gegangen sind.


Samstag, 15. März 2014

Kraft

Nach den kräftezehrenden letzten knapp 3 Wochen merke ich, dass ich wieder auf einen aufsteigenden Ast komme. Meine Gedanken werden freier, der Schmerz nimmt ab und ich komme wieder in meine Kraft.

In den letzten knapp 5 Jahren habe ich gelernt, gut auf mich zu achten, anders mit Schmerz umzugehen und gut für mich zu sorgen, das macht sich gerade in Krisenzeiten bezahlt.

Heute Abend war ich tanzen.
Durch eine Freundin bin ich auf einer "Wave" gelandet, das ist... naja... eine recht esoterische Angelegenheit und das Publikum auch nicht unbedingt mein Geschmack. Aber  ich wollte 3 Stunden wild und verrückt tanzen können. Das schöne dort ist: Niemand starrt einen an, niemand versucht, einen anzumachen und die Musik war auch richtig toll.

Nach der Hälfte der Zeit habe ich gemerkt, wie ich immer mehr in meine Kraft komme, mein Körper frei wird und mein Kopf sich leert.

Stampfen, hüpfen, schütteln, schwitzen bis zum umfallen, das war genau das, was ich gebraucht habe.
Ich tanze für mein Leben gerne!

Vor ungefähr 20 Jahren habe ich mit orientalischem Tanz begonnen, dann ging es weiter über Contact Improvisation zu Newdance, Tanztechnik und Body Alignment.

Über die Jahre habe ich viel an meinem Körperbewusstsein gearbeitet. Wenn man intensiv und regelmäßig tanzt, kommt man an den Punkt, wo man sich immer stärker mit sich selbst auseinandersetzen muss.
Es ist schön zu spüren, wie sich alte Blockaden im Lauf der Jahre gelöst haben.
Auch die im Kopf.
Ich kann mich noch sehr gut an einen Workshop Contact Improvisation erinneren, wo wir eine Art Handstand machen sollten und ich gemerkt habe, wie die ganzen alten Schulgeschichten hochkommen und meine sofortige Reaktion "kann ich nicht" war. Konnte ich dann aber doch. Genauso die etwas überwindungsbedürftigen halbakrobatischen Figuren, all das ging im Lauf der Zeit, weil ich einfach beschloss, dass ich keine Lust mehr darauf hatte, was man mir in der Schule eingetrichtert hatte nämlich: du bist unsportlich, du kannst das nicht.

Schade, dass meine alten Sportlehrerinnen nicht mehr leben (ne, ich habe sie nicht auf dem Gewissen!). Ich bin inzwischen alles andere als unsportlich und fordere mich gerne körperlich und geistig heraus.

In den letzten 4 Jahren in etwa habe ich einen richtigen Quantensprung gemacht, seelisch und körperlich. Es gibt wirklich nichts schöneres und dankbareres, als sich selbst zu entdecken und die eigenen Möglichkeiten auszuloten und zu erweitern. Natürlich ist es nicht immer schön, was man da so entdeckt.
Aber nur, wenn wir uns selbst heilen (lassen), können wir ein weitgehend freies Leben führen.

Morgen werde ich bestimmt einen gewaltigen Muskelkater haben...

Montag, 10. März 2014

Freiheit

From the Kentucky coal mines to the California sun,
Hey, Bobby shared the secrets of my soul.
Through all kinds of weather, through everything that we done,
Hey Bobby baby kept me from the cold.

One day up near Salinas, Lord, I let him slip away,
He's looking for that home and I hope he finds it,
But I'd trade all of my tomorrows for one single yesterday
To be holding Bobby's body next to mine.

(Janis Joplin - Me & Bobby McGee)

Gestern habe ich für mich erkannt, dass meine Lebenszeit mir zu kostbar ist, um mich mehr Zwängen als
Gletscherkessel Präg
nötig zu unterwerfen. Unsere Leben sind schon geregelt und getaktet genug.

Die Jahre zwischen 30 und 40 waren für mich eine Zeit, in der ich mich von Zwängen meiner Vergangenheit gelöst habe. Ich habe ein Leben begonnen, wie ich es mir vorgestellt habe. Da ich kein Mensch bin, der konkrete Träume in Form von "Haus, Apfelbaum, Familie" hat, sind auch meine Lebenspläne immer im Fluss.

Ich nehme die Dinge an, die mir wichtig und richtig erscheinen. Mit knapp Mitte 40 hat sich mein Leben dann nochmals gravierend geändert. Eine langjährige Beziehung ging zuende und ich stand wieder allein da. Es hat lange gedauert, bis ich zu mir selbst zurückgefunden hatte. Aber es war auch eine Zeit, in der ich alte Träume wiederentdeckt und zum Leben erweckt habe. Das Motorradfahren gehört dazu.

Ich habe auch jetzt gelernt, dass mein Leben weiterhin im Fluss bleibt und bleiben muss, damit ich es mir nicht zu gemütlich mache. Es ist eine ständige Herausforderung, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Meine eigenen Schwächen und Fehler zu erkennen und an ihnen zu arbeiten.

Ich habe für mich erkannt, dass ich mein Leben nicht von inneren Zwängen bestimmen lassen möchte. Die äußeren Zwänge sind schon genug: Arbeit, Geld verdienen, soziale Verpflichtungen...

Ich habe irgendwann in meinem Leben beschlossen, dass ich mein Leben auch nicht von Ängsten bestimmen lassen möchte. Manches kostete mich viel Überwindung (wieder alleine leben), manches war weitaus weniger schlimm, als ich befürchtet hatte (wieder angestellt sein).

Blick vom Blauen
Dennoch ist man nie frei davon, Fehler zu begehen.

In diesen nun fast 5 Jahren seit der Trennung von meinem langjährigen Partner ist mir erst klar geworden, was für ein Geschenk und was für eine Herausforderung so eine Beziehung ist. Zwei Leben im Fluss, zwei Geschichten, zwei Persönlichkeiten.

Auch mit etlichen Jahrzehnten Beziehungserfahrung kann ich immer noch von mir sagen "Even veterans can fail."

Freiheit...Freiheit ist nicht nur Freiheit von, sondern auch Freiheit zu. Freiheit zu tun, was ich für richtig halte, Freiheit mich für meinen  Weg zu entscheiden.

Samstag, 8. März 2014

Goodbye Love - Hello World

My father sent me money and I spent it very fast
On a girl I met in Berkeley in a social science class
Yes, and we learned about her body, but her mind we didn’t know
Until deep rooted attitudes and morals began to show
She wanted to get married, even though she never said
But I knew her well enough by now to see inside her head
She'd settle for suburbia and a little patch of land
So I gave her up for music and the free electric band

(Albert Hammond - The Free Electric Band)




Blick vom Thurner
Ich bin immer wieder davon fasziniert, wie das Motorradfahren meinen Geist klärt.


Ein großes Thema und ein paar wirklich gravierende Fragen, die mich gestern und heute umtrieben, sind gelöst.

Ich sehe klar vor mir, wie es für mich weitergeht und wie ich leben will. Wie die letzten 4 Jahre auch: frei und weitgehend selbstbestimmt.

Es gibt nichts wogegen ich meine Freiheit tauschen möchte.

Meine heutige Tour war einfach nur der Wahnsinn!
Ich bin 7 Stunden durchgefahren und habe fast 500 km zurückgelegt.
Wir haben ja erst Anfang März, das ist echt rekordverdächtig!
Die Natur ist in den letzten 3-4 Tagen auf einen Schlag zum Leben erwacht, überall blüht es.

Hegaublick
Meine Seele liebt und braucht den Anblick der wunderbaren Schwarzwaldlandschaft, den Wind um die
Nase (und hoffentlich bald auf der Haut), die Gerüche, das Brummen meiner Maschine, das Gefühl der Beschleunigung... Ich habe heute ab und zu auf den Tacho geschaut, auf der Hausstrecke bin ich zumindest beim Hochfahren 10-20 km/h schneller gefahren, als noch im Herbst. Es geht auf einmal wie von selbst, locker, flott und komplett angstfrei.

Mein Weg führte heute zum ersten Mal in der Saison die Hausstrecke über das Glottertal hoch, dann ging es weiter über St. Peter und St. Märgen. Danach weiter den Weg über das Jostal nach Donaueschingen und weiter nach Eisenbach. Von  dort schlug ich den Bogen über Bonndorf, die Wutachschlucht und weiter nach Singen zum Bodensee.

Eigentlich wollte ich abends noch ein wenig am See entlangspazieren, aber leider war die Straße nach Konstanz total verstopft, so dass ich es vorzog, umzukehren.

Der Rückweg ging dann im großen Bogen von Stockach zurück auf die B31, dann wieder die Hausstrecke
Sonnenuntergang auf dem Kandel
runter und schnell noch den Schlenker zum Kandel hoch. Da war ich gerade rechtzeitig, um den beginnenden Sonnuntergang zu sehen. Es war irre windig dort oben, aber man konnte merken, dass es ein Föhnwind war, mild und warm. Unten angekommen war es schon fast frühsommerlich.

Ich werde morgen eine Morgenrunde drehen, da ich nachmittags verabredet bin. Mal sehen, vielleicht schnell auf den Schauinsland und dann irgendwo im Bogen wieder runter.

Ich liebe das Leben, meine Freiheit und Motorradfahren!

Freitag, 7. März 2014

Motorradfahren und Meditation

Für mich ist Motorradfahren der beste Weg, meinen Kopf frei zu bekommen und mich zu zentrieren.

Die Maschine zwingt mich dazu, meine Gedanken und meine Wahrnehmung zu 100% auf sie und die Straße zu richten. Schnell liegt der Alltag hinter mir, der Kopf leert sich.

Gestern bin ich zum ersten Mal in dieser Saison nach oben gefahren, das Münstertal hoch. Es bedurfte einiger Willensanstrengung, meine Gedanken auf die Straße zu bringen.

Nach einer Weile wurde ich wieder eins mit meiner Honda.

Der weiß verschneite Belchen saß mit seinen kahlen Bäumen aus, wie etwas aus einem japanischen Holzschnitt. Die Luft war schon recht mild und die Straßen frei von Dreck und trocken. Dunst lag über den Bergen in der Ferne, als ich oben am Wiedener Eck stand.

Selbst oben neben den großen Schneehaufen war die Luft mild und man konnte den Frühling ahnen, die Rückkehr des Lebens nach dem Winterschlaf. Der Rückweg führte mich dann durch das Kleine Wiesental und die Sirnitz Richtung Badenweiler und dann nach Hause.

Ich bin noch niemals von einer Tour nicht erfrischt und freudig zurückgekehrt. Gestern konnte ich ganz bewusst spüren, wie sich mein Gemüt beruhigte und sich eine heitere Gelassenheit einstellte.

Motorradfahren, das ist ein Gefühl von Schwerelosigkeit, von Fliegen und Lebensfreude. Ich habe ein paar andere Fahrer gesehen, denen man die Freude ebenfalls ansehen konnte. Wenn Motorräder Tiere wären, würden sie zu Beginn der Saison hochspringen wie kleine Ziegenlämmer, die zum ersten Mal aus dem Stall kommen.

Montag, 3. März 2014

Karneval - Abschied und Neuordnung

Morgen abend ist sie vorbei, die närrische Zeit.  Und dann heißt es 40 Tage lang "Carne val(e)", also "Fleisch adé".

Ich möchte dieses Jahr fasten, allerdings weniger in puncto Essen, als in puncto Onlinezeit vs. Offline-Leben.

Da sich mein Leben derzeit mal wieder im Umbruch und einer Neustrukturierungsphase befindet, möchte ich die Zeit gleich konstruktiv nutzen und "ungesunde" Angewohnheiten hinterfragen. Dazu gehört u. a., auf facebook herumzuhängen.

Da ich ja online verkaufe, kann ich nicht 40 Tage auf das Internet verzichten. Und ich möchte meine Shops auch nicht für 40 Tage schließen.

40 Tage lang mehr Zeit, über mein Leben nachzudenken, 40 lang mehr Tage Zeit für neue kreative Ideen, 40 Tage lang mehr Zeit für das "Ausmisten" innerlich und äußerlich, 40 Tage lang mehr Zeit für mein Motorrad (die einfachste Übung), 40 Tage lang mehr Zeit für Bücher, 40 Tage lang mehr Zeit für... was auch immer...

Ich werde hier darüber berichten, wie es mir ergeht, und womit ich meine Zeit so fülle. Im Zweifelsfall wisst ihr ja, was das sein wird ;-)

Wer wichtige Anliegen hat, weiß wie er oder sie mich erreichen kann. Mein Handy wird in der Zeit auch nur sporadisch an sein, z. B. wenn ich auf Tour bin.

Ich wünsche Euch allen eine konstruktive und fruchtbare Fastenzeit!