Dienstag, 29. Mai 2012

1,5 Tage Schwäbische Alb

Bei Eisenbach
Nach einer hammerharten Arbeitswoche und den ersten Tagen in meinem 3. Job war das Pfingstwochende etwas kürzer als erhofft. Samstagnachmittag zählte ich die Minuten, bis ich endlich wieder fahren konnte. Das Wetter war genial, strahlend blauer Himmel, leichter Wind, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Am Freitagbend hatte ich schon den Rucksack gepackt und meinen Plan gefasst, ohne festes Ziel und ohne Zimmerreservierung Richtung Alb aufzubrechen.

Meine Hausstrecke hoch ging es weiter über Eisenbach und Hammereisenbach Richtung Villingen-Schwenningen und dann Richtung Tuttlingen. Vor Eisenbach hatte ich den ersten Müdigkeitsanfall und Hunger hatte ich auch.

Fridingen a. d. Donau
Mein Zwischstopp führte mich ins Café Waldhüsle, das wirklich "mitten in der Pampa" im Wald liegt. Erstmal einen Milchkaffee und drauf warten, dass das Koffein wirkt, ein dickes Käsebrot dazu, fertig. Nebenbei habe ich noch mit dem sehr netten Wirt geplaudert. Ein richtig lustiges Benzingespräch war das, es ging eigentlich nur um Lärm, PS und Spaß auf 2 oder 4 Rädern.

Es gibt dort nebenan eine Ferienwohnung, ich könnte mir vorstellen, da oben mal ein paar Tage zu verbringen. Die Orte Eisenbach und Hammereisenbach liegen in einer sehr schönen Ecke oberhalb von Titisee-Neustadt. Das Tal ist so herrlich verträumt, ein Bach schlängelt sich entlang, Pferde weiden, ein paar verstreute Häuser, die verschlafenen Orte selbst... sehr entspannend. Dazu kann man abwechselnd in eher gemütlichem (die Straßen sind teilweise schlecht) und wieder flotterem Tempo fahren und meist ist man dabei allein. Ich war schon öfter unterwegs und bin immer  nur wenigen Leuten begegnet.

Donautal bei Fridingen
Nachdem der Kaffee seine Wirkung zeigte, ging es flott weiter Richtung Tuttlingen. Eigentlich wollte ich bis Albstadt weiterfahren, aber in Fridingen an der Donau ließ meine Kondition schlagartig nach. Naja, nach eine 70-80-Stunden-Woche kann man keine Wunder erwarten.

Ich schwankte dazwischen, mich bis Albstadt zu zwingen, oder mir hier und jetzt eine Unterkunft zu suchen. Da meine Augenlider schwer wurden (ist mir noch nie passiert!), bin ich nach Fridingen reingefahren und habe neben dem ersten Gasthaus gestoppt. Dort waren alle Zimmer belegt, aber der Wirt schickte mich nach einem Blick auf meine Montur zum Gasthof Sonne. Hier war noch ein Zimmer frei, noch dazu supergünstig, zwar ohne Dusche (man kann sich aber auch waschen!), aber mit Garagenplatz fürs Moped.
Die Sonne ist nämlich ein Bikerhotel.

Bahnhof Fridingen
In Fridingen konnte ich so richtig schön runterkommen und entspannen.
Der Ortskern ist hübsch mit Fachwerkhäusern und bemalten Fassaden. Man kann auf dem Hochwasserdamm spazierengehen und verschlafene Winkel entdecken.

Der Tag klang dann auf der Gasthofterrasse bei leckerem Essen und der obligatorischen großen Johannisbeerschorle aus. Ich habe es noch geschafft, 2 Seiten in meinem Buch zu lesen, bevor mir endgültig die Augen zufielen und ich tief und fest einschlief. So tief und entspannt wie nach intensiven Motorradtouren schlafe ich sonst nur nach dem wandern.

Fridingen an der Donau
Außer mir waren - neben den "normalen" Gästen -  noch eine größere Gruppe aus dem Sauerland und ein Schweizer Motorradfahrer im Hotel.

Was mich schon immer wundert ist, warum die Frauen motorradfahrender Männer offenbar lieber hinten mitfahren, anstatt selbst zu fahren. Das macht doch viel mehr Spaß...

Am nächsten Morgen in Albstadt gab es vom Tankwart einen Kommentar "Oh, eine Frau auf dem Motorrad, das sieht man aber selten!"

Hm.
Warum eigentlich?
Schloss Sigmaringen
Es fiel mir schon auf der Bikemesse in Friedrichshafen auf, das viele Besucherinnen dort offenbar nicht selbst fahren. Begehrlich Bikes umschleichen habe ich nur wenige gesehen und wenn, dann nach der Aufforderung "Schatz, setzt dich doch mal DA drauf!" Aber gut, vielleicht ist das nur meine subjektive Wahrnehmung.

Einen Schrauberkurs will ich auch mal machen, so langsam interessiert mich nämlich die Technik immer mehr, die hinter so einem Motorrad steckt. Vielleicht mal ein altes Möp kaufen und zum laufen bringen... aber dafür bräuchte ich mehr Zeit und eine Werkstatt.
Ich mag es, wenn meine Klamotten und ich nach Motoröl und heißem Metall riechen.
Der Geruch von einem warmen Motorrad ist einfach unbeschreiblich schön...

Schloss Sigmaringen
Am Sonntagmorgen war ich ausgeruht, frisch und wach und fuhr Dank des üppigen Frühstücksbuffets gestärkt weiter. Meine restliche Tour hatte keine feste Route, einziges Ziel war, dass ich am Abend irgendwann wieder in Freiburg sein wollte, da ich am Montagnachmittag auf einer Geburtstagsfeier eingeladen war.

Da ich das Donautal schon vor einigen Wochen gefahren war, entschied ich mich für das Bäratal Richtung Albstadt. Von dort ging es weiter im Donautal nach Sigmaringen. Ein kleiner Zwischenstopp in Dietfurt und dem dortigen Mühlencafé ließ mich die letzten Reste Müdigkeit vertreiben und die weitere Routenplanung angehen. Zur Wahl stand entweder nach Blaubeuren zu fahren, oder weiter nach Norden durch das Lautertal und dann mal schauen. Von Albstadt ging es über Stetten am kalten Markt  nach Sigmaringen. Lauter kleine, kurvige Straßen mit relativ wenig Verkehr, verschlafene Orte mit viel Fachwerk, trotz Feiertag war nicht so wahnsinnig viel los. Erstaunlich ist die große Zahl an Burgen, Schlössern und Burgruinen im Zollernalbkreis. Ich wollte gegen Abend hoch nach Burg Hohenzollern bei Hechingen, aber da war leider ein Konzert und man konnte nicht hochfahren. Burg Hohenzollern sieht aus wie eine Burg aus einem Disney-Trickfilm.

Sigmaringen
Die Ursprünge des Schloss Sigmaringen reichen ins Mittelalter zurück. Im 11. Jahrhundert entstand die erste Burganlage auf dem Felsen, der das Tal abriegelt. In den Jahren 1460 und 1500 wurde die Burg zum Schloss umgebaut. Sigmaringen gelangte 1535 an das Hochadelsgeschlecht der Hohenzollern. Es erhielt seine heutige Form als Residenzschloss der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen erst nach seiner Fertigstellung im Jahr 1908. Leider war das Schloss geschlossen und man konnte nur drumherum laufen und ein paar Eindrücke bekommen. Ich hätte gerne mal aus einem der Türme geschaut, um die Aussicht zu genießen. Nach einem Spaziergang durch Sigmaringen war es Zeit für die Mittagspause und weitere Streckenplanung.

Lauterbachtal
Auf meiner Karte entdeckte ich das Lauterbachtal und beschloss, dass ich dort entlang fahren wollte. Weitere landschaftliche schöne, aber teilweise stärker befahrene Stellen führten mich über Zwiefalten zum Tal. Hier war dann doch "die Hölle" los und man merkte, dass es ein Feriensonntag ist. Wanderer, Autofahrer, Massen von Motorradfahrern und zwischendrin sehr nervige und vor allem laute Quad-Fahrer.

Im Tal standen mehrfach Schilder, die dazu aufforderten, das Tal langsam und leise zu durchfahren, da sonst ein Fahrverbot für Motorräder drohen würde. Die meisten hielten sich daran, leider nicht alle. Ich finde es immer schade, wenn solche landschaftlich reizvollen Straßen als Rennstrecken mißbraucht werden.

Lauterbachtal
Die Streckensperrungen und -verbote für Motorradfahrer nehmen zu, siehe auch Schauinsland und das alles, weil einige wenige meinen, sie müssten sich genau auf diesen Straßen austoben. Ich möchte gerne weiterhin auf solchen Strecken fahren dürfen, weil ich genauso wie andere dort Erholung suche. Und ganz ehrlich, der Krach von manchen Maschinen geht mir auch auf den Geist. Aber gut, ich bin für manche ja eine elende Blümchenpflückerin und ich ernte oft seltsame Blicke, wenn ich in voller Montur vor irgendwelchen Blumenbeeten rumrobbe, um Detailfotos zu machen, oder wie gestern geschehen auf einer Wiese im Schwarzwald tatsächlich Blümchen pflücke.

Burg Hohenzollern bei Hechingen
Für mich hat das Motorradfahren eine meditative Qualität, ich fahre durch wunderschöne Gegenden, kann fast überall anhalten und ich brauche nur 100 m von der Straße wegzugehen und stehe in der Natur. Meistens jedenfalls. Mir geht es weder um Geschwindigkeits- noch um Streckenrekorde, sondern um das Erleben und das Gefühl der Freiheit. Dafür reichen meine 34 PS locker, auch wenn ich manchmal gerne mehr hätte (überholen...).

Vom Lauterbachtal aus wollte ich weiter Richtung Hechingen, ich verfuhr mich aber ein bisschen und landete zu weit nördlich in Reutlingen. Ein Blick auf die Karte ließ mich dann die nötige Kurskorrektur vornehmen. Da Burg Hohenzollern am Weg lag, wollte ich gerne dort hochfahren.

Rottweil
Es gibt Momente, in denen ich sehr froh bin, die Berge nicht mehr mit dem Rad hochzufahren. Nämlich solche, wo man kurz vorm Ziel nicht mehr weiterfahren darf, in diesem Fall eben wegen einer Veranstaltung. Sehr schade, aber so weit weg ist Hechingen dann doch nicht und eine Tour de Burg kann ich immer nochmal machen.

Langam ging es nun Richtung Heimat. Das Wetter auf der Alb war nicht so wahnsinnig toll, es war grau, recht kühl und sah immer wieder nach Regen oder Gewitter aus. Je näher ich an den Schwarzwald kam, desto besser wurde jedoch das Wetter. In Rottweil, meiner letzten Zwischenstation, schien die Sonne und der Himmel war strahlend blau mit weißen Wölkchen.

Rottweil
Nach einem kleinen Stadtrundgang und einem Eisbecher trat ich dann den restlichen Heimweg an. Auf der ungeliebten B31 war dann ebenfalls die Hölle los und ich entschloss mich, meine Hausstrecke nach unten zu nehmen. Da habe ich nicht bereut, denn am Thurner und weiter unten zwischen St. Märgen und St. Peter wurde ich mit einer wunderschönen Abendstimmung belohnt.

Gerne wäre ich noch länger unterwegs gewesen.

Leider waren und sind die Brückenwochenden dieses Jahr alle mit Arbeit belegt, so dass die Kurztripps sich dann doch hauptsächlich aufs Wochenende beschränken, aber dafür kann ich das eine oder andere Mal auch unter der Woche weg.

Am Thurner
Mal sehen, wohin es das nächste Wochenende geht, das Wetter soll nicht so toll sein. Das hält mich aber nicht vom fahren ab, die Saison ist sowieso zu kurz.

Sonntag, 20. Mai 2012

7 Tage, 7 Sinne

Heute Abend gibt's einen anderen Post als sonst.
Kein großer Tourbericht, sondern womit ich meine 7 Sinne in den letzten 7 Tagen beansprucht habe.

Die Idee ist nicht von mir, sondern von Andiva. Eigentlich sollte der Post auch am 7. rein, aber das ist 1. noch so lang hin und 2. vergesse ich es bestimmt am 7. Also mach ich's heute!

Und ein bisschen geschummelt ist auch, denn ich habe das alles nicht unbedingt in den letzten 7 Tagen gemacht, aber muss ja keiner wissen...

Vielleicht fragt ihr euch, warum 7 Sinne und nicht 5? Es kommen noch der Tiefen- und der Gleichgewichtsinn hinzu. Beide brauch ich beim Motorradfahren.

Die Alpen gesehen
Wasserauschen gehört
Flieder gerochen
Eierlikör getrunken
Katze gestreichelt
Motorrad gefahren...
... um ganz viele Kurven.

Schwarzwaldmagie...

Burgruine Hohengeroldseck
Heute hatte ich gar keinen genauen Plan, nur dass ich nach Norden Richtung Ortenau und dann irgendwann vielleicht nach Osten abbiegen wollte. Der erste Teil meiner Tour führte mich über Burg Landeck und Freiamt weiter nach Norden durch das Schuttertal und dann Richtung Burgruine Hohengeroldseck.

Das Schuttertal war neu für mich, ein sehr schönes, liebliches Tal mit teilweise fast alpinem Flair ist das. Heute war es furchtbar schwül und für den Tagesverlauf waren Gewitter angesagt. Mein Plan war eigentlich, irgendwann nach Osten abzubiegen und irgendwo zu übernachten. Das Wetter sollte mir aber einen Strich durch die Rechnung machen. Heute Abend ist die Liste der "da-muss-ich-nochmal-hin"-Orte um einiges länger geworden. Dieser Tag bescherte mir einige großartige Höhepunkte und ein dickes Gewitter mit Platzregen.

Blick nach Süden
Da ich ja jetzt auf die braunen Schilder achte, bot sich der Abstecher zur Burgruine Hohengeroldseck an.
Es war bereits richtig drückend geworden, was mich aber nicht davon abhielt, die 600 m von meinem Parkplatz zur Burg hochzustapfen. Von der Burg aus hat man einen grandiosen Rundumblick über den Schwarzwald und die Rheinebene bis hin zu den Vogesen. Dadurch, dass die Luft so feucht war, war der Fernblick etwas getrübt, aber dennoch großartig. Es lohnt sich, den Turm hochzulaufen und den Blick zu genießen!

Blick nach Nordosten
Die Burg wurde 1260 auf dem Schönerg als Stammburg der Herren von Geroldseck erbaut. Sie bildete zwischen 1277 und 1634 (Ende der Geroldsecker Herrschaft) den Mittelpunkt der "Oberen Herrschaft" von Hohengeroldseck. 1486 wurde die Burg von Pfalzgraf Philipp erobert, 1688 wurde sie durch französische Truppen zerstört.  Die Ruine ist heute Eigentum der Rechtsnachfolger der Herren von Geroldseck, der Fürsten von der Leyen (Ausgerechnet! Der Name verursacht mir starken Brechreiz...) und wird vom "Verein zur Erhaltung der Burgruine Hohengeroldseck e.V." betreut.

Rathaus Zell a. H.
Nach der schweißtreibenden Rumkraxelei ging es flott weiter über Biberach im Kinzigtal nach Zell am Harmersbach. Hier bin ich letztes Jahr schon einmal durchgekommen, damals ging es durch Baustellen, über Rollsplit und schlechte Straßen. Das schaut jetzt anders aus, die Baustellen sind weg und die Straßen relativ in Ordnung. Mit einem Auge schielte ich Richtung Wetter (sah gut aus) und mit dem anderen nach einer Einkehrmöglichkeit.

Ich entschied mich für Mittagspause in Zell am Harmersbach. Die schöne Altstadt anschauen und ein Eis essen, das war der grobe Plan. Inzwischen war es noch drückender geworden, aber der Himmel sah immer noch ok aus. Zumindest solange ich mit meinem Eisbecher beschäftigt war. Irgendwann wurde es ein bisschen kühler und ich guckte unter dem Sonnenschirm hervor und sah dunkle Wolken aufziehen.
Dunkle Wolken...
Zeit, Land zu gewinnen, ich wollte ja noch weiter.
Als ich dabei war mich anzuziehen, begann es zu tröpfeln.
Ok, dann gehen wir halt ins öffentliche WC, knöpfen das Futter in die Hose und fahren im Regen, was soll's. Während ich am knöpfen war, grollte es draußen.
Hm. War das Donner, oder was anderes?
Als ich wieder rauskam, hatte sich der Himmel deutlich verfinstert und ja, das war Donner!
Also doch besser Zuflucht im Café nehmen.

Kaum saß ich unter der Markise, als der Himmel seine Schleusen auch schon öffnete. Erst ein bisschen, und dann kam ein richtiger Platzregen herunter. Es donnerte, blitzte und schüttete wie verrückt.

Wasserfälle Allerheiligen
Gut, dass ich nicht weitergefahren bin. Als der Regen nachlies und sich das Gewitter verzog, bin ich dann Richtung Bad Peterstal-Griesbach aufgebrochen. Nicht ohne immer wieder ein Auge auf den Himmel zu richten. In die Richtung, in die ich fuhr, sah es nicht sehr vielversprechend aus. Ein Blitz... *einundzwanzig, zweiundzwanzig*... Hat es nun gedonnert, oder war das der Fahrtwind? Vor mir schlich ein Biker mit 40 km/h die Straße entlang und ich fuhr kurzerhand auf den Parkplatz eines Restaurants am Straßenrand. Falls es nun doch gleich wieder losgehen würde, könnte ich nach drinnen flüchten. Nach 5 Minuten und etlichen Motorradfahrern, die von oben kamen, oder nach oben fuhren, fuhr ich auch weiter. Wird schon passen.

Es hat dann auch nicht mehr gewittert oder geregnet.
Ich nahm die Straße nach Allerheiligen, um mir die Wasserfälle anzusehen. Das Schild hatte ich schon auf einer meiner früheren Touren entdeckt. Der Parkplatz war wetterbedingt leer und an dem Wasserfällen war entsprechend wenig los.

Die Straße war schon toll gewesen, kein Verkehr und ein sehr schöner Wald. Es war nur von unten nass, nicht von oben. Der Weg zu den Wasserfällen war fanstatisch. Es war unglaublich grün, der Wald sehr ursprünglich und es war ruhig. Man hörte nur das Rauschen des Wassers. Ein paar vereinzelte Leute kamen mir entgegen, ansonsten gab es nichts. Nur die zauberhafte Stimmung im Wald. Tief eingeschnitten verläuft der Weg entlang der Wasserfälle, die sich über mehrere Stufen herab ergießen.

Nebel stieg aus dem Wald auf, Wassertropfen glitzerten auf Gräsern und Zweigen.
Ein wahrhaftig magischer Ort.
Ich hätte dort Stunden mit fotografieren zubringen können.

Auf dem Weg zur B500
Die Wasserfälle waren lange Zeit völlig unzugägnglich und erst im 19. Jahrhundert mit Hilfe von Leitern und Durchstiegen erreichbar. Na, da hätte ich heute eine Freude gehabt, wenn es keinen richtigen Weg gegeben hätte. Wie eine Bergziege bewege ich mich nicht gerade in den Klamotten, eher wie ein gestrandetes Walross.
Da es in Zell schon 17 Uhr war, bis ich wieder loskam, war es wohl besser weiterzufahren, anstatt hier noch mehr Zeit zu verbringen.

Mein Weg bescherte mir einen weiteren Höhepunkt dieser Tour.
... das rechts ist Schnee, bäh!
Ich fuhr die Schwarzwaldpanoramastraße B500. Unterwegs hatte ich bereits großartige Ausblicke. Den wahren Höhepunkt hätte ich fast verpasst, denn ich war der Meinung, dass ich wohl am Mummelsee schon vorbeigekommen war, wohl ohne ihn zu bemerken. Auf einer Höhe stoppte ich, um Fotos zu machen.

Hoppla, da steht ja "Erlebniswelt Mummelsee".
Hm. Ist schon spät. aber wenn ich hier bin dann...
Also parken, Helm runter, Kamera in den Anschlag bringen und los geht's.

Der Mummelsee ist unglaublich!
Im spiegelglatten Wasser werden Himmel und Bäume reflektiert.
Der Mummelsee
Wenn man länger drauf schaut, wird man ganz wuschig im Kopf, weil das Gehirn nicht mehr auf die Reihe kriegt, was oben und was unten  ist. Müssen wohl die Mummeln sein, die einem dort einen Streich spielen... Hier komme ich definitiv nochmal hin, aber nicht an einem Wochenende und vielleicht auch nicht bei supertollem Wetter.
Die Buden und der Kinderspielplatz verheißen, dass es zu anderen Zeiten dort lebhafter zugeht, als heute.

Heute Abend konnte ich die Ruhe und Magie des Ortes genießen.
Mich in den Matsch knien und Fotos machen, oder ewig lange Wassertropfen fotografieren, die interessante Muster auf dem Wasser erzeugen.

Wasserspiele
Oder mir die unendlich vielen Spiegelungen von Wolken, Bäumen, dem Bootssteg und dem Hotel ansehen.
Es war wirklich einmalig schön dort!


Und der Blick Richtung Süden und über die Rheinebene war atemberaubend. In einigen Tälern stieg noch Nebel auf, die Sonne kam unter den Wolken hervor und die verschiedenen Höhenrücken zeichneten sich im Gegenlicht ab.

Jetzt hieß es aber wirklich Land gewinnen, wenn ich nicht im Dunkeln nach Hause kommen wollte.
Holzauge, sei wachsam!
Die Abzweigung nach Sasbachwalden und Achern bescherte mir ebenfalls noch einige wunderbare Blicke. Das Licht der tiefstehenden Sonne vergoldete die hellgrünen Schwarzwaldhügel und lies alles in einem herrlichen Licht strahlen.

Den Rest der Strecke fuhr ich auf der B3 nach Hause, denn jetzt sollte es doch schnell gehen. Unterwegs gab es noch ein tolles Abendrot und eine sommerlich-lange Dämmerung. Im letzten Licht fuhr ich auf den Hof. Das war wieder ein toller Tag!

Donnerstag, 17. Mai 2012

Einmal um den Südschwarzwald

Zwischen Adelsberg und Gresgen
Falls ihr euch gefragt habt, warum es letztes Wochenende keine Tour gab, ich war auf einer Hochzeit im "wilden Osten" und das nicht mit Bike, sondern mit der Bahn. 730 km Autobahn war mir dann doch ein bisschen zuviel, zumal ich das jeweils an einem Tag hätte rauf- und wieder runterfahren müssen.

Heute habe ich den raren Sonnentag genutzt, um mich ausgiebig auf der Straße herumzutreiben. Der grobe Plan war, mal nach Süden zu fahren und dann weiterzuschauen. Erst fuhr ich auf der Badischen Weinstraße von Staufen Richtung Badenweiler und dann bog ich ab und fuhr die Hochblauenstraße. Die ist immer noch miserabel, aber die Strecke ist herrlich, die Blicke sind toll, es macht einfach Spaß, auch wenn ich mich auf solchen Straßen nicht traue, am Gashebel zu ziehen. Da lass ich mich lieber überholen, ich hab's nicht eilig.

Albstausee
Von da aus nahm ich den Weg durch das Kleine Wiesental und dann über Gresgen und Adelsberg nach Zell im Wiesental. Leider fiel mir erst im Ort ein, dass das Café, das ich letzten Herbst entdeckt hatte, vielleicht geschlossen sein könnte. Da ich ziemlich hungrig war, machte ich mich auf die Suche nach einem Gasthof und landete in der "Pfefferhütte". Dort konnte man draußen in der Sonne sitzen und den anderen Motorradfahrern zusehen und dabei hausgemachte Rösti verschlingen. Sonne ist dieses Frühjahr ein wirklich kostbares Gut... Auf dem Rückweg zu meinem Motorrad war das Café dann doch offen, aber ich hatte schon gegessen und wollte meinen Kaffeedurst auf später verschieben.

Albstauseesperre
Da das Wetter einfach herrlich war und ich Lust hatte, den Rest des Tages auf dem Motorrad zu vertrödeln, ging es weiter Richtung Todtmoos. Und dann bin ich durch das Albtal Richtung Albbruck gefahren. Das war das erste Highlight meiner heutigen Tour. Nicht, dass die anderen Ecken nicht auch schön waren, aber das hier war einfach klasse! Da ich von oben kam, startete meine Tour am Albstausee und es ging das Tal auf immer engeren und kurvigeren Wegen nach unten. Die Straße ist einfach toll, man kommt durch wirklich urtümlich anmutende Landschaft mit von Farnen bewachsenen Felsen und üpprig-grünem Wald.

Ich bin der Strecke bis Albbruck gefolgt, von dort aus ging es dann ein Stück weiter auf der Bundesstraße Richtung Waldshut-Tiengen das Rheintal entlang. Ein bisschen beklommen war mit zumute, als ich am Schweizer Rheinufer ein Kernkraftwerk entdeckte.
Ich kriege immer ein komisches Gefühl, wenn ich an solchen Dingern vorbeifahre.
Besonders in Erinnerung ist mir die Wiederaufbereitungsanlage La Hague in der Normandie geblieben. Mit Stacheldraht abgezäunt thront sie über dem Atlantik und jeden Moment hat man das Gefühl, dass irgendein Alarm losgeht und das Ding in die Luft fliegt *schauder*

Blick auf die Schweizer Alpen
Schön war dagegen, dass man das Gefühl hatte, man fährt auf gleicher Höhe mit dem Rheinwasser und das Rheintal selbst ist natürlich sehr idyllisch, trotz Bundesstraße und Autobahn nebendran. Da ich aber nicht auf einer großen Straße weiterfahren wollte, nahm ich die Abzweigung Richtung Höchenschwand auf die Panoramastraße B500.

Manchmal bin ich ja schon ein bisschen orientierungslos im Kopf. Irgendwie dachte ich an "Schwarzwaldpanorama". Im Rückspiegel sah ich irgendwann auch ziemlich schöne Berge, aber irgendwie kam mir nicht in den Sinn, dass es sich dabei um die Schweizer Alpen handelt... ich sag ja, manchmal bin ich echt doof. Auf der Höhe von Waldhaus stoppte ich auf einem Parkplatz.

Das schlechte Wetter kommt
immer aus Frankreich!
Der Ausblick von dort war wirklich atemberaubend!
Die Alpen waren zum greifen nah!
Schneebedeckte Berge strahlten in der Sonne, der Himmel war blau, im Vordergrund blühte der Raps... grandios! Ich verbrachte einige Zeit in andächtigem Staunen.

Motorradfahren ist für mich manchmal schon eine Art spirituelles Erlebnis. Die Vielfalt der Landschaften und die Schönheit der Natur sind Bilder, auf die ich an endlosen Regen- und Arbeitstagen zurückdenken und mich daran aufladen kann. Ich folgte der B500 weiter Richtung Schluchsee, wo ich mir dann Erdbeerkuchen und Kaffee in der Sonne gönnte. Jaja, die Sonne... natürlich nicht eingecremt und natürlich etwas rötlich im Gesicht heute... alle Jahre wieder...

Bei dem perfekten Wetter und mit dem Wissen um die nächsten Schlechtwetter- und Arbeitstage habe ich noch eine Runde durch das Jostal hinter Neustadt gedreht und bin dann die B500 über den Thurner und das Glottertal nach Hause gefahren.
Jetzt halte ich es wieder eine Woche aus ohne Bike.
Vielleicht.

Sonntag, 6. Mai 2012

Triberg und die 1. Weltgrößte Kuckucksuhr

Triberger Wasserfälle
Heute habe ich meinen Plan in die Tat umgesetzt und bin nach Triberg gefahren.
Puh, unterwegs wurde es immer finsterer, je weiter ich nach oben kam und irgendwann fing es an zu regnen. Erst ein bisschen, aber dann immer stärker. Leider waren die Temperaturen auch nicht gerade freundlich und ich hatte nicht dran gedacht, richtig warme Klamotten einzupacken. Immerhin die Unterziehhandschuhe waren dabei und das Winterfutter für die Jacke. Meine Finger waren aber trotzdem leicht bläulich angelaufen. Ich habe in Furtwangen kurz überlegt, den Schauer abzuwarten, bin dann aber mit zusammengebissenen Zähnen nach Triberg durchgefahren.

Auf dem oberen Parkplatz bei den Wasserfällen herrschten eher suboptimale Bedingungen für das Parken, der Boden war matschig und ich konnte meinen Seitenständer nicht gefahrlos abstellen bzw. wäre mir das Bike früher oder später umgefallen. Nach einigem hin- und herrangieren, bin ich todesmutig über den matschigen Seitenstreifen wieder auf die Straße gefahren und habe gegenüber einfach das Motorrad auf den Gehweg gestellt. Da lief sowieso niemand entlang, und die Straße war komplett unbefahren.

Dann ging es Richtung Wasserfälle. Die Natur ist in Triberg ungefähr 3-4 Wochen später dran, als hier unten. Entsprechend wurden die Laubbäume gerade erst grün, das Licht kam noch durch die Zweige. Auf dem Weg zum Eingang war es ruhig, nur das Wasser rauschte und ein paar Vögel haben gezwitschert. Der Wald hatte irgendwie etwas verzaubertes, überall liegen dick bemooste Felsbrocken, Farne entrollen sich, der Sauerklee blüht. Am oberen Eingang konnte ich dann meinen Helm "parken" und bin runter zu den Wasserfällen gelaufen. Das ist schon beeindruckend, wie das Wasser über die verschiedenen Stufen nach unten fließt. Auf diversen Schautafeln gab es Informationen zum Wasserfall, u. a. dass Triberg bereits im 19. Jahrhundert Strom aus Wasserkraft bezog und es gab Hinweise auf diverse honorige Gäste, die sich die Wasserfälle mal angesehen haben.

Ich dachte mir, dass es schon fast schade ist, wie "ordentlich" die ganzen Wege und Stege sind, ich hätte es gerne etwas "ursprünglicher" gehabt. Früher muss man an einigen Stellen wohl auch näher ans Wasser gekommen sein. Heute gibt es an diversen strategischen Stellen "Poser-Plattformen", auf denen man sich mehr oder weniger dekorativ vor den Wasserfällen fotografieren lassen kann. Wegen des eher schlechten Wetters war wohl recht wenig los.
Ich kann mir gut vorstellen, dass im Sommer dort sonntags die Touristenbusladungen durchgejagt werden. Heute hatte es wirklich etwas beschauliches.

Die Dame am Eingang sagte mir noch, dass heute unten im Ort verkaufsoffener Sonntag und Schinkenfest sei. Man hörte durch den Wald gelegentlich auch Schlagermusik rüberklingen. Ich blieb recht lange und genoss den Anblick des schäumenden Wassers. Weiter unten sprangen zwei Eichhörnchen herum, leider waren die zu schnell für meine Kamera und das nächste Mal werde ich Nüsse mitbringen. Ich bin  mir sicher, dass die zutraulich sind.

Das Wetter hatte unten am Wasserfall dann auch Erbarmen und die Sonne kam raus, jedenfalls lange genug, bis ich wieder oben war. Kaum hatte ich den Helm auf, fing es an zu tröpfeln und dann zu regnen.
Triberg
Weiter unten in Triberg wurde es dann richtig ekelig. Ich bin auf den nächstbesten Parkplatz gefahren und dann in den Ort gelaufen. Erstmal irgendwo aufwärmen, was essen und den Schauer abwarten. Nach einer halben Stunde schien wieder die Sonne und ich habe mich in den Ort aufgemacht.

Triberg ist ziemlich über den Hang verteilt, die Hauptstraße verläuft unten im Tal, aber einige Teile der Ortschaft liegen deutlich weiter oben. Na, und der mittlere Teil der Hauptstraße ist bestimmt von Touristenkitschläden mit Kuckucksuhren und Schwarzwalddevotionalien.

Die absolute Krönung ist das "Haus der 1000 Uhren". Dort turnen auf der Fassaden Die "Tribären" herum, eine überdimensionale Kuckucksuhr befindet sich in der Mitte und spielt eine Melodie, Kitsch vom feinsten! Ich bin nicht ganz sicher, ob es Titisee übertrifft.

Haus der 1000 Uhren
Nachdem ich im Ort ein  wenig herumspaziert war, wollte ich das freundlichere Wetter noch nutzen, um zur "1. Weltgrößten Kuckucksuhr" zu fahren. Wenn schon Kitsch, dann richtig! Für 1,20 € kann man sich das Häuschen angucken, in dessen Inneren sich die Mechanik (alles aus Holz) der Uhr befindet. Zu jeder halben Stunde kuckuckt der Kuckuck. Er klingt aber ziemlich asthmatisch, finde ich.

Nun, nachdem dieses Kitschhighlight auch abgearbeitet war, trat ich den Heimweg an.
Eigentlich wollte ich nicht durchs Prechtal fahren, weil die Straße einfach so miserabel ist, aber gut, ich landete da, also nehmen wir es, wie es kommt. Am Ende wurde ich noch mit großartigen Wolkenspielen und Licht- und Schattenspielen belohnt. Pünktlich beim ersten Tröpfeln stand mein Bike wieder mit Plane drüber im Hof. Putzen müsste ich sie mal wieder... vielleicht morgen, sofern es trockener ist.

Fazit von heute: Motorradfahren im Regen ist halb so schlimm, Kombi, Handschuhe und Stiefel sind dicht und die außen feuchtelige Kombi trocknet im Fahrtwind im Handumdrehen, sobald der Regen aufhört.

1. Weltgrößte Kuckucksuhr
Und: Ich bin ein totaler Schwarzwaldkitschfan, denke über die Anschaffung einer Kuckucksuhr und über die Umgestaltung meiner Küche nach. Könnte man nicht eine machen, wo ein motorradfahrendes Erdmännchen aus dem Türchen kommt und im Kreis fährt?


Samstag, 5. Mai 2012

Burg Landeck und Ettenheim

Burg Landeck bei Köndringen
Nachdem es heute morgen sehr grau aussah und immer wieder regnet, tröpfelte, nieselte, schüttete, hatte ich mich eigentlich schon auf einen Arbeitstag eingestellt. Als ich vom einkaufen kam, schaute aber die Sonne ein bisschen raus und kurz danach rief eine Freundin an, ob wir uns nicht irgendwo treffen und was essen wollen.

Kurz entschlossen machten wir Burg Landeck als Treffpunkt aus und ich ließ mich vom teilweise doch recht starken Regen nicht abschrecken. Wofür habe ich mir die Goretex-Kombi denn gekauft? Ich bin den schnellen Weg über die B3 nach Emmendingen gefahren, denn es wurde zwischendurch doch immer sehr finster.

... ist das nicht toll?
Heute habe ich auch mal eine kleine Kostprobe von feuchten Bitumenstreifen bekommen. An einer Stelle fiel mir auf, dass die Straße fast nur aus diesem Zeug besteht und es vielleicht besser wäre, nicht mit 100 in die Kurve zu gehen, sondern ein bisschen langsamer und zu versuchen, zwischen den Streifen durchzukommen. War zum Glück aber alles problemlos und das kleinere Sträßchen hoch zur Burg war dann schon wieder fast trocken, denn es wehte teilweise auch ein kräftiger Wind und die Temperaturen waren sehr angenehm.


...so lässt sich's leben
Wir sind ein bisschen auf der Burganlage herumgelaufen. Im März hatte ich Burg Landeck das erste Mal besucht, da war es noch überall sehr kahl, die ersten Blümchen guckten hervor, aber von Laub war noch wening zu sehen. Heute war alles grün, das herrliche, frische Maigrün und durch den Regen war alles saubergewaschen und leuchtete. Ich liebe diese Zeit, wo die Hügel des Schwarzwalds hellgrün-schwar gestreift aussehen.

Überall leuchtet noch das Gelb von Löwenzahn und Hahnenfuß zwischen dem sattgrünen Gras und heute bot auch der Himmel immer wieder dramatische Lichtspiele. Nach ein bisschen herumgekraxele und Fotos machen, sind wir in der Burgschänke eingekehrt und haben es uns gut gehen lassen.
Bei Kaffee, Bibbeleskäs (das ist eine Art Frischkäse) mit Schnittlauch, Bauernbrot und Salatplatte konnte man es gut aushalten. Zum Nachtisch haben wir uns noch ein gigantisches Stück Stracciatella-Torte geteilt.

Stadttor Ettenheim
Und dann trennten sich unsere Wege, meine Freundin fuhr Richtung Erdmännchen und ich fuhr weiter Richtung Freiamt-Ottoschwanden und dann nach Ettenheim. Die Strecke bin ich damals auch durch den noch kahlen Wald gefahren, heute war alles saftig grün und die Straße hatte ich praktisch für mich alleine.

Kurz vor Ettenheim wurde der Himmel so finster, dass ich beschloss, dort einen Stopp zu machen, um mich ggf. unterstellen zu können. Es war nämlich nicht nur dunkel, es grollte auch. Der Schauer, den ich von weitem über dem Kaiserstuhl gesehen hatte, sollte später über Ettenheim runterkommen. Vorher hatte ich aber noch genügend Zeit, gemütlich durch die Barocke Altstadt zu schlendern. Es ist schon interessant, wieviele tolle und hübsche Fleckchen es in der Nähe gibt. Ich war noch nie in Ettenheim.

Fassaden in Ettenheim
Ettenheim hat eine recht bewegte Vergangenheit. Die barocke Stadt in der heutigen Form ist das Ergebnis einer fast 150-jährigen Bautätigkeit. Diese begann bald nach dem Dreißigjährigen Krieg und endete mit der Fertigstellung der Pfarrkirche 1772.

Am 5. September 1637 wurde das mittelalterliche Ettenheim von Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, der auf schwedischer Seite und im Dienste Frannkreichs gegen die kaiserlichen Truppen unter General Johann von Werth kämpfte, niedergebrannt.

Es blieb lediglich der mittelalterliche Grundriss übrig, auf dem man die Stadt nach und nach wieder aufbaute. In Ettenheim lebte auch die letzte Hoffnung der Anhänger der Monarchie in Frankreich, Herzog von Enghien, ein Nachfahre der Bourbonen.
Prinzengarten Ettenheim
Er wurde auf Napoleons Befehl in der Nacht zum 15. März 1804 entführt und kurz darauf in Paris erschossen.

Nachdem der Schauer durch war, bin ich dann im Bogen um den Kaiserstuhl herum nach Freiburg zurückgefahren. Kaum stand das Bike unter der Plane, fing es auch schon wieder zu regnen an. Morgen möchte ich nach Triberg fahren, mir die Wasserfälle anschauen und die "Größte begehbare Kuckucksuhr Deutschlands".
Ob Triberg genauso kitischig ist, wie Titisee...?