Samstag, 31. März 2012

Der erste Ausflug in den Schwarzwald

"Plattohr" beim Mittagessen
Ich war heute Mittag erst einmal mit einer Freundin bei der lieben Verwandtschaft auf dem Mundenhof verabredet. Wir haben uns im Restaurant gestärkt und danach habe ich den Erdmännchen bei der Fütterung zugeschaut. Heute gab es rohe Eier, das ist ein besonderer Leckerbissen, aber auch eine Herausforderung, weil man das Ei erstmal aufkriegen muss. Das war aber kein großes Problem. Unter Geknurre und Geschmatze wurden die Eier aufgefressen.

Blick ins Münstertal
Da es heute auch wieder sonnig war, bin ich am Nachmittag Richtung Staufen aufgebrochen und von dort aus das Münstertal hochgefahren. Ich kam an St. Trudpert vorbei, wo ich die erste Woche meines Urlaubs im Januar verbrachte. Das Münstertal bin ich das erste Mal mit dem Führerschein frisch in der Tasche gefahren und es war damals eine ganz schöne Herausforderung für mich. Der Ausflug heute war ein Test, wie ich im jetzt im Schwarzwald anstelle. Ich bin immer noch eher langsam unterwegs, aber größtenteils ist das auch meine Absicht. Ich möchte die Landschaft genießen und oft halte ich Ausschau nach einem Parkplatz, um Bilder zu machen, oder einfach mal kurz anzuhalten, und den Ausblick zu genießen, oder mich umzuziehen.

Frühling auf 700 m Höhe
So auch heute. Ich hielt am "Lusthäusle" an, das sich auf ungefähr 700 müM befindet, um den Blick zu genießen und zu schauen, was der Frühling da oben macht. Ja, auch auf 700 Meter Höhe wird es Frühling, die Tulpen auf dem Seitenstreifen blühen und die Wildkirschen fangen auch langsam an. Unten ist der Frühling natürlich schon in vollem Gange. Die Spargelsaison hat begonnen, die ersten Stände waren an der Straße nach Staufen. Nächste Woche werde ich mir mal welchen holen und ab dann wird es öfter Spargel in Variation geben. Und ich gucke mal, welche Straußwirtschaften jetzt offen haben und lege meine nächsten Touren entsprechend.

Blick auf die "Bernauer Alp"
Vom Münstertal aus ging es weiter über Utzenfeld nach St. Blasien und von dort aus zum Schluchsee. Glücklicherweise hatte ich mir vor der Fahrt das Münstertal hoch schon mehr angezogen, denn oben wurde es irgendwann wirklich frisch. In den Wäldern und auf den Nordhängen des Schwarzwalds findet man noch Schnee, aber es gibt praktisch keine geschlossene Schneedecke mehr. Oben waren nicht ganz so viele Motorradfahrer unterwegs, aber schon ein paar. Von Schluchsee aus fuhr ich zügig weiter Richtung Titisee und dann über die B500 Richtung St. Peter. Bei der Abfahrt wurde mir dann doch richtig kalt und ich kehrte im Gasthaus Thurner ein, um mich aufzuwärmen.

Am Thurner
Drinnen gibt es einen dicken, grünen Kachelofen, dunkel vertäfelte Wände und "Oma-Atmosphäre". Am besten war die Wärme vom Kachelofen und einem Glas heißen Kräutertee. Als ich zur Tür reinkam, wurde ich mit den Worten "Sind Sie die drei Motorradfahrer?" begrüßt. Außer mir hatten auf dem Parkplatz vor dem Haus noch 3 weitere Motorradfahrer geparkt, die dort wohl übernachteten. Als ich allein durfte ich natürlich auch einkehren ;-) Die Abfahrt auf meiner Hausstrecke lief heute recht flott für meine Verhältnisse, nur machte die tiefstehende Sonne es an einigen Stellen etwas schwer, die Kurven richtig zu sehen. Insgesamt bin ich doch sehr zufrieden mit mir und meinen Fahrleistungen, es geht immer müheloser und ich habe einfach einen wahnsinnigen Spaß dabei.

Klosterkirche St. Peter
Einzig und allein mein Feind, die Weide, hat mir den Tag ein bisschen unangenehm gemacht, denn die Weiden blühen auch weiter oben, und ich bin total allergisch auf die Pollen. Zum Glück war ich bis jetzt während der Fahrt selbst immer beschwerdefrei. Die Nieserei geht immer erst los, wenn ich irgendwo zu Ruhe komme und nicht mehr abgelenkt bin. Vielleicht sollte ich während der Pollensaison immer Helm tragen...

Freitag, 30. März 2012

Motorrad-Basistraining beim ADAC Breisach

Heute hatte ich das Vergnügen, wieder ein Fahrtraining mitzumachen. Es war echt klasse, aber ich bin auch echt kaputt. Im Vergleich zum letzten Jahr bin ich sehr sehr viel entspannter und flotter unterwegs, es hat mich richtig erstaunt, den Kontrast zu merken. Ich war heute nicht die Langsamste!

So ein Training kann ich jedem, ob auf zwei oder vier Rädern - nur ans Herz legen. Heute hatten wir nur den halben Platz, auf der anderen Hälfte waren Autofahrer zugange. Ein paar Mal, als unser Trainer uns etwas erklärte, waren wir vom Treiben nebenan abgelenkt. Da wurde wüst mit den Reifen gequietscht und das Auto herumgeschleudert... auch wenn wir Motorradfahrer um einiges ungeschützter als die Autofahrer sind, DAS sah gefährlicher aus, als unsere Übungen!

Angefangen haben wir heute früh um 9 Uhr mit einer Vorstellungsrunde und danach ging es auf den Platz. Zuerst wurden ein paar Runden einfach so gefahren, um die Kurven kennenzulernen und warm zu werden. Dann kamen einige Runden im stehen, danach im Damensitz mit beiden Beinen nach links. Es folgten einige Runden kniend auf der Sitzbank und dann der Damensitz nach rechts. Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich mich alle Übungen getraut und konnte auch die Kurven so fahren. Davor hatte ich beim letzten Training noch viel zuviel Angst.

Neu war heute auch, dass zum ersten Mal "etwas" am Boden geschrammt hat. Es stellte sich raus, dass das der seltsame Sturzbügel um meinen Auspuff war. Da das unter Umständen ein Problem werden kann (der Trainer sagte "Sturzbügel heißen so, weil sie Stürze verursachen"), muss der Bügel runter. Ich bin gerade daran gescheitert, ihn abzubauen, eine Schraube ist dermaßen unzugänglich, dass ich mich entschieden habe, eine Metallsäge zu kaufen und den Bügel an der Stelle einfach abzusägen. Es wäre doch etwas peinlich, wegen dem Bügel in die Werkstatt zu fahren und zu bitten, dass sie ihn abbauen... jetzt hoffe ich auf eine anständige Säge, denn das Ding (das darüber hinaus noch hässlich ist) muss weg!

Nach den "Turnübungen", die dazu dienen, ein besseres Gefühl für das Motorrad zu bekommen, ging es weiter mit Übungen zum Langsamfahren. Wenden, Achten, Slalom in Schrittgeschwindigkeit... das Wenden und die Achten muss ich nochmal irgendwo üben, das ging nicht sooo gut. Das Wichtigste bei diesen Übungen (naja, eigentlich eins der wichtigsten Punkte beim Motorradfahren überhaupt) ist die richtige Blickführung. Wenn man etwas anstarrt, fährt man drauf zu. Beim Wenden muss der Kopf so weit wie möglich in die gewünschte Fahrtrichtung gedreht sein, dann klappt das auch. Im Aufbautraining wird dann auch das Wenden am Berg geübt, davor graust es mich schon ein wenig. Ich musste bereits ein paar Mal am Berg wenden und habe nicht gerade geglänzt dabei...

Nach der Mittagspause riss der Himmel auf und ich habe dieses Jahr - trotz Sonnencreme - wieder einen leichten Sonnenbrand. Wir haben nach der Pause Bremsübungen gemacht, erst mit 30 km/h und uns dann Schritt für Schritt bis zur Vollbremsung mit 70 km/h herangetastet. Das klappte sehr gut, auch wenn ich nicht bis in den Regelbereich des ABS kam, stand ich doch immer schnell. Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich lang die Bremswege der verschiedenen Motorräder waren, mit ABS, ohne ABS und es waren 2 Teilnehmer mit Integral- und Teilintegralbremsen dabei. Das ist mir ein wenig unheimlich. Ich möchte eigentlich komplett selbst bestimmen, mit welcher Bremse ich abbremse.

Unser Trainer machte uns dann noch darauf aufmerksam, dass wir für Fahrten nach Frankreich einen Alkoholtester mitführen müssten und "reflektierendes Material" an der Bekleidung vorgeschrieben sei. Also wieder die Warnweste rausholen und noch ein paar neckische Reflektoren umhängen, die fröhlich im Wind baumeln *Ironiemodus aus*. Ich befürchte, dass diese ganzen Schikanen bald sowieso europaweit gelten werden. Irgendwann hat man ein Topcase gefüllt mit dem ganzen Schlonz, den kein Schwein braucht dabei, weil es nicht mehr in den Rucksack passt, eine schauderhafte Vorstellung. Ich möchte mein Motorrad nicht mit Koffern verschandeln.

Am Ende des Trainings erfuhren wir noch verschiedene Details zu den anderen Motorradtrainings, unter anderem, dass beim Aufbautraining evtl. der Schauinsland gefahren wird *schluck* Aber ich will ja etwas dazulernen und mich weiterentwickeln und darüber hinaus machen solche Trainings einfach einen Riesenspaß!

Mittwoch, 28. März 2012

Ausflug ins Kinzigtal - Haslach und Hausach

Der Tag heute bescherte mir - neben strahlendem Sonnenschein - einen freien Nachmittag. Nachdem das Tagwerk halbwegs erledigt war, musste ich meine Sucht befriedigen gehen.

Pornoleitkulturstelle im Koffer!
Falls ihr euch gefragt habt, warum ich letzes Wochenende bei dem tollen Wetter nicht unterwegs war: Ich war zu Besuch bei Freunden in Münster und habe an der "Kofferschau" als Ausstellerin teilgenommen. Die "Koffermärkte" sind ein Import aus den USA, dort heißen sie "trunk shows" und verkauft werden nicht etwa Koffer, sondern es wird aus dem Koffer heraus verkauft. Es war mein erster Koffermarkt und ich fand es interessant und eine Herausforderung, meine Produkte ansprechend zu präsentieren. Vor allem eine repräsentative Auswahl zu treffen war nicht einfach.

Da meine Freunde an einer sehr befahrenen Kreuzung wohnen, bekam ich das Treiben draußen hautnah mit, es waren fast mehr Motorräder als Autos unterwegs, und das Wetter war himmlisch, sonnig, warm.

Rathaus in Münster
Münster hat mir gut gefallen, wenn es dort Berge gäbe, könnte ich mir fast vorstellen, dort zu wohnen. Aber nur fast! Das Wetter ist hier ja doch besser und wärmer und es gibt eben Berge, dafür gibt es in Münster sehr viel hübschere und nettere Läden. Am besten hat mir das "Luftschloss" gefallen, das ist ein Laden für ausgefallene Geschenkartikel und sehr sehr toll eingerichtet. Es war rappelvoll da!

Heute nachmittag habe ich mich auf mein Bike geschwungen und bin nach Haslach im Kinzigtal gefahren, um mir die Altstadt anzusehen. Die Strecke ist nicht schwer zu fahren, aber landschaftlich reizvoll und heute ging es mir mehr um Sightseeing, als um besonders anspruchsvolle Strecken. Die Historische Altstadt in Haslach ist sehr idyllisch mit den typischen verwinkelten, verschlafenen Gassen und viel Fachwerk. Auf dem Rathausplatz steht ein hübscher Brunnen, an dem ich erstmal mein Visier geputzt habe, Insektenmatsch mitten drauf!

Ich bin eine ganze Weile in der Sonne durch die Gassen geschlendert und habe mir alles angeschaut. Die Magnolien blühen und alles wird so langsam aber sicher grün. Es war auch sehr warm, Strumpfhose hätte ich gar nicht gebraucht. Ich muss mir unbedingt noch irgendwas für das Tragen von Jacke und Helm überlegen, denn das ist immer dermaßen mühselig und schweißtreibend. Vor allem nervt es, dass ich jedes Mal alles irgendwo hinlegen muss, wenn ich Fotos machen will.

Rathausplatz in Haslach
Im Mittelalter war die Stadt im mittleren Kinzigtal bedeutend für den Silberbergbau der Region. Heute gibt es noch Besucherbergwerke in der Gegend, so das Besucherbergwerk „Segen Gottes“, ein ehemaliges Silberbergwerk. Leider hatte ich nicht die Muße, es zu besuchen. Ich war vor etlichen Jahren einmal bei der Nachtfahrt der Schauinslandbahn im Schaubergwerk am Schauinsland. Das war recht beeindruckend. Unter anderem wurde gezeigt, unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln im Mittelalter Stollen vorangetrieben wurden.

Hauptstraße in Haslach
Auf Knien rutschend, mit einem glimmenden Kienspan im Mund meißelte man sich durch den Granit voran... mit der Entdeckung des Schwarzpulvers wurde der Erzabbau ein wenig leichter, aber nicht ungefährlicher. Am Schauinsland (der auch "Erzkasten" heißt) wurde bis in die 1950er Jahre Erz abgebaut, davor Silber. Seit 1975 wird ein Teil der Stollen vom Bundesverwaltungsamt als Aufbewahrungsort für die auf Filmrollen kopierten Archivalien der Bundesrepublik verwendet.

Als der Silberbergbau im 16. Jahrhundert unrentabel wurde, entwickelte sich Haslach zur Amts- und Marktstadt. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde es 1704 komplett niedergebrannt. Es entstanden danach, am mittelalterlichen Grundriss der Stadt orientiert, vergleichsweise moderne Fachwerkbauten in süddeutscher, barocker Abzimmerung. Ich liebe Fachwerkhäuser, aber sie sind sicherlich ein Albtraum in puncto Unterhalt und Renovierung.

Burgruine Husen bei Hausach
Haslach hat auch eine bewegte jüngere Vergangenheit. So bestanden in den den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs in der Nähe der Stadt, am Vulkan, drei Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof. Mehrere Produktionsstätten von Rüstungsbetrieben wurden in den bombensicheren Bergwerksstollen der Hartsteinwerke Vulkan untergebracht. In dem Lager wurden etwa 1.700 Häftlinge aus 19 Ländern zur Zwangsarbeit verpflichtet.

Blick ins Kinzigtal
Nach einer Pause im Café ging es weiter Richtung Hausach im Kinzigtal. Der Ort selbst ist nicht so schön, da sich viel Verkehr mitten durch den Ort wälzt. Über Hausach thront jedoch die Ruine der Burg Husen, von der aus man schöne Blicke ins Kinzigtal und angrenzende Täler hat. Von Hausach aus ging es dann wieder Richtung Heimat, zuerst auf einer kleinen, kurvigen Straße über Fischerbach und Schnellingen und dann zurück auf die Bundesstraße. Freitag bin ich beim Fahrtraining vom ADAC und ich hoffe, dass ich am Samstag oder Sonntag dazu komme, eine größere Tour weiter oben zu fahren.

Samstag, 17. März 2012

Ausflug nach Oberrimsingen und Burg Landeck

Blick von Burg Landeck
Nachdem es heute morgen nach einem sonnigen, warmen Tag aussah, habe ich ziemlich getrödelt, bis ich mit allem fertig war und losfahren konnte.
In der Zwischenzeit hatte der Südwestwind den Himmel mit grauen Wolken vollgeblasen und es sah gar nicht mehr so toll aus, eher nach Regen.

Blick von Bad Silberbrunnen
Ich bin trotzdem los, habe mich an der Tankstelle über die Spritpreise geärgert und bin dann über Tiengen nach Oberrimsingen gefahren. Morgen noch findet im Schloss Rimsingen ein Kunsthandwerksmarkt unter dem Motto "Frühlingszauber" statt.

Zugegebenermaßen wäre ich so nicht zu dem Markt gefahren, aber eine Freundin hatte dort einen Stand und ich wollte sie überraschen. Ich bin ja selbst Kunsthandwerkerin im weiteren Sinne, die Märkte hier in der Gegend finde ich jedoch eher langweilig. Kennt man einen, kennt man irgendwie alle. Das Drumrum ist unterschiedlich, manche sind schön gelegen, finden in idyllischen Orten statt, aber... naja...
Ich habe ein Bärlauchöl und einen Holunderessig als Mitbringsel für meine Freunde in Münster gekauft. Da fällt mir ein, der Bärlauch könnte auch schon so weit sein, das muss ich demnächst mal nachschauen.

Von Oberrimsingen aus habe ich mich treiben lassen. Für eine größere Tour war es schon ein wenig spät und es sah immer noch nach Regen aus. Ich bin dann über die Schelinger Höhe und den Vogelsangpass runter nach Bahlingen gefahren.

Vorher habe ich noch kurz im Gasthaus Bad Silberbrunnen gestoppt. Von außen glaubt man nicht, dass da Gastbetrieb ist, das Gebäude ist total baufällig, nebendran werden gerade die Räumlichkeiten der "Alten Reblaus" hergerichtet, da befand sich früher eine Dorfdisko.
Burg Landeck bei Köndringen
Früher befand sich in den Räumlichkeiten ein gut gehender Restaurantbetrieb und in der Nähe das Mineralbad Silberbrunnen.
24 Personen haben das baufällige Gebäude vor ca. 10 Jahren ersteigert, man arbeitet daran, alles wieder herzurichten und aus dem Haus wieder einen Hotelbetrieb zu machen.

Was ich heute so von außen gesehen habe, ist man davon noch weit entfernt, ich habe wirklich zweimal hingeschaut, ob die Gastätte wirklich offen ist... Man kann dort aber prima draußen in der Sonne sitzen, etwas trinken, und ab nächster Woche wird wieder die ganze Woche über geöffnet sein und es gibt wieder mehr Dinge auf der Speisekarte, als Speckvesper und Bauernwürste.

Es waren unglaublich viele Motorradfahrer unterwegs! Als ich letztes Jahr rumgefahren bin, sind  mir nur Ende September und am ersten Oktoberwochenende so viele andere Biker begegnet. Nun gut, für morgen ist schlechtes Wetter angesagt und inzwischen ist es tagsüber so warm, dass auch der Verfrorenste sich aufs Bike wagt. Heute fand ich es übrigens deutlich angenehmer, als gestern. Ich habe die Strumpfhose, das Winterfutter und die dicke Steppweste aber auch gleich weggelassen.

Unterwegs kam ich unter anderem durch Ihringen. Für diejenigen, die die Gegend hier nicht kennen: Ihringen ist der wärmste Ort Deutschlands. Heute wurde ich nicht enttäuscht, die Pfirsichbäume fangen an zu blühen! Es ist wirklich ein Genuss, durch die Landschaft zu fahren und zu sehen, wie die Natur erwacht. Ich alte Trödelliese fahre auf solchen Strecken dann doch recht langsam, oft halte ich Ausschau nach einem Platz zum anhalten und versuche gleichzeitig meinem Hintermann nicht auf den Geist zu gehen.

Hausgemachter Schmandkuchen
Vom Kaiserstuhl aus kurvte ich weiter Richtung Burg Landeck, wo ich dann im "Café und Winzerstube Burg Landeck" eine Kaffeepause machte und mit einem phantastischen Blick zum Schwarzwald und Kaiserstuhl in der Sonne einen hervorragenden Schmandkuchen mit einem ebenso hervorragenden Milchkaffee genießen konnte. Ich bin danach noch ein bisschen in der Burg rumgelaufen. Einige Bereiche sind gerade wegen Renovierungsarbeiten abgesperrt.

Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert, gehörte den Brüdern Heinrich und Walther von Geroldseck. Im Jahr 1525 wird sie von aufständischen Bauern zerstört und geht im Jahr 1538 in den Besitz von Markgraf Ernst von Baden über, der die Überreste der Burg zusammen mit dem Dorf Köndrigen kauft.

Blick von der Terrasse
Nach meinem Besuch in Landeck kurvte ich weiter Richtung Freiamt und dann im Bogen über Kenzingen zurück nach Freiburg. Ein bisschen eingerostet bin ich noch, die Kondition für die Gashand muss ich wieder aufbauen und nach 4 Stunden lässt die Konzentration dann zu wünschen übrig. Aber genau deshalb lasse ich es jetzt noch langsam angehen. Übernächsten Freitag ist mein erstes Fahrtraining, da freue ich mich schon drauf.

Freitag, 16. März 2012

Mal wieder Gengenbach

Noch halte ich mich unten auf den  Straßen, aber bald... heute bin ich bei strahlendem Sonnenschein und herrlichen Temperaturen Richtung Gengenbach aufgebrochen.

Da ich vorne gerade einen neuen Reifen drauf habe, bin ich etwas zaghafter unterwegs gewesen als sonst. Zumindest stand auf der Kundendienstrechung "Die ersten 200 km gemäßigt fahren", da ich diverse Geschichten gelesen habe von Leuten, die sich mit ihren neuen Reifen erstmal abgelegt haben, weil die noch nicht den richtigen Grip auf der Straße haben, war ich doppelt vorsichtig.

Na, die ersten 200 km hat der neue Reifen jetzt fast drauf. Ich merke schon noch einen Unterschied zu der alten Pelle, die Kurven sind ein klein wenig mühsamer zu fahren, aber das wird sich schon noch geben. So ein neuer Reifen hat lauter lustige Gummistacheln, bin gespannt wie lange es dauert, bis die weg sind. Als ich das Motorrad letztes Jahr frisch gekauft hatte, waren noch an den Seiten der Reifen ein paar der Stacheln übrig... hinten wird dann irgendwann auch die neue Pelle fällig, aber noch ist genug Profil drauf.

Ja, jedenfalls bin ich heute wieder in Gengenbach gelandet, diesmal kurz nach der Mittagszeit. Ich habe mich in ein Eiscafé am Marktplatz gesetzt und mir einen dicken Eisbecher und Milchkaffee gegönnt. Die Sonne war ganz schön heiß, der erste leichte Sonnenbrand ist da. Ich bin so ein sehr heller Typ mit Sommersprossen und nach dem Winter gibt`s immer erstmal einen Sonnenbrand, weil ich garantiert an dem Tag, an dem ich länger in der Sonne sitze, keinen Sunblocker drauf habe. Was soll's.

Damit ich nicht genau die gleichen Fotos schieße, wie im Oktober, bin ich ein bisschen anders gelaufen und habe auf andere Details geachtet. Vor allem habe ich im Kräutergarten des Klosters ziemlich viele Bilder von Frühlingsboten gemacht.

Es blüht schon richtig viel und die Bäume stehen in den Startlöchern. In Freiburg selbst blühen bereits die Magnolien und die Osterglocken. Im Kinzigtal war es noch nicht ganz so weit.

Am Ende meiner heutigen Tour mussten sämtliche Shirts und die Strumpfhose in die Wäsche, ich war total verschwitzt, sogar die Haare waren klatschnass unter dem Helm. Das war das letzte Mal im Sommer der Fall. Wenn es durch Ortschaften ging, hatte ich das Visier offen, es war unglaublich warm heute! Die erste Insektenmatsche klebt schon am Bike und am Helm, muss ich morgen mal entfernen. Mein Heuschnupfen macht mir zum Glück beim fahren keine Probleme, die Nieserei geht immer erst zuhause los.

Nach einem ausgiebigen Bummel durch Gegenbach fuhr ich weiter Richtung Ohlsbach und dann nach Ortenberg. Ich bin hochgefahren zur Burg Ortenberg, die man schon von unten sieht. Ein riesiges, imposantes Gebäude. Leider kann man sie nicht besichtigen, sie befindet sich in Privatbesitz. Wer einen Jugendherbergsausweis besitzt, kann dort übernachten, denn es befindet sich eine Jugendherberge in der Schlossanlage. Von oben hat man herrliche Blicke ins Kinzigtal.

Früher, als ich noch große Fahrradtouren gefahren bin, habe ich mich immer gefragt, ob JugendherBERGE von Berg kommt, denn die Jugendherbergen liegen oft oben auf einem Berg. Nach einem Tag im Fahrradsattel war das nicht sehr willkommen...

Montag, 12. März 2012

Feierabend in Breisach

Stephansmünster in Breisach
Bei dem herrlichen Wetter heute und mit dem Wissen, dass mein Bike morgen beim Kundendienst ist, nutzte ich den Spätnachmittag für eine kurze Tour nach Breisach. Es war so warm, dass man um 17 Uhr auf einer Terrasse oberhalb vom Rhein im T-Shirt sitzen konnte! Gut, zugegeben, es war ein langärmliges T-Shirt, aber trotzdem.

Ich habe gerade das Gefühl, dass alle Menschen auf einmal glücklicher aussehen. Die Natur steht in den Startlöchern, überall kommen Blumen und Blüten hervor. Ich weiß nicht, wie es anderswo ist, aber hier sind an vielen Straßen auf den Seitenstreifen oder auf den Verkehrsinseln Mini-Osterglocken, große Osterglocken, Narzissen und Tulpen gepflanzt.

Blick zum Schwarzwald
Die Mini-Osterglocken fangen gerade an zu blühen. Es ist wunderschön, dieses knallige Gelb zwischen dem noch winterbraunen Gras zu entdecken. Ich freue mich jedes Jahr, wenn sie zu blühen beginnen, denn das heißt, dass der Frühling jetzt da ist. Vor ein paar Tagen war noch nichts zu sehen. Ich war natürlich nicht die einzige, die den milden Abend für eine kurze Tour genutzt hat. Von der Terrasse des Café Etoile konnte man prima andere Motorradfahrer beobachten, die ihre Runden durch die Stadt zogen.


Auf der anderen Rheinseite befindet sich Neu-Breisach - Neuf-Brisach mit der berühmten Vauban-Festung. Diese Saison stehen sowieso noch diverse Abstecher nach Frankreich auf dem Plan. Ich war schon ewig nicht mehr drüben, die letzten Male noch mit dem Rad.
Ich freue mich schon total darauf, da meine Runden zu drehen, vielleicht mal über ein verlängertes
Blick über den Rhein nach Frankreich
Wochenende. Jaja, ich weiß, es liest sich grad so, als ob ich nur auf der faulen Haut liegen und Motorrad fahren würde :-) Zugegebenermaßen nutze ich das schöne Wetter und diese relativ ruhige Jahreszeit aus und arbeite etwas weniger, als im Herbst und Winter. Schlechtes Wetter wird`s noch genug geben, wobei wir hier im Südwesten schon klimatisch sehr verwöhnt sind. Man kann schon behaupten, dass wir 4-6 Wochen mehr Sommer im Jahr haben, als andere Ecken in Deutschland.


Heute war ich unter anderem auf den Spuren meiner ersten Überlandfahrt. Ich kann mich noch erinnern, wie aufgeregt ich war, das erste Mal mit 100 km/h gefahren zu sein. Am Ende der Stunde musste ich die Maschine in die Garage schieben und sollte sie auf den Hauptständer stellen... naja... schweigen wir darüber... meine hat keinen Hauptständer ;-) Die Zeit, in der ich den Führerschein gemacht habe, war echt aufregend. Vor jeder Stunde habe ich mich mental auf das Fahren vorbereitet, und von jeder Stunde kam ich mit einem glücklichen Grinsen zurück. Ich habe schon relativ viele Stunden gebraucht, bis ich mir die Prüfung zugetraut habe und alles richtig saß. Aber gut, vorher hatte ich noch nie auf einem Motorrad gesessen und im fortgeschrittenen Alter (*hust*) wird man doch vorsichtiger.

Blick Richtung Kaiserstuhl
Inzwischen fühle ich mich wirklich gut auf dem Bike, ich kann mir nicht mehr vorstellen, ohne sie zu sein. Einige wissen es ja schon, am 2.4. habe ich einen Termin im Tattoostudio und werde meine Liebe auf meinem rechten Oberarm verewigen lassen. Ich freue mich schon sehr darauf und werde es nicht bereuen. Im Gegensatz zu manchem/r, der sich ein Herz mit dem Namen der oder des Liebsten hat stechen lassen. Bei mir wird dort, na was wohl stehen??? MOTORBIKES!

Samstag, 10. März 2012

Ausflug nach Schloss Bürgeln

Heute habe ich mein gestriges Ziel nochmal ins Visier genommen und bin in Richtung Schloss Bürgeln gefahren. Die Strecke zwischen Badenweiler und Kandern ist eine beliebte Motorradstrecke, jedenfalls war heute viel los.

Ich bin da im Herbst ein paar Mal unterwegs gewesen, solange oben kein Schnee liegt, verteilen sich die Motorradfahrer mehr.

Die Strecke ist wunderbar, man hat sehr schöne Blicke in Richtung Markgräfler Land und wenn man mag, kann man sehr zügig fahren. Heute ging es durch den noch kahlen Wald bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Es ist allerdings immer noch recht frisch, da die Luft sehr feucht ist. Die kleine Straße, die dann hoch zum Schloss Bürgeln abzweigt, windet sich noch ein Stück den Berg hoch. Man fährt durch wunderschönen Mischwald und an kleineren felsigen Ausläufern vorbei. Das letzte Stück hoch muss man natürlich laufen, aber das schafft jeder, auch in dicker Montur.

Blick Richtung Rheinebene
Ich war noch nie auf Schloss Bürgeln, hatte im letzten Jahr immer nur das Schild gesehen und mir gedacht "im Frühjahr schaust Du das mal an." Gut, die Führung habe ich heute nicht mitgemacht, aber das kann man immer noch nachholen. Ich wollte heute einfach nur gemütlich wo einkehren und die Sonne genießen. Die Restaurantterrasse lag in der prallen Sonne und es war, obwohl ein ziemlich scharfer Wind pfiff, dort angenehm, da man windgeschützt sitzen konnte.

Irgendwie verbindet sich für mich gerade alles zu der besonderen Lebensqualität, die dieses Fleckchen Erde ausmacht. Es ist schon frühlingshaft, man kann gut essen, die Landschaft ist lieblich (das Markgräfler Land wird oft auch die "Deutsche Toskana" genannt) und man kann prima Motorrad fahren.

Der Bürgelner Propst Aloys Mader und der Fürstabt von St. Blasien Meinrad Troger beauftragten im Jahr 1762 den Baumeister Franz Anton Bagnato mit dem Neubau der Propstei Bürgeln. Die Ursprünge gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück.

Die ersten urkundlichen Erwähnungen dürften sich auf die Reste einer römischen Landvilla beziehen. Die Steine benutzte Ritter Werner von Kaltenbach, um dort eine Johanneskapelle zu errichten, die er später dem Kloster St. Blasien schenkte.

Blick zum Blauen
Heute wird Schloss Bürgeln von einem Verein instand gehalten. Unten am Parkplatz erwähnte ein Schild, dass der jährliche Unterhaltsaufwand sich auf ca. 150.000 € beläuft. Viele Arbeiten im und um das Schloss werden von Ehrenamtlichen verrichtet.

Ich denke, ich werde später im Jahr noch einmal vorbeischauen, schon allein, um mir den Garten anzusehen und die blühenden Obstbäume. So lange wird das nicht mehr dauern...




Freitag, 9. März 2012

Unfreiwilliger Ausflug in den Schnee

Heute nachmittag habe ich recht lange rumüberlegt, ob ich nun fahre, oder nicht. Als ich draußen in der Sonne saß, war ganz schnell klar, dass eine kleine Runde unbedingt sein muss. Als erstes musste ich tanken... DAS wird eine teure Saison, 8,quetsch Liter Sprit über 13 €... Ich habe meinen Tankgutschein verbraten, den ich zum Geburtstag bekommen habe und gleich noch den aktuellen Straußenführer mitgenommen.

Einige von Euch wissen sicherlich nicht, was eine Strauße ist. Eine Strauße - oder auch Besenwirtschaft - ist eine kleine Gastwirtschaft, die von Winzern oder Weinbauern saisonal betrieben wird. Es gibt recht genaue Auflagen, wieviele Sitzplätze, welche Öffnungszeiten und was verkauft werden darf. In erster Linie gibt es in den Straußwirtschaften Produkte des jeweiligen Betriebs. Wenn die Strauße geöffnet ist, wird der Straußbesen rausgehängt, das ist meist ein Reisigbesen, der oft auch dekoriert wird.

Wenn die Spargelsaison kommt (was nicht mehr so lange dauern dürfte), werde ich Euch ein paar Straußen vorstellen. Einige sind inzwischen sehr bekannt und entsprechend voll, vor allem am Wochenende. Ich freue mich schon drauf, demnächst wo einzukehren und ein paar neue zu entdecken.

Überhaupt... seit ich Motorrad fahre, bin ich auf kontinuierlicher Entdeckungsreise im Schwarzwald. Das bringt mich auch zurück zur heutigen Tour. Eigentlich wollte ich nach Kandern und zum Schloss Bürgeln. Aber es kam anders, wie so oft... Ich bin heute gemütlich über die Badische Weinstraße Richtung Müllheim und Badenweiler gefahren. In Badenweiler habe ich dann vor lauter "ist das toll hier!" verpasst, nach Kandern abzubiegen. Ich fuhr nach Schweighof und dort weiter die Straße hoch zur Sirnitz.

Da war ich damals kurz nach meinem ersten Fahrtraining schon mal unterwegs. Heute fiel mir dann irgendwann ein, welche Straße das ist, aber ich erinnerte mich nicht mehr so genau, wo sie überall entlang führt. Nur, dass sie sehr schlecht und kurvig war. Das ist sie immer noch. Nur habe ich jetzt keine Angst mehr auf solchen Straßen.

Blick in Richtung Feldberggebiet
Es ging dann allmählich aus der Sonne in den Wald und Schatten und vor allem immer höher. Ich bin wirklich langsam gefahren, sehr langsam... immer auf der Suche nach einem Wendepunkt. Als ich durch den Weiler Sirnitz kam, wusste ich, dass ich nicht noch weiter fahren wollte. Aber die Straße ließ mir keine große Wahl.

Naja, irgendwann habe ich einen Parkplatz gefunden und wurde mit einer großartigen Aussicht belohnt. Inzwischen war mir auch kalt, ich war eher auf Sonne und unten fahren eingestellt, hatte aber noch Unterziehsachen dabei. Runter bin ich noch vorsichtiger gefahren, denn es liegt teilweise noch Splitt auf der Straße und an manchen Stellen lagen mehr oder weniger große Steine, die von den Felsen runtergekommen waren. Wenn ich dort nochmal fahre und wieder so wenig los ist wie heute, werde ich Euch Bilder mitbringen. Es ist natürlich wunderschön dort oben!

Mal gucken, was ich morgen mache.
Eine etwas größere Tour bietet sich an, es soll ja sonnig werden.


Samstag, 3. März 2012

Saisonauftakt am Kaiserstuhl

Es hatte auch gestern wieder bis Mittag gedauert, bis die Sonne durch den Nebel kam. Ich hatte mich schon damit abgefunden, meine Shoppingtour abblasen zu müssen und statt dessen zu arbeiten, aber dann... wurde es doch irgendwann heller.

Kaiserstuhl bei Wyhl
Ich bin ziemlich flott durchgefahen. Kleine Höhepunkte zwischendrin (leider konnte ich dort nicht anhalten, um Bilder zu machen), waren dampfende Ackerschollen und die noch kahlen Bäume vor weißen Nebelwänden. Wenn es nicht so ekelig wäre, durch den Nebel zu fahren, hätte es auch seine schönen Seiten. Auf der Höhe von Auggen war es total neblig und ich überlegte, ob ich nicht besser umkehren sollte. Zum Glück habe ich es nicht getan, denn bald dahinter wurde es sonnig und warm. In Weil habe ich dann meine Hose gekauft,  und es nicht bereut. Sie schaut gut aus, hat etliche Taschen und passt wunderbar. Heute auf der Kaiserstuhltour habe ich sie gleich getestet.

Altstadt Endingen
Nach dem Einkauf habe ich mir im Café den Motorradcorso zu und von Louis angeschaut. Es war echt  lustig, alle 10 Sekunden kam irgendwo ein Motorrad vorbei. Motorradfahren hat ja schon viel mit Selbstinszenierung zu tun. Vor dem Laden stand ein interessanter Querschnitt von so ziemlich allen Arten von Motorrädern, unter anderem eine total verdreckte African Twin. Vielleicht war der Dreck auch eine Speziallackierung ;-) Und dann natürlich die diversen chromblitzenden Chopper, ein Fahrer hatte den passenden verchromten Helm auf... Nach dem Kaffee ging's dann genauso flott zurück, denn ich wollte noch ins Training (das übrigens die Hölle war, Boxen ist ein Spaziergang gegen "Power Drills"...) und abends war ich zu einer Feier eingeladen.

Heute morgen begrüßten mich Sonne und ein strahlend blauer Himmel. Ich bin relativ früh Richtung Kaisterstuhl losgezogen, da ich am nachmittag noch eine Verabredung in der Stadt hatte. Mein ursprünglicher Plan war, in Breisach mittag zu essen. Aber dann... bin ich lieber gefahren.

Altstadtgassen
Ich war sehr entspannt auf allen möglichen Straßen unterwegs. Richtig spannend war der Vergleich zum letzten Jahr auf den Strecken, die ich schon kannte. Ich bin sehr viel ruhiger und kann das Fahren nun richtig genießen. Mein Tempo hat sich gesteigert und ich habe keine Angst mehr vor Kurven, weil ich weiß, wo ich schalten muss und wie mein Bike reagiert. Es wird interessant, wenn es in ein paar Wochen dann nach oben in den Schwarzwald geht und ich meine Hausstrecken Glottertal - St. Peter - St. Märgen, oder auch das Münstertal fahren werde. Aber dennoch höre ich immer noch die kleine Stimme, die mich diese Saison dran erinnert, dass die 2. Saison die gefährlichste ist. Klar, man denkt, man kann schon alles, überschätzt sich... heute hatte ich kurz so eine Situation, wo ich dann doch lieber etwas mehr (da spät...) vor einer Kurve gebremst habe, sont wär es in die Leitplanke gegangen. Man sollte sich rechtzeitig entscheiden, ob man nun schneller in die Kurve will, oder besser runterschalten und langsamer reinfahren ;-) Ich gerate dann aber nicht mehr in Panik, wie noch letzte Saison. Alle Abläufe sind jetzt fest verdrahtet und laufen intuitiv und vor allem schnell ab. Ich habe entdeckt, wie sehr ich die Beschleunigung beim anfahren liebe...

Auf dem Weg rund um den Kaiserstuhl entschied ich mich für einen Abstecher in die Altstadt von Endingen. Es ist schon merkwürdig paradox, aber mit dem Motorrad entdecke ich die Langsamkeit. Ich bin früher viel Rad gefahren und habe dabei zwar auch viel gesehen, aber selten die Zeit gehabt, einen Ort genauer anzusehen. Man will ja ein bestimmtes Pensum schaffen und manchmal gerät man unter Zeitdruck. Mit dem Motorrad ist man auf der Straße zwar flott unterwegs, aber ich habe jetzt viel mehr Zeit, mir Orte genauer anzusehen.

Übrigens war in Wyhl am Kaiserstuhl ein Kernkraftwerk geplant. Die Bewohner der Stadt setzten sich jedoch erfolgreich zur Wehr. Nicht dran zu denken, wie es da jetzt aussehen würde... und wer möchte schon Wein trinken, der neben dem AKW angebaut wurde... es reicht schon, das marode Fessenheim in Sichtweite zu haben.

Der Frühling ist da!
Es ist immer ein bisschen wie Urlaub mit dem Motorrad. Man genießt das tolle Wetter, man schaut sich kleine oder größere Ortschaften an, trinkt Kaffee, schaut den Leuten zu...ich freue mich schon auf die nächsten Touren. Demnächst kriegt mein Baby vorne neue Schuhe und zum Kundendienst muss sie auch. Ich bin gespannt, wieviele Kilometer es diese Saison werden, jetzt habe ich ja eine richtig lange Zeit vor mir und wahnsinnig viele Einladungen.

Donnerstag, 1. März 2012

Die beste Liebesbeziehung, die ich je hatte...

Gestern Abend war ich in der Tiefgarage meiner Freundin, in der mein Bike netterweise überwintern durfte. Ich war mit meinem kleinen Bit-Schlüsselkasten bewaffnet losgezogen, um die Batterie wieder anzuklemmen. Die Schrauben hatte ich im Herbst unter die Rückbank geworfen und da waren sie auch noch. Leider ist eine Schraube gleich ganz nach unten gekullert und ich kam nicht dran. Nach einer halben Stunde Gefummel mit diversen Werkzeugen aus dem Bordwerkzeugkasten konnte ich sie dann bergen.

Merke 1: Das nächste Mal die Schrauben mit Tesa festkleben.

So, angeklemmt war ja fix. Jetzt die bange Frage, springt sie an, oder nicht? Es war noch Saft in der Batterie, aber nicht genug. Zweimal hatte ich sie fast anbekommen, aber eben nur fast. Erster Gedanke: ich baue die Batterie aus, nehme sie nach Hause und lade sie auf. Gut. Fahrersitz abgeschraubt und alles angeschaut. Hm. Sieht nicht so aus, als ob das in 2 Minuten erledigt ist und ob ich das richtige Werkzeug dafür dabei habe.

Inzwischen war meine Freundin zufällig heimgekommen, und wir guckten uns alles nochmal an. Ich habe dann erstmal den Sitz wieder draufgeschraubt und die Batterie wieder abgeklemmt. Und überlegt. Es stellte sich raus, dass in der Tiefgarage zum Glück eine Steckdose ist, nur leider direkt neben einem besetzten Parkplatz. Glücklicherweise kannte meine Freundin den Besitzer und wir konnten rasch klären, dass da am nächsten Tag für ein paar Stunden ein Motorrad zum Batterie laden steht.

Merke 2: Batterieladegerät auch mitnehmen.

Ich bin dann heimgefahren und habe überlegt, ob ich das Ladegerät heute noch anschließen soll, oder erst morgen und dann erst am Abend, so es meine Zeit erlaubt, fahren könnte. Nein. Geht nicht. Ladegerät eingepackt. Vorher noch genau gecheckt, ob man jedes Ladegerät für Gel-Batterien nehmen kann (ja) und was man sonst noch beachten muss (nur richtig rum anschließen und dann Stecker in die Steckdose).
Das krieg ich hin, dachte ich. Also wieder zur Tiefgarage gefahren. Dort stand ich dann skeptisch vor der Batterie, an den Pluspol kam man mit den Klemmen ja ganz gut dran, aber an den Minuspol? Nach ein paar Versuchen beschloss ich, dass das schon funktionieren würde, wie ich es angeschlossen hatte. Plane drüber, fertig. Heimfahren.

Heute früh zeigte das Ladegerät dann "grün", also hatte es geklappt! Schnell das Bike ausparken, den Choke ziehen (ja, meine hat einen) und dann... ich brauchte zwei Versuche auf dem Startknopf, dann war sie da! Juhu!

Leider zeigte sich das Wetter heute nicht von seiner freundlichen Seite, wie es angekündigt war. Nein, es war neblig. Ich hoffte, dass der Nebel sich gelichtet hätte, bis ich aus der Garage draußen war. Aber das war nicht der Fall. Egal. Südlich von Freiburg wird es schon sonnig sein.

Ich habe auf der Höhe von Sölden eine kurze Ahnung von Sonne bekommen. Da ich eine Brille trage, hatte ich heute ein paar Probleme neben der Feuchtigkeit, die mir unangenehm kalte Fingerspitzen bescherte. Es gab mehrere, nicht sonderlich reizvolle Alternativen: mit geschlossenem Visier und angelaufener Brille fahren, mit offenem Visier fahren (kalt war es nicht) und dafür eine vernebelte Brille, oder mit offenem/geschlossenem Visier und ohne Brille fahren. Ich habe mich für letzteres entschieden, denn ich habe echt nichts mehr gesehen. Zum Glück sind meine Augen nicht so schlecht, dass es nicht ohne Brille geht.

Nach einer kurzen Runde um den Schönberg, bin ich zurückgefahren, denn es war wirklich unangenehm feucht. Außerdem habe ich heute nachmittag Bürodienst und kann sowieso nicht lange rumfahren.
Ja, aber gefahren bin ich und das Bike steht jetzt wieder unten im Hof.

Ich habe mich richtig neu verliebt in sie, demnächst kommt der Besuch im Tattoostudio dran, und ich werde meine Liebe verewigen. Das ist wirklich die beste Liebesbeziehung meines Lebens und sie wird auch die dauerhafteste sein.

Morgen steht die erste kleine Tour auf dem Plan, ich fahre nach Weil am Rhein zum shoppen. Louis macht gerade eine Frühjahrsaktion und ich will eine Hosen von John Doe probieren und vielleicht auch kaufen.