Sonntag, 18. Dezember 2011

... bald geht`s wieder los...

Ich habe im Januar Urlaub, endlich!
Nach drei stressigen Jahren gönne ich mir eine längere Auszeit und steige auch im Januar wieder aufs Bike.
Und zwar... auf Teneriffa!

Ich habe lange überlegt, was ich an "Action" im Januar haben könnte, Skifahren und Co ist nicht so mein Ding. Also habe ich mal geschaut, wo man um die Jahreszeit schön hinfahren könnte und natürlich Motorrad fahren, was sonst?

Ich war noch nie auf Teneriffa und bin sehr gespannt auf die Insel.
Der Reiseführer und die Straßenkarten kamen vor ein paar Tagen und es sieht seeeeehr vielversprechend aus!

Mein Mietbike wird eine 650er Honda Transalp sein, ich bin wahnsinnig gespannt, wie ich mit ihr klarkommen werde. Vor allem... ich war ja seit Ende Oktober nicht mehr im Sattel... naja, das wird schon werden. Immer schön langsam. Zumindest die ersten 3-5 Kilometer ;-)

Fürs Frühjahr stehen schon drei Trainingstermine fest: einmal Basistraining, einmal Kurventraining und einmal Aufbautraining. Und irgendwann kommt dann der Enduro-Kurs...


Wenn der Winter sich weiterhin so von der milden Seite zeigt, lasse ich mein Bike ab Januar schon fürs ganze Jahr zu. Saisonkennzeichen geht gar nicht. Aber das habe ich ja schon gesagt.

Jetzt könnt ihr schon mal gespannt sein auf meinen Reisebericht von Teneriffa. Vorher muss ich noch Testberichte für Digitalkameras wälzen, denn die Spiegelreflex kommt nicht mit.

Ich wünsche Euch alle schon mal ein frohes Fest und einen guten Rutsch, aber nicht auf Euren 2 oder 4 Rädern. Bis nächstes Jahr dann!

Doro

Montag, 31. Oktober 2011

Das war´s dann für dieses Jahr

Gerade eben habe ich mein Baby in die Tiefgarage gefahren, vorher noch blank geputzt, getankt, Reifendruck erhöht... Leider habe ich die eine blöde Schraube an der Batterie nicht aufbekommen, so dass sie erstmal noch eingebaut und angeschlossen bleibt. Vielleicht hat jemand anderes bessere Schraubenzieher als ich, die Schraube ist jetzt schon etwas angeschraddelt und sitzt immer noch bombenfest.

Vorgestern und gestern waren wir noch zusammen unterwegs.

Allmählich ist das schöne Wetter doch schlechter geworden und immerhin ist es heute grau und nebelig, so dass mir der Abschied etwas leichter fiel. Naja, und arbeiten muss ich auch, das Weihnachtsgeschäft fängt an und ich bin am 20.11. auf einem Designmarkt in Wien, da muss ich auch noch was für tun...

Ich hätte nie gedacht, dass man zu einer Maschine eine so emotionale Beziehung aufbauen kann, aber jetzt weiß ich es besser. Als ich sie gerade in dem dunklen Kellerloch unter ihrer Plane stehen sah, hatte ich wirklich Tränen in den Augen. Die Protektoren aus meiner Montur sind jetzt raus, Mittwoch kommt sie in die Reinigung, das lohnt sich, es klebt ganz schön viel Insektenmatsche dran, wobei meine Neonweste fast noch mehr abbekommen hat.

Vorgestern war ich in Bad Säckingen.

Es hat mir dort recht gut gefallen, die Stadt hat aber ein völlig anderes Flair, als Gengenbach. So gibt es z. B. kaum Fachwerk, also mir ist zumindest nichts aufgefallen, dafür viele bunte, schiefe Häuser, die bekannte Holzbrücke und das Fridolinsmünster.

Auf dem Weg dorthin kommt man durch einige sehr schöne Ecke, viele Weinberge, Hügel, Burgruinen, kleine Bäche und Flüsse...Es war mal wieder eine schöne Fahrt hin und zurück bei angenehmen Temperaturen. In Freiburg hatte es die letzten Abende nach Sonnenuntergang noch 17 Grad, in Bad Säckingen und auf dem letzten Drittel der Strecke war es jedoch schon etwas kühler.

Bekannt ist Bad Säckingen unter anderem wegen dem "Trompeter von Säckingen" (Zitat aus Wikipedia):
"Säckingen ist durch das Erstlingswerk von Joseph Victor von Scheffel (Der Trompeter von Säckingen, erschienen 1854) weltberühmt geworden. Dieses „epische Gedicht“ war in den 1870er Jahren in Deutschland sehr populär, es beschreibt die Dramatik der Liebesbeziehung des bürgerlichen Trompeters Franz Werner Kirchhofer mit der adligen Tochter Maria Ursula von Schönau (bei Scheffel „Margaretha“) im 17. Jahrhundert. Victor Ernst Nessler komponierte die gleichnamige Oper, die 1884 in Leipzig uraufgeführt wurde. Seither führt Säckingen auch den Beinamen „Trompeterstadt“. An vielen Stellen in der Stadt wird an die Geschichte erinnert. Regelmäßige Stadtführungen mit einem Trompeter in historischem Gewand lassen die Geschichte wieder lebendig werden."

Ich habe einige Bilder mitgebracht, die die schöne Herbststimmung ganz gut eingefangen haben, finde ich.

Zu Beginn der nächsten Saison werde ich mir eine Burgentour verordnen, es gibt hier unglaublich viele Burgen und Burgruine, das war mir gar nicht so bewusst.

Gestern habe ich noch einen kurzen Ausflug nach Badenweiler gemacht. Das war jetzt nicht sooo spannend, ich hatte auch nicht richtig viel Zeit, weil mir irgendwann einfiel, dass es wegen der Zeitumstellung jetzt noch früher dunkel wird.

Immerhin ein paar interessante Fotos konnte ich schießen, gleich am Anfang meines Weges vom Parkplatz in den Ort habe ich diese wunderschönen Fliegenpilze entdeckt.

Und hier sind noch ein paar Eindrücke aus dem Kurpark Badenweiler:

Das war sie also, meine erste Motorradsaison... 5500 km gefahren und viel erlebt. Das Wetter war größtenteils gut bis super, ich bin echt dankbar, dass ich so viel fahren konnte.

... und weil ich es keine 4 Monate ohne mein Bike aushalten werde, melde ich die Kleine ab Februar 2012 fürs ganze Jahr an, das wird mein kombiniertes Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk an mich.
Bye bye Saisonkennzeichen :-)

Sonntag, 30. Oktober 2011

Sightseeing in Gengenbach

Da inzwischen sehr viel Laub unten liegt und oben im Schwarzwald schon stellenweise Schnee, die Zeit für längeren Touren zu kurz wird, weil es morgen noch zu kalt oder feucht zum fahren ist und abends schnell dunkel wird, habe ich mir jetzt ein wenig Kultur verordnet.

Ich hatte schon länger vor, einmal nach Gengenbach zu fahren, denn ich bin ein großer Fan von Tim Burton und die Szenen in "Charlie und die Schokoladenfabrik", die in "Düsseldorf" spielen, wurden in Gegenbach gedreht.

Gengenbach liegt im Kinzigtal und gehört zum Mittleren Schwarzwald, genau genommen zum Ortenaukreis.


Die Fahrt auf der B294 und dann weiter auf der B33 war zwar fahrerisch eher anspruchslos, aber landschaftlich einfach herrlich. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen (gestern Abend um 18 Uhr in Freiburg: 17 Grad!) durch die Herbstlandschaft in ihrer vollen Pracht zu fahren, ist einfach ein Genuss.

Naja, das Stück auf der B294 genieße ich schon, man kann da nämlich sehr unbehelligt richtig Vollgas geben. Inzwischen finde ich 100 km/h "langsam"... überhaupt hat sich mein Verhältnis zum Geschwindigkeitsgefühl ziemlich verschoben. Ich bin wirklich viel entspannter unterwegs und kann Situationen viel besser einschätzen. Hoffentlich brauche ich in der nächsten Saison nicht 3 Monate, um wieder auf dem gleichen Niveau anzukommen, wie jetzt.

Die Strecke wird im Lauf der Zeit hinter Elzach kurviger und schraubt sich zu einem Minipass hoch und durch den Wald wieder herunter. Leider waren am Freitag recht viele LKWs unterwegs, so dass dem Kurvenspaß ein ziemlicher Temporiegel vorgeschoben war. Ja, ich fahre immer noch eher langsam und überhole nicht so oft, vor allem nicht auf solchen Strecken.

Leider beobachte ich ständig sowohl Motorradfahrer, als auch Autofahrer, die viel zu dicht auffahren. Gerne wird sich in Sicherheitsabstände gedrängelt. Gestern speziell hätte ich gerne einen Rucksack mit Laufschriftfunktion gehabt "Ich halte Abstand, Du auch???"

Auf der Kinzig wurde früher das im Schwarzwald geschlagene Holz geflösst, heute übernimmt diese Aufgabe der LKW-Verkehr. Leider hatte ich nicht so viel Zeit, noch das Flößermuseum in Gengenbach zu besuchen, aber nächste Saison kann ich das immer noch nachholen.


Das war die Tour vom Freitag, die von gestern kommt auch noch. Heute sieht es leider gar nicht nach fahren aus, ich muss aber sowieso endlich mal aufräumen und was arbeiten wäre auch nicht verkehrt.

Und morgen... tja... morgen muss mein Baby in ihr Winterquartier, denn ich habe ein (inzwischen denke ich blödes) Saisonkennzeichen. Das werde ich nächstes Jahr dann ändern ;-)

Sonntag, 23. Oktober 2011

So langsam, aber sicher geht die Saison zuende

Eingewickelt in eine Decke, mit meiner "Ferkellampe" in Reichweite* und zwei ordentlichen Tellern Karotten-Kürbissuppe intus, kann ich jetzt mal schreiben, was ich seit dem letzten Post getrieben habe.

Ich war in erster Linie auf altbekannten Pfaden unterwegs, also B500 und Co. Letzten Montag haben meine Künstlerseele und meine Bikerseele wieder sehr heftig miteinander bekämpft. Da jetzt allmählich das Weihnachtsgeschäft beginnt, kann ich leider nicht mehr so viel Zeit vertrödeln und muss ziemlich viel vorbereiten.

Aber immerhin für eine kleine Tour im strahlenden Sonnenschein und einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen hat`s gereicht.

Inzwischen habe ich mir ein Paar dünne Unterziehhandschuhe aus Seide besorgt und die Anschaffung nicht bereut, denn auf den letzten Touren gestern und heute war es an den Händen dann doch frisch.

Man merkt jetzt ganz deutlich den Temperaturunterschied beim fahren in der Sonne und im Schatten, vor allem, wenn dazu noch höhere Luftfeuchtigkeit kommt.

Gerade hier in der Freiburger Gegend gibt es im Herbst und Winter nicht ganz selten Nebel, also genau genommen haben wir dann eine Inversionswetterlage. Das heißt, dass hier unten zäher Nebel bei ekelhaften Temperaturen klebt, während es oben sonnig und warm ist.

Im Hochwinter ist an solchen Tagen oben oft Alpensicht, vom Schauinsland aus kann man an besonders klaren Tagen manchmal sogar den Mont Blanc sehen.

Freitag war so ein Tag, aber da hatte ich leider auch keine Zeit fürs fahren. Gestern löste sich der Nebel gegen Mittag auf und ich bin in Richtung Zell im Wiesental gestartet, um dort in einem netten Oma-Café einzukehren.

Gestern und heute habe ich mich tendenziell an die größeren Straßen gehalten, da inzwischen doch ganz schön viel Laub unten liegt und an einigen Stellen in Waldgebiete noch Feuchtigkeit dazukommt. Insgesamt war es aber überall trocken.

Ich bin nochmal die malerische Strecke Richtung Kandern gefahren, diesmal habe ich aber den Einstieg in Schliengen genommen.

In Zell im Wiesental wurde ich leider enttäuscht, denn mein Café hatte geschlossen. Da mir doch etwas frisch war, habe ich mich nach einer Alternative umgeschaut und bin in ein Hotel gestolpert.

Hui, das war ja was! Das "Hotel zum Löwen" schaut von außen nach gar nichts aus, innen dagegen... ganz schön nobel! Es hat mich von der Stimmung und Ausstattung ein bisschen an "Schwarzwaldklinik" und irgendwelche Heimatschinken erinnert. Aber Kuchen gab`s trotzdem keinen ;-) Immerhin konnte ich mich dort etwas aufwärmen und nach einem warmen Getränk hatte ich beschlossen, doch den Heimweg anzutreten und nicht noch weiter Richtung Schluchsee zu fahren.

Heute bin ich zeitiger gestartet, da es gleich morgens sonnig war, aber wirklich kalt! Heute ging es über St. Peter und St. Märgen wieder mal in Richtung Titisee. Unterwegs kam ich an Schnee vorbei, vor allem in den schattigen Ecken lag nicht ganz wenig. Die feuchten Stellen durch den Wald bin ich teilweise recht vorsichtig gefahren, da nicht ganz klar war, ob das nur feucht, oder schon glatt ist. Das muss ich dann nicht ausprobieren.

In Titisee konnte man bei strahlendem Sonnenschein noch prima draußen sitzen und sein Essen oder Kaffee genießen, sogar ohne Jacke. Aber gut, ich habe ja unter der Jacke noch eine Menge Klamotten an.

Von Titisee aus ging es weiter Richtung Schluchsee und dann über Todtmoos ins Wiesental. Der Schluchsee lag wunderschön in der Sonne, man konnte am Gashahn drehen und sich an der Welt erfreuen.

Kühl und etwas unangenehmer wurde es dann in Richtung Freiburg. Man konnte sehr gut sehen, ab wo die feuchtere Luft begann und spüren konnte man es auch, ab Norsingen wurde es frisch.

Ich bin noch einen Abstecher über die Badische Weinstraße in Richtung Staufen gefahren, da war eine ganze Menge los, leider einige "Mir-gehört-die-Straße"-Autofahrer, die auf der engen Straße übelst die Kurven geschnitten haben.

Und kurz vor Freiburg hatte ich eine entsetzliche Trödlerin vor mir, die 40 fuhr, wo 50 erlaubt war und 50, wo man 80 fahren durfte... zum Glück habe ich sie rasch hinter mir lassen können, sonst wäre ich wohl immer noch nicht zuhause...

Hier steht schon ein Bataillon von Reinigungs- und Pflegemitteln bereit und ich überlege gerade noch, ob ich die 12.000er-Inspektion vorziehen sollte, es sind jetzt knapp 11.000 km auf dem Tacho und vielleicht krieg ich die noch voll.

Ich bin froh und dankbar, dass meine erste Saison so lange geht und das Wetter so gut mitspielt, hoffentlich kommt das Frühjahr dann bald ist ist gnödig mit dem Wetter.

Nur noch eine Woche und einen Tag... *seufz*

*die "Ferkellampe" ist meine Infrarotheizung, die ich in erster Linie für meine nicht beheizbare Küche gekauft hatte, inzwischen aber auch so gerne anstelle der blöden Nachtspeicher benutze.

Samstag, 15. Oktober 2011

Sonne und Frost - Freiburg - Furtwangen - Vöhrenbach - Urachtal - Oberjostal - 140 km

Heute morgen war es neblig, aber man sah schon rasch, dass sich das nicht lange halten würde.
Als ich den Müll rausbrachte, war es aber richtig ekelig feuchtkalt, an einen frühen Aufbruch, wie ich ihn ursprünglich vorhatte, war nicht zu denken.

Nachdem die Sonne den Nebel aufgelöst hatte und meine Einkäufe erledigt und das 2. Frühstück drin waren, bin ich gegen 13.30 bei strahlend blauem Himmel und gemütlichen 9 Grad im Schatten losgezogen.

Heute hatte ich tatsächlich das Wärmefutter in der Kombi und zusätzlich noch Thermoleggings, zwei Paar Socken, Sportrolli, Angorapulli und Nierengurt an und beide Teile der Kombi zusammengezippt. Es war von hinten richtig kuschelig warm, von vorne... naja... Die ersten Kilometer auf der Schnellstraße waren nicht sooo angenehm, aber später in der Sonne ging es dann ganz gut und war nicht mehr kalt.

Was mich am meisten erstaunt ist, dass ich kaum kalte Hände und Füße habe. Im Winter auf dem Fahrrad leide ich unglaublich unter der Kälte und das, obwohl ich da ja langsamer bin und mich mehr bewege. Das finde ich schon seltsam, vielleicht probiere ich den Nierengurt im Winter auch zum Radfahren aus.

Ich bin heute zur Abwechslung das Simonswälder Tal und nicht das Glottertal hochgefahren.
Mann, war DAS schön! Wie in vielen Tälern hier in der Gegend ist die Straße unten meist breit und gut ausgebaut und wird dann weiter oben kurviger und enger. Es lief heute wieder super und erstaunlicherweise war es überall trocken, keine Blättermatsche auf der Straße, nichts.

Teilweise ist die Straße sehr schmal und verläuft dicht an nackten und bemoosten Felsen, durch den Wald und dann wieder hat man unglaublich schöne Ausblicke. Überall ist die Herstfärbung jetzt in ihrer vollen Pracht und der strahlend blaue Himmel und das Licht sind eine wahre Freude. Nächstes Jahr habe ich auf jeden Fall eine kleine Kamera und mache Fotos.

Einzig eine Sache muss ich ändern, für die nächste Saison brauche ich eine Sonnenbrille mit optischen Gläsern. Das Sonnenvisier reicht bei dem niedrigen Sonnenstand nicht aus, um nicht doch geblendet zu werden. Manchmal ist das beim Kurven fahren sehr störend, wenn ein Teil der Kurve im Gegenlicht liegt und der Rest im Schatten, sieht man den Straßenverlauf nicht richtig und entsprechend "unrund" fährt sich das dann. Und manche Schilder konnte ich nur lesen, wenn ich zusätzlich noch meine Hand als Blendschutz benutzt habe.

Das Simonswälder Tal führt in Richtung Furtwangen, von dort aus wollte ich weiter nach Vöhrenbach und wieder durch das Urachtal. Ich hatte mir für heute extra keine lange Strecke vorgenommen, denn 1. war es eben frisch und 2. die Zeit für eine längere Tour zu knapp.

Zwischen Vöhrenbach und Wolterdingen bin ich eingekehrt und man konnte tatsächlich noch in der Sonne sitzen, selbst ohne Jacke war es ganz angenehm. Ich glaube, ich hatte heute einen selten dämlich-glücklichen Gesichtsausdruck. Als ich da so rumsaß und aufs Essen gewartet habe, dachte ich mir, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war, den Motorradschein zu machen.

Kurz vor Vöhrenbach sprang der Tacho dann über die 10.000 km, also habe ich mein Ziel für die Saison auf jeden Fall erreicht *freu*

Von Vöhrenbach aus ging es nochmal durch das schöne Urachtal und weil es so gut lief, bin ich dann noch durch das Oberjostal den Schlenker Richtung Titisee gefahren.  Der Schlenker hat sich auf jeden Fall gelohnt, hier war nichts los, die Sonne schien, die Straße war super und ich habe mal etwas kräftiger am Gashahn gedreht. Überall Schwarzwaldidylle pur, Kühe auf den Weiden, sonnenbeschienene Hänge, wunderschöne alte Schwarzwaldhöfe, echt toll!

Ich weiß nicht, was in den 2 Wochen zwischen den 3 Tagestouren Anfang Oktober und jetzt in meinem Kopf passiert ist, denn ich habe jegliche Angst hinter mir gelassen (Respekt habe ich sehr wohl noch und den möchte ich auch nicht verlieren), selbst in kritischen Situation und in engen Kurven gibt es keinen einzigen Panikmoment mehr.

Unterwegs dachte ich mir, dass ich ganz langsam eine Ahnung davon kriege, wie es ist, wenn man gut Motorrad fährt und so richtig in einen Flow kommt.

Ach, und was soll ich sagen, es macht einfach glücklich!

Am Thurner habe ich auf dem Parkplatz gehalten und die Aussicht über den Schwarzwald genossen. Es kamen noch 2 Spaziergänger mit Hund vorbei, die mich fragten, ob es nicht langsam kalt würde auf dem Bike und wie das Wetter so war und ob ich es nicht vermissen würde, ein paar Monate nicht zu fahren.

Ich will gar nicht dran denken, das gibt böse Entzugserscheinungen im Winter. Wenn es ganz schlimm werden sollte, leihe ich mir dann halt ein Motorrad aus.


Am Ende der Tour habe ich mich noch über einen Autofahrer geärgert, der die ganze Zeit vor mir her schlich, und als ich zum überholen ansetzte, dann plötzlich sein Gaspedal fand.
Aber ich beschleunige schneller, ätsch :-D

Noch 16 Tage, dann ist es unwiderruflich vorbei für dieses Jahr *seufz*

Die Karte wurde wie immer mit google-maps erstellt.

Freitag, 14. Oktober 2011

Bikerglück im Nordschwarzwald - 286 km

Für heute hatte ich mir eine Tour in Richtung Nordschwarzwald vorgenommen. Wie Ihr ja vor einigen Wochen gelesen habt, war ich in der Gegend schon mal unterwegs, allerdings war die Tour unter verschiedenen Aspekten nicht gerade das, was man gelungen nennt.

Nachdem es die letzten Tage viel geregnet hatte, dachte ich mir, dass ich die kleinen und womöglich vom Laub glitschigen Straßen heute eher meiden wollte und habe mir meine Strecke entsprechen zusammengestellt. Außerdem verhieß der Wetterbericht für die höheren Gebiete des Schwarzwalds Temperaturen im einstelligen Bereich, das wollte ich dann auch nicht unbedingt ausprobieren.

Der erste Teil verlief auf den großen Bundesstraßen über Waldkirch und Elzach in Richtung Freudenstadt.

Da ich erst gegen Mittag und ohne großartiges Essen aufgebrochen war, machte ich relativ bald Rast in Vorderlehengericht bei Schiltach. Im Gasthof "Zum Pflug" war ich in dieser Saison bereits zweimal, einmal auf der heißen Höllentour im August und einmal im September. Beide Male konnte man da prima draußen sitzen. Heute... heute war ich froh, in einen geheizten Raum zu kommen.

Innen im Gasthof ist es richtig urig-gemütlich und die Wirtsleute sind total nett, ich habe schon angekündigt, dass ich spätestens in der nächsten Saison wieder reinschneien werde. Vielleicht ja auch mal mit Verstärkung (*wink* Herr L. aus F.! Diese Saison wird`s nix mehr mit zusammen fahren...).

Als ich mich vor meinem Aufbruch angezogen habe, fühlte ich mich wie ein Astronaut, dick eingepackt und recht unbeweglich, sogar das Fleecetuch war heute statt dem dünnen Tuch dabei. Heute waren sowohl in der Hose, als auch in der Jacke die winddichten Membranen drin und ich bin froh, dass ich sie drin hatte!

Die Sonne ist ja noch recht warm, aber im Schatten wurde es beim fahren frisch und teilweise - vor allem gegen Ende sehr frisch. Ich muss mal gucken, wo meine Angoraunterhose ist (im Ernst!) oder morgen das Wärmefutter einzippen und ich werde mir irgendwo noch nette Thermowäsche kaufen gehen, denn im Frühjahr kann es ja noch empfindlich kühl sein. Wie ich mich kenne, werde ich mich bei den ersten Sonnenstrahlen aufs Motorrad setzen wollen.

Von Schiltach aus ging es weiter Richtung Freudenstadt, der Verkehr war freitagsmäßig nicht gerade wenig. In der Gegend gibt es viel Holzwirtschaft und entsprechend viele LKWs kurven dort herum. Das ist aber alles nicht weiter schlimm, weil die Straßen sehr gut ausgebaut sind und man nicht in jeder Kurve sorgen haben muss, am nächsten LKW zu hängen, der kaum um die Ecke passt.

Ich muss sagen, dass der Norschwarzwald durchaus eine Menge eigener Reize hat und ich mir schon einige Ecken zum genauern "erfahren" für die nächste Saison vorgemerkt habe.

Ja, und heute war noch etwas besonderes.

Ich bin hier losgefahren und schon nach recht kurzer Zeit merkte ich, dass ich zum ersten Mal richtig eins mit dem Bike war.

Ich bin heute gefahren, als ob ich nie etwas anderes gemacht hätte, ohne nachzudenken, alles lief wie von selbst. Schalten ohne Rucken rauf- und runter (und vor allem richtig zackig), Kurven zügig und mit ordentlich Schräglage und ich hatte kein einziges Mal diesen Moment, wo ich dachte "oh, das war vielleicht doch zu schnell/langsam". Ich hatte keine Angst vor Unebenheiten in den Kurven, vor Dreck, Splitt oder sonstwas, es lief einfach.

Ich sage Euch, so euphorisch war ich beim fahren noch nie vorher! Naja, ok, nach meiner ersten Überlandtour in der Fahrschule war es ähnlich, aber da war ich eher froh, dass ich das überlebt hatte ;-)

Hinter Freudenstadt bin ich weiter in Richtung Baiersbronn gefahren, ich dachte kurz drüber nach, heute noch Kulturprogramm mitzunehmen und mir das Kloster anzusehen, der Blick auf die Uhrzeit mahnte aber zum zügigen weiterfahren.

Hinter Beiersbronn bin ich dann durch das Murgtal gefahren und das war einfach nur wunderschön! Schwarzwaldromantik vom feinsten (naja, den Verkehr jetzt mal abgezogen), eine wahnsinnig schöne Landschaft, Herbstlaub, Sonnenschein (zumindest auf der Seite, auf der ich NICHT gefahren bin...)...

Das Murgtal ist relativ breit und recht tief eingeschnitten, links und rechts hat man immer wieder spektakuläre Blicke auf Felsen, den Herbstwald und in das eine oder andere Seitental. Ich kam auch am Straßenschild zur Roten Lache vorbei...

Bis jetzt kenne ich sie nur vom Hörensagen, es soll eine sehr anspruchsvolle Strecke mit den gefürchteten "Hundekurven" sein. Für Nicht-Biker: eine Hundekurve ist eine Kurve, die mittendrin enger wird (zumacht), also einen während dem Durchfahren zu bestimmten Fahrmanövern (drücken) zwingt.

Das heb ich mir mal für die nächste Saison auf.

Das Murgtal ist ein Kurvenparadies der eher gemütlichen Sorte (finde ich zumindest), man kann hier ganz gut flott fahren, die Straße ist relativ gut und auch nicht eng und unübersichtlich.

Allerdings hatte ich heute ab der Mitte meiner Tour ziemliche Probleme mit meiner Kupplungshand. Ich weiß nicht, ob das von den niedrigeren Temperaturen kam, denn meine Hände waren zwar kühl, aber nicht kalt und auch sonst fühlte ich mich ganz wohl in meinen Klamotten. Vorher hatte ich das in der Form noch nie, aber der Körper denkt sich ja immer wieder was neues aus, womit er einen überraschen könnte und noch bin ich nicht bei "jedem Wetter" gefahren.

Gut, in Schnee und Eis lasse ich sogar mein Fahrrad stehen und gehe lieber zu Fuß und mein Moped hat sowieso ein Saisonkennzeichen, aber davon abgesehen bin ich bis jetzt eben nur bei mehr oder weniger warmen Wetter länger unterwegs gewesen. Mal sehen, wie das nächste Saison wird.

Ich habe immer wieder Ausschau gehalten nach einer weiteren Einkehrmöglichkeit, aber irgendwie sprach mich unterwegs nichts richtig an. Also ging es flott weiter Richtung Gaggenau und dann nach Kuppenheim.

Der ursprüngliche Plan war, in der Rheinebene gemütlich weiter Richtung Freiburg zu fahren, aber es war bereits 17 Uhr und ich wollte nicht unbedingt im Dunkeln nach Hause fahren.

Meine Nachtfahrt in der Fahrschule hat mich ein bisschen "traumatisiert". Wir sind damals nach einem Tag, an dem es nur geschüttet hatte, in Richtung St. Peter gefahren, und ich wurde in der Dunkelheit um meine erste Spitzkehre gescheucht und viel gesehen habe ich auch nicht. Die Straße war dreckig und nass und stellenweise hatte es Bodennebel...

Ich habe zwar eine Brille, aber in der Dämmerung und Dunkelheit bin ich selbst auf dem Fahrrad nicht sonderlich schnell. Nun ja, seitdem finde ich den Gedanken im Schein meiner Motorradfunzel auf irgendwelchen obskuren Straßen, die ich nicht kenne, herumzufahren, nicht sonderlich reizvoll.

Ich bin noch ein bisschen Richtung Kehl gefahren, aber irgendwann mit sinkendem Sonnenstand dann auf die B3 in Richtung Heimat gewechselt.

Puh... die Kupplungshand machte mir da immer mehr zu schaffen und bei jedem Verkehrskreisel habe ich mich schon vor dem Hochschalten dahinter gegraust. Auf geraden Strecken baumelte die linke Hand immer mal runter und ich habe versucht, sie zu entspannen und zu dehnen.

Naja... und viel zu wenig gegessen hatte ich auch, was mir leichte Schwächegefühle bescherte, weshalb ich in Friesenheim kurz rechts ranfuhr, um schnell einen nicht allzu leckeren Fruchtriegel in mich zu stopfen und etwas Wasser zu trinken, denn meine Konzentration litt irgendwann ebenfalls unter der Kombination von Unterzuckerung und niedrigen Temperaturen.

Es ist keine gute Idee, 4,5 Stunden am Stück durchzufahren, aber nur die Harten kommen in den Garten, nicht wahr?

Zuhause angekommen hat mich der Tachostand erfreut, denn es fehlen nur noch 51 km, dann steht er auf 10.000 km und ich bin jetzt schon über 4000 km mit meinem Schätzchen gefahren. Damit steht in der neuen Saison recht rasch die 12.000er-Inspektion an. Ich bin wirklich gespannt, wieviele Kilometer es im nächsten Jahr werden und ob man mich in der nächsten Saison noch woanders, als auf dem Motorrad antreffen wird.

Wer selbst nicht fährt, wird sich jetzt vermutlich ein wenig an den Kopf greifen, denn unterwegs habe ich den Tank von meinem Möpi gestreichelt, wie jemand anderes sein Pferd und ihr gesagt, dass ich sie im Winter ganz furchtbar vermissen werde.

Im Lauf der Zeit kommt man sich eben doch sehr nah ;-)

Die Landkarte wie immer: google-maps.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Sonniger Bikerherbst... noch...

Gestern und heute war ich im Schwarzwald unterwegs. Die Anzahl der Motorradfahrer auf der Straße hat sich von gestern auf heute um gefühlte 300 % vermehrt... so viele habe ich noch an keinem einzigen Tag gesehen. Und ich bin bestimmt die langsamste...

Für gestern hatte ich mir nochmal das Münstertal vorgenommen, das war eine meiner ersten Touren kurz nach der Fahrprüfung und ich hatte da ziemlich zu kämpfen. Ein bisschen besser ging es gestern schon und ich kann mit solchen Situationen, wie Radfahrer an engen Stellen flott überholen, wesentlich besser umgehen bzw. ich mache das jetzt einfach, solange es nicht total unübersichtlich ist. Die Fahrradfahrer nutzen natürlich das wunderbare Wetter ebenso, wie alle anderen motorisierten und nicht motorisierten Mitmenschen.

Ich bin früher selbst sehr viel im Schwarzwald gefahren und habe auch mehrwöchige Touren mit Gepäck u. a. durch die Alpen gemacht. An der Stelle möchte ich aber nicht verschweigen, dass es Momente gab, an denen ich das bepackte Rad gerne in den Graben gepfeffert hätte ;-)  Ich kenne die "andere" Zweiradperspektive recht gut und weiß auch, wie leicht man dabei ins träumen kommt und einfach nur noch vor sich hinstrampelt und alles andere vergisst, inkl. den restlichen Verkehr. Was mich allerdings wirklich aufregt, ist die Rücksichtlosigkeit mancher Radfahrer, hier speziell die Herrschaften auf den Rennrädern, die gerne mal auf engen Paßstraßen zu zweit oder dritt nebeneinander herfahren und munter miteinander schwatzen, so dass  man  nur mit Mühe vorbeikommt.


Und manche Motorradfahrer nerven mich auch, vor allem, wenn sie sich in den Sicherheitsabstand anderer Verkehrsteilnehmer drängen. Heute hatte ich das ein paar Mal, mich amüsiert dann immer, dass man sich an der nächsten Ampel oder Schlange wieder trifft. Aber gut, muss jeder selbst wissen. Ich hänge an meinem Leben... bestimmt werde ich nie eine sportliche Fahrerin werden, dazu bin  ich viel zu wenig risikobereit.

Auf der Tour gestern das Münstertal hoch habe ich kurz an einem Parkplatz gehalten. Dort stand ein Pavillion mit dem hübschen Namen "Lusthäusle", sah aber nicht sonderlich komfortabel aus dort ;-)

An der Stelle hatte man eine wunderschöne Aussicht ins Tal und es hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, um den Jahreswechsel eine Auszeit im Kloster St. Trudpert zu buchen. Im Schnee ist es dort bestimmt noch viel schöner und ich hoffe auch einigermaßen einsam und abgeschieden.

Ich hatte eigentlich vor, direkt zum Feldberg hochzufahren, bin dann aber erstmal am Schluchsee gelandet und von dort aus Richtung Feldberg hochgefahren. Man kann jetzt schön die Unterschiede in der Vegetation sehen, oben ist der Herbst schon deutlich weiter, aber es ist noch lange nicht kahl. Ich habe allerdings den subjektiven Eindruck, dass die Herbstfärbung von Tag zu Tag rapide voranschreitet.

Hinter dem Feldberg habe ich in Brandenberg in einem verschlafenen Hotel und Gasthof Pause gemacht und einen wahnsinnig leckeren Heidelbeerkuchen gegessen. Außer mir waren noch genau 2 andere Gäste da, es war fast perfekt: Sonnenschein, Herbstwald, gutes Essen...

Als ich mich zum weiterfahren fertig gemacht habe, holte ein Fahrradfahrer sein Mountainbike aus der Garage und fragte mich, wieviel PS meine Maschine hat. Auf meine Antwort meinte er "oh, die schaut aber nach mehr aus" :-D

 Ich bin dann bis Zell im Wiesental auf der B317 gefahren, eigentlich wollte ich irgendwann abbiegen, aber ich habe jedes Mal die richtige Ausfahrt verpasst. Am Ende habe ich dann aber doch die Strecke gefunden, die ich fahren wollte, nämlich von Steinen nach Kandern auf der L135 und dann weiter nach Badenweiler auf der L132.

Hier gab es auch wunderbare Ausblicke auf die Rheinebene und ziemlich viele Kurven. Ich merke immer wieder, dass ich lange brauche, um mich warmzufahren. Am Ende einer Tour geht das immer viel flüssiger, als am Anfang. Von Badenweiler aus ging es dann auf direktem Weg zurück nach Freiburg.





Heute wollte ich nochmal durch das schöne Urachtal und Bregtal fahren. Wie immer... erstmal falsch gefahren... Ich bin auch nur den Teil durch das Bregtal gekommen, das Urachtal lag da schon abseits meiner Route.

Es war diesmal auch nicht einsam, aber immer noch wenig Verkehr, im Vergleich zu den anderen Strecken.

Diesmal hatte ich noch gar nicht geplant, wie ich zurückfahren wollte. Gasthof habe ich dann die Karte studiert und wollte über Villingen weiter Richtung Schramberg fahren.

Auf dem Weg zwischen Villingen und Schramberg bescherten mir die Umleitungen einige recht schöne und relativ einsame Strecken im Sonnenschein. Die Schleife über Fluorn-Winzeln und Alpirsbach war etwas unfreiwillig, weil ich mal wieder die Straße nicht gefunden hatte, die ich eigentlich nehmen wollte. Aber dafür fährt man ja Motorrad ;-) Solange ich keine großen Touren ins Ausland plane, werde ich mir erstmal kein Navi kaufen, für den Schwarzwald und Bodenseeraum reichen mir die Straßenkarte und google-maps aus.

Tja... in dem Gasthof meinte die eine Bedienung, dass es am kommenden Donnerstag im Schwarzwald schneien soll, bäh! Wegen mir kann es noch bis Monatsende so schön bleiben und dann darf es meinetwegen schneien... wobei... meine Wohnung ist im Winter äußerst ungemütlich. Bei den Temperaturen im Moment mag ich wirklich nicht an Socken und Wärmflasche im Bett denken.

Morgen geht es nochmal aufs Motorrad, hoffentlich nicht zum letzten Mal in dieser Saison. Wir haben hier ja viele Ausweichmöglichkeiten, wenn es oben schon zu ungemütlich oder gar glatt ist, kann man hier unten immer noch ganz gut rumfahren.

Ach ja, den Temperaturunterschied zwischen dem östlicheren und nördlicheren Schwarzwald und dem Südschwarzwald konnte ich sehr gut spüren. In Winzeln musste ich noch ein Shirt unterziehen und dachte mir, dass es ein Fehler war, auf die Thermoleggins zu verzichten. Es war schon etwas frisch dort. Kurz hinter Schiltach wurde es aber deutlich wärmer und ich war froh, dass die dicken Klamotten heute nicht dabei waren.

Das sind auch interessante Erfahrungen, das Wetter und die klimatischen  Unterschiede so unmittelbar zu spüren. Es ist aufgrund der höheren Geschwindigkeit auch nochmal etwas anderes, als auf dem Fahrrad. Mal sehen, wo ich morgen fahre und was ich da alles mitnehme, oder weglasse.

Samstag, 1. Oktober 2011

Erste mehrtägige Tour - Bodenseeraum - Allgäu

Nach drei Jahren habe ich mir endlich mal einen Urlaub gegönnt und mir einige Dinge vorgenommen.

Das  letzte Wochenende hatte ich mit meinen netten Dawanda-Kolleginnen in Sachsen-Anhalt auf Kalles Hof verbracht und mich schon etwas regeneriert. Der ursprüngliche Plan war eigentlich, dorthin mit dem Motorrad zu fahren, aber die Aussicht vielleicht 730 km allein im Regen fahren zu müssen, ließ mich dann doch auf die Bahn ausweichen. Allerdings hatte ich mich beim Bahnfahren mehr als dreimal  geärgert, nicht doch das Motorrad genommen zu haben, denn die Hinfahrt dauerte endlos lang aufgrund von Verspätungen und meiner eigenen Schusseligkeit und das Wetter war einfach nur super, sonnig, warm... naja... das nächste Mal dann.

Am Dienstag fuhr ich mit meinem neuen, wasserdichten Rucksack auf dem Rücken (schweineteures Teil... aber egal, ich brauchte sowieso einen neuen) Richtung Bodensee nach Unteruhldingen. Da ich bis spätestens 15 Uhr eingecheckt sein sollte, habe ich auf größere Extravaganzen verzichtet und bin ziemlich direkt durchgefahren.

Die Strecke am Bodensee entlang ist ja landschaftlich wunderschön, aber der Verkehr... gruselig.

Die ersten Kilometer auf der Hausstrecke über St. Peter und St. Märgen machte mir der Rucksack zu schaffen. Ich dachte, dass er mich nicht großartig stören würde (bin auch nicht erst Probe gefahren damit), aber das zusätzliche Gewicht auf dem Rücken machte sich beim Kurvenfahren bemerkbar, ich war irgendwie steif und unsicher und ärgerte mich erstmal über die Investition, ich habe ja noch eine Packrolle mit passenden Strippen zum verzurren.

Beim Rechtsabbiegen speziell nervte mich, dass ich nach hinten eingeschränkte Sicht hatte, aber das ließ sich durch festeres Anlegen des Rucksacks ändern.

In Unteruhldingen angekommen, habe ich mich erstmal "kurz" hingelegt und wollte eigentlich noch nach Ravensburg fahren. Aus "kurz" wurden dann fast 3 Stunden und ich habe mir alternativ das Pfahlbaumuseum angesehen. Die 45-minütige Führung war sehr interessant, vorher habe ich mir noch die Sonderausstellung über das Projekt "Leben in der Steinzeit" angesehen. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Sendungen, sie liefen 2004 im Fernsehen.

Am meisten beeindruckt und nachdenklich gemacht hat mich die Veränderung der Gesellschaft von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit. Mit der Entdeckung der Metallbearbeitung begannen die erste Kämpfe um Rohstoffe und zum ersten Mal wurden Waffen nicht für die Jagd, sondern gegen andere Menschen eingesetzt bzw. zu diesem Zweck hergestellt.

Was mich noch nachdenklich gemacht hat ist, dass der Führer erwähnte, dass die Menschen in der Steinzeit ergebnis- und nicht leistungsorientiert waren. Es war egal, ob Löcher in Steine bohren Tage dauerte, oder das Mahlen von Mehl für eine Mahlzeit 6 Stunden. Am Ende zählte das Ergebnis und wenn die Arbeit getan war, hatte der Mensch frei. Es wurde nicht auf Halde Müll und Mist produziert und ich denke, dass das Leben zwar hart, aber die Menschen zufriedener waren. Materieller Besitz macht nicht glücklich...

Der zweite Tag führte mich in Richtung Österreich, ich war in Dornbirn verabredet und wollte danach ein Stück auf der Deutschen Alpenstraße fahren.

In Österreich ist mir gleich was aufgefallen: Die Ampeln blinken, bevor sie auf Rot springen. Ich habe mich bei der ersten grünen, blinkenden Ampel gefragt, was das jetzt bedeuten soll. Außerdem habe ich die ganze Zeit geschwitzt, dass ich nicht versehentlich auf der Autobahn lande, denn ich wollte für den kurzen Ausflug nicht noch eine Vignette kaufen.

Von Dornbirn aus bin ich ein Stück zurückgefahren, natürlich nicht, ohne mich zu verfahren (trotz Straßenkarte...), irgendwann hatte ich dann endlich das richtige "Loch" gefunden und war auf einer superkleinen, supersteilen Straße in die richtige Richtung. Ehrlich gesagt bin ich wirklich froh, dass ich jetzt schon seit Wochen den Schwarzwald unsicher mache und weiß, was ich bei Steigungen und Gefälle zu tun habe und auch keine Angst mehr vor dem Kurvenfahren bergab habe. Diese kleine, hübsche Straße hatte nämlich 19 % Gefälle und die Steigung am Anfang muss auch in diesem Bereich gewesen sein. Dafür war ich mal wieder allein auf weiter Flur.

Es ging dann weiter auf der L21 durch Orte mit so schönen Namen wie "Hinterschweinhof" und "Vorderschweinhof"... Mein Weg führte mich weiter Richtung Weiler-Simmerberg und dann nach Oberreute und Oberstaufen, am Großen Alpsee vorbei ging es dann nach Immenstadt im Allgäu.

Vor dem Großen Alpsee warnten mich einige andere Motorradfahrer vor einer Radarkontrolle. Aber ich bin ja sowieso eine alte Trödlerin und fuhr nicht mehr als die erlaubten 80 km/h. Zuerst habe ich sowieso nicht kapiert, was die alle von mir wollten ;-)

In Immenstadt bog ich wieder auf kleinere Straßen ab und nahm den Weg nach Missen und Sibratshofen weiter nach Isny. Ich liebe kuriose Ortsnamen, diesmal ging es durch "Großholzleute" und "Kleinholzleute", bis jetzt hatte ich noch keinen Lachanfall auf dem Motorrad, aber kurz davor war es schon ein paar Mal. Gut, meine Mutmaßung ist, dass mit dem "Holz" der Wald gemeint ist und die einen eben mehr und die anderen weniger hatten. Wobei "Leute" auch eine andere Bedeutung haben könnte, das müsste man recherchieren. Lustig ist es auf jeden Fall.

In Isny machte ich dann mal wieder Pause, nicht ohne sinnlose 50 Cent in eine nicht funktioniernende Parkuhr zu werfen, wobei ich an den Loriot-Sketch mit der Politesse denken musste "... die Münze in den für den Münzeinwurf vorgesehenen Münzschlitz..." Isny war der "Wendepunkt" meiner Tour, es ging von dort über Kißleg, Weingarten und Ravensburg wieder zurück an den Bodensee.

Am Donnerstag ging es dann wieder zurück nach Freiburg, leider. Am liebsten hätte ich die ganze Woche dort verbracht.

Leider war es auf der Rückfahrt nicht nur am See auf weiten Strecken neblig. Ich hatte eigentlich vor, ein wenig im Schwäbischen herumzufahren und mir die Landschaft anzusehen, Kloster Beuron zu  besuchen usw. Es war aber viel zu neblig für Landschaft und außerdem unangenehm feuchtkalt, so dass ich auf den Abstecher verzichtete und über Pfullendorf und Meßkirch Richtung Tuttlingen durchfuhr. Das war wirklich schade, aber bei Sichtweiten unter 100 m macht`s nicht wirklich Spaß.

In Donaueschingen machte ich in der Hoffnung, dass sich der Nebel auflösen würde, länger Pause, aber es wurde nicht wirklich besser. Erst ca. 10 km hinter Donaueschingen riss es auf und wurde sonnig.

Und dann... wurde ich mit einer grandiosen Strecke durch ein wunderschönes Tal belohnt! Ich habe keine Ahnung, wie das Tal heißt, die Orte, durch die ich durchkam hießen Zindelstein, Schwarzbuben, Hammereisenbach und Urach. Hier stimmte einfach alles! Sonne, Herbstlaub, Wildbach... und eine - zumindest im ersten Teil - supergute Straße, auf der ich die meiste Zeit völlig allein war. Da muss ich unbedingt nochmal hinfahren!

Freiburg begrüßte mich papstfrei mit strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Als Dank für die schöne Tour habe ich mein Bike geputzt... also ein bisschen ;-)

Ich habe nicht so genau geschaut, wieviele Kilometer das waren, aber so um die 700 dürften es schon gewesen sein.

Diesmal gibt es nur die Karte von der Allgäu-Tour, der Bericht von meiner heutigen Tour durch das Feldberggebiet und die Karte folgen.

Mittwoch, 21. September 2011

13. Tour - Freiburg Hexenlochmühle - Villingen - Donaueschingen - Freiburg - 191 km

Ach, war das toll heute! Da ich heute nachmittag außerplanmäßig frei hatte und das Wetter herrlich ist, habe ich eine Tour geplant. So langsam nähert sich ja das Ende der Saison und wer weiß, wie lange das Wetter und die Temperaturen noch mitspielen.

Diesmal war ich kleidungsmäßig gut vorbereitet, Leggins unter der Hose, obenrum mit langärmligem Shirt, Softshelljacke und der Motorradjacke, plus Halstuch und Nierengurt. Wenn man damit in der Stadt in der Sonne an der Ampel steht, wird es natürlich prima warm, aber unterwegs war es genau richtig und angenehm so.

Von Freiburg aus startete ich auf meiner "Hausstrecke" über St. Peter und St. Märgen. Hinter St. Märgen zweigt die Straße Richtung Hexenlochmühle  ab.

Ich bin ganz froh, dass ich unter der Woche gefahren bin, denn laut google-Informationen geht es dort am Wochenende ganz schön zu und die Straße zur Mühle runter ist sehr schmal und sehr kurvig, Gegenverkehr in Form von Bussen hätte ich nicht so toll gefunden.

Die Hexenlochmühle liegt in einem sehr idyllischen Tal. Die Mühlräder laufen zwar noch, aber die Mühle dient nur noch zu Schauzwecken, gesägt oder produziert wird dort nicht mehr. Natürlich wird jede Menge Schwarzwald-Merchandise und Schwarzwaldfutter verkauft, da die Mühle ein beliebtes Ausflugsziel ist. Ich habe mich dort in die Sonne gesetzt und Kaffee und Kuchen in der Sonne genossen. Während ich da so saß, kamen noch ungefähr 8 weitere Bikerinnen und Biker.

Danach ging es weiter über Vöhrenbach in Richtung Villingen.

Auf meinem Tourzettel stand "Langenbach", also bin ich nach Langenbach abgebogen.

Dieser Abstecher bescherte mir eine sehr lustige Fahrt. Eigentlich wollte ich erst nächstes Jahr einen Cross-Kurs besuchen und nicht mit diesem Motorrad ;-)

Naja, etwas übertrieben, aber die Straße war gerade breit genug für ein Auto, sehr schlecht, sehr eng und am Ende stand ich im wahrsten Sinne des Wortes im Wald. Eine Spaziergängerin mit Hund hatte mich sehr entgeistert und ungläubig angeschaut... Zum Glück landete ich bald wieder auf einer richtigen Straße. Amüsiert habe ich mich aber trotzdem köstlich, ich glaube, die Kühe links und rechts der Straße haben sich heute Abend bestimmt was zu erzählen ;-)

Nach diesem Abstecher in die wilden Wälder führte mich mein Weg - diesmal richtig - nach Unterkirnach und durch das Schlegeltal. Es ist wirklich idyllisch dort und die Straßen waren sehr wenig befahren. Gut, Mittwochnachmittag sitzt der normale Arbeitnehmer wohl im Büro und nicht auf dem Motorrad.

Von Villingen aus fuhr ich Richtung Donaueschingen und Hüfingen weiter, danach hatte ich ursprünglich etwas anderes geplant, aber Hunger und die vorgerückte Stunde trieben mich dann doch dazu, den langweiligen, aber schnelleren Weg über die B31 zu nehmen.

Es ging dann auch wieder die "Hausstrecke" zurück, von der B31 runter, Richtung St. Märgen und St. Peter.

Auf dem Rückweg habe ich gemerkt, dass inzwischen mal wieder ein paar "Knoten" geplatzt sind, was das Kurvenfahren betrifft. Ich fahre jetzt tatsächlich schneller, das habe ich weniger daran gemerkt, dass ich auf den Tacho geschaut habe, als daran, dass mich ein Motorradfahrer, der hinter mir fuhr, nicht überholen wollte. Bis jetzt wollten alle immer vorbei an mir. Na, vielleicht fahre ich auch so furchtbar, dass er sich nicht getraut hat, mich zu überholen :-D

Weiter Richtung St. Peter hatte ich dann ein Fahrschulauto vor mir und da ging es selbst mir zu langsam. Wer die Strecke kennt, weiß, dass man da sehr schlecht überholen kann (teilweise auch nicht darf) und ich dachte mir auch, dass es vielleicht nicht sooo die tolle Idee wäre, wenn ich nachher dann knapp vor dem Auto klebe, weil ich trotz allem nicht die Schnellste bin. So bin ich eben gemütlich hinterher getrödelt und war froh, als das Auto Richtung Stegen abgebogen ist.

Mein Motorrad gebe ich ganz bestimmt nie wieder her!

Die Karte wurde wieder erstellt mit freundlicher Hilfe von google-maps.

Freitag, 16. September 2011

12. Tour - Nordschwarzwald - 231 km

Puh, das war ja was heute!

Diese Tour hätte extrem schön und idyllisch sein können, wenn nicht a) etliche Baustellen b) großzügig gestreuter Rollsplit (zum Glück bergauf in den Kurven, nicht bergab) c) dicker Verkehr und d) LKWs en masse, bergauf und bergab.

Am meisten hat mich der Rollsplit ins schwitzen gebracht und ich habe die ganze Zeit Stoßgebete losgeschickt, dass bitte nirgendwo bergab welcher in den Kurven liegt. Die Straße von Zell am Harmersbach nach Bad Peterstal und später weiter nach Freudenstadt wäre ein Traum, wenn eben nicht a) bis d) gewesen wäre. Es war echt kein Genuss, da zu fahren, das war einfach zuviel des Guten für meine Anfängerkenntniss, andere fahren da natürlich schneller. Was soll`s.

Es gab aber trotzdem richtige Highlights auf der Fahrt, die Orte Zell am Harmersbach oder Bad Peterstal-Griesbach könnten prima die Hauptrolle in einem Heimatfilm spielen.
Ein Teil meiner Strecke verlief auf der "Deutschen Fachwerkstraße".

Nur nebenbei: in der Gegend (weiter östlich allerdings) befindet sich der Ort Gengenbach, der im Film "Charly und die Schokoladenfabrik" als "Düsseldorf" fungiert. Als Tim Burton-Fan muss ich da eigentlich mal hinfahren.

Irgendwie will ich es auf meinen Touren mal schaffen, ein paar Orte genauer anzusehen, anstatt nur durchzufahren, es gibt soooo viel zu sehen und zu entdecken! Auf der anderen Seite denke ich mir, dass ich das dann lieber mit einer Wandertour oder vielleicht im Winter mit Langlauf kombinieren werde. Wenn ich auf dem Motorrad sitze, will ich eigentlich nur eins: fahren!

Auf dem Rückweg, der ungeplant (Doro und die Straßenschilder, Klappe, die 125...)  anders verlief, als ich es eigentlich vorhatte, landete ich wieder bei Schiltach in dem Gasthof, wo ich Mitte/Ende August schon  mal auf der Tour von St. Georgen aus war. Die Bedienung hat sich sogar noch an mich erinnert ;-)

Das war die einzige Einkehr heute, von einer Pause auf dem Parkplatz "Renchtalblick" (auf dem man das Renchtal vor lauter Bäumen nicht sah...) mal abgesehen, wo es lecker Energie-Riegel und Wasser aus der Flasche gab. Nach dem Gefahre durch den Rollsplit und dem Herumgekurve zwischen LKWs und drängelnden Lieferwagen, musste einfach eine Pause sein. Es war sogar recht ruhig da und eigentlich ganz hübsch.

Ich habe mir die anderen Motorradfahrer angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass die auch nicht viel schneller um die Kehren  rum sind, wie ich. Spätestens nächstes Jahr klappt das flotter, da bin ich mir sicher.

Jetzt am Ende der Tour durch das Kinzigtal und Elztal ging es dann mal richtig flott für meine Verhältnisse, auf den größeren Straßen steigert sich mein Tempo immer mehr. Ich weiß inzwischen sehr gut, wie mein Motorrad reagiert, wie ich sie um die Kurven kriege usw.  und ich habe - glaube ich - den Verkehr und die Straße recht gut im Blick, weil die ganzen Schalt- und Bremsvorgänge inzwischen wirklich automatisch ablaufen. Ich muss gar nicht mehr auf den Drehzahlmesser schauen, um zu wissen, ob ich jetzt hoch- oder runterschalten muss, weil ich das genau spüre und höre und ich weiß zu 95 %, in welchem Gang ich gerade bin.

Auf der Strecke von Waldkirch nach Freiburg habe ich mal den Gashahn bis zum Anschlag gedreht und bin ein Stück mit Vollgas gefahren. Ich kenn`s ja schon von der Autobahnfahrt in der Fahrschule, es ist *anstrengend* mit dem Winddruck, ewig kann ich das nicht haben, aber für ein paar Kilometer mal richtig durchziehen, macht Spaß. Heute hatte ich auch nicht mit Seitenwind zu kämpfen, hier ist es ja nicht so selten ordentlich windig. Auf der Autobahnfahrt in der Fahrschule hatte ich ein paar Mal erlebt, wie das Motorrad neben einem LKW versetzt wurde, das war irgendwie schon etwas unheimlich...

Und heute habe ich was geschafft, nämlich das ruckfreie Hochschalten! Ich habe irgendwann mal dran gedacht, dass man den Schalthebel vor dem Kuppeln schon etwas belasten soll. "Was meinen die damit??" Dann habe ich`s probiert und, was soll ich sagen, die Gänge gehen wie Butter rein! Beim runterschalten ruckt es ab und zu schon noch, vor allem, wenn ich mal wieder etwas hektisch bin, aber auch das wird besser.

Ich glaube, wenn diese Saison in ein paar Wochen zuende geht, kann ich mit meinen Lernerfolgen und der Kilometerleistung echt zufrieden sein. Und ich weiß jetzt schon, dass ich an jedem schönen, warmen Wintertag das Kennzeichen 03-10 verfluchen werde... aber wenn es ganz schlimm mit dem Entzug wird, kann ich ja eine Maschine leihen gehen ;-)

Die Tour heute war: Freiburg - Denzlingen - Sexau - Freiamt - Schuttertal - Zell am Harmersbach - Bad Peterstal-Griesbach - Freudenstadt - Loßburg - Alpirsbach - Schilltach - Elzach - Freiburg

Die Karte, wie immer mit freundlicher Hilfe von google-Maps.

Donnerstag, 15. September 2011

11. Tour - 383 km Bericht mit Verspätung ;-)

Ich sitze gerade schon an der Planung für die morgige Tour, aber vorher kommt noch der Bericht von meiner letzten.

Der Plan war, eventuell am Bodensee zu übernachten, also bin ich mit einem gepackten Rucksack und Tankrucksack losgefahren.

Mein Weg führte mich erst einmal nach Süden, bis nach Schliegen fuhr ich auf der B3. Von dort aus ging es dann weiter in Richtung Kandern.

Auf dem Weg merkte ich schon, dass ich eigentlich zu wenig gegessen und getrunken hatte und entsprechend unkonzentriert fuhr. Es ist interessant, wie schnell sich das auf die Fahrerei auswirkt, ich hatte sogar Anflüge von schlechter Laune, das passiert mir sonst nie. Also: höchste Zeit, etwas zwischen die Kiemen zu kriegen.

Die Strecke Richtung Kandern ist sehr idyllisch und war am letzten Samstag auch recht wenig befahren. Es ging weiter Richtung Marzell und auf dem Weg fand ich in Mahlsburg den Gasthof Zur Mühle. Glücklicherweise war schon Mittagszeit und ich konnte mich in die Sonne setzen und die Idylle genießen. Der Gasthof ist tatsächlich eine alte Mühle, sehr hübsch hergerichtet und wunderschön gelegen, ich fand es schade, dass es dort keine Zimmer gibt, da wäre ich im Winter gerne mal eingekehrt und hätte mich ein paar Tage vom Stadtleben zurückgezogen.

Nachdem ich mich gestärkt hatte, ging es weiter nach Marzell und von dort durch das Kleine Wiesental über Gresgen und Adelsberg nach Zell im Wiesental. Die Strecke durchs Kleine Wiesental ist ebenfalls äußerst idyllisch, für mich allerdings nach wie vor eine Herausforderung, da die Straße sehr kurvig und eng ist, aber ich war unbedrängt und konnte in meinem Tempo fahren.

Jetzt im Herbst kommen für Motorradfahrer noch neue Herausforderungen hinzu, es liegen Laub, Kastanien, Früchte... Schmutz usw. auf der Straße. Es gilt also, die Straße noch genauer zu "lesen" und  für eine Anfängerin wie mich, die mit diesen Situationen noch nicht konfrontiert war, heißt es erhöhte Vorsicht. Ich habe schlicht und ergreifend keine Lust auf einen Sturz oder eine Situation, die ich nicht kontrollieren kann, also bleib ich weg vom Gas.

Von Zell aus ging es weiter über Schönau und dann Richtung St. Blasien und Schluchsee, auf den Spuren einer meiner letzten Touren.

Diesmal wollte ich jedoch weiter Richtung Bodensee fahren und bin nach Bonndorf abgebogen. In Bonndorf habe ich mir dann eine weitere Rast gegönnt. Es waren unglaubliche Massen von Motorradfahrern unterwegs. Ich finde es auf jeder Tour wieder lustig, dass es Strecken gibt, auf denen ich kilometerweit allein unterwegs bin und es kommen mir meist auch mehr andere Motorradfahrer entgegen, als in meine Richtung fahren. Das war bis jetzt auf jeder Tour so, oder auf fast jeder.

Nachdem Eiskaffee und ein Liter Wasser ausgetrunken waren, ging es weiter auf der L171 über Wutach in Richtung Blumberg. Ich bin bei einer der letzten Touren unten durch die Wutachschlucht über die Schattenlochmühle gefahren, diesmal ging es etwas anders (aber nicht weniger idyllisch) an der Wutach entlang.

Da mir die Schlepperei mit der große Spiegelreflexkamera zuviel war und ich auch befürchte, dass ihr die Rüttelei im Tankrucksack nicht gefallen könnte, gibt es leider keine Fotos. Für die nächste Saison wünsche ich mir vom Weihnachtsmann (oder von meinem Freund...) eine Kompaktkamera, die ich in die Jackentasche stecken kann, da habe ich weniger Bedenken. Meine Spiegelreflex ist mir einfach zu kostbar, weil ich für meine Produktfotos auf sie angewiesen bin.

Hinter Blumberg ging es weiter auf der B314 Richtung Singen und von dort nach Radolfzell.
Ich bin eine Runde durch die Stadt gekurvt und habe überlegt, ob ich dort übernachte (so war der ursprüngliche Plan). Da ich aber irgendwie das Schild der Touristeninfo nicht gefunden oder übersehen hatte, habe ich gegen 17.45 beschlossen, nach Freiburg zurückzufahren.

In Engen musste ich nochmal tanken und es gab einen Fruchtriegel und noch Wasser aus der Flasche für mich. Inzwischen war es nach 18 Uhr und ich wollte unbedingt noch im Hellen zuhause ankommen. Das hieß also: durchfahren und zwar flott!

Unterwegs habe ich schon die Anstrengung gemerkt und dass ich zu wenige Pausen gemacht habe. Eine Stimme aus dem Off flüsterte non-stop "Doro, so passieren Unfälle, durch Übermüdung und zu wenige Pausen..." Zeitweise war es wirklich anstrengend, weiter im Sattel zu sitzen und mich auf die Straße zu konzentrieren. Dazu kam die tiefstehende Sonne, die manchmal sehr geblendet hat, trotz Sonnenvisier und mich dazu zwang, langsamer zu fahren, bis die Situation klar war.

Als dann allerdings die ersten Schilder mit "Freiburg" auftauchten, ging es mit der Müdigkeit dann doch ganz ok. Die B31 fahre ich ja - wie gesagt - nicht sonderlich gerne, aber diesmal war sie mir willkommen.

Es war nicht sonderlich spannend, dort zu fahren, bis... Falkensteig.

Da wurde es lustig für mich und ich meine das jetzt nicht ironisch, sondern es war amüsant.
Hinter Falkensteig gibt es einige Kurven und auch eine 180-Grad-Kehre. Ich habe mich schon gewundert, warum der Verkehr auf einmal dichter und langsamer wurde... und dann habe ich sie gesehen, die "nicht-gebirgserfahrenen" Autofahrer...

Ja, gut, ich kann es ein wenig nachvollziehen, wenn ich sehe, wie ich im Schwarzwald um die Ecken schleiche. Aber hier... die Straße ist bestens ausgebaut, in gutem bis sehr gutem Zustand und *breit*
Kein Grund, dort mit 40 um die Ecken zu schleichen. Ich meine, es war ein sonniger, trockener Tag!

Naja, überholt habe ich nicht (darf man da auch nicht), aber mir eins gegrinst.

Ja, und um 19.15 war ich dann zuhause, total ko, halb verhungert und verdurstet, aber stolz :-)

Ich kann`s gar nicht oft genug sagen: ich liebe mein kleines Motorrad und das Fahren macht mir wahnsinnig Spaß, ich habe noch keine Sekunde bereut, den Schein gemacht zu haben und kann allen, da draußen, die es sich gerade überlegen nur sagen: TUT ES, ES IST GEIL!

P.S: Inzwischen sind die zweiten 1000 km auch voll, bin gespannt, wieviele es in dieser Saison noch werden...

Die Karte wie immer mit freundlicher Hilfe von google-Maps.

Samstag, 3. September 2011

10. Tour - 229 km Freiburg - Schluchsee - Freiburg

Heute war endlich wieder einmal Zeit und Wetter für eine größere Tour. Es ist gerade herrlich, noch hochsommerlich warm und selbst oben im Schwarzwald reichte es, ein T-Shirt unter der Jacke zu tragen.

Ich bin gegen Mittag aus Freiburg Richtung Badenweiler aufgebrochen.
Ursprünglich wollte ich eine andere Route fahren, als durchs kleine Wiesental, da ich aber - wie nicht ganz selten - ein Schild übersehen habe, landete ich im Kleinen Wiesental.

Heute habe ich die Wirkung des Fahrtrainings ganz besonders gespürt!
In den Kurven bin ich immer noch recht langsam, aber ich habe keinerlei Angst oder Panik mehr, selbst wenn es eng oder sehr eng wird. Selbst die 180-Grad-Kurven versetzen mich nicht mehr in Panik.

Inzwischen schaffe ich es wirklich gut, entspannt und locker auf dem Bike zu sitzen.
Mehr Tempo wird im Lauf der Zeit sicherlich auch kommen, ich merke, dass ich langsam das Fahren selbst mehr genießen kann und nicht mehr so auf die ganzen Abläufe achten muss.

Die Straße durch das Kleine Wiesental ist leider größtenteils sehr schlecht, es gibt (zu Recht) häufig Geschwindigkeitsbegrenzungen, an besonders schlechten Stellen auch schon mal 30 km/h. Naja, ganz dran gehalten habe ich mich nicht ;-) Ich war aber froh, dass ich die Strecke bergauf und nicht bergab gefahren bin und schon gar nicht im Dunkeln... 

Außer mir haben noch etliche andere Biker das wunderbare Wetter genutzt, die meisten kamen mir aber entgegen.

Im Kleinen Wiesental erwarten einen herrliche Ausblick und etliche Kurven, teilweise ist der Fels ganz eng an der Straße, es hat wirklich leichten Gebirgscharakter, Schwarzwald vom Feinsten!

Netterweise blieben mir heute auch unangenehme Situationen mit Autofahrern oder anderen Motorradfahrern erspart, erstaunlicherweise war ich oft relativ allein auf weiter Flur, niemand hat gedrängelt oder riskant überholt. Vielleicht bin ich doch schneller geworden?? Ich schaue eigentlich nur dann auf den Tacho, wenn es irgendwo relevante Geschwindigkeitsbegrenzungen oder die Möglichkeit zum schneller fahren gibt. Inzwischen höre und weiß ich meist genau, in welchem Gang ich bin, und ob rauf- oder runterschalten angesagt ist.

Vom Kleinen Wiesental aus ging es weiter Richtung Utzenfeld. Als ich von der Bundesstraße abbog, stellte ich fest, dass der Ort schon Utzenfeld war, und ich gar nicht hätte reinfahren müssen. Also schnell gewendet und dann weiter in Richtung St. Blasien über Schönau und Bernau.

Heute habe ich mir mal wieder ganz arg die "Immer-und-Überall-Dabei-Kamera" gewünscht, es war so unglaublich idyllisch. Weiter oben beginnt jetzt schon die Herbstfärbung, ich denke aber, das Meiste davon ist - wie in den letzten Jahren  häufig - trockenheitsbedingt.

Oben waren das Licht und die malerische Landschaft einfach wunderbar, der Himmel war strahlend blau und es roch nach Heu.

Wir hatten hier letztes Wochende einen leichten Herbsteinbruch und unter der Woche auch etwas unbeständiges, aber warmes Wetter, so richtig herbstlich ist es noch nicht. Selbst die letzten Nächte waren warm.

Unterwegs machte mir mal wieder der Durst zu schaffen.

Bei Utzenfeld habe ich auf einem Parkplatz eine kurze Pause gemacht und etwas getrunken und gegessen. Inzwischen überlege ich ernsthaft, mir ein "Camel Pack" zu kaufen, denn nicht immer, wenn es nötig ist, kann man gut anhalten und eine Trinkpause machen und ich neige dazu, stark zu schwitzen.

Ich merke inzwischen sehr genau, wenn eine Pause erst langsam und  dann dringend nötig wird...

Von St. Blasien aus ging es dann weiter Richtung Schluchsee.

Es war unglaublich viel los dort, Wanderer, Radfahrer, Biker, Autofahrer... alle zog es raus, das wunderbare Wetter genießen.

In Schluchsee selbst habe ich dann auch die längst fällige Rast gemacht, leider war ich mal wieder zu spät für die Küche dran und musste mich mit einem Eiskaffee begnügen. Aber trinken war sowieso wichtiger, als essen. Ich kenne das vom Radfahren, wenn man zu wenig trinkt, ist es viel gravierender, als wenn man zu wenig isst. Vor allem wirkt sich ersteres sehr viel rascher aus.

So konnte ich von der Terrasse des Cafés die ganzen Motorräder bewundern, die die Straße entlang kamen.

In Schluchsee überlegte ich, welche Strecke ich weiter fahren würde, die B500 oder lieber die Strecke über Lenzkirch. Ich habe mich für Lenzkirch entschieden und wurde mit einer wunderschönen Strecke, die erstaunlicherweise auch wenig befahren war, belohnt.

Von dort ging es erst Richtung Titisee, und dann ein kleines Stück auf der B31.

Ich wollte eigentlich über Rössleberg fahren, bin da aber in einer Sackgasse gelandet und musste (oh Schreck) ein Stück rückwärts den Berg runter. Elegant war das nicht, aber ich habe es hingekriegt, schön vorsichtig ;-)

An der Abzweigung Richtung St. Märgen habe ich die B31 wieder verlassen und bin meine "Standardroute" über St. Peter und das Glottertal nach Freiburg zurückgefahren. Nachdem durstbedingt meine Aufmerksamkeit etwas nachließ, bin ich noch einen kurzen Umweg über Denzlingen und Emmendingen-Wasser gefahren.

Jetzt bin ich frisch geduscht und als nächstes muss ich was trinken und essen, der Magen knurrt...

Die genaue Strecke könnt ihr auf der Karte sehen, mal wieder erstellt mit der freundlichen Hilfe von google maps.



Montag, 29. August 2011

"Feierabend"-Belohnungsrunde um den Kaiserstuhl

Nachdem ich heute meine Inventur durch hatte, bin ich schnell eine Runde drehen gegangen, mal wieder Richtung Kaiserstuhl, für mehr hat die Zeit nicht gereicht.

Der erste Teil der Tour war auch noch schön und angenehm zu fahren. Ich habe ein bisschen versucht, meine neu erworbenen Kenntnisse anzuwenden, und das Kurvenfahren weiter zu perfektionieren, flotter zu fahren und das neue Fahrgefühl zu genießen.

Auf dem Rückweg der Tour hatte ich Gelegenheit, das Bremsen in der Schräglage zu anzuwenden, kurz vor Leiselheim waren ekelhafte Huckel und Bodenwellen in einer engen Kurve, da musste ich noch ein bisschen weiter runter mit dem Tempo.

Danach wurde die Fahrerei eher nervig, denn ich geriet in den ersten Feierabendverkehr.

Ich kann diese idiotischen Pseudo-Geländewagen-Fahrer nicht ausstehen! Wenn ich einen davon sehe, fahre ich sofort doppelt aufmerksam und vorsichtig, denn dieser Sorte Autofahrer "gehört die Straße". Ja klar, mit 2 Tonnen Stahl um sich rum, kann man sich ja sicher fühlen und auf der Straße benehmen, wie ein Idiot, dank Airbags und Elektronik kann einem ja nichts passieren, klar!

Ich wurde nämlich von so einem "Fahrer" (bewusst in "") direkt hinter der Ausfahrt aus einem Verkehrskreisel überholt, als ich gerade am beschleunigen war. Da dahinter direkt eine Kurve kam und natürlich Gegenverkehr auftauchte, wurde ich geschnitten und durfte noch fest abbremsen, damit die Herrschaften in ihrem hässlichen Blechkübel auf die richtige Fahrbahnseite wechseln konnten. Am liebsten wäre ich denen mal mit Vollgas hinterhergefahren und hätte ihnen mit dem Handschuh an der nächsten Ampel eine Delle in ihre Dose gedonnert, aber zu solchen Aktionen lass ich mich nicht hinreißen.

Das war der erste Depp unterwegs.

Die nächsten waren dann in Freiburg selbst.

Die Abfahrt von der B3 Richtung Uniklinik ist der Fahrstreifen für ein kurzes Stück (vielleicht 500 m) zweispurig, die rechte Spur endet dann und mündet in die linke ein. Da ich das weiß, war ich gleich links. Vor mir stand aber jemand, der abbiegen wollte, also habe ich mich dahinter gestellt.

Was passierte war, dass man sich *unbedingt* auf dem rechten Streifen vorbeiquetschten musste. Auch das habe ich zum Glück vorhergesehen und nachdem der Abbieger weg war, habe ich nochmal extra in den rechten Spiegel und über die rechte Schulter geschaut, ob nicht wieder irgendein Idiot da "schnell mal" vorbeifährt und in mich reindonnert.

Die Überholer standen dann an der nächsten roten Ampel vor mir... es bringt ja immer so wahnsinnig viel.

Unterwegs zwischen Köndringen und Emmendingen waren dann jede Menge Schlafmützen unterwegs. Ich fahre ja echt nicht sportlich, aber ich *versuche* zumindest eine konstante Geschwindigkeit zu halten und nicht 1 km mit 30 und dann wieder 500 m mit 50 zu fahren, obwohl alles frei ist und man locker das Tempo halten könnte.

Nun ja, besser eine Runde gefahren, als keine Runde gefahren.

Die Freitagstour wird dann - so das Wetter es erlaubt - größer ausfallen, die grobe Strecke habe ich schon geplant.

Ach, und den "scheißanfänger"-Patch hatte ich heute auf dem Rucksack. Ich werde ihn aber nicht mehr verwenden, denke ich, weil ich mich lustigerweise mit dem Ding auf dem Rücken unsicherer gefühlt habe, als ohne. Auch wenn ich den Eindruck hatte, dass ein paar Autofahrer mehr Abstand hielten ;-)

Sonntag, 28. August 2011

Ganztägiges Basis-Fahrtraining beim ADAC

Heute war ich beim Einsteiger-Fahrtraining vom ADAC in Breisach-Hochstetten.
Es war echt super und hat mir total viel gebracht.

Am Anfang hatte ich Bedenken, ob ich da überhaupt mithalten kann und ob die anderen nicht alles "alte Hasen" sind. Zum Glück war ich nicht die einzige Anfängerin, die anderen hatten ein paar Monate mehr Erfahrung, als ich und der Rest waren Wiedereinsteiger oder Leute, die sich einfach perfektionieren wollten.

Der einzig richtig "alte Hase" war unser Trainer.

Wir hatten verschiedene Lektionen in Fahrphysik (theoretisch und praktisch) und konnten im geschützten Raum üben und ausprobieren.

Für mich mit am beeindruckendsten war, dass ich doch nicht so wenig Schräglage habe, wie ich dachte und dass aber dennoch ganz ordentlich Reserven da sind, wenn es mal eng wird. Und jetzt kenne ich auch die Möglichkeiten, enge Situationen zu entschärfen.

Sehr gut und hilfreich fand ich auch die Übungen, bei denen wir auf dem Motorrad "herumgeklettert" sind, danach saß (und sitzt) man ganz anders im Sattel. Wir haben auch verschiedene Ausweich- und Bremsmanöver geübt, sowie Drücken und Legen in verschiedenen Variationen, plus Bremsen in Schräglage.

Ich fühle mich jetzt viel mehr "eins" mit meiner Maschine, als vorher. Das wird sicherlich nicht mein letztes Training sein. Ich überlege gerade, ob ich das Kurventraining noch mitnehme, oder erst in der nächsten Saison.

Alles in allem: Daumen hoch, sehr empfehlenswert!



Samstag, 27. August 2011

Heute mal keine Tourmeldung :-)

Mein Bike war am Donnerstagmorgen kurz in der Werkstatt. Es gab wohl mal eine Rückrufaktion wegen irgendeinem defekten Teil am Benzinhahn. Die Vorbesitzer haben das verpeilt, die Werkstatt hatte mich bei der Inspektion drauf aufmerksam gemacht.

Ja, was soll ich sagen?
Ich habe ein ganz anderes Motorrad!
Sie zieht viel besser, springt sofort an und läuft ruhig, wie ich das von der Fahrschule kenne. 

Das Anfahren am Berg hat damit auch seinen Schrecken verloren, denn das musste ich auch mal wieder und es hat wie gewohnt geklappt.

Ich hatte gestern noch mit mir gerungen, ob ich eine Tour fahre, oder nicht. Da es im Lauf des Nachmittags jedoch immer ungemütlicher wurde, habe ich drauf verzichtet.

Der heutige Tag war ebenfalls nicht sehr einladend, oben Regen und Temperaturen unter 10 Grad, dazu noch ein heftiger, böiger Wind. Und irgendwann muss ich auch mal arbeiten und alle möglichen Dinge erledigen. Leider.

Morgen bin ich den ganzen Tag auf dem ADAC-Training und bin schon furchtbar gespannt, wie das wohl wird. Es macht bestimmt viel Spaß, sich mit den anderen auszutauschen, ich bin auch gespannt, wer da so alles kommt und was die Leute alle so fahren und wie lange. Ich bin bestimmt das "Küken".

Den "scheißanfänger"-Patch habe ich vorgestern in neonpink auf hellgrünen Stoff gedruckt, bei der nächsten Tour werde ich ihn dann einweihen... vielleicht besorge ich mir noch reflektierende Folie und mache einen zweiten davon, mal sehen.

Morgen früh noch schnell zur Tanke, Sprit nachfüllen und den Reifendruck kontrollieren und dann geht`s los nach Breisach-Hochstetten.

Montag, 22. August 2011

9. Tour - die ersten 1000 km sind voll

Diese Tour war vor allen Dingen eins: HEISS!

Ich hatte eigentlich vor, der Hitze in der Ebene zu entfliehen und eine Tour Richtung St. Georgen im Schwarzwald geplant, von dort aus wollte ich dann im Bogen über Schramberg, Schiltach, Wolfach wieder zurück nach Freiburg.

Den ersten Teil bin ich auf meiner "Standardroute" Richtung St. Märgen über das Glottertal hochgefahren. Heute habe ich mit zwei der Memo-Labels aus dem Übungsbuch gearbeitet, nämlich "Mißtrauenshaltung durchbrechen!" und "Kurven weit von außen anfahren!"

Es gibt noch eine ganze Menge anderer Themen zu bearbeiten, aber erstmal muss ich mich wirklich eingehend mit dem Kurvenfahren beschäftigen. Leider hat die Hitze meiner Konzentration teilweise sehr stark zugesetzt, aber auf Teilstrecken konnte ich mich auf diese beiden Punkte konzentrieren.

In St. Georgen habe ich die Abzweigung nach Schramberg erstmal verpasst, bin dann ein Stück rausgefahren, und habe auf einem nicht sehr idyllischen Parkplatz Pause gemacht, um etwas zu trinken und zu essen. Dort oben war es etwas erträglicher, es ging wenigstens Wind.

Übrigens noch eine kleine Randbemerkung: Auf der Strecke Richtung St. Märgen gibt es recht viele Stellen, wo man wg. Straßenschäden nur 50 fahren darf.

Das ist auf diesem Streckenabschnitt meiner Meinung nach völlig überflüssig, denn die Schäden sind wenige und überschaubar und man könnte da viel schneller fahren... Dahinter kommt dann ein Abschnitt, auf dem die Straße echt mies und geflickt ist, da sind dann absurderweise sämtliche Beschränkungen aufgehoben.  Das darf verstehen, wer will. Naja... ich gestehe, dass ich heute aufgrund der freien Strecke einfach so schnell gefahren bin, wie ich das für richtig hielt.
Manchmal geht es selbst mir zu langsam ;-)

Vom Parkplatz in St. Georgen aus bin ich zurück in den Ort gefahren, um die richtige Abzweigung nach Schramberg zu nehmen.

Eine Sache, an der ich auch unbedingt arbeiten muss ist, schneller anzufahren, und vor allem das am Berg anfahren muss ich verstärkt üben.

In St. Georgen habe ich auf einem steilen Stück mit Ampeln und Fußgängerüberwegen immer gehofft, dass ich nicht stehenbleiben muss. Zum Glück musste ich das auch nicht, aber mit der Vermeidungshaltung bringt man sich nur selbst in Gefahr, also demnächst: anfahren am Berg üben, bis es richtig sitzt.

In der Fahrschule hat das wunderbar geklappt, aber seitdem ich das Motorrad einmal in Baden-Baden und später nochmal auf einer Tour beim anfahren am Berg abgewürgt habe, habe ich eine gewisse Scheu vor der Situation. Umso wichtiger, das in Ruhe zu üben, bis es im Schlaf klappt.

In St. Georgen waren dann auch meine ersten 1000 km voll!

Die Tour Richtung Schramberg und Schiltach verlief sehr schön, über kurvige, kleine Straßen, die für mich auch gut zu bewältigen waren.

Solange ich vom Verkehr unbehelligt war, habe ich mich voll und ganz auf meine Kurvenarbeit konzentriert, ständig mit mir geredet "Doro, auf dem Gas bleiben, Du fährst diese Kurve jetzt mit 70 durch ohne vorher zu bremsen"... "Doro, Kurve von ganz außen anfahren"... "Doro, runter in die Schräglage"... "Doro, weit in die Kurve schauen"... "Doro, Kopf aus der Schräglage"... "Doro, runterschalten"... "Doro, schaltfreudig fahren"...

Es ging alles recht gut, nur hätte ich bereits in Schramberg eine längere Rast gebraucht, ich war am verdursten und weiter unten waren die Temperaturen alles andere, als angenehm.

Ich habe immer etwas zu trinken dabei, aber man kann halt nicht a la Fahrrad einfach stehenbleiben und einen Schluck aus der Flasche nehmen. Also durchhalten... und die Konzentration so gut es geht aufrecht erhalten.

Hinter Schiltach habe ich dann einen geöffneten Gasthof mit schattigem Biergarten gefunden, da gab`s leider nichts mehr zu essen aber Hunger war sowieso nicht mein Problem.

Die erste große Johannisbeerschorle war in 2 Zügen leer ;-) Danach habe ich mir noch einen Eiskaffee gegönnt und noch eine weitere Schorle und eine lange Pause. Ich habe genau gemerkt, wie mein Körper langsam aber sicher die Flüssigkeit wie ein Schwamm aufgesogen hat. Am liebsten hätte ich eine Runde geschlafen, nach 1,5 Stunden ausruhen, fühlte ich mich soweit fit, dass es wieder weitergehen konnte.

Wenn ich aufgepasst hätte bei der Tourplanung, wäre mir aufgefallen, dass ich durch diverse TÄLER fahren würde. Und TÄLER befinden sich bekanntermaßen meistens UNTEN und unten ist es HEISS.
Tja.

Eine falsche Abzweigung (oder sagen wir eine ungeplante, falsch gibt`s nicht, ich fahre ja zum Spaß!) hat mir einen Ausflug nach Gutach bei Hornberg beschert.

Ich bin - wie gesagt - immer froh darüber, wenn ich keine Ahnung habe, was mich auf der Strecke erwartet. Denn der Weg nach Elzach ging erstmal richtig steil und kurvig hoch (18 % Steigung) und dann genauso steil und kurvig runter (18 % Gefälle).

Alles nicht so schlimm, nur hatte ich wieder Drängler hinter mir (Memo an mich: endlich den "scheißanfänger"-Patch drucken!) und dann kam ein Schild mit der Aufschrift "Sturzgefahr für Motorradfahrer" ... das hat mich nicht gerade ermutigt, schnell zu fahren ;-)


Diese Schilder mögen gut gemeint sein, mich verunsichern sie ganz gewaltig, denn ich komme genau in die Mißtrauenshaltung, die ich gerade zu durchbrechen versuche. Naja, ich bin wieder heil runtergekommen und die Drängler konnten mich dann weiter unten überholen.
Ich wäre sehr dafür, für alle Auto-Fahrschüler mehrere Stunden Pflichtmitfahren auf dem Motorrad einzuführen, damit sie mal sehen, wie sich das anfühlt, auch und vor allem in den Kurven und auf schlechter Straße und unter dem Helm und und und :-D

Immerhin klappen die engeren Kurven auf ebener Strecke wirklich zufriedenstellend bis gut auch mit höheren Geschwindigkeiten. Wenn das sitzt, werden die Kurven in den Bergen sicherlich auch besser werden.

Der letzte Teil meiner Tour das Elztal runter war nur noch eine Qual. Auf der Bundesstraße von Waldkirch nach Freiburg kann man stellenweise 130 fahren, aber selbst das hat keine Abkühlung gebracht.

Unter dem Helm bin ich fast erstickt, zwischendrin habe ich immer wieder für kurze Zeit das Visier geöffnet, aber bei den höheren Geschwindigkeiten wird einem einfach zuviel Staub ins Gesicht geblasen. Also hat man die Wahl, entweder Halbblindflug mit offenem Visier, oder langsamer Hitzetod mit geschlossenem ;-))

Anbei mal wieder der Streckenplan mit der freundlichen Hilfe von google maps.






Samstag, 20. August 2011

8. Tour - meine erste Tagestour - Freiburg - Radolfzell - Freiburg 312 km

Heute wollte ich mal probieren, wie es ist, den ganzen Tag im Motorradsattel zu verbringen. Leider bin ich erst später losgekommen, als geplant, weil ich noch spontanen Besuch hatte, deshalb hat`s auch nicht mehr für ein Bad im Bodensee gereicht.

Eigentlich hatte ich vor, dieses Wochenende ganz am Bodensee zu verbringen, aber ich habe keine Unterkuft gefunden und irgendwann dann einfach umdisponiert.

Mein erster Plan war, eine Tour Richtung Bad Herrenalb, aber irgendwie hat es mich dann doch wieder ans Wasser gezogen ;-)

Der erste Teil meiner Fahrt bis Löffingen verlief auf der B31, die ich nicht besonders mag, das ist was zum Kilometer fressen, fast wie Autobahn, außerdem immer viel Verkehr.

Ich bin dann abgebogen, Richtung Bonndorf und später durch die Wutachschlucht gefahren. Bis Bonndorf war ich zeitweise allein auf weiter Flur auf der "Panoramastraße", vorbei an frisch gemähten Wiesen, alten Bäumen, über hügelige (wirklich!), kurvige Straßen ging es dann Richtung Wutachschlucht.

Das Gute bei meiner Tourenplanerei ist, dass ich vorher nie weiß, was mich erwartet, ich muss dann halt immer durch das durch, was vor mir liegt. So war mir auch nicht klar, dass ich durch die Wutachschlucht fahren würde, ich habe mich nur gefragt, was das für ein Kurvengeschlängel vor Bonndorf ist. Die eigentliche Schlucht verläuft ja leicht versetzt zur Straße. Ich bin sie schon einmal vor etlichen Jahren gewandert, das war sehr beeindruckend.

Ja, jedenfalls landete ich irgendwann dort. Teilweise ist die Straße sehr sehr eng, ich glaube, dass selbst sehr routinierte Fahrer hier einen Gang runterschalten. An einer ganz besonders engen Stelle durfte man auch nur noch 30 fahren, da kam mir ein Auto entgegen und ich war froh, dass ich eh noch recht langsam um die Ecken fahre. Das wäre sehr eng geworden.

In Bonndorf habe ich meine erste Pause gemacht und Mittag gegessen. Ich war im "Bonndorfer Humpen". Eine sehr skurile Wirtschaft, die wohl von einem türkischen Ehepaar betrieben wird, die Speisekarte ist eine wilde Mischung aus Pizza, Pasta, Döner in Variation, Flammkuchen... es war aber richtig lecker und die Wirtsleute sehr nett und irgendwie witzig.

Von Bonndorf aus ging es über Blumberg weiter Richtung Singen. Hier kann man richtig gut am Gashebel ziehen, die Landschaft ist herrlich, die Vulkankegel des Hohentwiel grüßen, Sonnenblumenfelder links und rechts, es duftet nach Heu und immer wieder hat man wunderbare Ausblicke.

Aber es war entsetzlich heiß! Selbst mit 100 km/h und später mit gut 120 hätte der Fahrtwind auch aus dem Föhn kommen können. Ich habe heute mal nicht wegen der Kurven, sondern wegen der hohen Temperaturen geschwitzt. Das Kurvenschwitzen kam erst am Ende der Tour...

In Singen habe ich beschlossen, noch bis Radolfzell weiterzufahren. Eigentlich wäre ich gerne in den See gesprungen, aber die Zeitplanung ließ das nicht so recht zu (ich will nicht am Ende einer anstrengenden Tour in die Dunkelheit kommen, das hebe ich mir für später auf) und ich bin wieder zurück Richtung Singen gefahren.

Auf dem Rückweg habe ich dann gemerkt, dass mir Durst und Müdigkeit zusetzten, die Konzentration ließ merklich nach.

Einer der Nachteile beim Motorradfahren ist, dass man das Bike nicht wie ein Fahrrad einfach mal schnell "in den Straßengraben" werfen kann, wenn einem nach Pause zumute ist, sondern man nach einem Parkplatz oder einer Rastmöglichkeit Ausschau halten muss.

Da es nach Engen nicht mehr weit war, habe ich dort beschlossen, in den Ort zu fahren. Glücklicherweise fand sich so ziemlich gleich ein Eiscafé, wo ich mich stärken konnte und - noch ganz wichtig - mein Visier putzen.

In Singen hatte ich getankt (wäre eigentlich nicht nötig gewesen, das Bike verbraucht unglaublich wenig Sprit!), aber es versäumt, auf der Toilette das Visier zu putzen, und so langsam aber sicher trübten einige Insektenleichen die Sicht.

Nach einer guten halben Stunde bin  ich dann gestärkt, entspannt und mit Durchblick wieder aufs Motorrad gestiegen und weiter ging`s.

Leider bin ich dann irgendwann wieder auf der B31 gelandet (das nächste Mal Tourplan ausdrucken und nachlesen...), aber dann Richtung St. Märgen abgebogen, weil ich dort wirklich nicht gerne fahre. Zwischendrin war auch sehr dichter Verkehr, dann wurde wieder gedrängelt, dann hatte ich irgendwelche Schleicher vor mir, die selbst MIR zu langsam fuhren... ne, muss nicht nochmal sein, außer zum Kilomenter "reißen".

Tja... und dann dachte ich mir, dass ich diesmal nicht über St. Peter und das Glottertal zurückfahren wollte, und bin Richtung Wagensteig/Buchenbach abgebogen. Das war eigentlich der schwierigste und stressigste Teil meiner Tour, denn ich landete auf einer sehr schlechten, sehr kurvenreichen und engen Straße, einschließlich mehrerer der von mir so heiß geliebten 180-Grad-Kurven. Diesmal noch in der superengen Variante.

Und hier zeigt sich mein stümperhaftes Gefahre dann von seiner besten Seite... an einer Stelle hatte ich Gegenverkehr, der aber zum Glück auch langsam war, denn ich geriet ein Stück auf die andere Fahrbahnseite. Mann, habe ich  da geschwitzt!

Mit solchen Situationen kann ich noch sehr schwer umgehen.

Zum einen stressen mich die superengen 180-Grad-Kurven (erster Impuls: absteigen, Bike um die Kurve schieben - LOL), zweiter Impuls a la Fahrrad an die Bremse packen (nein! habe ich nicht gemacht, ich setze in den Situationen nur ganz vorsichtig die Hinterradbremse ein und gebe dann, wenn ich denke, jetzt kippe ich gleich um, Gas, das klappt ganz gut, bin halt schrecklich langsam dann) und dritter Impuls *schwitzen* und hoffen, dass ich nicht umkippe, keine Panikbremsung mache, niemand hinter mir ist... bis jetzt hat immer alles geklappt.

Aber ich bin froh, dass ich nächste Woche zum Fahrtraining gehe und unter Aufsicht und ohne stressige Verkehrssituationen üben kann.

Am Ende meiner Tour bescherte mir diese Strecke noch einen Stau im Kappler Tunnel und später noch einen im Tunnel in der Schützenallee. Das war alles sehr unschön, denn zum Einen habe ich wie ein Schwein geschwitzt in der Montur und zum anderen waren die Abgase auch nicht gerade lecker. Einzig und allein zum entspannen der Arme und Beine hat`s getaugt, ich habe das Bike relativ lange ausgemacht und dann auf meinem Sitz rumgehampelt :-D

Ja, am Ende der Tour bin ich stolz, glücklich und mit sehr weichen O-Beinen vom Bike gestiegen.

312 km, nicht schlecht für eine Anfängerin finde ich zumindest. Inzwischen halte ich schon deutlich länger ermüdungsfrei durch, 3 Stunden geht gut (natürlich mit Pause) und mein Hintern tut mir praktisch gar nicht weh dabei, eher mein Gasarm, aber auch der verspannt sich deutlich später, als noch auf den ersten Touren.

Auf die ersten 1000 km fehlt auch nicht mehr viel.

Montag ist es dann so weit, denn da fahre ich meine 2. Tagestour, sofern Arbeitsauslastung und Wetter es zulassen.















Freitag, 19. August 2011

7. Tour "einmal um den Block" nochmal Kaiserstuhl - 81 km

Heute nach dem Büro bin ich schnell nochmal in die Kluft geschlüpft und habe mich auf mein Bike geschwungen, bevor meine Nachmittagsbesucherinnen vor der Tür stehen.

Ich hatte mal wieder Glück, denn jetzt im Augenblick wird es sehr finster draußen, es gibt bestimmt bald ein Gewitter. Und es ist unglaublich heiß! Eigentlich wäre es nur bei Autobahngeschwindigkeiten erträglich gewesen in den Klamotten, vor allem unterm Helm war es gut warm. Wenn es nicht gar so windig gewesen wäre, hätte man das Visier die meiste Zeit offen haben können, aber so waren Fahrtwind + Wind doch ein bisschen viel und die Augen haben schnell getränt. Außerdem riskiert man,dass Dreck oder Insekten ins Auge kommen. Ich trage zwar eine Brille, aber alles hält die auch nicht ab. Mir reicht`s schon, wenn mir beim radfahren was ins Auge fliegt, das muss bei den ganze anderen Geschwindigkeiten auf dem Motorrad nicht sein. Außerdem kann man sich nicht schnell im Auge rumpuhlen, wie auf dem Rad ;-)

Ich bin diese Tour wie den Anfang der letzten um den Kaiserstuhl gefahren, also wieder über Waltershofen, Merdingen und Ihrigen, aber dann bin ich abgebogen und habe mich für die kleinen und kleinsten Straßen entschieden.

Es war mal wieder einfach nur unglaublich schön! An "schnell" fahren, allerdings nicht zu denken, die Straßen in den Weinbergen sind so schmal, dass zwei Autos mit Mühe aneinander vorbeikommen und um die Kurven sieht man rein gar nichts. Aber ich will ja eh nicht rasen.

Teilweise war ich ganz versucht, das Motorrad mal schnell abzustellen, um Blümchen zu pflücken ;-) An einer Stelle waren entlang der Straße unglaublich tolle Blumen gesät, es müsst Cosmea gewesen sein, und noch irgendwas, das zur Familie der Sonnenhüte gehören dürfte. Ein richtiger Farbrausch war das.

Und irgendwann hatte ich auch mal einen ganz tollen Blick auf die Terrassenfelder und Richtung Rheinebene, das war richtig klasse, ich habe mich mal wieder darüber gefreut, wie schön es hier ist.

Freitagnachmittag sind einige Stellen am Kaiserstuhl ein prima Trainingsareal, da mir niemand auf den Fersen klebte und die Straße praktisch leer war. Ein bisschen Vorgeschmack konnte ich auch auf so "schöne" Dinge, wie Bitumenflecken kriegen. Ich fuhr ja langsam (also mehr als 50 sind auf vielen Straßen aufgrund der Sicht und der Straßenverhältnisse für mich nicht drin), und konnte an einer Stelle richtig schön das Hinterrad wegflutschen spüren. Gut, dieses Gefühl bei trockener Straße, ohne Stress und mit überschaubarem Tempo mal zu bekommen.

Ich denke, ich muss bald zum einkaufen in den Kaiserstuhl fahren, und einen Rucksack voller Obstbrände und anderen tollen Sachen nach Hause bringen. An jeder Ecke kann man irgendwas selbstgebranntes kaufen und Brot, Obst... einfach paradiesisch. Und es ist so idyllisch, wie man es von den Postkarten kennt...

Die Strecke war:

Freiburg - Waltershofen - Merdingen - Ihringen - Achkarren - Bickensohl - Bischoffingen - Lieselheim - Endingen - Riegel - Köndringen - Teningen - March - Umkirch - Freiburg

Quelle: google-maps

Mittwoch, 17. August 2011

6. Tour Freiburg - Münstertal - Feldberg - Bärental - Titisee - St. Märgen - St. Peter - Freiburg 141 km

Heute nachmittag hatte ich ungeplantermaßen frei und das Wetter war einfach zu verlockend. Also habe ich - nach langem hin und her und diversen Überlegungen - eine Tour Richtung Feldberg geplant.

Viele Wege führen im Schwarzwald zu diversen tollen Punkten und ich wollte unbedingt die Schauinslandstrecke vermeiden, weil die ja schwierig und unfallträchtig ist (ich kenne sie nur mit dem Rad) und auch nicht über den Zastler fahren, weil ich weiß, dass die Strecke recht steil und eng und kurvig ist, plus mitunter nicht so wenig Verkehr.

Also habe ich mich für die Strecke über das Münstertal entschieden, sah auch alles nicht so wild aus auf google maps und am Anfang war es das auch nicht...

Das Wetter heute ist bombastisch, es ist sommerlich warm, kleine Wölkchen am blauen Himmel, was will das Bikerherz mehr!

Die Strecke das Münstertal hoch hatte ich hinter dem Ort Münstertal öfter für mich und konnte so schnell oder langsam um die Kurven kriechen, wie ich wollte. Zeitweise allerdings gab es wieder übelste Drängelei und zwei äußerst riskante Überholmanöver (geschnitten worden) von 2 Sportwagenfahrern. Leute, wenn ihr schnell fahren wollt, geht auf die Autobahn!

Naja, einmal muss ich auch ein Weilchen hinter einem Radfahrer herkriechen, da die Strecke wirklich sehr kurvig und unübersichtlich ist, bin ich erstmal lieber hinter ihm gefahren, bis es etwas übersichtlicher wurde. Diesmal wurde ich von einem anderen Biker beschimpft, dem es nicht schnell genug ging.

Ich sag nur: wenn ihr es alle so eilig habt, überholt ruhig. Ich halte mich an den Rat meines Fahrlehrers und an die Gegebenheiten der Strecke "Fahren Sie so, wie Sie es sich zutrauen." Genau das mach ich. Punkt.

Während ich da so fuhr, musste ich ziemlich lachen, weil die Strecke um einiges anspruchsvoller und schwieriger war, als ich dachte. Unter anderem war ich mit teilweise sehr schlechtem Fahrbahnbelag konfrontiert und an zwei Stellen waren Bauarbeiten, der Straßenbelag aufgeschnitten und dann auch noch in einer Kurve *schluck*

Zwischendrin konnte ich aber immer mal den Blick für ein paar Sekunden durch die großartige Schwarzwaldlandschaft schweifen lassen, es ist einfach unglaublich schön dort oben!

Ich denke, irgendwann werde ich eine kleinere Tour mit einer Wanderung verbinden... wenn mir eine gute Art einfällt, meine Ausrüstung zu verstauen, denn schleppen will ich das nicht müssen...

Das ist leider ein Nachteil beim Motorradfahren, man hat ja keinen Kofferraum, wo man schnell mal was reinwerfen kann. Und die Ausrüstung war so teuer, dass ich kein einziges Stück davon unbeaufsichtig lassen möchte.

Kleines Wort zur Ausrüstung: da ich völlig unbedarft war, was die Motorradkleidung betrifft, habe ich diese im Fachgeschäft vor Ort gekauft, bei michas4U in der Habsburgerstraße in Freiburg. Ich wurde echt gut beraten, man nahm sich ca. 2 Stunden Zeit, um mir die optimalen Klamotten zusammenzustellen und ich muss sagen, ich habe keinen Cent bereut. Alles passt super, ist bequem, ich spüre die Sachen beim fahren gar nicht. Hose und Jacke habe ich von Stadler (Air Flow Goretex) und einen Schuberth C3-Klapphelm, dazu noch gescheite Stiefel (Daytona Goretex) und zwei Paar supertolle Handschuhe von Held. Jaja, ein bisschen Schleichwerbung muss sein ;-) 

Sonst kaufe ich sehr viel online, aber da ich keine Ahnung hatte, worauf man achten muss (z. B. solche Sachen, wie den Sitz der Protektoren am Knie), war das wirklich der bessere Weg.


Als ich aus dem Münstertal raus war und auf einmal über den Feldberg fuhr, war ich mächtig stolz auf mich!

Der zweite Teil der Tour verlief dann wesentlich sanfter und weniger anstrengend auf recht großen Straßen.

In Titisee bin ich kurz eingekehrt, weil ich merkte, dass meine Kräfte und Konzentration nachließen. Ich saß bei herrlichstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auf einer Terrasse mit Seeblick und habe mir mal wieder Käsespätzle (in Ermangelung von anderen interessanten fleischfreien Gerichten) und eine große Johannisbeerschorle schmecken lassen.

Titisee selbst... naja... das ist Tourikitsch pur... der See ist allerdings sehr schön, man kann da auch baden, habe ich auch schon gemacht. Jetzt ist halt Hochsaison und entsprechend voll ist es überall.

Für diejenige, die hier mitlesen und nicht Motorrad fahren: es ist wirklich anstrengend!

Klar, ich bin noch Anfängerin, aber es ist wirklich körperlich anstrengend, man ist den Elementen und sämtlichen physikalischen Kräften ungefiltert ausgesetzt (ist ja genau das, weswegen man fährt ;-) und das Kurvenfahren erfordert wirklich viel Konzentration.

Im Gegensatz zum Auto, wo man a) durch Blech geschützt ist und b) im Notfall das Steuer rumreißen kann, muss man auf dem Motorrad sehr genau seine Fahrlinie planen, ebenso vor der Kurve genau einschätzen (oder möglichst genau), welcher Gang angesagt ist und in welchem Tempo man da durchfahren kann.

Dazu kommen natürlich noch meine Anfängerängste, ich habe noch immer einen Heidenrespekt vor der Schräglage, allerdings habe ich heute gegen Ende der Tour gemerkt, dass es immer besser wird und ich mich noch mehr traue, auch wenn es enger wird. Vor 180-Grad-Kurven habe ich allerdings immer noch richtig Angst... Aber ich vertraue einfach meinem Motorrad und lasse es um die Kurve rollen, das macht das schon richtig ;-)

Von Titisee aus ging es ein kurzes Stück auf der B31, dann bin ich Richtung St. Märgen abgebogen. Man fährt ja nicht, um schnell zum Ziel zu kommen, sondern "der Weg ist das Ziel".

Einen Teil der Strecke (nämlich ab St. Peter) bin ich damals bei meiner ersten Nachtfahrt gefahren... Mann, habe ich da geschwitzt! Erstens mal war ich noch immer recht unsicher in den Kurven und zweitens sieht man nachts auf dem Motorrad... nichts... Bis ca. 1 Stunde vor der Abfahrt hatte es geschüttet wie aus Kübeln und oben waren die Straßen teilweise noch naß, dreckig und an einigen Stellen gab es Bodennebel *schluck*

Heute im Tageslicht und mit mehr Erfahrung fand ich es sehr nett, da runterzufahren, geschwitzt habe ich auch nicht :-D

Am Ende der Tour hatte ich beim Kurvenfahren dann auch ein richtiges Glücksgefühl, hinter mir fuhr niemand, und ich konnte testen, was ich mir zutraue, in die Schräglage gehen usw. Als mir ein paar Doppelkurven wirklich gut gelungen sind, war das einfach unbeschreiblich toll!

Hier kommt mal wieder ein Übersichtsbild dieser Tour, wieder mit freundlicher Hilfe von google-maps.

Die nächste - diesmal mehrtägige Tour (sofern es mit einer Unterkunft klappt) ist in Planung und wird mich an und um den Bodensee führen.