Samstag, 6. April 2013

Im Dreck spielen...

Ich war heute zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Motorrad im Gelände auf einem Enduro-Basistraining. Es war so ziemlich das Anstrengendste, was ich in diesem Jahr gemacht habe. Und es war vermessen zu denken, dass man da mal einfach so losfährt mit einer Maschine, die man noch nie gefahren ist...

Am Mittwoch habe ich meine Leihenduro Probe gesessen und dachte mir schon "au wei...": hoch, unbequem, Kickstarter. Aber gut, Frau wächst an ihren Aufgaben und ich wollte unbedingt probieren, ob mir das Spaß macht, oder nicht. Heute Morgen kam dann der Erstkontakt mit der Maschine. Bei zweiten Mal habe ich sie tatsächlich zum laufen gebracht. Dann ging es gleich los durch Spurrillen und unebenes Gelände in die Mitte des Platzes. Ich war total unsicher und verkrampft, während die anderen Teilnehmer, die ihre eigenen Motorräder dabei hatten, locker flockig losfuhren. Bei der ersten Runde lag ich dann ratzfatz in der einzigen Schlammpfütze auf dem Platz. Die Stürze (teilweise auch von anderen Teilnehmern) sahen schlimmer aus, als sie tatsächlich waren. Man fährt ja nicht wirklich schnell und der Boden ist doch relativ weich.

Die Trainer waren unglaublich geduldig, halfen mir, die Maschine zu starten, denn von Mal zu Mal kriegte ich das Ding schlechter an. Die ersten 1,5 Stunden habe ich wirklich mit dem Impuls gekämpft, meine Sachen zu packen und wieder nach Hause zu fahren. Es war wirklich frustrierend, unsicher und verkrampft zuckelte ich über die kleinsten Unebenheiten. Einer der Trainer hat mich dann in meiner eigenen Sandgrube spielen lassen und ganz langsam wurde ich lockerer. Es fing an, Spaß zu machen.

Nach einer Stunde schloss ich mich dann der Gruppe an und machte die Bremsübungen mit. Das Fahren im Stehen ging besser und ich kam mit der Maschine (Suzuki XT) besser klar. Mit etwas Tempo ging es jetzt auch problemlos durch und über die Spurrillen und um die Ecken. Nur das Starten war ein ewiger Kampf. Irgendwie kriegte ich den Dreh nicht raus. Beruhigt hat mich einzig, dass es den Trainern auch so gut wie nie auf Anhieb gelang, sie zum laufen zu kriegen. Bei den Übungen am Schräghang kam dann wieder die Unsicherheit. Ich habe einfach kein richtiges Gefühl für Kupplung und Gas bekommen. Zwischendrin bin ich dann noch ein paar Mal geflogen, die Maschine landete zweimal auf meinem Bein und ich kriegte das Bein nicht mehr drunter raus. Klingt alles höchst dramatisch, war aber nicht sonderlich schmerzhaft. Nur der eine Sturz am Schräghang fiel etwas heftiger aus und ich habe mir das Steißbein geprellt.

Nach der Mittagspause merkte ich schon, dass ich ziemlich ko bin und mich das Fahren unglaublich anstrengt. Beim Wenden am Berg durfte ich mal wieder vorturnen ;-) Ich habe danach das gemacht, was ich mich getraut habe und ab dem späteren Nachmittag darauf beschränkt, den anderen zuzusehen, weil ich kräftemäßig einfach am Ende war. Hätte nicht gedacht, dass es SO anstrengend sein würde.

Als Fazit muss ich sagen, dass ich mir die Latte etwas zu hoch gehängt hatte. Wenn ich so ein Training nochmal fahre (vermutlich nächstes Jahr), werde ich mir dafür für längere Zeit eine Enduro leihen und diese auf der Straße testen, bevor ich damit ins Gelände gehe. Ohne ein Gefühl für das Verhalten der Maschine kann ich's nicht empfehlen. Der Tag hat mir trotzdem gut gefallen, es war eine total nette Gruppe und die Trainer waren toll und geduldig. Jetzt brauch ich erstmal eine heiße Wanne und ein weiches Bett.

Montag, 1. April 2013

Endlich!

Haslach i. K.
Heute war es endlich so weit. Die erste Tour des Jahres, die auch den Namen "Tour" verdient hat! Schon am Morgen grüßte die Sonne durchs Fenster, aber im Schatten war noch dicker Rauhreif, also etwas abwarten.

Am frühen Nachmittag startete ich dann dick eingepackt. Obenrum: Unterhemd, langärmliges Shirt, dünnes Thermoshirt, Angorapulli, dickes Thermoshirt, um den Hals das neu genähte Wende-Halstuch aus diesen Stoffen. Natürlich nicht zu vergessen der Nierengurt, ein paar dünne Seidenunterziehhandschuhe, die Winterhandschuhe (in denen ich trotzdem kalte Hände habe), eine Thermoleggins, 2 Paar Socken und oben drüber die gute Stadler-Kombi mit sämtlichen Futterschichten. Ich kann mich dann kaum noch rühren, aber warm ist es.

In der Sonne war es schon recht angenehm. Heute ging es Richtung Norden. Ich habe mir für diese Saison vorgenommen, den Nördlichen Schwarzwald mehr zu erkunden, denn den Süden kenne ich inzwischen richtig gut. Was nicht heißt, dass es dort nichts mehr zu entdecken gibt. Unterwegs entschied ich mich, nach Gegenbach zu fahren. In Haslach im Kinzigtal musste ich Pause machen, die Hände waren inzwischen kalt und mir auch. Ein bisschen wintersteif bin ich noch, aber von Kurve zu Kurve konnte ich merken, wie ich wieder lockerer werde. Es waren heute auch etwas mehr Motorradfahrer auf der Straße.

Kappelrodeck
Nach einer kurzen Pause, in der ich tatsächlich meinen ersten "Draußen-Kaffee" hatte und eine kurzen Fotosafari durch Haslach, ging es weiter. Bis nach Gegenbach bin ich aber gar nicht gefahren, ich bin vorher schon nach Kappelrodeck abgebogen. Bis jetzt hatte ich die Strecke immer nur auf der Karte gesehen, bin sie aber irgendwie nie gefahren. Heute ging es frei Schnauze, der Weg ist ja sowieso das Ziel auf dem Motorrad.

Da es schon etwas später war, habe ich mich nicht so lange in Kappelrodeck aufgehalten. Ich werde da noch einen gezielten Ausflug machen und mir den Ort  genauer ansehen. Vielleicht kann man das Schloss auch besichtigen. Es hat ein bisschen was von dem Haus aus Hitchcock's "Psycho", zumindest von weitem.

Am Ende waren es dann über 200 km, und auf den letzten 20 km wurde es auch kalt. Ich habe heute Abend den Tageskilometerzähler nach dem Tanken auf Null gestellt, weil ich jetzt mal genauer wissen will, was die Maschine so an Sprit frisst. Über den Daumen gepeilt komme ich mit einer Tankfüllung ungefähr 350-380 km weit.

Schloss Rodeck - fest in russischer Hand
Diese Woche steht noch der "Beta-Test" an, ich werde die Leih-Enduro für kommenden Samstag probesitzen. Da bin ich wirklich gespannt...