Sonntag, 22. Juli 2012

Große Ereignisse...

Groppertal bei St. Georgen
... werfen ihre Schatten voraus...

Jaja, ich schulde Euch noch Tourberichte. Letztes Wochenende hat es nur für eine kleine Samstagsrunde zur Linachtalsperre gereicht, der Sonntag war verregnet und außerdem hatte ich abends Besuch. Dafür ging's am Mittwochnachmittag nochmal hoch auf den Schauinsland und dann "einmal um den Pudding".

Linachtalsperre
Der Sommer zickt dieses Jahr bekanntermaßen ziemlich herum und ich muss unter der Woche recht viel arbeiten, also schrumpft die Zeit fürs Fahren auf den halben Samstag und den Sonntag zusammen. Aber nicht mehr lange! Ich bereite nämlich seit einigen Wochen meinen ersten Motorradurlaub vor. Die Campingausrüstung ist gekauft (sollte eigentlich dieses WE getestet werden, aber das fiel sprichwörtlich ins Wasser) und nächsten Freitag ist tatsächlich schon wieder ein neuer Reifen vorne fällig. Ich habe am Mittwoch (zum Glück) mal nachgeschaut und festgestellt, dass nur noch 2 mm drauf sind auf der Pelle. Das reicht natürlich nicht für den Urlaub!

Ja, und dann stehen noch ein paar "Feierlichkeiten" an: am 31.7. habe ich mein Bike ein Jahr und am 2.8. den Führerschein. Seit meiner allerersten Fahrt alleine sind über 14.000 km dazugekommen und viele Stunden Fahrerfahrung.

Abendstimmung über der Rheinebene
Gelernt habe ich seitdem sehr viel, und ich war schon in ein paar unangenehmen Situationen, die wenigsten davon von mir selbst verschuldet.

Besonders hervorheben möchte ich ein paar Erfahrungen aus dieser Saison:
  • Ölspuren sind rutschig (in der langgezogenen Kurve nach Furtwangen runter probiert mit ca. 40 km/h - nix passiert),
  • In Kurven oder Kehren über fette Tannenzapfen fahren ist keine gute Idee (bei Allerheiligen probiert, Hinterrad ist ziemlich weggerutscht),
  • Nach emotional aufwühlenden Erlebnissen sollte man besser langsam fahren, oder ne Pause machen (Motorradunfall bei Todtnau gesehen... schlimm... Biker am Tropf, Maschine Schrott), denn sonst baut man selbst fast einen (Moped abgewürgt und beim anfahren böse auf die Gegenfahrbahn gekommen),
  • Fridolinsmünster Bad Säckingen
  • Im Regen fahren ist nicht so schlimm, nur bei Temperaturen unter 10 Grad extrem unangenehm, wenn man den warmen Pullover vergessen hat,
  • Halstuch im Sommer bis übers Kinn ziehen, fette Insekten an den Hals zu kriegen tut weh,
  • Das Visier auch mal von innen zu putzen nützt im Gegenlicht sehr.
 Heute habe ich intensiv an meinen Kurven gearbeitet, speziell an den Linkskurven. Ich habe mich immer öfter dabei ertappt, dass ich viel zu weit innen fahre und das hat speziell in engen Kurven Konsequenzen. Da ich im Urlaub viel in die Berge fahren möchte, muss ich mich gut darauf vorbereiten. Es wird sowieso noch spannend. Nächste Woche möchte ich das Motorrad zur Probe mit allem vollpacken, was mit auf die Reise soll. Ich muss testen, wie es sich fährt und ob sich die ganzen Befestigungen bewähren.

Wehra-Tal
Und natürlich, ob ich überhaupt noch drauf komme... und wenn nicht, was ich dann mache... Da ich am Freitag frei habe, werde ich die Zeit nach dem Werkstatt-Termin dafür nutzen und eine kleine Runde drehen. Samstag ist dann noch Zeit, eventuell nötige Korrekturen vorzunehmen und Befestigungsmaterial etc. zu kaufen.

Mein Kartenmaterial ist auch schon gekommen und es macht mir jetzt schon große Freude, die Karten zu studieren und zu überlegen, wo ich überall hinfahren werde. Fest auf dem Plan stehen Besuche bei 2 Freundinnen in Oberammergau und bei Innsbruck. Außerdem bin ich sehr gespannt, wie mir das "Nomadentum" gefallen wird, ich habe das letzte Mal als Kind gezeltet.

In diesem einen Jahr mit Motorrad hat sich mein Leben wirklich verändert. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Art der Mobilität mich so berühren würde. So viel gibt es zu sehen und zu erleben! Die Mischung der Unmittelbarkeit des Fahrgefühls, der Naturnähe und der Reichweite, die man mit dem Motorrad hat, ist etwas wunderbares. Und natürlich stehen schon eine ganze Menge weiterer Ziele auf meinem Plan. Nächstes Jahr wird es entweder in die Pyrenäen oder nach Skandinavien gehen. Ich denke über die Anschaffung eines Zweitbikes nach, entweder eine Enduro, oder eine Reiseenduro. Außerdem habe ich erst neulich wieder einen Bericht über Offroadfahren gelesen und möchte das unbedingt probieren. Dieses Jahr wird es zeitlich und finanziell nicht möglich sein, aber hoffentlich nächstes.

Ich kann jeder und jedem, der noch überlegt, ob oder ob nicht nur dazu raten: Macht den Schein, kauft ein Moped, erobert die Welt!

Sonntag, 8. Juli 2012

Die Großen Drei...

Mein Baby auf dem Schauinsland
So, jetzt habe ich sie alle geschafft, die "Großen Drei" des Schwarzwalds: Feldberg (letztes Jahr schon), Kandel (neulich), Schauinsland (Freitag).

Das mit dem Schauinsland gestaltet sich ja etwas schwierig, da die Strecke Samstag und Sonntag für Motorräder gesperrt ist. Letztes Jahr habe ich mich nicht getraut und dieses Jahr war erst immer dann, wenn ich hätte fahren können, noch Schnee, oder ich konnte nur am Wochenende und da ist eben die Strecke zu.

Freitag


Blick Richtung Felbderggebiet
Freitagnachmittag riss die Wolkendecke einigermaßen auf und nach einem extrem langen "Arbeitstreffen", bei dem wir uns dermaßen verquatschten, dass es auf einmal 16 Uhr war, wollte ich die Zeit für den Schauinsland nutzen. Also schnell heim, Klamotten wechseln, Bike aufdecken und los. Für den Abend stand ja schon der nächste Freizeitstress fest, nämlich Pizza essen gehen. Die Strecke auf den Schauinsland hat 174 Kurven auf 12 km, so steht es jedenfalls geschrieben. Ich habe sie natürlich nicht gezählt. Fakt ist, dass ein paar fiese dabei sind, die eng und unübersichtlich sind und einige doch anspruchsvolle Kombinationen. In punkto Tempo habe ich sicherlich nicht geglänzt, aber angesichts von Radfahrerhorden und kurvenschneidenden Sonntagsfahrern ohne Bergerfahrung, mache ich lieber langsam. Die Vorstellung, mein Bike zu schrotten und mich vielleicht dazu, finde ich nicht so aufregend.

Blick nach Freiburg
Da in letzter Zeit viele heftige Gewitter kommen und gehen, schielte ich mit einem Auge immer zum Himmel. Aber es hielt. Oben angekommen, bin ich ein Stück zu einem Aussichtspunkt gelaufen, auf den Turm hochzulaufen, war mir mit den Klamotten zu mühsam. Aufs Bänkchen setzen, in die Landschaft gucken, den Vormittag Revue passieren lassen. Sehr schön. Sehr erholsam. Runter ging es dann über den Notschrei und dann weiter Richtung Feldberg. Da die Wolken teilweise sehr tief hingen und es am Feldberg wohl auch geregnet hatte, herrschte eine leicht unwirkliche Stimmung. Kurz hinter dem Gipfel riss es auch dort auf und die Sonne verzauberte die Landschaft. Ich mag diese Kontraste, auf der einen Seite finstere Wolken, auf der anderen Seite Sonne, das ist immer richtig toll dramatisch. Danach ging's dann über Schluchsee und Titisee wieder gen Heimat, den üblichen Weg die B500 runter.

Blick zum Notschrei
Zur Zeit wird da heftig der Straßenbelag erneuert, Ende Juli gibt es eine Sperrung der Strecke zwischen dem Thurner und Breitnau. Aber DANN, ha, da juckt es schon in der Gashand! Die bis jetzt ausgetauschten Stücke fahren sich prima. Ich fürchte nur, dass man irgendwann wieder Geschwindigkeitsbeschränkungen aufstellen wird, weil sich einige dort oben wieder kaputtfahren werden.

Was ich am Freitag zum ersten Mal länger erlebte, war ein extremer Flow. Alles ging mühelos, schnell, flüssig, ohne nachzudenken. Ich bin auf dem Weg vom Schauinsland runter viel schneller gefahren, als sonst und auch die alte B500 lief unglaublich super. Leider war's nicht dauerhaft, aber das kommt sicherlich noch.

Samstag

Wiedener Eck
Diese Woche war meine erste "soziale Woche" seit Ewigkeiten, ich habe mich mit mehreren Leuten getroffen, so auch am Samstag. Nach einem stundenlangen Frühstück und diversen philosophischen und anderen Gesprächen ging es am Spätnachmittag nochmal aufs Bike.

Ich wollte eine Runde das Münstertal hoch und dann die Hausstrecke runter drehen. Im Gegensatz zum Freitag fuhr ich aber ziemlichen Müll zusammen, von Flow war weit und breit nichts zu spüren. Irgendwie war ich nicht ganz bei der Sache... aber gut, passiert auch mal. Auslüften muss sein, ein Tag ohne Motorrad ist ein verlorener Tag, oder so...

Sonntag

10 o'clock postman, bring me a letter...
So, was mache ich nun heute? Am Morgen hatte es noch gewittert und ziemlich geregnet, für den nachmittag war besseres Wetter angesagt. Ich entschied mich heute, nochmal zum Mummelsee zu fahren. Das letzte Mal war das eine wunderschöne Tour, wenn auch das Wetter nicht so toll mitgespielt hat.

Über Landeck ging es Richtung Freiamt und dann weiter durch das Schuttertal nach Norden. Hier bin ich erst 3 oder 4 mal gefahren und die komplette Strecke erst einmal. Heute hatte man nach den ganzen schwülen Tagen der letzten Wochen eine wunderbare Fernsicht und einen herrlichen Wolkenhimmel. In Zell am Harmersbach setzte ich mich erstmal ins Eiscafé und bestellte einen dicken Früchtebecher plus Latte Macchiato. Danach ging es zur Fotosafari durch den Ort. Damit ich nicht immer die gleichen Bilder fotografiere, habe ich mich heute auf Details konzentriert und bin auch weiter durch den Ort gelaufen. In Zell am Harmersbach befindet sich die "Zeller Keramik", die das Motiv "Hahn und Henne" herstellt. Wer mag, kann den dortigen Werksverkauf besuchen.

Heiliger St. Florian, verschon mein Haus...
Ich folgte der B500 durch Bad Peterstal-Griesbach (Notiz: das nächste Mal das Mineralwasser proboeren!) und dann bog ich ab nach Allerheiligen. Diesmal kam ich die Straße von der anderen Richtung und habe mir die Wasserfälle gespart und statt dessen eine kleine Runde um die Klosterruine gedreht. Da dort gerade Proben für das Sommertheater liefen, konnte man nicht einfach da rein und Fotos machen. Nach einem Blick auf die Karte, fuhr ich den Abstecher zurück und dann weiter die B500 entlang. Über den Schliffkopf ging es Richtung Mummelsee.

Ah, die Schwarzwaldhochstraße ist einfach super! Gut ausgebaut, man hat tolle Blicke und kann flott fahren. Am Mummelsee angekommen, parkte ich mein Motorrad und genoss die Ausblicke über den Südschwarzwald und die Rheinebene. Der Himmel bot ein tolles Schauspiel und man hatte eine Wahsinnsfernsicht.

Mummelsee
Am See selbst habe ich wieder ziemlich viele Detailbilder gemacht. Heute war die Wasseroberfläche nicht so spiegelglatt, wie beim letzten Mal. Der Wind kräuselte das Wasser, aber Motiv gab es auch so mehr als genug.

Nach der Fotosafari ging es dann wieder bergab Richtung Achern. Kurz vor Sasbachwalden stoppte ich nochmal, um Fotos zu machen. Heute sah man sogar bis weit nach Frankreich rein, bis hinter die Vogesen, es war wirklich fantastisch!


Ich bin seit einiger Zeit bei meinen Urlaubsvorbereitungen, der erste Urlaub mit Motorrad! Meine Campingausrüstung nimmt jetzt langsam Form an, nächste Woche kommt hoffentlich mein Zelt. Mal sehen, wann und wie ich alles testen kann.
Blick über die Rheinebene